Rudi Dutschke (1940 - 1979)

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Rudi Dutschke sein Leben und sein Wollen (6 Teile )

Hochgeladen am 08.01.2010 Die drei Schsse auf Rudi Dutschke waren ein Attentat auf seinen Traum: den Traum von einem gesamtdeutschen Sozialismus mit menschlichem Antlitz

Teil1: http://www.youtube.com/watch?v=y2UK1Z...Teil2: http://www.youtube.com/watch?v=sjckhR...Teil3: http://www.youtube.com/watch?v=Q5yI1j...Teil4: http://www.youtube.com/watch?v=dmfjRVUVbIYTeil5: http://www.youtube.com/watch?v=HvCvwT...Teil6: http://www.youtube.com/watch?v=MU_uIA...

"Bei uns zu Hause gab es nie einen Gegensatz von Christentum und Sozialismus", hat er einmal geschrieben - Zum real existierenden Sozialismus der DDR und der Sowjetunion ging Dutschke (1940-1979) frh auf Distanz: Er wchst in Luckenwalde auf, einem kleinen Ort in der Mrkischen HeideSeine Mutter ist strengglubige Protestantin - Schler Rudi engagiert sich in der Jungen Gemeinde - Obwohl in der FDJ, verweigert er den Eintritt in die Nationale Volksarmee, bekennt sich zur Wiedervereinigung und darf deshalb nicht Sportjournalistik studieren

Als er 1960 in Westberlin ein Soziologie-Studium beginnt, ahnt er nicht, dass er lange nicht nach Hause zurckkehren wird - Der Bau der Mauer sperrt ihn aus

Der junge Dutschke ist "Republik-Flchtling" -In strenger Disziplin eignet er sich die gesamte sozialistische Theorie an - Er will zurck zu deren Wurzeln, liest Marx, Lenin, Rosa Luxemburg - Die Diskrepanz zwischen sozialistischer Theorie und Praxis des in der DDR Erlebten lsst ihn nicht los

Rudi Dutschke beschliet, "Berufs-Revolutionr" zu werden - Fortan sieht er seine Aufgabe darin, die benachteiligten gesellschaftlichen Minderheiten zu aktivieren - jene in der "Dritten Welt", jene in der kapitalistischen Bundesrepublik

"Aufklrung als Aktion" ist seine Parole -Er wird zum Politrebell, zum Sprecher des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, zum Medienstar und "Volksfeind Nr. 1"

Nach dem Attentat vom 11-04-1968 ist sein Sprachzentrum schwer beschdigt, der grte Redner der Studentenbewegung ist zum Verstummen gebracht worden - Drei Jahre dauert es, bis Rudi Dutschke wieder sprechen gelernt hat spter schreiben sich Dutschke und der Attentter Josef Bachmann

Dutschke zu Bachmann ich glaube nicht dass Du Faschist bleiben wirst.

Mit seiner Familie verlsst er Deutschland, auf der Flucht vor der Sensationspresse, auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Aus mehreren Lndern wird er ausgewiesen - Schlielich kehrt der doch nach Berlin, in "seine" Stadt zurck

Die neue kologie-Bewegung der Grnen lsst die alte Hoffnung auf Verbesserung der Verhltnisse wieder wach werden

Rudi Dutschke ertrinkt whrend eines epileptischen Anfalls in der Badewanne -Er ist 39 Jahre alt

http://www.youtube.com/watch?v=U6X-ZeYC54EZu Protokoll: Gnter Gaus im Gesprch mit Rudi Dutschke (Sdwestfunk) 1967Hochgeladen am 05.06.2011

Zwei sehenswerte Protagonisten im Gesprch in der ARD am 3.12.1967, Gnter Gaus interviewt Rudi Dutschke: Dutschke nimmt Stellung zum parlamentarischen System, zu den Instrumenten der "Herrschaft", zur NPD, zur NATO und zur Religion. Dagegen setzt er seine Vorstellungen einer freien Gesellschaft: Organisationen ohne Berufspolitiker, ohne "Apparat", bewute Kontrolle der Geschichte durch die Menschheit. Gnter Gaus stellt Fragen zu der Bewegung und zu Dutschkes Revolutionsbegriff.

Die 68er haben mehr als versagt. Sie haben nicht nur die historische Chance vertan, die Analysen Adornos und Horkheimers samt ihrer Schlussfolgerungen zu verstehen, zu vertreten und in einem undogmatischen ffentlichen Diskurs zu schrfen, sie haben sie instrumentalisiert, verzerrt und bei ihrem Marsch durch die Institutionen fr die persnliche Bereicherung verraten. Nun sind sie die Systemkonservativen, alles ist schlimmer als zuvor und die Kalmisierungsmechanismen perfektioniert. Danke dafr.

Vieles, von dem, was R. Dutschke vertrat, ist noch heute gltig, wie z. B. seine Feststellung Das bestehende parlamentarische System ist unbrauchbar.

Seine Beschreibung unseres Parteiensystems gilt heute mehr denn je. Noch schlimmer, da ca. 80% unserer Gesetze aus der EU-Brokratie kommt und deshalb nicht annhernd demokratisch legitimiert ist. Noch schlimmer, da der Einfluss des Lobbyismus - allen voran Goldman-Sachs und Deutsche Bank - den Brger endgltig entmndigt hat.

Was tut der Deutsche Michel? Ich wnsche AfD, den Linken und Piraten viel Erfolg aber den werden sie nicht haben. Es ist einfach traurig.

Sehr interessante, aufschlussreiche Doku ber einen sehr interessanten und wichtigen Menschen. Sein Tod - ein Verlust fr unsere Gesellschaft.Rudi Dutschke (1940 - 1979)Wechseln zu: Navigation, Suche

Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. Mrz 1940 in Schnefeld bei Luckenwalde; 24. Dezember 1979 in Aarhus, Dnemark), war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als bekanntester Wortfhrer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung der 1960er Jahre.

Dutschke war mit Gretchen Dutschke-Klotz verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Er starb 1979 an den Sptfolgen eines Attentats, bei dem er 1968 schwere Hirnverletzungen davongetragen hatte.

Inhaltsverzeichnis

1 Leben

1.1 Jugend und Studium 1.2 Studentenbewegung 1.3 Attentat 1.4 Sptzeit 2 Denken

2.1 Grundposition 2.2 konomische Analyse 2.3 Verhltnis zum Parlamentarismus 2.4 Antiimperialistische Gewalt und antiautoritre Provokation 2.5 Verhltnis zum Realsozialismus 2.6 Verhltnis zum Terrorismus 2.7 Verhltnis zur deutschen Nation 3 Rezeption

3.1 Nachrufe 3.2 Diskurs um die Gewaltfrage 3.3 Diskurs um die nationale Frage 3.4 Aktualitt 3.5 Straenbenennungen 3.6 Filme 4 Werke 5 Tondokumente 6 Literatur 7 Weblinks 8 Einzelnachweise

Leben

Jugend und Studium

Elternhaus von Dutschke in Schnefeld, Bahnstrae 17

Rudi Dutschke, vierter Sohn eines Postbeamten, verbrachte seine Jugendjahre in der DDR. Er war in der evangelischen Jungen Gemeinde von Luckenwalde aktiv, wo er seine religis sozialistische Grundprgung erhielt. Als Leistungssportler (Zehnkampf) wollte er zunchst Sportreporter werden. Um seine Chancen fr eine entsprechende Ausbildung in der DDR zu erhhen, trat er 1956 in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ein.[1]Durch den Ungarischen Volksaufstand im selben Jahr wurde Dutschke politisiert. Er ergriff Partei fr einen Demokratischen Sozialismus, der sich gleichermaen von den USA und der Sowjetunion distanzierte. Der SED stand er ebenfalls ablehnend gegenber. Im Gegensatz zum antifaschistischen Anspruch ihrer Staatsideologie sah er die alten Strukturen und Mentalitten im Osten ebenso fortdauern wie im Westen.[2]1957 trat er ffentlich gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft und fr Reisefreiheit ein. Er verweigerte den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee, der Oberschlern damals nahegelegt wurde, und rief andere dazu auf, es ihm gleichzutun. Nach seinem Abitur 1958 und nochmals nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Luckenwalder Volkseigenen Betrieb verwehrten die DDR-Behrden ihm daher das gewnschte Sportjournalistikstudium.[3]

Gedenktafel vor dem Luckenwalder Gymnasium

Daraufhin pendelte Dutschke regelmig nach West-Berlin und wiederholte dort zunchst sein Abitur an der Askanischen Oberschule Berlin, da ein DDR-Abitur im Westen nicht als Hochschulreife anerkannt wurde. Nach bisheriger Quellenlage soll er nebenher Sportreportagen, unter anderem fr die B.Z. aus dem Axel-Springer-Verlag, geschrieben haben. Im Verlag gibt es darber aber keine Unterlagen. Stattdessen knnte er sich von Januar bis August 1961 in Chemnitz (damals: Karl-Marx-Stadt) aufgehalten haben.[4] 1961, kurz vor dem Bau der Berliner Mauer, siedelte er nach West-Berlin ber, um Soziologie, Ethnologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft an der Freien Universitt (FU) zu studieren. Ihr blieb er bis zu seiner Promotion 1973 verbunden.

Zunchst studierte Dutschke den Existentialismus Martin Heideggers und Jean-Paul Sartres, bald auch Marxismus und die Geschichte der Arbeiterbewegung: Er las die Frhschriften von Karl Marx, Werke der marxistischen Geschichtsphilosophen Georg Lukcs und Ernst Bloch sowie der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Herbert Marcuse). Angeregt durch die Begegnung mit der US-amerikanischen Theologiestudentin Gretchen Klotz seiner spteren Frau las er auch Werke von Theologen wie Karl Barth und Paul Tillich. Aus seinem christlich geprgten wurde nun ein marxistisch fundierter Sozialismus. Dabei betonte er jedoch immer die Entscheidungsfreiheit des Individuums gegenber den gesellschaftlichen Verhltnissen.[5]Studentenbewegung

Dutschke verband sein Studium schon frh mit praktischem Engagement. So gab er etwa die Zeitschrift Anschlag heraus, in der Kritik am Kapitalismus, die Probleme der Dritten Welt und neue politische Organisationsformen thematisiert wurden. Das Blatt galt wegen seiner aktionistischen Ausrichtung im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) damals als anarchistisch.[6]1962 grndete Dutschke mit Bernd Rabehl eine Berliner Gruppe der Mnchner Subversiven Aktion, die sich als Teil der Situationistischen Internationale verstand. Im Dezember 1964 organisierte er anlsslich des Staatsbesuchs des kongolesischen Premierministers Mose Tschomb mit einem Dritte-Welt-Kreis eine Demonstration, an der auch der Berliner SDS teilnahm. Im Januar 1965 wurden Dutschke und seine Gruppe Mitglieder im SDS; im Februar wurde er in dessen politischen Beirat gewhlt und bestimmte die politische Richtung des SDS fortan mit.[7]Ab 1966 organisierte Dutschke mit dem SDS zahlreiche Demonstrationen fr Hochschulreformen, gegen die Groe Koalition, die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg. Die wachsende Studentenbewegung verknpfte diese Themen und die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistisc