Symphonie Orchester

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    30-Mar-2016
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Transcript of Symphonie Orchester

  • Mariss Jansons

    Radoslaw Szulc*Anton Barachovsky*Florian Sonnleitner*Tobias Steymans*Reto KuppelJrgen BesigBernd HerberMichael ChristiansPeter RiehmCorinna Clauser-FalkFranz ScheuererMichael FriedrichAndrea KarpinskiDaniel NodelMarije GrevinkNicola Birkhan Karin Lffler

    Anne SchoenholtzDaniela Jung

    Antonio Spiller*Korbinian Altenberger*Heather Cottrell*Yi LiWolfgang GieronAndreas WohlmacherAngela KoeppenNicolaus Richter de VroeLeopold Lercher

    Key-Thomas MrklBettina BernklauValrie GillardStephan HoeverDavid van DijkSusanna PietschCelina Bumer

    Hermann Menninghaus*Benedict HamesAndreas MarschikAndreas MuckAnja KreynackeMathias SchesslInka AmelnKlaus-Peter WeraniChristiane HrrVronique BastianYu SunBenedikt Schneider

    Sebastian Klinger*Maximilian Hornung*Helmut Veihelmann*Stefan TrauerEva-Christiane LamannHanno SimonsJan MischlichUta Zenke-VogelmannJaka StadlerFrederike Jehkul

    Heinrich Braun*Philipp Stubenrauch*Otmar KopoldAlexandra ScottLothar UlrichKarl WagnerFrank ReineckePiotr StefaniakTeja Andresen

    Philippe Boucly*Henrik Wiese*Petra SchiesselNatalie SchwaabeIvanna Ternay

    Stefan Schilli*Ramn Ortega Quero*Marie-Lise SchpbachDieter SalewskiTobias Vogelmann

    Stefan Schilling*Christopher Corbett*Werner MittelbachBettina FaissHeinrich Treydte

    Eberhard Marschall*Marco Postinghel*Wolfgang PieskRainer SeidelSusanne Sonntag

    Eric Terwilliger*Carsten Carey Duffin*

    Ursula KepserThomas RuhRalf SpringmannNorbert DausackerFranois Bastian

    Hannes Lubin*Martin Angerer*Wolfgang LubinThomas KiechleHerbert Zimmermann

    Hansjrg Profanter*Thomas Horch*Uwe SchrodiRichard MeyerJoseph Bastian

    Stefan Tischler*

    Stefan Reuter*Raymond Curfs*

    Markus SteckelerGuido MarggranderChristian Pilz

    Lukas Maria Kuen

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  • 2 3Inhalt

    4 Mit und fr Menschen arbeiten Mariss Jansons

    10 Artist in Residence: Christian Gerhaher

    12 Artist in Residence: Yefim Bronfman

    14 Benjamin Britten zum 100. Geburtstag

    17 Abo S das Samstags-Abo

    20 Konzerte in Mnchen und Bayern

    40 Weltweit / Gastkonzerte und Tourneen

    53 Die Musiker 84 Pausengesprch:

    Intendant Ulrich Wilhelm 86 Kultur pflegen und entwickeln

    Johannes Grotzky und Stephan Gehmacher

    Themen

    Symphonieorchester

    Info

    Chronologie

    Magazin

    Konzertreihen 90 Sonderkonzerte 96 Abo A, B, C, D, S 118 Abo Kammerkonzerte 122 Kammerorchester 124 BR-Klassik-Studiokonzerte 128 Abo Chor 130 musica viva 136 Education

    148 Chefdirigent Mariss Jansons 152 Orchestergeschichte 161 BR-Klassik 162 Orchesterakademie 164 Freundeskreis

    168 Abonnement- und Einzel - kartenpreise /Sitzplne

    175 Veranstaltungsorte 177 Abonnementservice 179 Vorverkauf fr Einzelkarten 180 Kontakt / Informationen

    Impressum

  • 4Mit und fr Menschen arbeiten

    Mariss Jansons und das Dirigieren

    Der Mann auf der Leinwand schimpft sich in Rage. Porco! Dio santo! Non capite un cavolo! Vergogna! Ai, mi fate male! No! Ho detto: adagio! Wer da poltert und tobt, ist Arturo Toscanini whrend einer Orchester-probe. Und der Mann, der sich das sichtlich vergngt anschaut, heit Ma-riss Jansons. Das war Anfang Februar 2012, als er im Mnchner Prinzre-gententheater ber das Dirigieren sprach. Es klaffen Welten zwischen den beiden Dirigenten, und zwar nicht nur deswegen, weil Mariss Jansons alles andere als ein Pulttyrann oder Diktator mit Taktstock ist.

    Wer Mariss Jansons schon auf Proben erlebt hat, wei, wie effektiv und zielfhrend das sein kann auch weil das Atmosphrische stimmt. Na-trlich haben wir Dirigenten Macht, sagt er, aber wir haben auch eine sehr groe Verantwortung. Das ist vielleicht wichtiger als Macht. Macht hat auch einen positiven Sinn: Sie mssen ein Leiter sein, Ihre Orchester fhren. Sie mssen Prinzipien haben. Wenn Sie etwas durchfhren mch-ten, mssen Sie eine klare Linie haben. Aber auf der anderen Seite ms-sen Sie verstehen, dass Sie mit Menschen arbeiten.

    Das ist Mariss Jansons Credo. Der Dirigent ist fr ihn auch ein Psycho-loge, der ber das Befinden seiner Musiker gut informiert sein sollte. Die Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und des Koninklijk Concertgebouworkest in Amsterdam nennt er seine Kolle-gen. Zwar msse er ihnen als Dirigent den Weg und die Richtung wei-sen, aber: Jeder ist ein individueller Mensch und Musiker und hat viel-leicht seine Vorstellungen. Deswegen muss man sie einigen. Das bedeutet, Sie mssen fr sich als Dirigent ein Interpretationsmodell haben und ein Klangmodell. Sie bieten es dem Orchester an. Vieles mssen Sie auch von dem Orchester annehmen.

    Denn: Manche haben blaue Augen, andere grne, erklrt Mariss Jan-sons. Sie knnen Elemente fr die Interpretation einfhren, aber ich mchte nicht blaue Augen grn frben und alles absolut anders ma-chen. Es wre gegen die Persnlichkeit und Individualitt. Ich muss verstehen und frdern, nicht zerstren. Es ist diese Uneitelkeit und Aufrichtigkeit, die unbedingte Menschenliebe und Empathie, die Jan-sons als Knstler und Persnlichkeit gleichermaen auszeichnen. Mu-siker in Mnchen und Amsterdam berichten von einer fast schon fa-miliren Atmosphre, obwohl hart gearbeitet werde. Und dort, wo Mariss Jansons einst gewirkt hat, erinnert man sich gerne an die Zeit mit ihm zurck.

  • 7Mariss Jansons

    als der andere. Natrlich muss man versuchen, dem zu folgen, was der Komponist schreibt. Aber ich kann nicht lesen, wenn zum Beispiel irgend-wo geschrieben steht: Erster Satz, Exposition. Dieser Dirigent braucht dafr vier Minuten und elf Sekunden, beim anderen sind es vier Minuten und 26 Sekunden. Und dann wird verglichen. Trotzdem gehrt es zum Selbstverstndnis von Mariss Jansons, als Dirigent auf dem neuesten Stand der Forschung zu sein was manchmal auch das Tempo berhrt. So hat er fr seinen aktuellen Mnchner Zyklus der Beethoven-Symphonien auf die quellenkritische Ausgabe zurckgegriffen, die Jonathan Del Mar in den 1990er Jahren vorgelegt hat.

    Denn sich weiterzubilden, das zhlt Mariss Jansons zu den professionel-len Grundlagen, die jeder Dirigent beherrschen muss wie Partiturlesen, Proben- und Schlagtechnik, Repertoire oder Stilgefhl. Das sind Werte, die er auch dem Nachwuchs vermittelt. Manchmal kommen junge Diri-genten zu mir und sagen: Furtwngler hat das so gemacht. Ich sage dann: Schau, wenn du Furtwngler bist, mach, was du willst. Aber jetzt bist du Mister X und musst dir eine Basis aneignen und studieren weil das Di-rigieren ein Beruf ist. Und doch gibt es eine Sache, die man nicht lernen kann: Das ist etwas, das Karl Bhm Gabe nannte, so Mariss Jansons.

    Ich habe in einem humoristischen Magazin gelesen: Der Dirigent ist eine Person, der steht vor einem Orchester, schwenkt seine Hnde, ver-beugt sich am Ende was das Zeichen ist, nach Hause zu gehen. Natr-lich ist das mit Humor betrachtet, aber ich muss ehrlich sagen: Das ist wirklich ein mystischer Beruf. Wir Dirigenten machen keinen Ton. Wir spielen nicht, die Musiker spielen. Wenn Sie einen Stummfilm sehen, sieht das Dirigieren lcherlich aus. Wenn Sie das ohne Musik sehen, wrden Sie sagen, der Mensch ist doch absolut verrckt geworden.

    Genau das ist fr Mariss Jansons der Zauber und das Wunder des Dirigie-rens zugleich. Man kann es auch Intuition nennen. Wenn du mchtest, dass diese Musik geboren wird, dann musst du auch selbst in dieser Welt sein, bekennt er. Das kommt von Gottes Gnaden. Das Publikum erwartet nicht, das wir nur gut spielen, es soll nach dem Konzert sagen: Mein Gott, ich war im Traum in einer ganz anderen Welt. Und nicht: Schn gespielt, ja, schner Ton. Das ist auch gut, aber ist es nicht besser, wenn sie sagen: Ach, das werde ich nicht vergessen!? Wenn sie am nchsten Morgen in die Arbeit kommen und erzhlen: Ich habe etwas Auergewhnliches gehrt, und darber sprechen, was sie erlebt haben. Das sind die Momente, wofr Kunst und Musik existieren.

    Aufgezeichnet von Marco Frei

    Vielleicht profitiert er von den Erfahrungen, in drei auch sozialpolitisch unterschiedlichen Welten gewirkt zu haben: in der Sowjetunion, Nord-amerika und Westeuropa. Mariss Jansons spricht von drei Systemen. Je-denfalls sind es diese Eigenschaften, die ihn als zeitgemen, modernen Dirigenten ausweisen auch interpretatorisch. Er ist ein Perfektionist, knstlerisch und menschlich, und stellt hchste Ansprche. Zuvorderst an sich selbst. Selbstbefragung, Neugierde und Offenheit sind Grundprin-zipien in Mariss Jansons knstlerischem Selbstverstndnis. Das Konser-vieren auch eigener Hrgewohnheiten ist seine Sache nicht. Und schon gar nicht lsst er sich in irgendwelche Schubladen zwngen. Die eigene Sicht auf Musikwerke, das ist fr ihn eine groe Entwicklung. Sie ist nie abgeschlossen.

    Man muss viel sehen und hren, viel denken und herausfinden, auch viel mit Kollegen sprechen, so Mariss Jansons. Ich lese sehr viel. Ich lese ber den Komponisten, die Zeit, in der er das Werk geschrieben hat, seine Briefe das spielt eine groe Rolle. Wann immer es ihm mglich sei, verfolge er noch heute sehr aufmerksam die Probenarbeit von Kollegen. Natrlich sei die Kenntnis der Partitur zwingend, aber: Es gibt keine Re-gel, kein Dogma. Niemand kann sagen: So muss das Tempo sein. Es exis-tiert kein ideales Tempo. Das ist absolut nicht mglich. Einer fhlt anders

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