Sehr geehrter Herr Pr¤sident, - blasmusik- .Adios Nonino Danzas Fantsticas I Exaltaci³n...

Click here to load reader

download Sehr geehrter Herr Pr¤sident, - blasmusik- .Adios Nonino Danzas Fantsticas I Exaltaci³n II Org­a

of 16

  • date post

    22-Jul-2018
  • Category

    Documents

  • view

    213
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Sehr geehrter Herr Pr¤sident, - blasmusik- .Adios Nonino Danzas Fantsticas I Exaltaci³n...

  • 2

  • Sehr geehrter Herr Prsident,liebe Musikerinnen und Musiker,

    15 Jahre Landesjugendblasorchester das ist ein guter Anlass zum Feiern, aber auch zum Innehalten, um langjhrige Erfahrungen zu resmieren. Es ist aber auch ein guter Anlass, Danke fr das bisher Geleistete zu sagen. Als Schirmherrin des Konzerts mchte ich Ihnen die herzlichsten Glckwnsche zu Ihrem Jubilum aussprechen und meinen Dank fr Ihr groes Engagement.

    Das Landesjugendblasorchester ist ein Ort, in dem Bildung und Erziehung in einer ganz besonderen Weise verbunden und tatschlich gelebt werden. Eine Weise, die Kinder und Jugendliche fordert und frdert sie untersttzt, sich zu selbstndigen und eigenverantwortlichen Individuen zu formen. Diese Idee des schulergnzenden Lernortes erkannte der Schsische Blasmusikverband schon frh und setzt eine lange Tradition der Nachwuchsfrderung fort. So kam es 1997 zur Grndung des Landesjugendblasorchesters in Vereinsform unter den Fittichen des Schsischen Blasmusikverbandes - Blserjugend Sachsen und die Entwicklung nahm fortan ihren Lauf.

    Die Blsermusik hat in Sachsen eine lange Tradition. Die Blserjugend setzt diese Tradition fort und leistet gleichzeitig einen groen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit. Studien haben erwiesen, dass die Sprachentwicklung von Kleinkindern durch regelmiges Singen mit den nahen Bezugspersonen sehr nachhaltig beeinflusst werden kann. Weiterhin soll aktives Musizieren die kognitiven Fhigkeiten von Kindern frdern. Die Frderung von musischen Begabungen von Kindern und Jugendlichen wie es u.a. die schsische Blserjugend seit vielen Jahren praktiziert ist ganzheitliche Persnlichkeitsfrderung. Die Blserjugend gehrt deshalb auch zu den langjhrig gefrderten Vereinen der berrtlichen Jugendhilfe des Freistaates Sachsen.

    Musik regt an und schafft menschliche Verbindungen in einer unkomplizierten Weise. So ist es vor allem die Kombination aus Gemeinschaft und Musik, die die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen sozial und interkulturell frdert. Die Musik verbindet den Nachwuchs zu einer Einheit, ganz unabhngig von den einzelnen persnlichen Hintergrnden. Insbesondere die Blsermusik kann sowohl ltere Menschen als auch das jngere Publikum intergenerativ begeistern, lngst findet sich der Rhythmus der Holz- und Blechinstrumente neben der klassischen Blasmusik auch in modernen Musikrichtungen wieder. Nach dem Motto Musik verbindet wnsche ich allen anwesenden Gsten, besonders aber den jungen Musikern viel Freude und Spa an und bei der Musik.

    Ihre Christine ClauStaatsministerin fr Soziales und Verbraucherschutz

    GRUSSWORT

    3

  • PROGRAMM

    Camille Saint Sans(1835-1921)

    Launy Grndahl(1886-1960)

    Zoltn Kodly(1882-1967)

    Pause

    Adam Gorb(*1958)

    Astor Piazolla(1921-1992)

    Joaquin Turina(1882-1949)

    Arturo Mrquez(*1950)

    Danse Bacchanaleaus der Oper Samson et Dalila

    Konzert fr Posaune und OrchesterI Moderato assai ma molto maestoso II Quasi una legenda: Andante grave III Finale: Maestoso Rondo

    Prof. Thomas Leyendecker, Posaune

    Tnze aus Galnta

    Yiddish DancesI KhosidlII TerkisheIII DoinaIV HoraV Freylachs (Le Chaim!)

    Adios Nonino

    Danzas FantsticasI ExaltacinII Orga

    Danzn No. 2

    4

  • 5

    Camille Saint-Sans DANSE BACCHANALE

    (1835-1921)Das Bhnenwerk Samson et Dalila ist die ein-

    zige der 13 Opern des franzsischen Komponis-ten, die sich auf der Bhne mehr oder weniger durchsetzen konnte. Aufgrund der verwirrenden und opulenten Handlung, die auf dem bibli-schen Buch Richter fut, dauerte es nach der Ur-auffhrung 1877 in Weimar ber ein Jahrzehnt, bis die Oper erneut aufgefhrt wurde. Bis heute hat sich ein hnlicher Rhythmus des Werkes in den Spielplnen erhalten.

    Erzhlt wird die biblische Geschichte des Frei-heitskampfes der versklavten Hebrer und der Gestalt des sagenhaften Samson. Die Philister und die Priesterin Dalila feiern im Inneren des Tempels ein ausuferndes Fest, um den Helden Samson zu verhhnen, der seiner Haare beraubt seine Krfte verloren hat. Dieses Fest Baccha-nal oder Dyonisiade genannt hat seine Ur-sprnge in griechischen Kultfesten, die in der sprichwrtlich gewordenen bacchanalischen Verzckung dem Gott Dionysios, der dem rmi-schen Bacchus entspricht, huldigten. Die Verbin-dung von ekstatischem Tanz, Trinkgelagen und orgiastischen Vergngungen findet ihren Aus-druck in der Ballettmusik von Saint-Sans. Die Verwendung antiker Sujets in orientalisierender Form reicht in der Musikgeschichte bis in die Mitte des 18. Jh. zurck. Die Eroberungszge der osmanischen Heere nach Mitteleuropa whrend des 17. und 18. Jh. wirkten sich in musikalischer Hinsicht sehr fruchtbar aus. Bekanntestes Bei-spiel dieser Trken-Mode ist Mozarts Entfh-

    rung aus dem Serail. Als Kind seiner Zeit nimmt es Saint-Sans mit der eigentlichen Herkunft der beschriebenen Feste nicht sehr genau und mischt eigentmliche Klangvorstellungen mit exaltierten Rhythmen, die das Rauschhafte der antiken Feiern deutlich machen.

    Launy Grndahl KONZERT FR POSAUNE UND ORCHESTER

    (1886-1960)Bereits als 12jhriger trat der Sohn eines

    Milchlieferanten im Dorfkrug seiner Heimatstadt Ordrup mit selbst geschriebenen Liedern auf. Dass er dies in Begleitung seines ersten Lehrers, des Schuldirektors tat, spricht fr das Vertrauen in die sittliche Festigkeit des Eleven.

    Ab 1925 dirigierte er das kurz zuvor gegrndete dnische Rundfunkorchester - eine Position, die er bis zu seinem Ruhestand in den 1950er Jah-ren beibehielt. In dieser Zeit formte er das Or-chester zu einem der profiliertesten in Europa. Das uvre Grndahls umfasst vor allem kam-mermusikalische Literatur. Eine herausragende Stellung im kompositorischen Schaffen nehmen die Solokonzerte ein, von denen das Posaunen-konzert (1924) das Bekannteste ist. Es entstand am Ende eines Studienaufenthalts in Italien und ist dem dnischen Posaunisten Wilhelm Aarkrogh, einem Musikerkollegen Grndahls im Kopenhagener Casino-Orchester, gewidmet. Grndahl lst sich hier vom romantischen Ges-tus des Virtuosenkonzertes und greift die zeitge-nssischen Tendenzen des Neoklassizismus auf. Die Kenntnis franzsischer und osteuropischer Musik spiegelt sich in den markanten und kom-

    PROGRAMMINHALTE

  • 6

    plexen Rhythmen vor allem des zweiten Satzes wider. Auch in der Klangform ging Grndahl alte Wege in neuer Art: Die Solostimme wird nicht im romantischen Sinne ins Orchester eingefgt, sondern gibt dem Orchester klare Motive vor, die es zur Begleitung nutzt. Damit wird streng die Soloposaune dem Orchester gegenber ge-stellt. Es ist dem Einfallsreichtum und komposi-torischen Genius Grndahls zu verdanken, dass dieses Konzert zu den hufig aufgefhrten Kom-positionen des Dnen gehrt und auch hufig in Orchesterwettbewerben zu hren ist.

    Zoltan Kdly - TNZE AUS GALNTA(1882-1967)

    Das bedeutendste Vermchtnis des Ungarn ist es neben seinem kompositorischen Werk, dass er gemeinsam mit seinem Landsmann Bela Bartok das musikalische Erbe des ungarischen Volkes wissenschaftlich ergrndete und fr die Nachwelt zugngig machte.

    Galnta ist ein kleiner ungarischer Marktflecken an der alten Bahnstrecke Wien-Budapest, wo der Verfasser sieben Jahre seiner Kindheit verbrachte. Damals wohnte dort eine berhmte, seither ver-schollene Zigeunerkapelle, die dem Kinde den ersten Orchesterklang einprgte. Die Ahnen jener Zigeuner waren schon hundert Jahre vorher be-rhmt, um 1800 erschienen in Wien einige Hefte ungarischer Tnze, darunter eines von verschiede-nen Zigeunern aus Galanta. Sie berlieferten altes Volksgut. Jenen Heften entstammen die Hauptmo-tive dieses Werkes.Diese Bemerkungen stellte der Komponist der Partitur seines wohl berhmtesten Werkes vo-ran. Das 1933 zum 80jhrigen Jubilum der Budapester Symphonischen Gesellschaft ent-standene Werk nimmt auch aufgrund seiner inhaltlichen Konzeption eine Sonderstellung im Schaffen Kdlys ein. Hier nutzt er hier nicht die originre ungarische Volksmusik, sondern das Material professioneller Tanzkapellen. Das Volk

  • 7

    war mit dieser Musik vertraut, spielte sie aber nicht selbst, sondern tanzte lediglich dazu.Der heute mit einem Beigeschmack versehene und berdies politisch inkorrekte Begriff der Zigeunermusik war bis weit ins 20. Jh. hinein noch frei von solchen Konnotationen und ein gesamteuropisches Phnomen. Die spanischen Gitanos, Brahms alla zingarese-Kompositionen oder Liszts Ungarische Rhapsodie zeugen von der seit jeher bestehenden Begeisterung und dem lustvollen und vorbehaltsfreien Zugriff auf diese Musikkultur. Gleichwohl sind bei der Verwendung die damals wie heute vorhan-denen Klischees im Sinne einer romantischen Verklrung positiv umgedeutet worden. Die Hefte, von denen der Komponist im Vorwort der Partitur spricht, waren sogenannte verbunkos, Werbetnze, die fr Rekrutierungen der Armee in Wien verffentlicht worden. Sie hatten seit jeher einen groen Einfluss auf das sterreich-ungarische Musikleben. Selbst in Beethovens Siebter Sinfonie sind diese Versatzstcke der Zi-geunerkapellen zu finden. Aber auch Rhythmik und Melodik des Csrdas gingen in die Kompo-sition ein, die die alten Lied- und Tanzweisen in neue, schillernde Farben taucht, wobei einem Kdlys Begeisterung fr Debussy nicht entge-hen kann. Wie in der originalen Zigeunermusik schwankt auch Kodly in den direkt ineinan-der bergehenden Tnzen bestndig zwischen schwermtigen, etwas langsameren Passagen und strmisch bewegten Abschnitten hin und her. Die typischen Halbton-Frbungen drfen nicht fehlen und geben den Tnzen aus Galnta ebenso ihre unverkennbare Note wie die Synko-pen im Rhythmus. Manchmal weht ein orienta-

    lischer Hauch durch die Musik. Das ergreifende Klarinettensolo nach dem Einleitungsteil drfte eine Kennmelodie sein. Im Finale kehrt sie wie-der und hlt als entrckte Erinnerung fr kurze Zeit das Csrdsfeuer auf. Zum Schluss gibt sich Kodly noch ei