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    04-Jun-2018
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  • Social Startup Guide

  • Kompakter WegweiserDer vorliegende Social Startup Guide soll Grndern und Grnderinnen, die ein ge-sellschaftliches Problem auf wirtschaftliche Weise lsen mchten, als kompakter Weg-weiser dienen und wie ein roter Faden durch den Grndungsprozess fhren.

    Die Homepage www.social-startup-guide.de ergnzt die Broschre: Sie ermglicht das interaktive Erleben des Guides mitsamt der Option, einen Businessplan zu erstellen. Er-gnzend zum fachlichen Werkzeug sind Vor-denker mit Buchempfehlungen, YouTube- Videos, Podcasts, etc. vertreten, um den interessierten Grndern und Grnderinnen den Entrepreneur-Spirit nahezubringen! Historie zum ProjektIn der bestehenden Zusammenarbeit zwi-schen dem start-up center der OTH Regens-burg und enactus Regensburg e.V. wurde der Bedarf zuknftiger Unternehmer und Unternehmerinnen fr eine effektive Unter-sttzung im Grndungsprozess festgestellt. Innovative Ideen kommen oft aus techni-schen oder sozialen Bereichen und stoen aufgrund fehlender betriebswirtschaftlicher Kenntnisse auf Probleme in der Planungs- und Realisierungsphase: Es bestehen Unsi-cherheiten, welche betriebswirtschaftlichen Instrumente fr den erfolgreichen Grn-dungsprozess geeignet sind. Bndelung von Kompetenzenenactus Regensburg e.V. hat in der Vergan-genheit unterschiedliche soziale Projekte ini- tiiert und erfolgreich auf den Weg gebracht. In Ergnzung dazu verfgt das start-up cen-ter der OTH Regensburg ber jahrelange Erfahrung in der Begleitung von Ausgrn-dungen aus der Hochschule. So lag es nahe, diese Kompetenzen zu bndeln und im Rah-men des gemeinsamen Projekts den Social

    Startup Guide zu erstellen. Im Mittelpunkt des Guides steht ein allgemein anwendbarer Prozess, der Grndungsinteressierten als Modell dienen kann, um Projekte zu profes-sionalisieren, ihre Umsetzung zu standardi-sieren und in erfolgreiche Unternehmen zu berfhren. Zudem soll der Guide dazu bei-tragen, die Grndungsdynamik und Entre-preneurship-Kultur fr soziale Unternehmen nachhaltig zu frdern. Umsetzung des ProjektsParallel zur Ausarbeitung des Guides wur-den drei Interviews mit Social Entrepreneurs gefhrt, namentlich mit Alexander Kraemer (Head of Social Business Development, AfB gGmbH), Klaus-Peter Hars (Geschftsfh-rer, Inventivio GmbH) und Jakob Schillinger (Co-Founder, OneDollarGlasses e.V.).

    Das Projektteam:

    Daniel Kotter (Commercial Director, enactus Re-

    gensburg e.V.); Alexander Schoenenwald (Prsident,

    enactus Regensburg e.V.) und Brigitte Kauer M.A.

    (Referentin fr Unternehmensgrndungen, OTH Re-

    gensburg) (von links).

    P ro jekt Soc ia l S tar tup Guide

  • Sie alle wissen um die globalen Heraus-forderungen, die uns gemeinsam for-dern: die Endlichkeit unserer Ressourcen, die Ernhrung aller Menschen, die im-mer noch nicht gesichert ist, und die Be- kmpfung von Epidemien. Um unsere Le-bensgrundlagen zu erhalten, um Wachs-tum und Wohlstand in unseren Lndern zu sichern und die Lebensbedingungen der Menschen weltweit zu verbessern, brauchen wir bestndig neue Ideen und neue Lsungen. Wir brauchen Innovation. Dafr mssen wir das Potenzial unserer Lnder nach Krften entfalten. Bundesprsident Joachim Gauck 13. Oktober 2015

    Social Entrepreneurship ist zu einem Mo-dewort geworden auch wenn das soziale Unternehmertum nicht unbedingt neu ist. In Deutschland werden schon seit Langem verschiedenste Leistungen fr benachteilig-te oder bedrftige Personen von sozial-ka-rikativen Einrichtungen angeboten. In un-serer modernen Gesellschaft hat das Social Entrepreneurship eine neue Bedeutung ge-wonnen: Wir stehen vor groen Herausfor-derungen, die sich mit bisherigem Wissen, bekannten Strategien und erprobten Tech-nologien nicht bewltigen lassen. Klimawandel, demografische Entwicklung, Vlkerwanderung, Arbeitsmarktintegra- tion, Gesundheit und Ernhrungssicherheit, Ressourcenverknappung und Energieversor-gung sind nur einige der aktuellen Themen, denen wir uns als Gesellschaft stellen ms-sen.

    Stimmen aus Social StartupsDafr sind neue und vor allem auch in-novative Lsungen gefordert, motivierte Social Entrepreneure, die ber den Teller-rand blicken und die sich im traditionellen Bild des ehrbaren Kaufmanns neben der un-

    ternehmerischen auch einer gesellschaftli-chen Verantwortung bewusst sind. Aber wie lassen sich diese beiden Aspekte vereinen?

    Ohne einen klaren wirtschaftlichen Ansatz lsst sich die soziale Zielsetzung eines sozialen Unternehmens nicht erfllen.

    Alexander KraemerAfB gGmbH

    Der vorliegende Social Startup Guide zeigt einen klar strukturierten Weg von einer Idee bzw. dem Feststellen eines Bedarfs bis hin zur Umsetzung der Lsung. Mithilfe der vorgeschlagenen Methodik aus der Betriebs-wirtschaft kann die Gratwanderung zwi-schen dem Marktmechanismen unterwor-fenen Unternehmertum und dem Erreichen auerwirtschaftlicher Oberziele zu schaffen sein.

    Geld ist im Endeffekt nur ein Zeichen dafr, dass man viel Wert liefert.

    Wenn Leute bereit sind, viel zu bezahlen, heit das, dass der Wert der Leistung

    sehr hoch ist und man ein wichtiges Problem lst.

    Jakob SchillingerOneDollarGlasses e.V.

    Lassen Sie sich von der vorliegenden Bro-schre leiten und inspirieren und machen Sie sich auf den Weg, Ihre eigene Idee er-folgreich umzusetzen!

    Etwas Gutes tun und auch gutes Geld verdienen.

    Klaus-Peter HarsInventivio GmbH

    Soc ia l -Ent repreneursh ip

  • 1. Konzepters te l lung

    BEDARFIDEE

    PROBLEM-ANALYSE

    L IVEL IHOOD- ANALYSE

    MARKT-ANALYSE

    UMWELT-ANALYSE

    KUNDEN-ANALYSE

    WETT-BEWERBS-ANALYSE

    Betrachtung der pol i t i sch/recht l i chen konomischen soz ia len technolog ischen Grundbedingungen

    Betrachtung derLebensqual i t tunter f inanz ie l len natr l i chen soz ia len menschl ichen phys ischenGes ichtspunkten

    Marktdef in i t ion Marktgre Marktentwick lung

    Segment ierung Kaufentsche idungs- merkmal

    Beschre ibung der P layer Kostenst ruktur

    For t fhrung nchste Se i te

    PEST-ANALYSE

    Erstellen Sie interaktivIhren Businessplan unter

    www.social-startup-guide.de.

    PORTERS 5F

    KANO

    PERCEPTUAL MAP

    STP

    Werkzeuge:

  • 1. Konzepters te l lung

    GESCHFTS- MODELL

    SCHLSSEL-PARTNER

    SCHLSSEL- AKTIV ITTEN ALLE IN-

    STELLUNGS-MERKMAL

    KUNDEN- BEZ IEHUNGEN

    KUNDEN- SEGMENTE

    SCHLSSEL- RESSOURCEN KANLE

    KOSTENSTRUKTUR EINNAHMEQUELLEN

    SWOT-ANALYSE

    ZIEL -SYSTEM

    FINANZIERUNGS-BEDARF

    SOCIAL-IMPACT

    Fort fhrung von vorher iger Se i te

    Bet rachtung der Themen:

    V is ion und Miss ion quant i ta t ive Z ie le Mei lenste inp lanung

    Speziell fr Social Startups:

    Ziel der Livelihood-Analyse ist das Erkennen der Lebensumstnde der sozialen Zielgruppen und

    das Verbessern dieser durch die Ttigkeit des Social Business. Hierfr ist das Aufstellen von geeig-

    neten, messbaren KPIs (Schlsselkennzahlen) unabdingbar, die im Vorher-Nachher-Vergleich eine

    quantitative Verbesserung der Livelihood Assets (Ausprgungen der Lebensqualitt) belegen.

    For t fhrung nchste Se i te

    Rea l i s ierungsphase

    LEAN CANVAS

    L IVEL IHOOD DELTA

    Erluterungen zu den Begriffen finden Sie unter

    www.social-startup-guide.de.

  • TEST- PHASE

    Market ing und Sa lesF&EPersona lProdukt ion/Prozesse/ Zu l ie fererE inkauf(F inanz- )Buchha l tung

    Entwick lung Min imalproduktMarkt testSchutzrecht (e )

    FINANZIERUNGS- AKTIVITTEN

    Anpassung F inanzplanAusschpfung von Frdermgl ichke i tenKontakt zu InvestorenKredi tgesprche

    FORMALE GRNDUNG

    RechtsformRegis tere int ragAGBs

    SCHAFFUNG VON

    STRUKTUREN

    2. Rea l i s ierungsphase

    Fort fhrung von vorher iger Se i te

    Erstellen Sie interaktivIhren Businessplan unter

    www.social-startup-guide.de.

  • Mot ivat ion und Insp i ra t ion

    In den Social Startup Guide flossen das Know-how und die Erfahrungen des start-up centers der OTH Regensburg und von enactus Regensburg e.V. ein. Ergnzt wurde dies durch eine Literaturrecherche und drei Interviews mit fhrenden Persnlichkeiten des Social Entrepreneurships.

    Geschftsmodell erforderlichDie Interviews besttigten recht schnell, dass der Unterschied zwischen einem Social Business und einem konventionellen Busi-ness nur marginal ist und in der Zielsetzung liegt. Ein Geschftsmodell ist in beiden Fl-len erforderlich, wie Alexander Kraemer, Head of Social Business Development, AfB gGmbH, erklrt:

    Ohne ein Geschftsmodell ist ein soziales Unternehmen kein Unternehmen, sondern nur eine nette Idee.

    Er betont ebenso: Sozialunternehmertum ist fr mich Unter-nehmertum mit der Herausforderung, die soziale Zielsetzung in Balance mit Kosten, Umstzen, Produkten und Dienstleistungen zu bringen. Und: Stellen sie die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund, treiben sie Umstze vor-an und bringen sie diese mit ihrer sozialen Zielsetzung in Einklang.

    Konventionelle HerangehensweiseObwohl sich ein Social Business sozialen und kologischen Zielen verschreibt, fhrt kein Weg an einer konomischen, konven-tionell geprgten Herangehensweise vorbei, wie auch Klaus-Peter Hars, Geschftsfhrer der Inventivio GmbH anfhrt:

    Business ist Business und Business muss man immer strategisch behandeln mit kla-ren Zielen, Verantwortlichkeiten, Struktu-ren und Vorgaben steuern und entwickeln.

    Social Business darf nicht heien, dass man mit den Kunden ums Lagerfeuer tanzt oder sonst irgendetwas Esoterisches macht.

    Dies zeige sich vor allem im Tagesgeschft des Unternehmers, da dieses wie bei kon-ventionellen Unternehmen von harter Arbeit geprgt sei:

    Im Daily Business gibt es keinen Unter-schied zu konventionellen Unternehmen, weil wir am Ende des Tages genauso nach Score Card arbeiten, zielorientiert sind, den Kapitaldruck und Erfolgsdruck haben wie andere auch. Sie arbeiten aber an etwas, das nicht nur fr die Zahlen und frs Unter-nehmen gut ist, sondern noch einen sozia-len Aspekt hat und das hat mit Spa, mit Motivation und mit Anerkennung sehr viel zu tun.

    Idee zgig kommerziell testenDass dieser Spa aber recht schnell vergeht, wenn es kein vernnftiges Geschftsmodell mit wertstiftenden Prozessen gibt, stellt auch Jakob Schillinger, Co-Founder von One-DollarGlasses e.V., klar heraus:

    Im Business ist es verankert, dass man effi-zient und effektiv arbeiten muss, sonst wird man nicht berleben.

    Darber hinaus rt er dringend: Die Idee so schnell wie mglich kommerziell testen! und Weniger reden, mehr zuhren. Die Leute fragen, wie sie es machen wrden und dabei lernen.

    Der Social Startup Guide macht diese stra-tegischen berlegungen greifbar und direkt anwendbar. Mehr Infos sind auf der Website www.social-startup-guide.de zu finden.

  • Hintergrundinformat ionen, Impressum

    Hinter Social Entrepreneurship stehen Menschen, die eine konkrete und am Ge-meinwohl orientierte Aufgabe erkennen, analysieren und daraufhin eine neuartige Lsungsidee entwickeln, diese in eigener Verantwortung und Risikobernahme in Form einer Grndung und Fhrung einer Organisation verwirklichen. So soll ein Bei-trag zur nachhaltigen Verbesserung gesell-schaftlicher Missstnde geleistet werden. [...] Zur Zielerreichung werden von Beginn an unternehmerische Instrumente strate-gisch genutzt. Dabei ist das Aktionsfeld in-soweit eingegrenzt, als dass das Problem bislang weder durch staatliche noch durch marktliche Unternehmungen hinreichend gelst werden konnte.

    2015: Rede des Bundesprsidenten Joa-chim Gauck am 13.10.2015 in Seoul/Korea; www.bundespraesident.de vgl. 2016: Interviews mit Alexander Krae-mer (Head of Social Business Development, AfB gGmbH), Klaus-Peter Hars (Geschfts-fhrer, Inventivio GmbH) und Jakob Schillin-ger (CEO, OneDollarGlasses e.V.) vgl. 2014: Sabine Schwarz, Social Entrepre-neurship Projekte - Unternehmerische Kon-zepte als innovativer Beitrag zur Gestaltung einer sozialen Gesellschaft, Kln

    AfB gGmbHAls Europas erstes gemeinntziges IT-Un-ternehmen bernimmt AfB ausgemusterte IT-Hardware von Konzernen und ffentlichen Einrichtungen. Die Hardware wird aufberei-tet, eine zertifizierte Lschung vorhandener Daten vorgenommen und die Gerte an-schlieend mit mindestens einem Jahr Ga-rantie wieder verkauft. Alle Prozesse werden von Menschen mit und ohne Behinderung ge-meinsam realisiert.

    enactus Regensburg e.V.enactus ist eine internationale, unpolitische studentische Non-Profit-Organisation, deren Ziel es ist, soziales Engagement und unter-nehmerische Ttigkeit zu verbinden. Das in-terdisziplinre und interkulturelle Team von enactus Regensburg e.V. umfasst rund 70 Mitglieder, die mit einem hohen Ma an Mo-tivation und Einsatz innovative soziale Pro-jekte verwirklichen, deren Ziel es ist, Dritten eine wirtschaftliche Perspektive zu geben.

    Inventivio GmbHInventivio entwickelte den Tactonom, ein selbstentwickeltes digitales PC-Ausgabegert fr sehbehinderte Menschen. Ein einzigarti-ges Display ermglicht es blinden Menschen, nicht nur Buchstaben, sondern Informationen wie Stadtplne, Tabellen, Bilder, Formen und vieles mehr zu ertasten.

    OneDollarGlasses e.V.Weltweit bentigen 150 Millionen Menschen eine Brille, knnen es sich aber nicht leisten. OneDollarGlasses verkauft Brillen, deren Ma-terialkosten gerade einmal 1 US-Dollar betra-gen, an diese hilfsbedrftigen Menschen.

    start-up center der OTH RegensburgDas start-up center der OTH Regensburg un-tersttzt und begleitet Studierende, Alumni, wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeite-rinnen aller Fakultten bei ihren Grndungs-vorhaben. Zum Angebot gehren neben der Ausbildung die Beratung von Grndungsinte-ressierten, ihre Einbindung in Netzwerke und die Beantragung von Frdermitteln.

    Impressum:

    Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

    start-up center

    Seybothstr. 2 93053 Regensburg

    [email protected]

    www.oth-regensburg.de/startup

    www.facebook.com/startup.OTH.Regensburg

    enactus Regensburg e.V.

    Lehrstuhl fr Innovations- und Technologiemanagement

    Universittsstr. 31 93053 Regensburg

    [email protected]

    http://uniregensburg.enactus.de

    Redaktion:

    Brigitte Kauer, Daniel Kotter, Alexander Schoenenwald