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  • Theo-Web. Online-Reihe für religionspädagogische Dissertationen und Examensarbeiten, Bd. 7 (2010).

    Johann Nikolaus Kampermann

    Religiöse Kompetenzentwicklung in der Perspektive „Neues Lernen“

    Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das gymnasiale Lehramt an der Georg-August-Universität Göttingen

    Prüfer: PD Dr. Martin Sander-Gaiser

    Göttingen, April 2010

    Link: http://www.theo-web.de/online-reihe/kamperman n.pdf

  • Theo-Web. Online-Reihe für religionspädagogische Dissertationen und Examensarbeiten, Bd. 7 (2010).

    Abstract (deutsch)

    Religiöse Kompetenz will erlernt sein. In diesem Sinne beleuchtet die vorliegende Arbeit den aktuellen religionspädagogischen Diskurs um religiöse Kompetenz und ihre Entwicklung in lernwissenschaftlicher Perspektive. Dabei greift der Autor das lerntheoretische Defizit in der religionspädagogischen Diskussion um Kompetenzen und Standards ausführend auf und fokussiert in der international entwickelten Perspektive Neues Lernen eine mögliche Neuorientierung des Diskurses. Dazu werden die unterschiedlichen Ansätze des Neuen Lernens im Einzelnen dargestellt und ihre Affinitäten zum Kompetenzdiskurs aufgedeckt.

    Deutlich wird hierbei, dass das als einseitig deduktiv erscheinende Instrumentarium der Bildungsstandards zur schulischen Evaluation und Leistungsdiagnostik für eine angemessene Reflexion religiöser Kompetenzentwicklung nicht hinreichend, sondern um eine prozessorientierte lerntheoretische Fundierung zu ergänzen ist. Infolgedes- sen schlägt der Autor vor, die impliziten Lernverständnisse der Klieme-Studie (2003) und des Kompetenzmodells des Comenius-Instituts (2004) in ein neues heuristisches Modell von Kompetenzen zu überführen. Dabei erhält das Modell von Lernen als Partizipation im Rückgriff auf die aktuelle, internationale lernwissenschaftliche Debat- te eine Schlüsselfunktion in der Beschreibung religiöser Kompetenz.

    Konturen einer neuen, mit der christlichen Lernkultur konvergenten Lernkultur wer- den modelliert, die sowohl lernwissenschaftlich, als auch theologisch verantwortet die Prozessqualität des Religionsunterrichtes in den Mittelpunkt stellt. Dabei werden die Elaboration von Wissen in Lerngemeinschaften, die Selbststeuerung im Lernprozess, die Berücksichtigung der Anforderungssituationen und gemeinsame Bedeutungs- aushandlung als zentrale Prozesse der Kompetenzentwicklung erkannt. Aktuelle fachdidaktische Entwürfe wie z. B. das Theologisieren mit Kindern und der Performa- tive Religionsunterricht werden vor diesem theoretischen Hintergrund auf ihren Bei- trag zur Kompetenzentwicklung geprüft und hinterfragt.

    Somit verbindet die Arbeit mit ihrer Fragestellung nach dem Verhältnis von Lernen und religiöser Kompetenz den Diskurs Neues Lernen mit seinem vielseitigen lernthe- oretischen Spektrum aus kulturhistorischen, sozialen, kognitiv-konstruktivistischen, bis hin zu neurowissenschaftlichen Ansätzen mit dem religions- und allgemeinpäda- gogischen Diskurs um schulische Kompetenz und ihre Entwicklung.

    Religionspädagogik wird dabei als Interaktionswissenschaft erkennbar.

  • Theo-Web. Online-Reihe für religionspädagogische Dissertationen und Examensarbeiten, Bd. 7 (2010).

    Abstract (englisch)

    Religious competence is subject to learning. On that note this work will comment on the current discourse of Religious Education which deals with religious competence and its development in a learning scientific approach. The author reveals a learning theoretical deficit concerning competencies and standards in this particular discussion. In the internationally developed theory of New Learning the author sees a possible realignment of the discourse. Additionally, various approaches of New Learning are unrolled and their affinity for the discourse are detected.

    This emphasizes that the mainly outcome-oriented means of conduction of a school evaluation and diagnosis of performance, which are educational standards, cannot achieve an appropriate reflection of the development of religious competence. They rather need to be complemented by a process-oriented learning theoretical basis. Thus, the author supposes to alter the implicit understandings of learning to be found in the Klieme survey (2003) and the competence model by the Comenius-Institut (2004) into a new heuristic competence model. In doing so, the learning-as- participation model gains a key position in the description of religious competence.

    Aspects of a new culture of learning that is convergent to the Christian culture of learning are given shape. These emphasize the process as a quality of religion class, both from a learning scientific and a theological point of view. At the same time the elaboration of knowledge in communities of learning, the self-directed learning process, the consideration of demanding conditions and the common negotiation of meaning are recognized as central processes of the development of competencies. Current subject-oriented didactic approaches, such as “Theologisieren mit Kindern” or “Performativer Religionsunterricht” are checked according to their contribution to the development of competencies.

    As a consequence, this work combines the theory of New Learning and with its vast learning theoretical spectrum that includes i. a. cultural, social, cognitivistic and neuroscientific approaches with the discourse of Religious Education and general pedagogy. This discourse deals with educational competence and its development.

    Thereby Religious Education as a discipline appears as an interactive science.

  • Theo-Web. Online-Reihe für religionspädagogische Dissertationen und Examensarbeiten, Bd. 7 (2010).

    Inhalt Seite Einleitung: Neues Lernen nach PISA? 5 I Lernen im religionspädagogischen Diskurs zur rel igiösen Kompetenzentwicklung 9

    1 Einführung: Schulische Kompetenzorientierung und Lernen 9 1.1 Bildungsziele und Bildungsstandards 9 1.2 Kompetenzen, Kompetenzentwicklung und Kompetenzmodelle 11 1.3 Kerncurricula und schulinterne Curricula 13 1.4 Zusammenfassung: Lernen in der Theoriebildung schulischer Kompetenzorientierung 14

    2 Lernen in den religionspädagogischen Kompetenzentwürfen 15

    2.1 Lernen im Kompetenzmodell des baden-württembergischen Bildungsplanes 15 2.2 Lernen im Entwurf des Comenius-Instituts 18 2.3 Lernen in den Bundeseinheitlichen Prüfungsanforderungen zum Abitur 22 2.4 Lernen im Berliner Modell kompetenzorientierten Unterrichtens 26 2.5 Zusammenfassung: Das lerntheoretische Defizit in den Kompetenzmodellen der Religionspädagogik 29

    3 Anforderungen an eine Lerntheorie religiöser Kompetenzentwicklung 33 II Die lerntheoretische Perspektive Neues Lernen 37

    1 „Neues Lernen“: Der Versuch einer Begriffsbestimmung 37 1.1 Neues Lernen in Abgrenzung zu den reaktiven Lernvorstellungen traditioneller lerntheoretischer Positionen 37 1.2 Neues Lernen in Abgrenzung zu den rezeptiven Lernvorstellungen des Kognitivismus 39 1.3 Neues Lernen als Sammelbegriff ko-konstruktivistischer Theorien 40 1.4 Neues Lernen als neurowissenschaftlich fundierte Theorie? 42 1.5 Neues Lernen als Ergebnis neuen Lehrens 44 1.6 Zusammenfassung: Allgemeine Definition Neuen Lernens 47

  • Theo-Web. Online-Reihe für religionspädagogische Dissertationen und Examensarbeiten, Bd. 7 (2010).

    2 Einzelne Theorien Neuen Lernens als lerntheoretische Perspektiven auf religiöse Kompetenzentwicklung 48

    2.1 Lernen in kulturhistorischer Perspektive 48 2.1.1 Lernen im Modell der Mediation 49 2.1.2 Lernen in der klassischen Tätigkeitstheorie 51 2.1.3 Lernen im aktuellen Modell der Tätigkeitstheorie 53 2.1.4 Religiöse Kompetenzentwicklung in kulturhistorischer Perspektive 55

    2.2 Lernen in sozialer Perspektive 57 2.2.1 Kollaboratives Lernen und Bedeutungsaushandlung 58 2.2.2 Lernen durch Partizipation 60

    2.2.2.1 Lernen in der Community of Learning 61 2.2.2.2 Lernen in der Community of Practice 63

    2.2.3 Religiöse Kompetenzentwicklung in sozialer Perspektive 66 2.3 Lernen in kognitiv-konstruktivistischer Perspektive 70

    2.3.1 Lernen in der Cognitive Apprenticeship 72 2.3.2 Religiöse Kompetenzentwicklung in kognitiv-konstruktivistischer Perspektive 73

    2.4 Lernen in neurowissenschaftlicher Perspektive 75 2.4.1 Gehirngerechtes Lernen 76 2.4.2 Religiöse Kompetenzentwicklung in neurowissenschaftlicher Perspektive 78

    3 Zusammenfassung: Religiöse Kompetenzentwicklung in der Perspektive Neues Lernen 83

    III Folgerungen für Theorie und Praxis des kompete nzorientierten Religionsunterrichtes 87

    1 Folgerungen für die Theorie religiöser Kompetenzentwicklung 87 1.1 Verhältnisbestimmungen der Konstituenten religiöser Kompetenz 87 1.2 Lerntheoretische Reflexion als Kohärenzbildung zwischen den theoretischen Ebenen der Kompetenzorientierung 89 1.3 Kompetenz- und Lernwegformulierungen 90

    2 Gestaltungsprinzipien und exemplarische Lernformen für die Praxis kompetenzorientierten Religionsunterrichts 91

    2.1 Zur Förderung der Eigenaktivität der Lernenden 92 2.2 Zur Berücksichtigung authentischer religiöser Praxis 93 2.3 Zur Initiierung anwendungsbezogener Lernprozesse 94 2.4 Zur Gestaltung einer multiplen Perspektivik 95

    IV Ausblick statt Fazit 97 V Literaturverzeichnis 98 VI Abbildungsverzeichnis 110 VII Abkürzungsverzeichn