Testen und Prüfen im kompetenzfördernden Fremdsprachenunterricht: zur Situation in Belarus...

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    05-Apr-2015
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  • Testen und Prfen im kompetenzfrdernden Fremdsprachenunterricht: zur Situation in Belarus Dr. Natalia W. Furaschowa Minsk, Belarus
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  • Agenda 1. Kompetenzfrdernder Unterricht und Kompetenzen. Definition. 2. Tests und Prfungen: Anforderungen, Schwierigkeiten 3. Testen und Prfen in Belarus
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  • Tests spiegeln immer das wider, was in der jeweiligen Epoche unter Beherrschung einer Fremdsprache verstanden wird: Heute: kompetenzfrdernder Unterricht was muss geprft werden?
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  • Was sind Kompetenzen? Summe des (deklarativen)Wissens, Summe des (deklarativen)Wissens, der (prozeduralen) Fertigkeiten und der persnlichkeitsbezogenen und allgemeinen kognitiven Fhigkeiten, die es einem Menschen erlauben, Handlungen auszufhren (GeR, S.21) (GeR, S.21)
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  • Allgemeine Kompetenzen werden bei Handlungen aller Art eingesetzt: deklaratives Wissen (Weltwissen, soziokulturelles Wissen) interkulturelles Bewusstsein bestimmte Fertigkeiten, die fr das tgliche Leben bentigt werden, u.a.
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  • Kommunikative Sprachkompetenzen befhigen Menschen zum Handeln mit Hilfe sprachlicher Mittel: linguistische (lexikalische, grammatische, semantische, phonologische) linguistische (lexikalische, grammatische, semantische, phonologische) soziolinguistische (z.B. Hflichkeitskonventionen, Redewendungen, Registerunterschiede) soziolinguistische (z.B. Hflichkeitskonventionen, Redewendungen, Registerunterschiede) pragmatische (Diskurskompetenz, funktionale Kompetenz) pragmatische (Diskurskompetenz, funktionale Kompetenz)
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  • Kompetenzfrdernder Unterricht? Lernziele werden als can-do statements formuliert (Kann-Bestimmungen) praktische Anwendung des Gelernten (Outcome-Orientierung) Fhigkeiten und Fertigkeiten werden erworben, vielfltig gebt und sinnvoll erprobt authentische und variable Lern- und Unterrichtsszenarien
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  • Schler erwerben Knnen, nicht nur Wissen Die sprachlichen Mittel Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Intonation und Orthografie sind funktionale Bestandteile der Kommunikation. Anzustreben ist ihre hchstmgliche Verfgbarkeit, allerdings haben sie grundstzlich dienende Funktion. (Bildungsstandards, S. 16) Die sprachlichen Mittel Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Intonation und Orthografie sind funktionale Bestandteile der Kommunikation. Anzustreben ist ihre hchstmgliche Verfgbarkeit, allerdings haben sie grundstzlich dienende Funktion. (Bildungsstandards, S. 16) vernderter Umgang mit Fehlern
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  • Prfung Prfung: Prozedur zur Feststellung der Leistungsfhigkeit oder des Kenntnisstandes von Personen durch mndliche und / oder schriftliche Aufgaben. Test Test: ein methodisch durchdachtes Verfahren oder Instrument, mit dem festgestellt werden kann, wie weit eine oder mehrere vorherbestimmte Eigenschaften, Fhigkeiten oder Fertigkeiten bei einer Person vorhanden sind. Im Fremdsprachunterricht ist Test, egal wie umfangreich oder bedeutsam sie ist. Im Fremdsprachunterricht ist Test jede Form der Leistungsmessung, egal wie umfangreich oder bedeutsam sie ist.
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  • Prfungen Prfungen kompetenzorientiert kompetenzorientiert knnen nur dann valide genutzt werden, wenn die Schler kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht erfahren haben knnen nur dann valide genutzt werden, wenn die Schler kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht erfahren haben mssen nicht mehr (nur) feststellen, was die zu Prfenden noch alles mssen nicht mehr (nur) feststellen, was die zu Prfenden noch alles, falsch machen, sondern ihnen (auch) zeigen, sondern ihnen (auch) zeigen, was sie schon alles knnen Instrument der Motivation
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  • Anforderungen an Prfungstexte und aufgaben: Realittsnhe Realittsnhe eindeutige, zuverlssige Instrumente eindeutige, zuverlssige Instrumente Kompetenzorientierte Aufgaben: inhaltlich fokussierte Problemstellungen, an denen sich das zielorientierte Handeln von Lernenden sowohl unterrichtlich gut entwickeln als auch berprfen lsst (Vollmer 2006). Kompetenzorientierte Aufgaben: inhaltlich fokussierte Problemstellungen, an denen sich das zielorientierte Handeln von Lernenden sowohl unterrichtlich gut entwickeln als auch berprfen lsst (Vollmer 2006).
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  • Realittsnhe ? Heute oft (z.B. im zentralen Test) : Grammatik- und Wortschatzkenntnisse haben ein berproportionales Gewicht Grammatik- und Wortschatzkenntnisse haben ein berproportionales Gewicht weniger frequente, fr das Sprachniveau der Lernenden viel zu komplizierte Formen weniger frequente, fr das Sprachniveau der Lernenden viel zu komplizierte Formen
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  • Realittsnhe: Kontextualisierung von Aufgaben, Ausrichtung auf konkrete Alltagssituationen Kontextualisierung von Aufgaben, Ausrichtung auf konkrete Alltagssituationen Formulierung der Arbeitsanweisungen Formulierung der Arbeitsanweisungen Auswahl von frequenten anstelle von ausgefallenen Ausdrucksweisen Auswahl von frequenten anstelle von ausgefallenen Ausdrucksweisen Solche Tests wirken motivierend
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  • Lern- Testaufgaben Lernaufgaben Aufbau neuer Kompetenzen Lernaufgaben Aufbau neuer Kompetenzen Testaufgaben berprfung von Kompetenzen Testaufgaben berprfung von Kompetenzen Funktionen von Testaufgaben : diagnostische, Rckmeldung, Selektion, Bildungsmonitoring Funktionen von Testaufgaben : diagnostische, Rckmeldung, Selektion, Bildungsmonitoring (Tesch/Leupold/Kller 2008)
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  • Lernaufgaben transparent (die Schler wissen in jedem Augenblick, wozu sie was lernen) transparent (die Schler wissen in jedem Augenblick, wozu sie was lernen) somit knnen die Schler Verantwortung fr ihren Lernweg bernehmen somit knnen die Schler Verantwortung fr ihren Lernweg bernehmen
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  • Handlungsorientierte Lern- und Prfungsziele lassen sich mit Hilfe des Referenzrahmens/ Profile Deutsch bestimmen lassen sich mit Hilfe des Referenzrahmens/ Profile Deutsch bestimmen Davon lassen sich entsprechende Prfungsaufgaben ableiten Davon lassen sich entsprechende Prfungsaufgaben ableiten
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  • WAS-Kann-Beschreibungen (Profile Deutsch) setzen einen ersten Mastab, WAS ein Lerner/eine Lernerin auf einem bestimmten Niveau kann (knnen soll) setzen einen ersten Mastab, WAS ein Lerner/eine Lernerin auf einem bestimmten Niveau kann (knnen soll) machen keine Aussagen ber die qualitativen Aspekte sprachlicher Kompetenzen, z.B. wie gut, flssig, partneradquat, elaboriert und korrekt jemand machen keine Aussagen ber die qualitativen Aspekte sprachlicher Kompetenzen, z.B. wie gut, flssig, partneradquat, elaboriert und korrekt jemand
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  • WIE GUT-Kann-Beschreibungen (Profile Deutsch) problematisch bei der Bewertung produktiver geschriebener oder gesprochener Leistungen, Abhngigkeit von subjektiven Faktoren der Prfenden problematisch bei der Bewertung produktiver geschriebener oder gesprochener Leistungen, Abhngigkeit von subjektiven Faktoren der Prfenden Beurteiler konzentrieren sich gerne auf wenige und leicht erfassbare formalsprachliche Komponenten Grammatik / Wortschatz Beurteiler konzentrieren sich gerne auf wenige und leicht erfassbare formalsprachliche Komponenten Grammatik / Wortschatz Referenzrahmen: umfassendere Palette relevanter Kriterien fr die Bewertung qualitativer Aspekte kommunikativer Handlungsfhigkeit Referenzrahmen: umfassendere Palette relevanter Kriterien fr die Bewertung qualitativer Aspekte kommunikativer Handlungsfhigkeit
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  • Grammatiktests als Kommunikationstests einfach zu erstellen einfach zu erstellen tragen aber wenig dazu bei, Menschen zu motivieren, Deutsch zu lernen tragen aber wenig dazu bei, Menschen zu motivieren, Deutsch zu lernen nach kommunikativen Kriterien testen: nach kommunikativen Kriterien testen: Ich konnte das nicht machen. Ich knnte das nicht machen.
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  • Schwierigkeiten beim Prfen Kompetenzen sind Bndel von Fhigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, mit denen ein Mensch Aufgaben bewltigt nie wird eine Kompetenz allein getestet
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  • Immer mehr Hochschulen in Deutschland mchten sich knftig ihre Studenten nach eigenen Kriterien auswhlen. Sie wollen Tests und Auswahlgesprche einfhren, um so die besten Studienbewerber zu finden. In einer Informationsveranstaltung an Ihrer Hochschule stellt die Gesprchsleiterin, Frau Prof. Tiele, dieses Vorhaben zur Diskussion. Sie mchten sich an dieser Diskussion beteiligen und melden sich zu Wort. Frau Prof. Tiele fragt Sie nach Ihrer Meinung. Nehmen Sie Stellung zu diesem Plan: Wgen Sie die Vorteile und Nachteile dieses Plans ab. Begrnden Sie Ihre Zustimmung oder Ablehnung.
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  • Qualittskriterien/ Gtekriterien 1. Validitt 2. Reliabilitt 3. Objektivitt
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  • Validitt ein Test prft wirklich das, was er prfen soll sorgfltiger Abgleich der Prfungsziele mit den Testaufgaben Beispiel: berprfung, ob ein schriftlicher Text - in seinen Hauptaussagen verstanden wird die Aufgaben mssen das Globalverstehen testen; - in Einzelheiten das Detailverstehen. - ob die Lernenden dem Text gezielt bestimmte Informationen entnehmen knnen mssen die Aufgaben das selektive Verstehen testen
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  • Reliabilitt Messgenauigkeit der Testaufgaben: so przise messen wie ein Meterma, das sich auch bei mehrmaliger Messung des gleichen Gegenstandes immer die gleichen Mae ergeben wird durch statistische Verfahren berechnet