SMMP Jahresbericht 2010

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Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, Bergkloster Stiftung, Heilbad Heiligenstadt

Transcript of SMMP Jahresbericht 2010

  • JAHRESBERICHT 10

    Schwestern derhl. Maria Magdalena Postel

    Bergkloster Stiftung Heilbad Heiligenstadt

    1123_SMMP_Jahresbericht_2010_RZ_OK.indd 1 09.08.2011 13:36:37 Uhr

  • 02 | GRUSSWORT

    der Jahresbericht 2010 die Rckschau auf unsere Arbeit im letzten Jahr liegt vor. Wie jedesmal, wenn wir fr Sie die verschiedenen Informationen zusammenstellen, freue ich mich ber diese Flle erfolgreicher Nachrichten aus unseren Projekten. Vor allem aber bin ich unendlich dankbar. Denn all diese Hilfe knnen wir nur dank Ihrer grozgigen Untersttzung, Ihrer vielen kleinen und groen Spenden leisten. Weil wir heute Hilfe bekommen, wird es uns spter besser gehen, meinte krzlich eine der jungen Frauen in Bolivien, die wir whrend ihrer Ausbildung mit einem Stipendium untersttzen. Ja, damit hat die junge Frau recht. Wir mssen die Lage der Notleidenden schnell und wirksam verbessern. Wenn sie spren, dass sie nicht im Stich gelassen werden, knnen sie neue Hoffnung und Kraft schpfen und ihren Weg in ein besseres Leben selbststndig weiter ausbauen. Unsere Schwestern vor Ort kennen die Situation der Menschen genau. Sie prfen, was ntig ist und entscheiden, welche Hilfen mglich sind. Und so tragen sie mit ihren individuellen Hilfsmanahmen dazu bei, dass unser Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, nach Mglichkeit immer eingehalten wird. Die Mdchen in Bolivien, die ihre Ausbildung abschlieen knnen, Kinder in Mosambik, die nur dank Ihrer Hilfe berlebt haben, alte, einsame Menschen, die wieder Freude emp nden knnen sie alle sind lebendige Beweise dafr, dass schon ein wenig Hilfe langfristig sehr viel Gutes bewirken kann. Fr Ihre Untersttzung danke ich Ihnen deshalb von ganzem Herzen. Ich wnsche Ihnen viel Freude beim Lesen des vorliegendenJahresberichts und Gottes reichen Segen

    Ihre

    Schwester Aloisia HingGeneraloberin SMMP

    02 Gruwort

    02 Inhalt & Impressum

    03 Aktuell: Auf eigenen Fen stehen

    05 Interview: Wir geben niemanden auf

    06 SMMP Deutschland

    08 SMMP weltweit

    12 Spenden, Stiften und Vererben

    14 Zahlen Daten Fakten

    Inha

    lt ImpressumErscheinungsdatum: August 2011; Auflage: 6.500Herausgeber:Schwestern der hl. Maria Magdalena PostelBergkloster Stiftung SMMPFriedensplatz 6, 37308 Heilbad HeiligenstadtTel.: 0 36 06/6 73-01, Fax: 0 36 06/6 73-138E-Mail: kontakt@smmp.de, www.helfen.smmp.deV.i.S.d.P.: Sr. Aloisia Hing, Generaloberin SMMPKonzept, Text und Gestaltung: fundango GmbH, KlnRedaktion: Sr. Adelgundis Pastusiak, Winfried Meilwes, Heike Schmidt-TeigeFotos: SMMP

    Liebe Spenderinnen und Spender,

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  • Auf eigenen Fen stehen ist ganz schn schwerUnd immer wieder ossen Trnen der Dankbarkeit. Denn kaum eines der jungen Mdchen wrde ohne unsere Untersttzung die oft harte Ausbildungszeit berstehen, berichtet Winfried Meilwes, Referent fr Projektentwicklung der SMMP. Zusammen mit der Missions-prokuratorin Schwester Klara Maria besuchte er im Mrz dieses Jahres Bolivien und erlebte die berwltigende Dankbarkeit der jungen Frauen, die durch das Projekt Wege in die Selbststndigkeit gefrdert werden.

    Als Jovietas Mutter stirbt, lsst kurz danach auch der Vater seine Kinder im Stich. So kommt Jovieta schon mit vier Jahren ins Kinderheim Aniceto Solares im bolivianischen Vallegrande. Sie ist die jngste von fnf Geschwistern, die teils bei Verwandten oder in anderen Heimen gro wurden. Jovieta ndet zum Glck bei den Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel ein liebe-volles Zuhause. Zusammen mit rund 90 anderen Md-chen Waisenkinder und Kinder, die von ihren Eltern vernachlssigt oder missbraucht wurden wchst sie hier auf. In Gruppen von ca. 12 Kindern grere und kleinere gemischt werden die Mdchen von jeweils einer Tia, der Gruppenmutter, betreut. Jovieta geht

    regelmig zur Schule und lernt bei den Schwestern zudem viel Praktisches, das sie auf ein selbststndiges Leben vorbereitet: Nhen, Kochen, Gartenarbeit oder den Umgang mit dem Computer. Trotzdem ist es hart, als das junge Mdchen mit 18 Jahren volljhrig wird und den Schutz des Kinderheimes verlassen und alleine in ein kleines Zimmer im Zentrum Vallegrandes ziehen muss.

    Niemand ist mit 18 Jahren ganz erwachsenSchon frh musste Jovieta die schmerzliche Trennung von ihrer Familie verkraften und so leidet sie noch strker als andere Jugendliche in diesem Alter unter dem Verlust der nchsten Bezugspersonen. Pltzlich fehlen die vielen Freundinnen, die Schwestern und Erzieherinnen, die immer ein offenes Ohr fr ihre Probleme hatten.

    Aber Jovieta hat einen Traum. Sie mchte Agrartech-nikerin werden. Dafr muss sie zunchst noch einen hheren Schulabschluss machen. Danach dauert die Ausbildung drei Jahre. Mit bewundernswertem Flei verfolgt Jovieta ihr Ziel. Tagsber arbeitet sie in einem Bro, abends lernt sie zunchst fr die Schule, dann fr das Studium zur Agrartechnikerin. Nchstes Jahr werde ich meine Prfung machen, aber manchmal wollte ich schon aufgeben. Ohne die Hilfe der Schwes-

    Nach dem behteten Leben im Kinderdorf mssen die Jugendlichen ihren Weg finden.

    Die Kinder in Bolivien lernen gern.

    AKTUELL | 03

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  • tern htte ich das nie geschafft, erzhlt die junge Frau stolz und dankbar zugleich.

    Wie alle Jugendlichen aus den Kinderheimen oder Kinderdrfern der Schwestern bekam auch Jovieta beim Auszug ein individuelles Startpaket je nach Bedarf mit Kochgeschirr, Bettzeug oder z.B. einer Nhmaschine fr eine Existenzgrndung. Doch zeigte sich, dass besonders die jungen Menschen, die nach der Volljhrigkeit eine hher quali zierte Ausbil-dung anstreben, mehr Hilfe und Halt brauchen. Denn

    niemand ist mit 18 Jahren schon ganz erwachsen.

    Untersttzen und frsorglich begleitenWege in die Selbststn-digkeit heit das seit mittlerweile drei Jahren bestehende Programm, mit dem die Schwestern die jungen Frauen nun nachhaltig whrend ihres oft harten Ausbildungs-weges begleiten. Diese Hilfe besteht aus zwei Sulen. Zum einen bekommen die Mdchen whrend ihrer Ausbildung eine nanzielle Unter-

    sttzung von 40 Euro pro Monat. Denn obwohl die Mdchen neben dem Lernen auch noch ihr eigenes Geld verdienen, reicht dies nicht, um den Lebens-unterhalt zu bestreiten. Zu teuer sind die Nahrungs-mittel und auch die Wohnungen geworden, denn um Arbeit zu nden, mssen die jungen Menschen in die Innenstdte ziehen. Die zweite, mindestens ebenso wichtige Hilfeleistung, ist die regelmige Begleitung und Zuwendung durch die Schwestern. An drei Orten in Bolivien hier in der Kleinstadt Vallegrande, in der 240 km nrdlich gelegenen Millionenstadt Santa Cruz und im 2.600 m hoch gelegenen Cochabamba wurden sogenannte Regionalgruppen mit ehemaligen Heimkindern gegrndet.

    Der Gruppe in Vallegrande gehren derzeit sieben junge Frauen an, die wie Jovieta aus dem Kinderheim Aniceto Solares oder dem zweiten Haus Santa Susan-na, wo weitere 50 Mdchen betreut werden, kommen. Jeden zweiten Sonntag im Monat treffen sie sich mit den Schwestern, um sich ber ihr aktuelles Leben, ihre Sorgen und Probleme auszutauschen. Bei dieser Gelegenheit mssen die jungen Frauen auch ihre Noten vorlegen und nachweisen, dass sie gewissen-haft fr ihre Ausbildung arbeiten. Ist dies nicht der Fall, wird das Stipendium der Schwestern von 40 Euro monatlich nicht mehr gewhrt.

    Gemeinsam durchhaltenAuch in Cochabamba, wo die Schwestern zwei Kinderdrfer mit insgesamt rund 500 Schtzlingen fhren, treffen sich die Schwestern regelmig mit ehemaligen Heimkindern, um ihnen zu zeigen: Wir sind weiter fr Euch da und lassen Euch nicht im Stich.

    Die grte Regionalgruppe von derzeit 16 jungen Frauen gibt es in Santa Cruz. Hier leiten die Schwestern verschiedene Schulen fr alle Alters-klassen. Da die Millionenstadt mit einer Universitt gute Ausbildungs- und Berufschancen bietet, zieht

    Danke!Ein Stipendium von 40 Euro pro Monat schenkt Sicherheit und macht Mut.

    Damit unsere Jugend-lichen ihre wichtigen Ausbildungen nicht aufgeben und sich stattdessen mit Gele-genheitsarbeiten durchschlagen, untersttzen wir unsere Studenten und Auszubildenden mit einem monatlichen Zuschuss.

    Dies ist vor allem mglich, weil zahlreiche Paten unser Projekt Wege in die Selbststndigkeit mit ihren Spenden frdern.

    Dafr danken wir von Herzen und freuen uns ber jede weitere Untersttzung!

    Janette (22), Maria (20), Delfina (24), Jovieta (22), Consuelda (22), Nelly (22) und Geoneva (23) knnen eine gute Ausbildung machen.

    04 | AKTUELL

    Auch nhen lernen ist ntzlich.

    _ _ _ _ _ _ _ _ _S T I P E N D I U M_ _ _ _ _ _ _ _ _

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  • Wege in die Selbststndigkeit ist eines der jngsten Projekte der Schwestern. Generalassistentin Sr. Adel-gundis Pastusiak, die von Deutschland aus die rumni-schen Projekte betreut und Winfried Meilwes, der als Referent fr Projektentwicklung in der Missionszentrale fr die Bolivien-Projekte zustndig ist, berichten im Gesprch ber diese besondere Form der Hilfe.

    Wie kam es zu diesem Hilfsprojekt? W. Meilwes: Wir haben gemerkt, dass besonders die Ju-gendlichen, die nach der Entlassung aus dem Kinderheim noch eine lnger dauernde Ausbildung machen wollen, Hilfe brauchen nicht nur nanzielle, sondern vor allem Begleitung durch eine vertrauensvolle Bezugsperson. Wie viele Jugendliche betreuen Sie in Rumnien und welche Ausbildungen machen die jungen Leute?Sr. Adelgundis: Derzeit begleiten wir vier junge Frauen und drei junge Mnner. Nachdem sie unser Kinderheim verlassen haben, mussten die jungen Leute noch einen guten Schulabschluss in der 10. oder 11. Klasse machen oder wie in einem Fall sogar das Abitur. Jetzt sind die jun-gen Frauen in Ausbildungen zur Krankenschwester und im Hotelgewerbe, eine hat be