RPL BFS Sozialassistenz

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  • Senatsverwaltung fr Bildung, Wissenschaft und Forschung

    Rahmenlehrplan

    fr Unterricht und Erziehung

    Berufsfachschule

    Staatlich geprfte Sozialassistentin/ Staatlich geprfter Sozialassistent

    Gltig ab Schuljahr 2011/2012

  • Rahmenlehrplan Berufsfachschule - Staatlich geprfte Sozialassistentin/Staatlich geprfter Sozialassistent

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    Impressum Erarbeitung

    Dieser Rahmenlehrplan wurde vom Landesinstitut fr Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) erarbeitet.

    Herausgeber

    Senatsverwaltung fr Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin Dieses Werk ist einschlielich aller seiner Teile urheberrechtlich geschtzt. Die Herausgeber behalten sich alle Rechte einschlielich bersetzung, Nachdruck und Vervielfltigung des Werkes vor. Kein Teil des Werkes darf ohne ausdrckliche Genehmigung der Herausgeber in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder un-ter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfltigt oder verbreitet werden. Dieses Verbot gilt nicht fr die Verwendung dieses Werkes fr die Zwecke der Schulen und ihrer Gremien.

    Berlin, Juni 2011

  • Rahmenlehrplan Berufsfachschule - Staatlich geprfte Sozialassistentin/Staatlich geprfter Sozialassistent

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    Inhaltsverzeichnis

    1 Berufsfachschule fr Sozialassistenz .......................................................... 4

    2 Kompetenzerwerb in der Berufsfachschule fr Sozialassistenz ............... 6

    2.1 Eingangsprofil der Schlerinnen und Schler ............................................................. 6

    2.2 Kompetenzfrderung in den Unterrichtsfchern und Lernfeldern................................ 6

    2.3 Abschlussprofil der Schlerinnen und Schler ........................................................... 6

    3 Unterricht fr die Berufsfachschule fr Sozialassistenz ............................ 7

    3.1 Aufbau und Verbindlichkeit des Rahmenlehrplans ..................................................... 7

    3.2 bersicht zum Unterricht ............................................................................................ 8

    3.2.1 Fachrichtungsbergreifende Unterrichtsfcher ........................................................... 9

    3.2.2 Handlungsfelder und Lernfelder ................................................................................21

  • Rahmenlehrplan Berufsfachschule - Staatlich geprfte Sozialassistentin/Staatlich geprfter Sozialassistent

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    1 Berufsfachschule fr Sozialassistenz

    Die Ausbildung zur staatlich geprften Sozialassistentin/zum Staatlich geprften Sozialassis-tenten dauert zwei Schuljahre und wird mit einer Prfung abgeschlossen. Die Ausbildung erweitert die Allgemeinbildung, ermglicht zustzlich den Erwerb des erweiterten Haupt-schulabschlusses sowie des Mittleren Schulabschlusses und schafft Voraussetzungen fr eine weiterfhrende Ausbildung an Fachschulen.

    Der Unterricht besteht aus einem berufsbergreifenden und einem berufsbezogenen Lernbe-reich. Weiterhin sind drei fachpraktische Projekte in die Ausbildung integriert. Sie umfassen Praktika in sozialpflegerischen, sozialpdagogischen und hauswirtschaftlichen Einrichtungen sowie praxisbegleitenden Unterricht.

    Sozialassistentinnen/Sozialassistenten bietet sich ein breites berufliches Spektrum im Be-reich Sozialwesen. Sie ergnzen in sozialpflegerischen, sozialpdagogischen und hauswirt-schaftlichen Einrichtungen die Arbeit mit Familien, Jugendlichen und Menschen mit Behinde-rungen, die Kinderbetreuung und pflege.

    Nachdem die Berufsfachschule fr Sozialassistenz erfolgreich abgeschlossen und der mittle-re Schulabschluss erworben wurde, stehen weitere interessante Ausbildungsmglichkeiten im Bereich Sozialwesen zur Verfgung:

    - Fachschule fr Familienpflege - Fachschule fr Heilerziehungspflege - Fachschule fr Sozialpdagogik - Fachoberschule, Fachrichtung Gesundheit und Soziales

    In den letzten Jahrzehnten hat sich das Gebiet sozialer Arbeit ausdifferenziert und weiter entwickelt. Die Aufgaben sind vielfltiger geworden und hiermit verbunden steigen die Anfor-derungen an Fachkrfte, geben damit aber auch Assistenzberufen ihre Berechtigung und Bedeutung, die die Fachkrfte bei der Umsetzung anspruchsvoller, sozialer Arbeit unterstt-zen und entlasten. Staatlich geprfte Sozialassistentinnen und Sozialassistenten gehren zu diesen Berufsgruppen.

    Sozialassistentinnen/Sozialassistenten kennen sozialpdagogische und sozialpflegerische Berufsfelder und die dazu gehrigen Aufgabenschwerpunkte. Sie verfgen ber die fr ihre Ttigkeit grundlegenden sozialpdagogischen, sozialpflegerischen und hauswirtschaftlichen Handlungskompetenzen und wirken im Begleitungs- und Betreuungsprozess sowie bei der Assistenz mit. Zu ihrer beruflichen Identitt gehren auch die Planung, Durchfhrung und Reflexion von Teilaufgaben unter Anleitung sowie die Fhigkeit, das eigene Handeln kritisch einzuschtzen. Darber hinaus beteiligen sie sich assistierend, teilweise eigenverantwortlich an Erziehung, Bildung, Betreuung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, alten Menschen und Menschen mit Behinderung.

    Durch die Ausbildung besitzen Sozialassistentinnen/Sozialassistenten somit die erforderli-chen Kompetenzen, um Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten und Lebenssituatio-nen im Rahmen ihres Verantwortungsbereichs zu begleiten und angemessen mit Menschen mit verschiedenen Lebensentwrfen, mit unterschiedlichem Hilfebedarf, unterschiedlichen Alters, Geschlechts und kultureller Herkunft umzugehen. Wesentlich sind hierbei neben er-forderlichen Schlsselqualifikationen, praktischen Fhigkeiten und Fertigkeiten Einstellungen und Grundhaltungen, die geprgt sind von Wertschtzung, Empathie und Echtheit. Sozialas-sistentinnen/Sozialassistenten begegnen Menschen mit Achtung und Wrde.

    Die angestrebte berufliche Handlungskompetenz von Sozialassistentinnen/Sozialassistenten kann nur in enger Verbindung der Lernorte Berufsfachschule und Praxis erlangt werden. Die inhaltlichen Grundlagen der Ausbildung untersttzen neben der fachlichen Qualifikation auch die Persnlichkeitsentwicklung der Schlerinnen und Schler. Aufgrund der Heterogenitt der Schlerschaft stellen eine sorgfltige Binnendifferenzierung sowie Handlungs- und Pro-zessorientierung wesentliche Unterrichtsprinzipien dar. Projektarbeit bietet darber hinaus

  • Rahmenlehrplan Berufsfachschule - Staatlich geprfte Sozialassistentin/Staatlich geprfter Sozialassistent

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    die Mglichkeit der Integration verschiedener Lernfelder und Fcher, um die Eigeninitiative der Lernenden zu aktivieren und sie zu motivieren.

    Fr den Unterricht in den Lernfeldern sind Lernsituationen zu formulieren. Lernsituationen sind exemplarische, curriculare Bausteine, in denen fachorientierte Inhalte in einen Anwen-dungszusammenhang gebracht werden.

    Durch diese methodisch-didaktischen Anstze wird die Fhigkeit der Schlerinnen und Schler gefrdert, sich eine eigene Meinung zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Ver-antwortung fr Teilaufgaben im Berufsfeld zu bernehmen. Durch exemplarisches Erarbeiten von Unterrichtsinhalten, durch Kennen lernen, Erleben und Gestalten werden Grundlagen des beruflichen Handelns als Sozialassistentin/Sozialassistent ausgebildet.

    Die didaktisch-methodische Umsetzung der Unterrichtsvorgaben im Unterricht wird auf der Grundlage gemeinsam entwickelter Lernsituationen schulintern gem den personellen, or-ganisatorischen und schlichen Bedingungen getroffen.

  • Rahmenlehrplan Berufsfachschule - Staatlich geprfte Sozialassistentin/Staatlich geprfter Sozialassistent

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    2 Kompetenzerwerb in der Berufsfachschule fr Sozialassistenz

    2.1 Eingangsprofil der Schlerinnen und Schler

    Die vorhergehenden unterschiedlichen Berufswege der Schlerinnen und Schler fhren zu einer in der Regel heterogenen Zusammensetzung des Klassenverbandes. Es ist zu berck-sichtigen, dass in der Anfangsphase der Berufsfachschule bei den Schlerinnen und Sch-lern vorhandene Unterschiede in wichtigen Standards des mittleren Schulabschlusses durch Aktualisierung ausgeglichen werden.

    Die Mehrzahl der Schlerinnen und Schlern ist durch ihre vorangehende Ttigkeit in der Lage selbststndig und effizient zu handeln. Die meisten Schlerinnen und Schler haben diese Weiterbildung bewusst gewhlt und besitzen klare Zielvorstellungen fr diese Ausbil-dung.

    2.2 Kompetenzfrderung in den Unterrichtsfchern und Lernfeldern

    Von den Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule wird erwartet, dass sie un-terschiedliche und wechselnde Anforderungen in Beruf und Privatleben erfolgreich bewlti-gen. Sie erwerben Handlungskompetenz, die sie zu selbstndigem Planen, Durchfhren und Beurteilen von Arbeitsaufgaben in der zuknftigen Berufsttigkeit befhigt.

    Fach-, Human- und Sozialkompetenz, auch besonders die Methodenkompetenz, als Teile der Handlungskompetenz sollen gefrdert werden und die erworbenen Fhigkeiten, Kennt-nisse und Fertigkeiten in entsprechenden Aufgabenstellungen berprft werden. Die Frde-rung der Kompetenzen ist integraler Bestandteil der unterrichtlichen Lernprozesse.

    Der Rahmenlehrplan der Berufsfachschule ist auf den Erwerb von Handlungskompetenz ausgerichtet.

    Die Handlungskompetenz wird hier verstanden als die Bereitschaft und Befhigung des Ein-zelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durch-dacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.

    Lern- und kommunikative Kompetenz sind Bestandteile aller Dimensionen der Handlungs-kompetenz.

    2.3 Abschlussprofil der Schlerinnen und Schler

    Mit dem erfolgreichen Ab