Status quo sprachtherapie lerniversum juni 2012

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Research study about the German SLP (Speech and Language Pathology) market. Focus are customers, education, market structures, the relations with the health insurances, evidence based practice as well as ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) OVERVIEWThe study participants are confronted with a heterogeneous complex of disorders. Especially cross-(S) SES and multilingualism come into focus, while simultaneously increasing the expectations of the therapist regarding treatment success and flexibility.As most negative change in the career is all the above mentioned Verordungssituation. This is followed by the compensation rate and the fear of the ever-growing number of start-up practice. At the same time to take administrative activities, while therapeutic knowledge is required in width and in depth.The academisation is lifted only by a few as a positive development. Reasons for this are unclear, the impact effects on the profession of speech therapists nichtakademisierten. The expectations are aimed primarily at his appreciation, while the concerns regarding the effect of the storage formation as well as to theoretical training.The implementation of the ICF in practice psychosocial aspects of Therpieplanung be considered. This development is welcomed. However, there is a desire for more education and for a distribution of skills to all professional groups involved.The evidence-based therapy is considered as an evolution towards a more controllable treatment. Viewed critically, the increased red tape and too little consideration of psychosocial aspects.DEUTSCHMarktforschung Logopädie: Status quo SprachtherapieWeitere Informationen unter www.lerniversum.de

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  • 1. Institut fr Sprache und KommunikationStatus quo SprachtherapieSituation und Trends dersprachtherapeutischen Berufsgruppen in 2012

2. Status quo SprachtherapieInstitut fr Sprache und KommunikationThemenber uns Katrin Riederer1.bersicht Katrin Riederer (Logopdin, MSc.) ist Geschftsfhrerin von lerniversum. Sie ist erfahrene Dozentin, arbeitet seit 11 Jahren regelmig in der logopdischen2.Patienten Praxis und ist aktuell beschftigt in einem Kooperationsprojekt zwischen der TU Mnchen (Klinik rechts der Isar) und der Philipps-Universitt Marburg zum3.Strukturen Thema linguistische Fhigkeiten von Kindern mit orofazialen Spalten im Alter von zwei bis vier Jahren.4.Akademisierung5.ICF Dirk Friedrich 6.Evidenzbasierte Therapie Dipl.-Kfm. Dirk Friedrich hat mehrjhrige Erfahrung als Projektleiter nationaler 7.Methode und Demographie und internationaler Marktforschungsprojekte in der Industrie. lerniversum - Institut fr Sprache und KommunikationSchleiheimer Strae 10680797 [email protected] Juni 2012Das Skript ist urheberrechtlich geschtzt. Alle Rechte, auch bersetzungen und Zweitverwertung sind vorbe-halten. Reproduktionen, gleich welcher Art, ob Fotokopie, Mikrofilm oder Erfassung in Datenverarbeitungs-anlagen, bedrfen der Zitierung.Das verwendete Bildmaterial stammt von www.sxc.hu. Das Coverbild ist von www.wordle.net.Redaktioneller Hinweis:Bei den kursiv-geschriebenen Texten handelt es sich jeweils um Zitate der Umfrageteilnehmerinnen.Es wurde bei Berufsbezeichnungen die feminine Form gewhlt. In diesen Fllen sind immer Frauen undMnner gemeint. Sprachtherapie und Logopdie werden als Synonym verwendet.Seite 2Seite 2 lerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikationlerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikationlerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikation Seite 3 3. Status quo SprachtherapieInstitut fr Sprache und Kommunikationbersicht Die Studienteilnehmerinnen sind mit heterogenen, komplexer werdendenStrungsbildern konfrontiert. Besonders bergreifende (S)SES und Mehr-sprachigkeit treten in den Fokus, wobei gleichzeitig die Erwartungen andie Therapeutinnen hinsichtlich Therapieerfolg und Flexibilitt steigen. Als negativste Vernderung seit dem Berufseinstieg wird allen voran dieVerordungssituation genannt. Es folgen der Vergtungssatz und die Angstvor der stetig wachsenden Anzahl der Praxisneugrndungen. Gleichzeitignehmen administrative Ttigkeiten zu, whrend therapeutisches Wissen inder Breite sowie in der Tiefe verlangt wird. Die Akademisierung wird nur von Wenigen als positive Entwicklungherausgehoben. Grnde dafr sind die unklaren Einflusswirkungen aufden Berufsstand der nichtakademisierten Logopdinnen. Die Erwartun-gen zielen vorwiegend ab auf dessen Aufwertung, whrend die Befrch-tungen den Effekt der Lagerbildung betreffen sowie eine zu theoretischeAusbildung. Durch die Umsetzung der ICF in die Praxis werden psychosoziale Aspektebei der Therpieplanung bercksichtig. Diese Entwicklung wird begrt. EsIch befrchte eine boomende Zahl an Gropraxen undbesteht jedoch der Wunsch nach mehr Aufklrung und nach einer Vertei-lung der Kompetenz auf alle beteiligten Berufsgruppen.Gesundheitszentren, die kleine Praxen verdrngen, weildie logopdische Therapie zu Dumpingpreisen mglich Viele Studienteilehmerinnen sehen in der evidenzbasierten Therapie eine wird, der McLogopdie sozusagen.Entwicklung hin zu einer besser kontrollierbaren Therapie. Kritisch an-gesehen wird der erhhte brokratische Aufwand und eine zu geringeBercksichtigung psychosozialer Aspekte.Seite 4 lerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikation lerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikation Seite 5 4. Status quo SprachtherapieInstitut fr Sprache und Kommunikation (S)SES und MehrsprachigkeitStudienteilnehmerinnenStrungsbilder wird hufig dieAufkl-rungspotenzial. steigende Komplexitt genannt.PatientenIn Bezug auf die entwicklungs- Kinder zeigen vermehrt eine ber- bedingten Strungen beschftigt Es zeigen sich groe Unsicher- greifend asynchrone (S)SES. die Kolleginnen mehrheitlich das heiten bei der exakten Einschtz- Hier wird z.B. die fehlende Kom- Thema (spezifische) Sprachent- ung der Sprachfhigkeiten in den munikation der BezugspersonenDie Studienteilnehmerinnen sind mit heterogenen, komplexer werdenden wicklungsstrungen((S)SES) verschiedenen Sprachen. Kulturel- mit den Kindern als eine mglicheStrungsbildern konfrontiert. Besonders bergreifende (S)SES und Mehr- bei mehrsprachigen Patienten. le Aspekte kommen dazu.Ursache vermutet.sprachighkeit treten in den Fokus, wobei gleichzeitig die Erwartungen an Insbesondere bei der Diagnostikdie Therapeutinnen hinsichtlich Therapieerfolg und Flexibilitt steigen. und Intervention bei Kindern mit In Bezug auf die vernderten Migrationshintergrund sehen die Anforderungen hinsichtlich derStrungsbilder bei KindernStrungsbilder bei Erwachsenen PatientenfokusAussprachestrungen 95%Aphasie 69% Erwachsene KinderAuch wenn es nur etwa 5% der Kinder sind, die von einer Dysgrammatismus82%Stimme64% 10%komplexen (S)SES betroffen sind, sehe ich zunehmend SEMLEX 71%Dysphagie53%deprivierte Kinder aus allen Schichten. Wahrscheinich, MFS57%Dysarthrie44%weil weniger mit ihnen kommuniziert wird.Redeflussstrungen 7%Sprechapraxie 19%90%Stimmstrungen 3% Redeflussstrungen6% Anspruch und Flexibilittder Patienten auf. Diese wnschendigen Kolleginnen scheint dieseSonstige Strungen16%Sonstige Strungen9% mehrheitlich Nachmittags- bzw. Entwicklung eine besondere Her-n = 109n = 78n = 118 Die Studienteilnehmerinnen emp-Abendtermine.ausforderung zu sein, weil sie teil- finden einen steigenden Erfolgs-weise lngere ffnungszeiten und anspruch an die sprachtherapeu-Problematisch ist diese Auswir- weniger Planungssicherheit be-Strungsbilder hnlich wie bei den entwicklungs-gleichsweise selten auftreten. Zutische Intervention. kung wegen der Erschwerung ei- deutet. bedingten Strungen nehmen Re-einem hnlichen Ergebnis kommtner homogenen Auslastung derAlle Studienteilnehmerinnen be- der BARMER GEK Arztreportdeflussstrungen (6%) auch beiSie berichten von dem Phnomen Praxen. Vereinzelt mssen Sams- Es wird auerdem kritisiert, dasshandeln Kinder mit Sprach- und2012 (S.189 ff.).Erwachsenen einen geringen pro- einer Beschleuningung, wobei tagstermine vergeben werden, um manche Patienten weniger Ei-Sprechstrungen. zentualen Anteil ein. Als sonstigesie das Gefhl haben, dass ein die logopdische Versorgung ge- geninititaive bei der Festigung vonSonstigeentwicklungsbedingte Aufflligkeiten wurden hier insbe-schneller Therapieerfolg das aus-whrleisten zu knnen. Als Folge Therapieinhalten zeigen wrden.Bei der Analyse der Verteilung Strungen, wie bspw. kindliche sondere Dysglossien genannt. sagekrftigste Bewertungskriter- bleiben hufig Vormittagstermine Gerade vor dem Hintergrund ei-der Strungsbilder zeigt sich, dass Aphasien und auditive Verarbeit- rium sei. Besonders hufig tretenunbesetzt. nes steigenden Erfolgsdrucks wir-berwiegend Kinder mit Aus- ungsstrungen treten ebenfalls Zusammenfassend zeigt sich, dassdiese Forderungen mit einer ein-ke das kontraproduktiv.sprachestrungen (95%) thera- eher selten in Erscheinung.sowohl bei Kindern als auch bei geschrnkten zeitlichen Flexibilitt Insbesondere fr die selbstn-peutisch versorgt werden. Aber Erwachsenen die Sprach-, Sprech-auch syntaktisch-morphologische 78 der 120 Teilnehmerinnen be- und Schluckstrungen den gr-(82%) und semantisch-lexikalische handeln zudem Erwachsene. Den ten Anteil in der therapeutischen Die Patienten wollen immer weniger zu Hause ben.Strungen (71%) nehmen einen grten Anteil nehmen dabei er- Versorgung einnehmen.hohen prozentualen Anteil ein.worbene Sprach-, Sprech- undHausaufgaben bei den Kindern kommen hufig nichtSchluckstrungen ein. Es folgen erledigt zurck (...). Erwachsene setzen die bungen frDie Daten lassen darauf schlieen, Stimmstrungen.dass kindliche Stimm- und Rede- das husliche Training seltener um.flusstrungen im Praxisalltag ver- Seite 6 lerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikation lerniversum - Institut fr Sprache und Kommunikation Seite 7 5. Status quo SprachtherapieInstitut fr Sprache und Kommunikation Verordnungssituation und Ver-xis vorstellig wrden, obwohl diese Neben der Verordnungssituation gtungssatzschon im Kleinkindalter Anzei-wird der Vergtungssatz von 47%chen fr eine Sprachentwicklungs- der Studienteilnehmerinnen nega- Die Verordnungssituation wird strung zeigten. Einige Umfrage- tiv bewertet. von 74% der Studienteilnehmerin- teilnehmerinnen sehen daher eineStrukturen nen als der negativste Trend ber- stetige Entwicklung hin zur selbst-Das ist insbesondere bemerksens- haupt eingestuft.finanzierten Therapie. wert, da die Nennung beider Ph- nomene stark miteinander korre- Insbesondere die Prfung der aus- Es finden sich auch Anmerkungen liert. Das Gefhl einer fehlendenAls negativste Vernderung seit dem Berufseinstieg wird allen voran diegestellten Heilmittelverordnungen bezglich einem stetigen Rck- Anerkennung der ArbeitsleistungVerordungssituation genannt. Es folgen der Vergtungssatz und die Angstauf Richtig- und Vollstndigkeitgang von Langzeitverordnungen wird in diesem Zusammenhangvor der stetig wachsenden Anzahl der Praxisneugrndungen. Gleichzeitig wird wegen des hohen Zeitauf- bei Erwachsenen. Hiervon schei- vermehrt genannt.nehmen administrative Ttigkeiten zu, whrend therapeutisches Wissen wands kritisiert. nen insbesondere Patienten mitin der Breite sowie in der Tiefe verlangt wird.erworbenen Sprach- und Sprech- Auerdem wird vermehrt derstrungen betroffen zu sein. Druck der Krankenkassen auf diePraxisneugrndungen alsInterdisziplinrer Austausch alsArbeitsbelastung als negative rztinnen angesprochen. Durch Verordnungssituation alsnegative Entwicklung positive EntwicklungEntwicklungVergtungssatz als die Androhung von Regressforde- negative Entwicklungnegative Entwicklung rungen bei Budgetberschreitun- NeinJa Nein Ja NeinJa gen wrden die rztinnen dazuNeinJa NeinJa neigen weniger Logopdie zu ver- ordnen, auch