Schwarzer, weisser, gr£¼ner und roter Daumen, dann der Daumen alleine erfassen, schon...

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    19-Oct-2020
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  • Schwarzer, weisser, grüner und roter Pfeffer

    Besuch einer Pfefferfarm in Kampot (Kambodscha)

    Was wäre ein Teller Bündnerfleisch oder eine Pizza ohne Pfeffer? Es gäbe auch keine Pfef- fersteaks! Können Sie sich so was vorstellen? Pfeffer ist etwas so Alltägliches, dass wir es nicht mehr als etwas Besonderes wahrnehmen.

    Schwarzer Pfeffer war früher so wertvoll, dass man ihn „Schwarzes Gold“ nannte. Wer seinen Gästen Pfeffer vorsetzte, zeigte seinen Reichtum und seine Macht. Es war das begehrteste Ge- würz der Welt. Im Westen liebten es schon die alten Römer. Bereits in der Antike dominierte der Pfeffer den Gewürzhandel zwischen Asien und Europa. Wer das Handelsmonopol auf den Pfeffer besass, gelangte zu grossem Wohlstand. Im Mittelalter waren es die Türken und Araber, die den Pfeffer und andere Gewürze mit Karawanen auf dem Landweg aus Indien nach Alexandria und weiter nach Venedig brachten. Venedig galt aufgrund der geografisch günstigen Lage lange Zeit als Umschlagplatz für Europa. Dies sollte sich ändern. Am 8. Juli 1497 zog See- fahrer Vasco de Gama aus, um nach Pfeffer zu suchen. Er segelte nach Afrika, fuhr um das Kap der guten Hoffnungen um den Indischen Ozean zu erreichen. Im Mai 1498 landeten die Schiffe an der Pfefferküste, heute Kerala (Indien). Als erster Europäer hatte er den Seeweg nach Indien entdeckt. Die Hafenstadt Kochi (Cochin) gilt seither als die Hauptstadt des Pfeffers. Einen Teil seiner Bedeutung als Handelsgut in Asien büsste Pfeffer nach der Entdeckung Amerikas ein, als der von dort stammende Chili (scharfe Paprika) ihn in vielen asiatischen Gerichten aus seiner Rolle als wichtiges scharfes Gewürz verdrängte.

    Vasco de Gama (1469 – 1524)

  • Die Reise Vasco de Gamas nach Kerala

    Pfeffer wächst heute in verschiedenen Ländern. Die grössten Produzenten sind Vietnam, Indien, Indonesien, Brasilien, Malaysia und Sri Lanka. Weltweit werden etwa 200.000 Tonnen Pfeffer jährlich produziert, wobei jedoch starke jährliche Schwankungen auftreten. Der Wert einer gesamten Jahresweltproduktion von Pfeffer wird auf 300 bis 600 Millionen Dollar geschätzt.

    Unsere heutige Reise geht nach Kamodscha, nach Kampot (eine Provinz an der Südküste Kam- bodschas, etwa 160 Km südlich von Phnom Penh) bekannt vor allem für seinen roten Pfeffer der in Deutschland als besondere aromatische Rarität gilt.

    Die zweitägige Reise von Pattaya nach Sihanoukville mit Minibus wird von zahlreichen Reise- büros angeboten. Wer es etwas abenteuerlicher haben möchte, kann auch mit dem lokalen Bus über Rayon, Chanthaburi, Trat nach Hat Lek fahren. Wie es von dort zur Grenze weiter geht, weiss ich allerdings nicht.

  • Die Fahrt an die Grenze dauert in etwa vier bis fünf Stunden. Im Gegensatz zum Grenzüber- gang in Aranyaprathet/Poipet (nach Siem Raep) geht es bei diesem Grenzposten wesentlich gemächlicher zu und her. Die Ausreise aus Thailand ist kein Problem. Die Einreise nach Kam- bodscha eigentlich auch nicht. Du wirst von einer Schar freundlicher Schleppern empfangen, welche Dir bei der Erledigung der Grenzformalitäten behilflich sein wollen. Zuerst geht es zur Quarantäne. Dort wird Deine Körpertemperatur gemessen: 35,6 °. Wenn Du denn Test erfolg- reich bestanden hast, bekommst Du eine Bescheinigung die zwanzig Baht kostet. Als Nächstes ist der Visumantrag zu stellen. Dein Schlepper wird sich um alles kümmern. Doch aufgepasst, hier ist eine kleine Mafiabande am Werk. Obwohl das Visum offiziell nur 20 US D = ca. 700 Baht kostet, muss Du 1‘200 Baht hinblättern. Du kannst nun auf den 20 USD beharren, vielleicht hast Du damit Erfolg, vielleicht aber auch nicht. Nach zehn Minuten hatte ich auf jeden Fall mein Visum schon im Pass. Nun brauchst Du nur noch zum Einreiseschalter zu gehen. In die Kamera schauen, die Fingerabdrücke der vier Finger der rechten Hand ohne Daumen, dann der Daumen alleine erfassen, schon bist Du durch. Nach Koh Kong Stadt sind es von der Grenze rund zwölf Kilometer. Jene wie wir, die eine Hotelreservation haben, wer- den von Motorradtaxis kostenlos abgeholt, musst jedoch darauf beharren, dass die Fahrt im bezahlten Pauschalpreis inbegriffen ist. Etliche Touristen kehren nach der Einreise nach Kam- bodscha gleich wieder nach Thailand zurück. Diese kommen einzig hierher um einen neuen Einreisestempel nach Thailand zu bekommen, die sog. Visa Runs. Mit der Grenzüberquerung nach Kamboscha gilt der Rechtsverkehr. Die offizielle Währung ist der Riel, der USD und Baht sind jedoch am gebräuchlichsten.

    Grenzposten Kambodscha

    Koh Kong ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Bis Ende der 90er Jahre war die Ge-

    gend sehr gefährlich. Es war eines der letzten Rückzugsgebiete der Roten Khmer und entspre-

    chend unsicher. Die Stadt hatte zudem wegen Schmuggel, Prostitution, Banditentum, Drogen

    und illegalem Glücksspiel einen sehr schlechten Ruf. Bis zum Bau der neuen Strasse war Koh

    Kong am ehesten noch per Boot zu erreichen. Im Jahr 2000 fuhr ich selber mit dem Schnell-

    boot ab Sihanoukville bis wenige Hundert Meter vor die Thai-Grenze (siehe 1999 – Der Traum

    vom Auswandern – Bericht 06).

  • Die Koh Kong Brücke

    Mit der Bau der Strasse hat sich einiges geändert. Die Reise nach Koh Kong oder umgekehrt

    nach Thailand ist mit der Fertigstellung der Koh Kong Brücke im Jahr 2002 (mit 1900 Meter die

    längste Brücke von Kambodscha) wesentlich einfacher geworden. Viel zu sehen gibt es in Koh

    Kong allerdings nicht, noch nicht. Viele Thais kommen nur wegen den Kasinos hierher. Mit

    seinen Mangroven, Dschungel und zahlreichen Wasserfällen in den naheliegenden Kardamon

    Bergen, haben Investoren jedoch grosse Pläne den Eko-Tourismus zu fördern. Die Regierung

    erhofft sich mit der Schaffung der Special New Economic Zone Koh Kong auch einen regio-

    nalen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Autohersteller Hyundai hat hier bereits ein Montage-

    werk in Betrieb. Mit mehr Investoren hofft die Regierung auch einen Beitrag an die Be-

    kämpfung der ländlichen Armut zu leisten.

    Koh Kong City

  • Weshalb wir in Koh Kong übernachten mussten und nicht gleich nach Sihanoukville weiter-

    reisen konnten, war mir aber nicht ganz klar. Da die zeitliche Dauer des Grenzübertrittes, je

    nach Andrang, unterschiedlich lang dauern kann, würde man vermutlich die Weiterfahrt mit

    dem Lokalbus nach Sihanoukville verpassen. Dies ist wohl der Grund, weshalb in Koh Kong

    übernachtet wird. Vielleicht ist es aber auch nur ein Trick der Hotel-Lobby.

    Auf der Strasse Nummer 48 geht es am anderen Morgen weiter von Koh Kong nach Sre Ambel.

    In Sre Ambel treffen wir auf den National Highway 4, der Strasse Phnom Penh – Sihanoukville.

    Nach vier stündiger Fahrt ist man kurz nach Mittag in Sihanoukville

  • Sihanoukville (siehe auch 2013 – Visumreise nach Kambodscha): Da die Stadt sehr weit aus-

    einander liegt, finde ich es ratsam sich vorher Gedanken zu machen, ob man lieber Ruhe oder

    Nachtleben bevorzugt. Letzteres gibt es vor allem am Victory Hill, in der Nähe des Busbahn-

    hofs. Wer die Ruhe vorzieht, geht am besten an die Ochheuteal Beach. Mir hat es dort am

    besten gefallen. Dort herrscht wirkliche Ferienstimmung.

    Etwa einen Kilometer davon entfernt liegt die Serendipity Beach. Hier gibt es zahlreiche

    Restaurants, ATM’s, Reisebüros und sogar kleine Mini-Marts. Und wer etwas entferntere

    Beaches wie Sokhla oder Independence besuchen möchte, mietet sich entweder einen Roller

    oder lässt sich mit dem Motorradtaxi dahin fahren. Die Fahrt ist billiger als ein Busbillet un-

    serer städtischen Verkehrsbetriebe.

  • Ochheuteal Beach

    An der Ochheuteal Beach liegt auch der Swiss Garden von Peter und Monika, bekannt gewor-

    den durch die TV-Serie „Auf und davon“ – siehe Sendung vom 4. Januar 2014, die Auswan-

    derer ein Jahr danach. Es hat allerdings bereits Konkurrenz gegeben. Nur fünfzig Meter dane-

    ben steht das „Swissbeach Guesthouse“.

    Besuch bei Monika und Peter

  • Kampot

    Die Fahrt im komfortablen Minibus von Sihanoukville nach Kampot (124 Km) dauert etwa

    anderthalb Stunden. Kostenpunkt: 7 USD. Die Stadt, unweit der Ausläufer der Elephanten –

    Bergen gelegen, soll zu den schönsten Landschaften Kambodschas gehören.

  • Von besonderem Scharm sind die zahlreichen Häuser im Kolonialstil

    sowie die Remorque Tuk –Tuk

    Zu dieser Jahreszeit blühen verschiedene exotische Bäume: vlnr: Afrikanischer Tulpenbaum,

    Röhren-Kassie und Korallenbaum

  • Auch die Mangobäume sind in voller Blüte (links)

    Auf dem Weg zur Pfefferfarm

    Wir sind an unserem Reiseziel angelangt. „Meine“ Pfefferfarm liegt allerdings nicht gerade um

    die Strassenecke. Die Farm liegt fünfzehn Kilometer ausserhalb der Stadt. Etwa zwei Kilometer

    ausgangs Stadt, Richtung Kep, passieren wir zunächst die Salzfelder von Kampot.

    Die Salzfelder von Kampot

  • Der Kampot Pfeffer

    Endlich am Reiseziel angelangt

    Kambodschas Pfeffer ist heute weitläufig unbekannt. Zu erstem Weltruhm kam er im 19.

    Jahrhundert, als der damalige Sultan von Aceh (Indonesien) es vorzog seine gesamten Pfef-

    ferplantagen nieder zu brenn