Stabi Jahresbericht 2014

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    31-Jul-2015
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1. Jahresbericht 2014 2. Inhalt 1 Editorial 2 Bestandsentwicklung 4 Service 6 Web-Dienste 7 Die SUB in Zahlen 8 Digitalisierung 10 Hamburg University Press 12 Landesbibliothek 14 Sondersammlungen 16 Bundesweite Literaturversorgung Sondersammelgebiete 17 Linga-Bibliothek der Freien und Hansestadt Hamburg 18 Bibliothekssystem 19 Gebude und Einrichtung 20 Die Bibliothek der Jdischen Gemeinde Hamburg 22 ffentlichkeitsarbeit 24 Aus- und Fortbildung 25 Verffentlichungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 27 Lehrveranstaltungen, Vortrge und Kongressbeitrge 30 Gremienttigkeit 32 Die SUB und ihre Bestnde in der Fachliteratur 34 Ausstellungen, Tagungen 35 Veranstaltungen 38 Organisation 40 Referenten und Fachreferate 41 Danksagung Jahresbericht der Staats- und Universittsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky Anschrift: Von-Melle-Park3, 20146 Hamburg Telefon: (040) 428 38-22 33 Telefax: (040) 428 38-33 52 E-Mail: auskunft@sub.uni-hamburg.de Internet: www.sub.uni-hamburg.de Erschienen im Mai 2015 Redaktion: Marlene Grau Gestaltung: Philip Bartkowiak Bildnachweis: Philip Bartkowiak: Umschlag, S. 5(links und unten), S. 32, S. 33, S. 34 Marion Dankwerths: S. 35 (rechts) Julia Moritz: S. 36 (links) Dagmar Schobert, Berlin: S. 10 SUB: S.5 (rechts), S.7, S.8, S.17, S.19, S.20, S.21, S.36 (rechts) SUB, Dorothea Ahlers: Editorial, S. 24, S. 35 (links) UHH/Schell: S. 18: oben (links), unten UHH/Sukhina: S. 18, oben (rechts) 3. Jahresbericht 2014 1 Prof. Dr. Gabriele Beger, Direktorin der Bibliothek Zeugnis von der Tradition, als Hanseat der Staatsbibliothek eigene Werke oder seine wertvollen Sammlungen zuzueignen, ist auch die Linga-Bibliothek. Diese sehr umfassende Sammlung zu Latein- amerika hat der Hamburger Kaufmann Carlos Linga in Verbindung mit einer Stiftung der Freien und Hansestadt Hamburg, d. h. der Staatsbibliothek hinterlassen. Heute ist sie eine der wichtigsten europischen Spezialbibliotheken zu Lateinamerika. Eine weitere wertvolle Bibliothekssammlung, die rund 20.000 Bnde umfas- sende historische jdische Gemeindebibliothek, die glcklicher- weise nach der Beschlagnahmung 1939 nicht vernichtet, sondern mit den Bestnden der Staatsbibliothek 1943 ausgelagert und 1957 an die Jdische Gemeinde zurckgegeben wurde ist nun als Depositum wieder bei uns. Mehr dazu in unserem Schwer- punktthema. Bereits viele Jahre Gast in unserem Haus war die Theatersammlung der Universitt Hamburg, bevor sie 2013 der Staatsbibliothek bereignet wurde. Den Grundstock dieser ein- maligen Sammlung bilden die Archivalien der Hamburger Theater, ergnzt um theaterwissenschaftliche Literatur und andere Quellen, die zum Teil sogar ausgeliehen werden knnen. Eine Antwort noch auf eine hufig gestellte Frage: Wer darf diese Schtze nutzen? Jeder, der ein wissenschaftliches Interesse daran hat. Damit diese Schtze fr eine weltweite Forschung zur Verf- gung stehen, werden sie digitalisiert und zur Verknpfung mit weiteren digitalen Quellen aufbereitet. Herzlich, Ihre Liebe Leserinnen und Leser, das Schwerpunktthema wird Ihnen eine neue Sammlung in un- serem Haus vorstellen: die Bibliothek der Jdischen Gemeinde. Gern nehme ich dies zum Anlass, Ihre Aufmerksamkeit auf die Flle der Sondersammlungen in unserem Haus zu lenken. Dass die Staatsbibliothek ber eine umfangreiche Sammlung an Hambur- gensien verfgt, ist allgemein bekannt. Seit dem 17. Jahrhundert ist zudem in Hamburg durch Gesetz festgelegt, dass jede Verf- fentlichung in Hamburg an die Staatsbibliothek abzugeben ist. Weniger bekannt ist, dass die Staatsbibliothek rund 400 selbst- stndige Nachlsse bedeutender Hamburger Persnlichkeiten, beispielsweise von Friedrich Gottlieb Klopstock, Richard Dehmel, Wolfgang Borchert, Hans Henny Jahnn oder Hubert Fichte besitzt. Deshalb beherbergt unser Haus auch die Klopstock-Arbeitsstelle und das Wolfgang-Borchert-Archiv. Zu den Nachlssen gehren zudem 25 Musiknachlsse, darunter das Brahms-Archiv, die dritt- grte Brahms-Sammlung der Welt, mit eigenhndigen Musik- handschriften Brahms, Briefen, Fotos und anderen Dokumenten. Fr die Hndelforschung von groem Interesse sind hingegen Hndels Direktionspartituren, die seit 1868 in der Staatsbibliothek bewahrt werden. Die Kartensammlung ist Heimat von Atlanten, topographischen und thematischen Kartenwerken, Ansichten und Hamburger Stichen sowie Lithographien, die teilweise bis weit vor 1800 zurckreichen. Die Geschichte der Handschriftensammlung beginnt bei den An- fngen der Bibliothek vor mehr als 500 Jahren. Durch Stiftungen und Schenkungen Hamburger Brger und Gelehrten stetig erwei- tert, gibt diese Sammlung Auskunft vornehmlich zur europischen und hamburgischen Wissenschafts- und Bildungsgeschichte, zur Geschichte der Reformation sowie der norddeutschen Aufklrung. Auch hier seien zur Verdeutlichung beispielhaft die Zuwendungen von Joachim Jungius oder der Familie Lindenbrog erwhnt. Damit nicht genug, ber 260.000 alte und seltene Drucke beherbergt die Staatsbibliothek, darunter Inkunabeln und andere wertvolle Rara sowie umfangreiche Einband-, Portrt- und Kupferstich- sammlungen, aber auch eine kleine feine Sammlung an Schnen Bchern, die aus 5.000 herausragenden Pressendrucken und Knstlerbchern besteht. 4. 2 Jahresbericht 2014 berblick in Zahlen Im Jahr 2014 standen der Bibliothek 3,1 Millionen Euro fr den Medienerwerb zur Verfgung, mehr als 350.000 EUR weniger als im Vorjahr. Die Differenz erklrt sich u.a. durch den Wegfall von Drittmitteln, die beispielsweise die DFG fr die Sondersammel- gebiete zur Verfgung gestellt hat. Das DFG-gefrderte System der Sondersammelgebiete wird bis Ende 2015 schrittweise ein- gestellt und stattdessen die Frderlinie Fachinformationsdienste (FID) fr die Wissenschaft aufgebaut. 2014 waren in der SUB die Sondersammelgebiete Verwaltungswissenschaften, Politik/ Friedensforschung betroffen. Da die DFG-Mittel und der Eigen- mittelanteil der SUB fr diese Fcher ausschlielich fr im Ausland erschienene Printmedien verwendet werden durften, schlgt sich ihr Wegfall in einem rasanten Anstieg des E-Medien-Anteils nieder (2013: 37,8%; 2014: 49,2%) und das Verhltnis der gedruckten Titel, die im Inland oder Ausland erschienen sind, hat sich zu- gunsten der Inlandserwerbungen verschoben (2013: 35,6% Inland, 64,4% Ausland; 2014: 45,3% Inland, 54,7% Ausland). Der Anteil der durch Abonnements oder Lizenzen gebundenen Erwerbungsmittel steigt weiter an, 2014 waren 68,6% der verfg- baren Mittel dadurch festgelegt. Der Medienwechsel begnstigt diese seit 2010 deutlich wahrnehmbare Tendenz durch E-Book- Paketabonnements und Mehrjahreslizenzen fr E-Zeitschriften und Datenbanken. Der Anteil der digitalen Medien an den Ausgaben fr den Medien- erwerb steigt seit Jahren kontinuierlich an. Wurde 2008 nur knapp ein Fnftel des Etats fr E-Medien ausgegeben, so wird 2014 bereits die Hlfte der Mittel fr E-Books, Datenbanken und E-Zeitschriften verwendet. Entsprechend entwickelt sich das Verhltnis der erworbenen Print- und E-Medieneinheiten zueinander. Bei der Beschaffung der elektronisch verfgbaren Medien stehen Qualitt und Nutzung im Vordergrund. Angebote, die wenig ge- nutzt werden und jhrlich Lizenzkosten verursachen, kommen auf den Prfstand. Sie mssen ggf. anderen Produkten weichen. Einsatz eines nutzergesteuerten Erwerbungsmodells im Bereich der E-Books Zur kundengesteuerten Erwerbung von E-Books (so genanntes PDA, Patron Driven Acquisition) setzte die Bibliothek 2014 zunchst testweise das verlagsbergreifende Angebot des Anbieters ebrary ein. Wissenschaftliche Literatur aus allen Fchern wurde im Umfang von 25.000 E-Books ber den Katalog angeboten. Finanziert wur- den aber nur die 1.900 tatschlich genutzten Titel. Die Auswertung der genutzten Titel und die Abwgung der Vor- und Nachteile dieses Erwerbungsmodells zeigen, dass der Nutzen von PDA fr die verschiedenen Fachgebiete unterschiedlich zu bewerten ist. Die Qualitt der ausschlielich kundengesteuert erworbenen Titel ist in diesem nicht-moderierten Modell zwar insgesamt zufriedenstellend, das Titelangebot wurde von den Fachreferenten im Vorfeld allerdings auch erheblich auf wissen- schaftlich Relevantes vorgefiltert. Gleichwohl ist zu beobachten, dass das PDA-Modell teilweise Spezialinteressen bedient, die im Wege eines ausgewogenen und vorsorgenden Bestandsaufbaus Bestandsentwicklung Die SUB bedient das gesamte Fcherspektrum der Universitt und geht als groe wissenschaftliche Allgemeinbibliothek und als Archiv- und Landesbibliothek der Freien und Hansestadt in ihrem Versorgungsauftrag noch darber hinaus. Unabhngig von der Erscheinungsweise, ob gedruckt oder digital, erreichen smtliche Medien letztlich als Kauf- oder Nichtkauferwerb die Bibliothek: fr immer gekauft, auf Zeit abonniert oder lizenziert, als Pflichtexemplar abgeliefert, geschenkt, getauscht oder frei im Netz zugnglich. Dabei bedeutet Bestandsentwicklung nicht nur ein quantitatives und qualitatives Anwachsen der Bestnde sondern kontinuierliches Abwgen des Mitteleinsatzes, Optimierung der Auswahl, der Verzeichnung, des Zugriffs und der Verfgbarkeit der Medien. Prozentualer Anteil der E-Medien am Erwerbungsetat 2008 2009 2010 2011 2012 19,4 22,1 26,9 32,2 36,5 2013 37,8 2014 49,2 5. Jahresbericht 2014 3 nicht im gleichen finanziellen Umfang ausgestattet wrden. Mit Blick auf die deutlichen fachspezifischen Unterschiede und auf- grund von drastischen Preisnderungen zahlreicher Verlage kurz nach Einfhrung des Geschftsmodells wird unter den aktuellen Bedingungen PDA als Erwerbungsmodell nicht weitergefhrt. Kooperative Webseiten-Archivierung Ende der 1990er Jahre wurde erstmalig darauf hingewiesen, dass kulturell und wissenschaftlich relevante Informationen, die aus- schlielich im World Wide Web verffentlicht werden, dauerhaft gesichert werden mssen. Diese Materialien sind hufig flchtiger Natur und es besteht die Gefahr, dass sie ohne Archivierung dem kulturellen Erbe und der wissenschaftlichen Informationsversor- gung verloren gehen. Mittlerweile haben sich weltweit zahlreiche Initiativen und Projekte