Schweizerische Bienen-Zeitung Dezember 2015

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Insektizide reduzieren die Fruchtbarkeit von Bienenköniginnen, Zucht-Hummeln können Wildbienen mit Krankheiten anstecken, Bienenzucht als Hilfe zur Selbsthilfe in Äthiopien, Mistel, Weihnachtsmytologie und Bienennahrung für warme Wintertage

Transcript of Schweizerische Bienen-Zeitung Dezember 2015

  • Bienen-Zeitung SchweiZeriSche 12/2015 Monatszeitschrift des Vereins deutschschweizerischer und rtoromanischer Bienenfreunde

    Insektizide reduzieren die Fruchtbarkeit von Bienenkniginnen Zucht-Hummeln knnen Wildbienen mit Krankheiten anstecken Bienenzucht als Hilfe zur Selbsthilfe in thiopien Mistel, Weihnachtsmytologie und Bienennahrung fr warme Wintertage

    Foto: Ren ZuMsteg

    Eine reichhaltige Weihnachtsbescherung mit Produkten unserer Bienen.

  • Bienen Meier AG, Fahrbachweg 1, 5444 Knten, T +41 56 485 92 50, F +41 56 485 92 55, info@bienen-meier.ch, www.bienen-meier.ch

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    E XK L U

    S I VE R

    S CH W

    E I ZE R

    V ER T

    R I EB

  • EDITORIAL

    3Schweizerische Bienen-Zeitung 12/2015

    EDITORIAL

    RoBeRt sieBeR, leitendeR RedaktoR

    liebe imkerinnen, liebe imker

    Wie ein damoklesschwert hing sie ber unseren Bienen, die Frage, ob das zweijhri-ge Moratorium, welches den einsatz drei der giftigsten neonicotinoide stark einschrnkt, verlngert wrde oder nicht. unser Mann in Bern, apisuisse-Prsident und nationalrat Bernhard guhl, hat deshalb bereits im okto-ber im namen der schweizer imker/-innen einen Brief an Bundesrat schneider ammann geschrieben und eine Verlngerung des Mo-ratoriums gefordert. am 18. november lag die bundesrtliche antwort auf dem tisch. diese geht weiter, als wir zu hoffen wag-ten. Wrtlich heisst es: diese suspendie-rung ist unbefristet und gilt solange, bis ein anderslautender Beschluss gefasst wird. und weiter: in solchen situationen ist es am Bewilligungsinhaber, Beweise vorzu-bringen, die belegen, dass eine Verwendung ohne unannehmbares Risiko fr Mensch und umwelt mglich ist. Bisher liegen dem Bundesamt fr landwirtschaft diesbezg-lich keine neuen informationen vor. daher ist eine neubewertung durch die Zulassungs-stelle nicht gerechtfertigt. das drfen wir als Weihnachtsgeschenk vom Bundesrat re-spektive dem Bundesamt fr landwirtschaft an unsere Bienen betrachten.

    Wettermssig war der vergangene Herbst in jeder Beziehung aussergewhnlich. Man durfte deshalb gespannt sein, wie die Bie-nen darauf reagieren wrden. auffllig lan-ge wurde noch Pollen eingetragen. oftmals wussten wir gar nicht woher. ein Blick auf die daten der Waagvlker oder die lekt-re der apistischen Monatsberichte dieser ausgabe zeigt, dass an einigen standorten noch tracht eingetragen wurde und damit der Futterverbrauch praktisch kompensiert werden konnte. andernorts nahm das ge-wicht innerhalb eines Monates bereits um mehr als zwei kilogramm ab. Hoffentlich verfgen diese Vlker ber gengend Fut-tervorrte, sodass sie im zeitigen Frhling nicht Hunger leiden mssen.

    das warme Wetter und die spte Pollen-tracht haben auch dazu gefhrt, dass viele Vlker ihre Brutttigkeit noch nicht einstellten. dies besttigte das kondens-wasser bei den Fluglchern und unter der abdeckung. das sind natrlich auch ideale Voraussetzungen fr die Milben, welche sich so weiter vermehren konnten. ge-mss den apistischen Monatsberichten ergab der natrliche Milbentotenfall so-fern dieser systematisch gemessen wurde ein unterschiedliches Bild. in einigen Fl-len betrug er nur eine oder weniger als eine Milbe pro tag, was fr diese Jahres-zeit unproblematisch ist. in andern Fllen lagen diese Werte aber deutlich hher, was einige imker zu einer frhen oxalsurebe-

    handlung veranlasste, wohl wissend, dass die-se bei noch vorhandener

    Brut nur beschrnkt wirksam ist. die Fra-ge, die es in diesem Fall zu beantworten gilt: sollen die Bienen einer zweimaligen oxalsurebehandlung oder einer zu hohen Varroapopulation ausgesetzt werden? die-se Frage kann nur beantwortet werden, wenn der Milbenbefall sei es auf der unterlage oder mit einer andern Methode systematisch erfasst wird. so wenig es nmlich sinn macht, ein wenig belastetes Volk unntigerweise zu behandeln, so we-nig sinnvoll ist es, ein stark befallenes Volk sich selber zu berlassen. ist es berhaupt noch zu verantworten, den Milbenbefall nicht zu jeder Jahreszeit zu erfassen?

    ihnen, liebe leserinnen und leser, wnscht das Redaktionsteam eine schne und geruhsame Weihnachtszeit und ihren Bienenvlkern eine mglichst geringe Mil-benbelastung.

    Herzlich ihr

    Robert sieberrobert.sieber@vdrb.ch

    Ein Weihnachtsgeschenk des Bundesrates ...

    ... an unsere Bienen.

    3

  • 4 Bienen-Zeitung SchweiZeriSche Monatszeitschrift des Vereins deutschschweizerischer und rtoromanischer Bienenfreunde138. Jahrgang nummer12 dezember 2015 issn 0036-7540

    ImpREssum / InhALT

    Schweizerische Bienen-Zeitung 12/2015

    Dieter Schrer 9999 Musterhausen Tel. 072 795 55 50 Fax 072 795 55 51 info@swisshoney.ch www.swisshoney.ch

    IMpreSSuMHerAuSGeBerVerein deutschschweizerischer und rtoromanischer Bienenfreunde (VdRB)internet: www.vdrb.ch oder www.bienen.ch

    prSIdentRichard Wyss, strahlhttenstrasse 99050 appenzell (ai), tel.: 071 787 30 60

    GeScHFtSStelle VdrBJakob signer-strasse 4, 9050 appenzell (ai)tel.: 071 780 10 50, Fax: 071 780 10 51e-Mail: sekretariat@vdrb.ai.chinternet: www.vdrb.ch

    redAKtIone-Mail: bienenzeitung@bluewin.ch

    internet: www.vdrb.ch (Rubrik: Bienen-Zeitung > Leserservice)

    Robert sieber, leitender Redaktorsteinweg 43, 4142 Mnchenstein (Bl)tel.: 079 734 50 15

    Franz-Xaver dillier, RedaktorBaumgartenstr. 7, Postfach 333, 6460 altdorf (uR)tel.: 031 372 87 30

    Pascale Blumer Meyre, lektorat7993 summerhill dr., Park City, ut 84098, usa

    ABonneMent, AdreSSnderunGen und InSerAtegeschftsstelle VdRBJakob signer-strasse 4, 9050 appenzell (ai)tel.: 071 780 10 50, Fax 071 780 10 51

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    InSerAteScHluSS9. des Vormonats

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    drucK und VerSAndVogt-schild druck aggutenbergstrasse 1, 4552 derendingen

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    AuFlAGe13 200 exemplare, erscheint 12-mal jhrlich zu Monatsbeginn

    copyrIGHt By VdrB

    ZeIcHnunGSFArBe Fr dIe KnIGInnen:

    2011 2012 2013 2014 2015

    InHAlt

    Foto

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    MeR

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    Honigbiene beim Besuch einer Mistelblte.

    ArBeItSKAlender 6arbeiten im dezember: Weihnachtszeit 6

    BeoBAcHten StAtt Stren 8ntzlinge und schdlinge aus imkersicht 8

    ForScHunG 9Mit Hightech dem Bienensterben auf der spur 9InsektizidebeeinflussendieFruchtbarkeitundQualitt 10 von kniginnen

    ForuM 13Bienenvergiftungsfall Zziwil abgeschlossen 13ein Jahr Weiterbildung zum imker mit 14 eidgenssischem Fachausweis

    prAxIS 16kontrolle der Primrproduktion in der imkerei (teil ii) 16

    WIldBIenen 18Zucht-Hummeln und Honigbienen gefhrden ihre 18 wilden Verwandten

    IMKereI AnderSWo 22Bienenhaltung ein Weg aus der armut in afrika 22

    trAcHtpFlAnZen 28Unbekannte,abereffizienteHelfer 28die Mistel und ihre gste 30

    leSerBrIeFe 33der heilige ambrosius zurck in Winchester 33drohnenlarven demnchst auf unserer speisekarte? 33drohnenlarven als menschliches nahrungsmittel 33

    nAcHrIcHten AuS VereInen und KAntonen 34apitherapiekurs 34nidwalden hat zwlf neue imkerinnen und imker 34thurgauische Bienenfreunde: Vereinsreise ins sdtirol 35Hof-Fest auf dem Burgrain 35grundkurs 2014 / 15 des BZV solothurn-Wasseramt 36Rckblick auf den imkerfrauentag 2015 37licht im dunkeln 37

    ApIStIScHer MonAtSBerIcHt 38apistische Beobachtungen: 16. oktober bis 15. november 2015 38kurzberichte aus den Beobachtungsstationen 38Phnologische Beobachtungen oktober / november 2015 42

    VerAnStAltunGen 43Veranstaltungskalender 43ffentliche Veranstaltungen 43

    tIppS und trIcKS 44oxalsureverdampfung: auf die details kommt es an 44

    MItteIlunGen 45Hummeln mit geschrumpften Zungen 45PflanzenmachenBienendrogenabhngig 46konstellationskalender: Behandlungstage dezember 2015 46

    JAHreSInHAltSVerZeIcHnIS 47Jahresinhaltsverzeichnis nach Rubriken und autoren 2015 47

  • 5Foto

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    edeR

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    FR DIEsE BIEnE ... ... gibt es auf der Rose trotz ungewhnlich hoher novembertemperaturen nichts mehr zu holen.

  • 6 Schweizerische Bienen-Zeitung 12/2015

    ARBEITskALEnDER

    Arbeiten im Dezember WeihnachtszeitWeihnachten steht vor der Tr. Haben Sie auch schon versucht, Geschenke mit Zutaten aus dem Bienenstock herzustellen?

    RoBeRt leRCH, kaPPel (robert.lerch@apiservice-gmbh.ch)

    im dezember ist es ruhig gewor-den im Bienenhaus. durch leises Brummen verraten die Bienen, dass es ihnen gut geht. als Folge des sehr schnen sptherbstwetters mit tem-peraturenbis18Cpflegtenvoral-lem die jungen, vitalen kniginnen noch lange Brut. deshalb mussten die Vlker vor der Winterbehandlung auf Brutfreiheit kontrolliert werde