STILISTIK INHALT: 1.Literaturhinweise 2.Gegenstand der Stilistik 3.Stellung der Stilistik in der...

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    06-Apr-2016
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  • STILISTIKINHALT:Literaturhinweise Gegenstand der StilistikStellung der Stilistik in der PhilologieGeschichte der Stilistischen ForschungStilistische TerminologieAufteilung deutscher Texte nach einigen stilistischen HauptmerkmalenStilistische Mittel

  • Stilistik StylistikaAussprache: [ti:l] oder [sti:l]

    Ein Glas mit Stiel ohne Stil? Ein Glas mit Stil ohne Stiel?

  • Gegenstand der StilistikWissenschaftliche Disziplinsprachlicher Stilmenschliche uerungen (Parole-Einheiten)Gemeinsamkeiten und Unterschiede einzelner TexteMglichkeiten der Variationen beschreibende Disziplin

  • Stellung der Stilistik in den Wissenschaften

    Philologische Disziplin

    Literaturwissenschaft x Linguistik

    alle sprachlichen Plne

    alle philologischen Disziplinen

  • Geschichte der stilistischen Forschung

    lteste sprachwissenschaftliche Disziplinfrher: Rhetorikbis zum 20. Jh. normative Stilistikab dem 20. Jh. beschreibende Wissenschaft

  • Geschichte - Antike Aristoteles und seine Schler:inventio (Gedanke)dispositio (Anordnung)elocutio (Ausschmckung durch rhetorische Finessen)memoria (Auswendiglernen)actio (Vortrag)

  • Geschichte - Mittelalter

    Die Sieben Freien Knste:

    Trivium: Grammatik, Rhetorik, Dialektik

    Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie

  • Geschichte - Neuzeit

    Barock: Bltezeit der Rhetorik18. u. 19. Jh.: wissenschaftlich und didaktisch ausgerichtete StilistikStrukturalismus: Funktionale SprachenGenerative TransformationsgrammatikPragmatische Wende (um 1970)

  • Geschichte - heute

    Teil der Textlinguistik TextsortenstilistikTeil der LiteraturwissenschaftPoetik

  • TexteDefinitionVersuchen Sie den Begriff Text als Fachbegriff zu definieren!

    AufteilungskriterienWelche Kriterien der Aufteilung gibt es/ kennen Sie?

  • Aufteilung der TexteArt der KodierungKaffeehausgesprchRoman, Erzhlung

    Aktivitt der KommunikationspartnerVorlesung, SeminarLektre

  • Aufteilung der TexteHauptzielRomanPolemik, Werbung, WahlprogrammGesetzeHinweisschilder

  • Aufteilung der Texteffentlichkeitsgradffentlich Rundfunknachrichthalbffentlich Bewerbung, Zeugnisprivat SMS, Telefongesprchgeheim (verschlsselt)

  • Aufteilung der TexteStil Epoche: Mittelalter Expressionismus Funktion:Alltag BelletristikNarration:deskriptiv, narrativ, argumentativ, explikativGenre:Lyrik, Epik, DramatikAutoren:Goethe x Grass x Jelinek x Bachmann

  • Aufteilung der TexteNach Fleischer/ Michel/ Starke (1993, 30): Merkmale der Textetextsortenspezifisch (Textsortenstil)bereichspezifisch (Bereichstil)gruppenspezifisch (Gruppenstil)individualspezifisch (Individualstil)historisch-zeitspezifisch (Zeitstil)

  • TerminologieTEXTTYP= Stiltyp: nach einzelnen obengenannten Kriterien TEXTSORTE = Textinvariant, der authentischen Texten zugrundeliegt. Texte mit gemeinsamen Merkmalen, die nicht fr alle Texte gelten.

  • InvariantBegrung einer entgegenkommender Person

    Bezeichnung einer schnen Frauwunderschne/ bildhbsche Frau, tolle Biene, unglaubliches Weib, fesches Mdel, reizende Katz,...

    Ausdruck der ZustimmungJa! Klar/ Klaro! Sicher! Bestimmt! Freilich! Auf jeden Fall! Hundertprozentig! Gerne!

  • TerminologieSTIL (Makro-, Mikrostil) EntscheidungArt der Durchfhrungvariable Realisierung

    STILEMvariable Einheit im Text

  • Stileme Aufteilung nach Vajkov (2007, 98)

  • MAKROSTILuerer und inhaltlicher Aufbau eines Textestypisch fr einen Stil

    1) INHALT

    2) USSERER AUFBAU

  • 1) INHALTZiel/ MakrozielSituationskontextVerhltnis der KommunikationspartnerKommunikationskanalffentlichkeitsgradGenre

  • 2) USSERER AUFBAUGliederungGebundenheitSchriftbildLayout

  • MIKROSTIL

    sprachliche Elemente auf jeder sprachlichen Ebene (Textlinguistik bis Phonetik)

    typisch fr einen Stil (z. B. Fachartikel: Terminologie, unpersnliche Formulierungen, volle Rekurrenzen,)

  • MikrostilemeAufteilung nach Vajkov (2007, 104)

  • Kurioser Polizei-Notruf in Linz (Text 2, S.12)Ein erst vier Jahre alter Bub hat sich gestern telefonisch an die Linzer Polizei gewandt. Er wollte ber den Notruf 133 Hilfe organisieren, weil ihm das Essen seiner Oma nicht geschmeckt hat.Verzweifelter HilferufHilfeschreie eines kleinen Kindes am Telefon alarmierten die Linzer Polizei am Montag. Nach den Hilferufen wurde sofort wieder aufgelegt. Eine Funkstreife machte sich sofort auf den Weg zur Urheberadresse des Anrufes, um nach dem Rechten zu sehen.berraschte GromutterDort ffnete eine berraschte Gromutter den Beamten. Es stellte sich rasch heraus, dass der Anruf wohl von dem Enkelkind kommen musste. Das Kind hat sich geweigert das Mittagessen, Zwetschkenkndel, zu essen. Der Kleine hat auch mit einem Anruf bei der Polizei gedroht, falls er die Kndel essen msse. Gemeinsam mit der Oma machten sich die Beamten auf die Suche nach dem inzwischen verschwundenen Buben - er wurde aber bald hinter einem Vorhang, unter dem zwei kleine Fe hervorlugten, entdeckt.Zwetschkenkndel verweigertSchnell klrte sich die Lage. Der Dreiksehoch wollte partout nicht die Zwetschkenkndel seiner Oma essen, und in seiner Verzweiflung whlte er die Notrufnummer der Polizei und rief um Hilfe. Mit viel gutem Zureden, und vor allem dem Argument, dass er als zuknftiger Polizist gro und stark werden msse, lie sich der Kleine von den Beamten doch noch zum Verzehr der Zwetschkenkndel berreden.

  • Textuelle StilemeMittel der Kohsion und Kohrenz

    Alles normale ist nicht stilisiert.

    Rekurrenzen i.w.S.Pro-FormenTempusThematische Entwicklung

  • Rekurrenz(Text 3, S.13)Hab zu mir gesagt: Ilzig Finkelstein! Was ist das nur? Hast den Jeep doch erst reparieren lassen?Hab zu mir gesagt: Bis man ihn abschleppt und wieder instandsetzt, ist der Krieg lngst vorbei!Hab zu mir gesagt: Und die Klagemauer lngst erobert!Hab zu mir gesagt: Dieser verdammte Wald! Und diese verdammten Bume! Die sind dran schuld!Hab zu mir gesagt: Die 6 Millionen!Hab zu mir gesagt: Das ist Pech!Hab mich gefragt: Und wer wird die Klagemauer erobern?Hab zu mir gesagt: Ein Jude! Kein anderer darf sie erobern!Hab mich gefragt: Bist du den kein Jude?Hab zu mir gesagt: Du bist einer ... aber nicht vom Standpunkt dieser Bume ... dieser 6 Millionen!

  • Einsiedel: Wie heiest du?Simplicius: Ich heie Bub.Eins.: Ich sehe wohl, da du kein Mgdlein bist, wie hat dir aber dein Vater und Mutter gerufen?Simpl.: Ich habe keinen Vater oder Mutter gehabt.Eins.: Wer hat dir denn das Hemd geben?Simpl.: Ei mein Meuder.Eins.: Wie heiet' dich denn dein Meuder?Simpl.: Sie hat mich Bub geheien, auch Schelm, ungeschickter Tlpel und Galgenvogel.Eins.: Wer ist denn deiner Mutter Mann gewesen?Simpl.: Niemand.Eins.: Bei wem hat denn dein Meuder des Nachts geschlafen?Simpl.: Bei meinem Knan.(Grimmelshausen: Simplizissimus, Kap. VIII.)

  • Lexikalische StilemeSynonymie in weiterem SinneBub Kind Dreiksehoch; Oma Gromutter (Text 2)Bub Schelm - ungeschickter Tlpel Galgenvogel (Grimmelsh.)--telefonieren: sich telefonisch wenden/ melden - Telefonat machen - am Telefon sprechen anrufen rufen - sich rhren;

    sterben: ableben, entschlafen, abkratzen viele Euphemismen!

  • Lexikalische StilemeSynonyme zu sterbenabamseln, abberufen werden, abkratzen, ableben, abmurksen, apnippeln, auf 1,80 m tief liegen, aus den Socken jagen, biologisch beiseite treten, dahingehen, das Dieseits verlassen, das Zeitliche segnen, dem Sensenmann die Tr aufmachen, den arsch zukneifen, den hlzernen Kittel anlegen, den letzten Herzschlag machen, den Lffel abgeben, den Schirm zumachen, die Biege machen, die Fsse strecken, die Kurve kratzen, die letzte Reise antreten, die Radieschen von unten sehen, die Schraube machen, draufgehen, ein stockwerk tiefer fahren, einschlafen, entschlafen, Erdmbelbewohner, ermordet werden, faulen, frecken, Friedhof einfach, Harfe und Flgel fassen, heimgehohlt werden, in die Kiste hopsen, ins Gras beien, ins gras beissen, ins Jenseits kommen, jetzt die Augen auf Null haben, krepieren, kripieren, nicht mehr unter uns weilen, sein Leben lassen, sich steuerfrei machen, sterben, sterben gehen, Stpsel gezogen, ber den Jordan gehen, umkommen, verenden, verrecken, von uns gehen, zu Grunde gehen, zu Staub werden, zu Tode kommen,mit dem 71er (hinaus)fahrenQuelle: http://www.wie-sagt-man-noch.de

  • Lexikalische StilemeOppositionhsslicher Mann x unschner Mann; schlechte Lsung x unglckliche Lsung; interessanter Vorschlag (ironisch) x blder Vorschlag ...Hyperonymie/ Hierarchie Bub x Kind; Linzer Polizei x Polizei x Beamte

  • Syntaktische StilemeWiederholung von synt. StrukturenHab zu mir gesagt (Text 3, S. 13)Hab mich gefragt--Dieser verdammte Wald.Diese verdammten Bume.Die 6 Millionen.

  • Syntaktische StilemeVerbindungenJuxtaposition = sehr dynamisch, turbulentParataxe = dynamischHypotaxe = flieend, ruhig, logischAls ich durch den Wald der 6 Millionen fuhr, hatte ich eine Panne. Wute nicht, was das war.Als ich durch den Wald der 6 Millionen fuhr, dann hatte ich eine Panne, wobei ich nicht wute, was das war. (Text 3, S. 13)

  • Syntaktische StilemeIch fuhr durch den Wald der 6 Millionen.Hatte eine Panne. Wute nicht, was das war.--Als ich durch den Wald der 6 Millionen fuhr, hatte ich eine Panne und wute nicht, was das war.--Als ich durch den Wald der 6 Millionen fuhr, dann hatte ich eine Panne, wobei ich nicht wute, was das war.

  • Syntaktische StilemeEllipseAuslassung eines Elements/ mehrerer E.(Text 2)Ich Hab zu mir gesagt: Das ist Dieser verdammte Wald! Und diese (sind) verdammten Bume.! Die sind dran schuld!Ich Hab zu mir gesagt: Die 6 Millionen! sind dran schuld

  • Syntaktische StilemeParentheseEinschub, Abzweigung im Gedankenfl