Richtlinien zur Grabungsdokumentation - BLDAM ... Die nachfolgenden Richtlinien für die...

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  • Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

    Dezernat Archäologische Denkmalpflege

    Richtlinien zur Grabungsdokumentation

    Stand: 30. April 2015

  • Die nachfolgenden Richtlinien für die Grabungsdokumentation stellen eine Überarbeitung der Fassungen vom 01.10.1995, 01.02.2002, 01.10.2006 und 01.09.2012 dar und wurden an verschiedene neue technische Entwicklungen im Dokumentationsbereich angepasst. Zudem gilt das Merkheft des BLDAM zur Arbeitssicherheit auf archäologischen Ausgrabungen ab jetzt als Bestandteil der Richtlinien für die Grabungsdokumentation. (Anhang XX, separater Download unter http://bldam-brandenburg.de/wp-content/uploads/2020/04/Merkblatt- Arbeitssicherheit.pdf) Die Dokumentationsrichtlinie mit ihren Anhängen wird bis auf Widerruf mit dem heutigen Tag in Kraft gesetzt. Wünsdorf, den 1. Oktober 2014 Prof. Dr. Franz Schopper Landesarchäologe

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    Vorbemerkung 5 I. Archäologische Dokumentation 6 1. Abschlussbericht 6 2. Tagebuch 6 3. Vermessungsunterlagen 6 4. Beschreibung von Befunden und Schichten in Profilen 7 5. Befundzeichnungen 7 6. Gesamtplan / Pläne 7 7. Fotodokumentation 8

    7.1 Analoge Fotografie 8 7.2 Digitale Fotografie 9

    8. Listen der Bildinhalte 9 9. Fundzettel 9 10. Fundliste; Übergabeprotokolle 9 11. Liste der naturwissenschaftlichen Proben 9 12. Kopie des Grabungskonzeptes und der Zwischenberichte 10 13. Kopie des Kurzberichtformulars 10 14. Kopie der denkmalrechtlichen Erlaubnis 10 15. Pressebeiträge Öffentlichkeitsarbeit o.ä. 10

    16. Berichterstattung über Archäologische Dokumentations-Maßnahmen ohne Befunde 10

    II. Behandlung der Grabungsfunde 11 1. Behandlung von sofort restaurierungsbedürftigen Fundgegenständen 11 2. Reinigung der Funde 11 3. Beschriftung 12 4. Verpackung 12 5. Transport 12 6. Untersuchungen 12 7. Übergabe an das BLDAM 12 8. Ausleihe 12 III. Probenentnahme 13 1. Proben für biologische Untersuchungen (Pollenanalyse, botanische Großreste) 13

    1.1 Pollenanalyse 13 1.2 Botanische Großreste 13 1.3 Inhalte von Gefäßen und Behältern 14 2. Probenentnahme für naturwissenschaftliche Datierungen (14C usw.) 14 3. Proben für dendrochronologische Untersuchungen 14 4. Boden-, Sediment- und Mörtelproben für bodenkundliche, mineralogische u. a. Untersuchungen 15 IV. Grabungs- und Dokumentationstechnik 16 1. Einsatz EDV-gestützter Dokumentationstechniken auf archäologischen Ausgrabungen 16 1.1 Felddokumentation (Totalstation (Tachymeter), Software auf AutoCAD etc. 16 1.2 Einsatz von digitaler Fotografie 17 2. Ausgrabung von Bestattungen 17 2.1 Körperbestattungen 17 2.2 Brandbestattungen 17 2.3 Tierbestattungen 17 3. Dokumentation von Baubefunden 17 3.1 Baubefunde in Stein 17 3.2 Baubefunde in Holz 17

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    V. Anhänge Anhang I – Übersicht über notwendige Schritte im Verlauf einer archäologischen Dokumentation 18 Anhang II – Befundliste 19 Anhang III a – Dialiste 1 20 Anhang III b – S/W-Negativliste 1 21 Anhang III c – Dialiste 2 22 Anhang III d – S/W-Negativliste 2 23 Anhang III e – Digitalfotoliste 1 24 Anhang IV – Fundliste 25 Anhang V – Anleitung zur Erfassung archäologischer Funde 26 Anhang VI – Beispiele für Nummernvergabe 27 Anhang VII – Allgemeine Richtlinien zur Fundübergabe 28 Anhang VIII – Übergabeprotokoll für Funde 29 Anhang IX – Kartongrößen 30 Anhang X – Fundzettel 31 Anhang XI – Grabungskurzbericht 32 Anhang XII – Formular für 14C - Proben 33 Anhang XIII – Formular für Proben zur Dendrochronologie 34 Anhang XIV – Probenliste für botanische Sedimentproben (mit Beispiel) 35 Anhang XV – Grundlegende Begriffe zu Holzverbindungen (2 Blätter) 36 Anhang XVI – Dokumentationsblatt für Holz 38 Anhang XVII – Unterwasserarchäologische Maßnahmen 39 Anhang XVIII – Antrag AIDZ 42 Anhang XIX – Merkheft zur Arbeitssicherheit auf archäologischen Ausgrabungen (separat) Anhang XX – Grabprotokoll Vorlage 44

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    Vorbemerkung Die im Folgenden aufgeführten "Richtlinien zur Grabungsdokumentation" enthalten allgemeine und konkrete Hinweise für die Erstellung der Grabungsdokumentation, zur Bearbeitung des Fundmaterials, zur Probenentnahme sowie zur Grabungs- und Dokumentationstechnik. Eine Übersicht über die im Einzelnen durch die archäologisch Fachfirma / den Archäologen abzuarbeitenden Schritte einer archäologischen Dokumentationsmaßnahme, die i. d. R. im Rahmen einer Beauftragung in einem denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren unternommen wird, findet sich am Ende des Textes (Anhang I). Diese Richtlinien werden fortgeschrieben.

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    I. Archäologische Dokumentation Eine archäologische Dokumentation umfasst in der Regel, wenn nichts anderes durch die denkmalrechtliche Erlaubnis bzw. die Fachanforderungen des BLDAM festgelegt wurde, folgende Bestandteile: 1. Abschlussbericht 2. Tagebuch 3. Vermessungsunterlagen 4. Verbale Beschreibung von Befunden und Schichten in Profilen 5. Befundzeichnungen (Originale) 6. Gesamtplan 7. Fotodokumentation (Farbdiapositive, Schwarz/Weiß-Negative und Kontaktabzüge, farbige Ausdrucke der

    Digitalfotos) 8. Listen der Bildinhalte (in zwei Exemplaren jeweils für Farbdias, S/W-Aufnahmen und Digitalfotos)

    9. Kopien der Übergabeprotokolle aller an das Referat Sammlungen abgelieferten Funde 10. Liste der naturwissenschaftlichen Proben (zweifach); die zweite Ausfertigung wird bei der Probenübergabe an

    das Referat Sammlungen übergeben 11. Kopie des Grabungskonzeptes und der Zwischenberichte 12. Kopie des Kurzberichtformulars, der originale KB ist 4 Wochen nach Abschluss der Maßnahme zu senden 13. Kopie der denkmalrechtlichen Erlaubnis 14. Pressebeiträge, Öffentlichkeitsarbeit etc. Die Gliederung der Dokumentation ist entsprechend der obigen Punkte vorzunehmen. Die komplette Dokumentation ist spätestens 12 Monate nach dem Abschluss der jeweiligen Maßnahme dem/der zuständigen Mitarbeiter/in des BLDAM zu übergeben. Alle Unterlagen, insbesondere. Pläne und Zeichnungen sind möglichst auf DinA4- Format zu falten; dazu gehört unbedingt und ein Datenträger mit den vollständigen digitalen Daten der Dokumentation: incl. digitalem Kurzbericht (mit eindeutigem Titel abspeichern, nicht nur als "KB" oder "ADZ", da hier Überschreibungsgefahr: Vorschlag "KB_Aktivitätsnummer", und incl. aller Texte, Berichte, Listen usw. Alle Texte, Listen und Pläne sind auf chlorfreiem alterungsbeständigem Papier und Datenträger (CD-ROM, DVD - jeweils nur qualitativ gute und haltbare Markenprodukte; Nachweis der Archivfähigkeit (DIN-Norm) ist zu erbringen) zu übergeben. Die digitalen Daten sollen unkomprimiert, virenfrei und unter Angabe der benutzten Versionen geliefert werden. Die Lesbarkeit ist zu überprüfen. Die Dokumentation ist so anzulegen, dass eine problemlose Weiterbearbeitung unter Wahrung der Urheberrechte erfolgen kann. Es sollen langsame oder mittlere Schreibgeschwindigkeiten gewählt werden; die Speicherkapazität ist nur zu 60-70 % auszunutzen, um Schreib- und Lesefehler zu minimieren. (CD-ROM/CD-R: 650 MB; DVD 4,7 GB oder 8,2 GB; ZIP-Disketten: 100 MB; MO-Disk: 640 MB; Texte: Word oder WordPerfect; Listen/Datenbanken: Access, Excel; Graphik: AutoCAD, min. 14). 1. Abschlussbericht Der Abschlussbericht soll den schnellen Einstieg in die Ergebnisse der Dokumentation ermöglichen. Zu diesem Zweck enthält er u. a. folgende Angaben: – Ablauf der Dokumentationsmaßnahme – angewendete Dokumentationstechnik – Angaben zu Umfang/Fläche – beschreibende Darstellung der Befunde und Funde – zeitliche und räumliche Interpretation der Befunde und Funde – Übersichtsplan mit der Lage der Grabungsfläche in der Gemarkung bzw. in der Ortslage – Aktivitätsnummer und Sachkatalognummer. Es soll eine Befundliste angelegt werden, da sie die Arbeit mit der Dokumentation wesentlich erleichtert (Anhang II). 2. Tagebuch Im Tagebuch sind u. a. festzuhalten: – technische Einzelheiten zum Ablauf der Dokumentationsmaßnahme – durchgeführte Arbeitsschritte – beschäftigte Personen und Arbeitszeit – Ausfallzeiten, Behinderung der Dokumentationsarbeiten – Besonderheiten. Darüber hinaus müssen während der laufenden Maßnahme im Tagebuch Beschreibungen und Interpretationen von Befunden und Funden niedergelegt werden. Dies betrifft auch vorläufige Einschätzungen von in Arbeit befindlichen Befunden. Das Tagebuch kann Teile der Vermessungsunterlagen (Pkt. I. 3.) enthalten.

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    3. Vermessungsunterlagen Das zu verwendende Koordinatensystem wird nicht vorgeschrieben. Es ist jedoch bereits im Kurzbericht eine exakte Angabe der verwendeten Landeskoordinaten und des Bezugssystems notwendig (UTM Koordinaten bezogen auf WGS 84/ETRS 89, Gauß-Krüger-Koordinaten bezogen auf Bessel/Potsdam Datum, Gauß-Krüger bezogen auf Krassowski etc.). Zusätzlich muss ein DIN-A3- oder -A4-Kartenausschnitt (M. 1:10.000 oder 1:25.000) mit eingetragener La