Selbstentz¼ndung von Heu ist vermeidbar - .trocknetem Heu, oft auch frisch ab­ gerissene...

Selbstentz¼ndung von Heu ist vermeidbar - .trocknetem Heu, oft auch frisch ab­ gerissene Grashalme
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Transcript of Selbstentz¼ndung von Heu ist vermeidbar - .trocknetem Heu, oft auch frisch ab­ gerissene...

  • NUMMER 2

    MAI 1981

    Zeitschrift fr Schadenverhtung und ~[?

    Schadenforschung der ffentlich-rechtlichen D

    Versicherer

    10. JAHRGANG

    Selbstentzndung von Heu ist vermeidbar

    Die Selbsterhitzung von frisch einge-lagertem Heu und Ohmd (sdwest-deutsch fr das Futter vom 2. Schnitt) ist ein natrlicher, biochemischer Vor-gang, der bekannt ist, seit Menschen Haustiere halten und fr die Winter-monate Futtervorrte ein lagern . Be-reits alte rmische Schriften und Brandverhtungsrichtlinien, die im Mit-telalter verffentlicht wurden , ber ich-ten , da eingelagertes Heu und Ohmd sich selbst erhitzt und hufig zu Selbstentzndung neigt.

    Die Ursachen hierfr und die Vorgnge, die zu einer Selbstentzndung fhren , wurden jedoch erst seit den 50er Jah-ren von mehreren Naturwissenschaft-lern (Glathe, Niese, Jach, Breindl , Knse l, Reinheimer und Hussain) er-forscht. Sie haben durch ihre Arbeiten dazu beigetragen, da alle fr die Ver-htung einer Selbstentzndung ma-gebenden Faktoren soweit geklrt werden konnten , da bei gengender Sorgfalt der Brand eines Futterstockes verhtet werden kann.

    Nach den heutigen Erkenntnissen luft die Selbsterhitzung dieser Futtermittel in folgenden Phasen ab:

    Zellatmung

    Nach dem Trocknungsvorgang ver-bleibt immer noch ein Rest von Pflan-zenzeIlen , die nicht vllig abgestorben sind. Diese Zellen atmen weiter.

    Selbsterwrmung

    Durch den Stoffwechsel der mesophi-len "wrmeempfindlichen " Heuflora wird Wrme erzeugt.

    Reg.-Baudirektor Dipl.-Ing. Herbe.rt B/auB. Wrtt. GebudebrandversIche-rungsanstalt, Stuttgart

    Herbert B lau

    Selbsterhitzung

    Vorhandene Pilze und Bakterien ver-mehren sich sehr stark in der durch die Zellatmung und den Stoffwechsel entwickelten Wrme. Mit der Zeit ver-mehren sich bestimmte Arten von Bak-terien (thermophile) besonders schne ll . Dies begnstigt eine rasche Tempera-tursteigerung im Futterstock.

    Brandgefhrliche Re ak-tionen

    Zwischen den Zellen und unter den in den Zellen vorhandenen Wirkstoffen (Pektine) kommt es zu chemischen Abbaureaktionen . Hierbei wird sehr viel Wrme frei .

    Selbstentzndung

    Infolge der schlechten Wrmeleitfhig-keit des Heues kommt es an einzelnen Stellen zu einem Wrmestau . Dabei knnen so hohe Temperaturen entste-hen, da sich das Erntegut se lbst ent-zndet.

    Aufgrund der von Jach und Glathe durchgefhrten Forschungen kann mit Hilfe mikrobiologischer Untersuchun-gen von Heuproben - aus Resten eines abgebrannten Heustockes -nachgewiesen werden , ob eine Heu-oder Futterstockselbstentzndung den Brand verursacht hat oder nicht.

    Durch richt ige Vorbeugemanahmen kann sich jeder Landwirt davor scht-zen da die natrlichen und nicht ver-mei'dbaren Erwrmungsvorgnge zu einer Erhitzung und in der Folge da-von zu einer Selbstentzndung fhren .

    Die Grnde, die die Gefahr ei ner Selbstentzndung von Heu und Ohmd begnstigen, sind :

    Bodenart

    Futter, das auf sandigen Lehmbden mit alkalischer Reaktion (pwWert

    grer als 7) gewachsen ist, neigt leichter zur Selbstentzndung als Fut-ter, das auf sauren - moorigen - B-den gewachsen ist.

    Dngung

    Bden mit einer hohen Konzentration von gewissen Spurenelementen und stickstoffreiche Dngung bewirken ein besonders nhrstoffreiches Futter, das einen hohen Gehalt an Rohprotein und verdaulichem Eiwei hat. Dieses nhr-stoffreiche Futter, das vom Landwirt angestrebt wird , begnstigt die Ein-leitung der Selbsterhitzungsvorgnge. Insbesondere die Stickstoffdngung, die seit den 50er Jahren verstrkt durchgefhrt wird , hat die Zahl der Brandflle als Folge einer Selbstent-zndung sprung haft ansteigen lassen.

    Nun produziert aber die Landwirt-schaft nhrstoffreiches Futter, um in-ternational konkurrenzfhig zu sein . Di e Alternative, nhrstoffarmes Futter zu erzeugen , um die Gefahr einer Selbstentzndung zu verringern , ist daher i ll usorisch.

    Um so mehr mu sich aber ein Land -wirt bewut sein , da sich sein Futter-stock selbst entznden kann und die notwendigen Vorsichtsmanahmen treffen.

    Trocknungsart

    Bei bodengetrocknetem Heu ist die Gefahr einer Selbstentzndung etwa 10mal so gro w ie bei Heu, das auf Gersten (Heinzen) , Bcken und Drh-ten getrocknet wurde.

    B earbeitungsart

    Durch die moderne, maschinelle Be-arbeitungsart whrend des Trocken-vorganges und durch das maschinelle Aufnehmen und Aufl aden des Heues auf entsprechende Erntewagen wer-den oft Reste von nicht gengend ge-

    schadenprisma 2/81 17

  • trocknetem Heu, oft auch frisch ab-gerissene Grashalme oder feuchte Erdklumpen unter das getrocknete Heu gemengt. Dadurch nimmt dieses wieder Feuchtigkeit auf, wodurch die Zellatmung und die Stoffwechselvor-gnge in der wrmeempfindlichen Heuflora beschleunigt werden.

    Lagerung

    Je nach Einlagerungsart knnen fol-gende Gefahrenquellen entstehen :

    Bei Langheu, das mit Heugreifern und Heuaufzgen entladen wird , entstehen unter den Abwurfsteilen Zonen mit er-hhter Lagerdichte des Trockengutes . Die Verdichtungen sind um so strker, je grer die Fallhhe des Heues ist und je weniger oft die Abwurfsteile gewechselt wird.

    Je hher ein Futterstock aufgefhrt wird , um so grer wird die Lager-dichte und damit der Lagerdruck in den unteren Lagen. Die bei der Selbst-erwrmung erzeugte Wrmemenge staut sich in diesen Bereichen beson-ders stark und beschleunigt den Tem-peraturanstieg .

    Bei Hckselheu , das mit Heufrder-geblsen in die Futterstcke geblasen wird , kann es an der Ausblasffnung zu einer teilweisen Entmischung des Hchselfutters kommen. Dabei bilden die feuchten (schweren) Halme unter den Ausblasstellen kegelfrmige Zo-nen mit besonders hoher Restfeuch-tigkeit. Diese Konzentration , verbun-den mit einer greren Lagerdichte, begnstigt ebenfalls die Selbstentzn-dung .

    Be i Mitteldruck- und Hochdruckpre-heu fhrt eine zu frhe Einpressung mit nicht gengender Vortrocknung rasch zur Erwrmung. Ungengende Zwischenrume zwischen den gelager-ten Heuballen verhindern den Tempe-raturabflu .

    Vorbeugungsmanahmen zur Vermei-dung einer Selbstentzndung

    Bei Heu, das am Boden getrocknet wird , ist die Arbeitshhe der Ge-rte so einzustellen , da keine fri-schen Grashalme oder Erdklumpen herausgerissen werden und in das Heu gelangen. Das einzufahrende Heu mu gleichmig trocken sein. Bei der Bodentrocknung sind hier-fr mindestens v ier regenfreie Tage notwendig.

    Konzentr ierte Abwurfsteilen unter Heuaufzgen oder Geblsen ms-sen vermieden werden , da in der Abwurfzone eine grere Lager-dichte entsteht. Die Abwurfsteilen mssen daher hufig gewechselt und die Abwurfhhe mglichst niedrig gehalten werden .

    Die Gre der Futterstcke ist zu beschrnken. Die Tiefe der Futter-

    nicht bersteigen. Wenn die Futter-stcke nicht allseitig zugnglich sind , sollte die Tiefe hchstens 5 m betragen. Hckselfutter liegt dich-ter als Langheu. Die Futterstcke sind daher entsprechend kleiner zu halten.

    Bei Preheu ist zwischen den Bal-len stets ein Abstand einzuhalten, damit die erzeugte Wrme entwei-chen kann.

    Bei Heubelftungsanlagen mu die Leistung der Geblselfter der Ka-pazitt der Lagermenge angepat sein . Derartige Anlagen sollten da-her nur von anerkannten Fachfir-men installiert werden. Insbeson-dere ist vor einem Eigenbau im " Do- it-yourself " -Verfahren zu war-nen.

    Heutrme mssen sachgerecht ge-fllt werden , das heit, der Heu-turm darf innerhalb kurzer Zeit nicht zu voll gefllt werden , weil dadurch ein erhhter Lagerdruck entsteht, der eine ordnungsgeme Belftung der unteren Lagerschicht nicht mehr zult. Eine ausreichen-de Nachtrocknung kann dann nicht mehr erzielt werden .

    Bei eingelagertem Futtergut mu verm ieden werden, da nachtrg-lich Feuchtigkeit eindringt, sei es von Dchern, Wnden oder Boden-feuchtigkeit. Es ist daher beson-ders darauf zu achten , da Dcher und Wnde dicht sind .

    Erkennung der Selbstentzndungs-gefahr

    Jeder Landwirt kann die Sicherheit seines Futterstockes berwachen. Da-zu ist die Temperatur im Futterstock regelmig zu messen . Alle anderen Methoden wie

    Befhlen des Heustockes mit der Hand, in der Annahme, da man so eine Erwrmung feststellen kann ,

    ein Absuchen der Futterstockober-flche auf Einsenkungen

    oder gar ein Abwarten , bis ein brenz-liger Geruch festgestellt wird ,

    sind hierfr nicht geeignet.

    Bei brenzligem Geruch besteht bereits eine akute Brandgefahr ; auerdem hat

    das Heu seinen Nhrwert vllig ver-loren. Der ganze Heustock mu abge-tragen werden, was in der Regel dem Verlust des Futtervorrates gleich-kommt.

    Um die Selbstentzndungsgefahr eines Futterstockes festzustellen , ist die Messung der Temperatur im In-nern des Heustockes mit einer Heu-mesonde erforderlich.

    Vom Funktionsprinzip her gibt es zwei verschiedene Arten von Heumeson-den:

    a) Die thermomechanische Heume-:.onde. Diese wurde frher ausschlie-lich eingesetzt und besteht aus folgen-den Teilen:

    Vierkantspitze, 6 cm lang , mit Schraubgewinde.

    Stahlrohr, 1 m lang , mit einem Durchmesser von 16 mm. An einem Ende des Stahlrohrs ist ein Ther-mometer eingebaut. Das Stahlrohr ist auf dieser Seite mit einem In-nengewinde versehen , in das die Vierkantspitze eingeschraubt wer-den kann .

    Drei Stahlrohre, je 1 m lang , als Verl ng eru ngsst cke.

    Stogriff.

    Die einzelnen Teile werden durch Schraubverbindungen miteinander ver-bunden.

    1970 wurde auf Veranlassung der Ost-friesischen Brandkasse in Aurich unter Zusammenarbeit mit der Arbeits-gruppe der ffentlich-rechtlichen Ver-sicherer in Deutschland und einer hol -lndischen Versicherung die soge-nannte Heumesonde " Aurich " ent-wickelt. Diese mit die Temperatur auf elektronischem Wege.

    Zwischenzeitlich werden elektronische Heumesonden auch von anderen Fir-men angeboten, unter anderem von

    Fa. Greisinger, 8413 Regenstauf,

    Fa. Schwartin