Tourismusdestinationen am Bsp Schleswig Holstein

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Seminararbeit zur Tourismusdestiontion Schleswig-Holstein

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  • 1. Begleitseminar Humangeographie Datum: 23. Februar 2009 Christian-Albrechts-Universitt Kiel Tourismusdestination Schleswig-Holstein Dozent: Dipl.-Geogr. Samuel Mssner WS 08/09 Referent: Clemens von Heimann (926566)Inhaltsverzeichnis1. Die touristische Ausgangslage in der BRD und Schleswig-Holstein2. Die Begriffe Tourismus und Destination 2.1 Tourismus 2.2 Destination3. Schleswig-Holstein in Daten und Zahlen 3.1 Die geographischen und infrastrukturellen Voraussetzungen 3.2 Die Geschichte des Schleswig-Holstein Tourismus 3.3 Ballungsorte und Trends in der schleswig-holsteinischen Tourismusdestination4. Regionalkonomische Effekte des Tourismus5. Vorgehensweise bei der Vermarktung einer Destination6. Das Tourismuskonzept der Region/Destination Schleswig-Holstein 6.1 Die Leitprojekte Schleswig-Holsteins: Ziele und Beispiele7. Fazit und Ausblick8. Literaturverzeichnis
  • 2. HumGeo BS Tourismusdestination Schleswig-Holstein 23.02.20091. Die touristische Ausgangslage in der BRD und Schleswig-HolsteinUm die Brisanz des Themas Tourismusdestination Schleswig-Holstein zu verstehen, ist es wichtig,dass die derzeitige Lage und die vermutete Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und spe-ziell auch die Ausgangslage Schleswig-Holsteins aufgezeigt werden. Der Tourismus in Deutschland istmit einem Gesamtbeitrag zum deutschen Haushalt von ca. 26 Mrd. Euro im Jahre 2006 (DZT 2007)ein nicht wegzudenkender Wirtschaftszweig. Die Bundesrepublik gehrt laut der WTO (2007) zu denTop 10 Reisedestinationen der Welt (Adjouri Bttner 2008). So ist es zu verstehen, dass man explizitim Bereich des Tourismus groe Chance fr die konomischen Auswirkungen fr eine Destinationsieht.Schleswig-Holstein, ein Bundesland mit idealen Tourismusvoraussetzungen, profitierte im letztenJahrzehnt, vielleicht aufgrund von Konkurrenzdestinationen wie Mecklenburg-Vorpommern oder im-mer gnstiger werdenden Auslandsreisen, nicht ausreichend von der zunehmenden Tourismusent-wicklung der BRD (Adjouri Bttner 2008). Es gibt viel zu tun. Packen wirs an! Dies waren die Wortedes ehemaligen Wirtschaftsministers Dietrich Austermann auf einer Tourismuskonferenz im Jahre2006.Man erkannte, dass Schleswig-Holstein sich auf seiner geographischen Lage (Binnenland zwischender Nord- und Ostsee) ausgeruht hatte und es an einem gemeinsamen Tourismuskonzept auf kom-munaler und Landesebene fehlte. Es wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe aus tourismusrele-vanten Resorts gegrndet, die zur Entwicklung neuer Konzepte der schleswig-holsteinischen Touris-musdestination instruiert wurde. Schleswig-Holstein wollte wieder mehr von den Einnahmen des Tou-rismuszweiges profitieren.2. Die Begriffe Tourismus und DestinationDie, mit der Region Schleswig-Holstein eingefhrten Begriffe Tourismus und Destination, bilden denHauptfaktor zum Verstndnis der Thematik. Whrend der Begriff Tourismus (bzw. Fremdenverkehr)auch aus politscher, konomischer, psychologischer, historischer, sozio-konomischer oder sozio-kul-tureller Sicht interpretiert werden kann, ist der Begriff Destination stark geographisch geprgt. Folgen-de Definitionen klren auf, warum diese beiden Begriffe von besonderer Bedeutung dieser Thematiksind:2.1 Der Begriff TourismusDie WTO beschrieb den Begriff Tourismus im Jahre 1993 mit den Worten: Tourismus umfasst die Ak-tivitten von Personen, die an Orte auerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zuFreizeit-, Geschfts-, oder bestimmten anderen Zwecken nicht lnger als ein Jahr ohne Unterbre-chung aufhalten. Das bedeutet, dass der Tourismus als Fundament die Reise beinhaltet. Der BegriffReise setzt sich zusammen aus einem Ortswechsel mit verschiedenen Transportmitteln, einem vor-bergehenden Aufenthalt in einem fremden Ort und einer bestimmten Motivation, diese, vom Touris-ten gewhlte Region aufzusuchen (Freyer 2006, 2).2.2 Der Begriff DestinationEine Nachfrage im Bereich Tourismus richtet sich stets nach Zielgebieten und Regionen. Hierbei gibtes vielschichtige Betrachtungsweisen auf Mikro- bzw. Makroebene. Zum einen knnen Destinationenauf Mikroebene als Hotelkomplexe, knstliche Erlebniswelten oder andere Resorts beschrieben wer-den oder auf Makroebene als ganze Region, ganzes Land oder als ganzer Kontinent. (Bieger 2006,141) Vor allem die nachfrageorientierte Sicht definiert eine Destination sehr przise: () Geographi-scher Raum (), den der jeweilige Gast () als Reiseziel auswhlt. Sie enthlt smtliche () Einrich-tungen fr Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung, Beschftigung. Sie ist damit eine Wettbewerbs-einheit (). (Bieger 2002, 56). Somit liegt der Destination, wie schon die nachfrageorientierte Definiti-on besagt, immer einen geographischen Raum variabler Gre zu Grunde. 2
  • 3. HumGeo BS Tourismusdestination Schleswig-Holstein 23.02.2009 3. Schleswig-Holstein in Daten und Zahlen Um Schleswig-Holstein zu charakterisieren und um zu verstehen, welche touristisch interessanten Voraussetzung gegeben sind, werden entscheidende Faktoren herauskristallisiert. Die Faktoren ge- ben einen Gesamtberblick, warum Schleswig-Holstein als Tourismusdestination berhaupt als The- ma von Bedeutung ist. Hierbei sind besonders die geographische Lage und infrastrukturelle Gegeben- heiten zu betrachten, da diese dem Touristen implizieren, weshalb er in dieser Region Urlaub machen mchte. Auerdem sind geschichtliche Daten der Tourismusentwicklung mit einzubeziehen, wenn man die heutige Lage Schleswig-Holsteins erfassen mchte. 3.1 Die geographischen und infrastrukturellen Voraussetzungen Schleswig-Holstein ist das nrdlichste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Mit insgesamt nur 15.731 km Flche, ist es hinter den drei Stadtstaaten Bremen, Berlin, Hamburg und dem Saar- land, dass fnft-kleinste Bundesland. Schleswig-Holsteins geographischer Vorteil ist der besondere Lagepunkt: Als Land zwischen den Meeren (Auswrtiges Amt 2007) hat Schleswig-Holstein eine be- sonders lange Kstenregion. 402 Ostsee-Kstenkilometer und 468 Nordsee-Kstenkilometer (Statisti- sches Bundesamt 1999) bieten der Region eine ideale Grundlage, um sich als Tourismusdestination etablieren zu knnen. Mit ca. 2.837.000 Einwohnern (Statistisches Bundesamt 2008) belegt Schles- wig-Holstein den neunten Rang im Lnder-Ranking. Die Landeshauptstadt Kiel ist auch gleichzeitig die bevlkerungsreichste Agglomeration mit 235.700 Einwohnern (Statistik-Nord 2007). Die Bevlke- rungsdichte liegt mit 175 Einwohnern/km recht deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (230 Ew/km), wobei sich die Agglomerationsschwerpunkte auf die Ostseekste, vor allem auf Kiel, Flensburg und Lbeck beschrnken. Weitere Ansiedlungspunkte befinden sich im Umland von Hamburg und rund um die Kernstdte Neumnster, Heide, Itzehoe und Rendsburg (Rathje 2004, 53). Schleswig-Holstein hat ein gut ausgebautes Verkehrsnetz (9.880 km) und macht somit berregionales Reisen mglich. Auch die Schifffahrt ist ein stark ausgeprgter Infrastruktursektor. Lbeck, Kiel, Brunsbttel, Flensburg, Hu- sum und Puttgarden werden stark frequentiert und der berseehafen Hamburg ist maximal zwei Auto- stunden von allen schleswig-holsteinischen Regionen entfernt. Da Schleswig-Holstein keine bedeuten- den Flughfen aufweist, nimmt Hamburg einen wichtigen Stellenwert ein, weil es einen internationalen Flughafen bietet, der eine direkte Anbindung an das nrdlichste Bundesland ermglicht. Ein ausge- prgtes Schienennetz verbindet alle bedeutenden Regionen mit den Kernstdten. Neben der Deut- schen Bahn AG gibt es auch private Anbieter, die auch weniger stark bevlkerte Regionen miteinbe- ziehen (WTSH 2008). Aus touristischer Hinsicht sind auch die Heil- und Kurorte bzw. Bder von Be- deutung, die schon seit Jahrzehnten Besucher nach Schleswig-Holstein ziehen. Diese findet man in Schleswig-Holstein sehr hufig. 3.2 Die Geschichte des Schleswig-Holstein Tourismus Die Geschichte des Schleswig-Holstein Tourismus begann zur Zeit der Industrialisierung (Mitte 19. Jahrhundert). Durch die hohe Smogbelastung in den Stdten, proklamierten vor allem rzte, die Wert- schtzung der Natur. Personen ohne hohes Einkommen frequentierten die nhergelegenen Naturru- me und wer es sich leisten konnte, der fuhr an die See. Schleswig-Holstein profitierte von seiner geo- graphischen Lage, direkt zwischen den Meeren und seiner hohen Luftreinheit. Es bildeten sich zum Beispiel Luftkurorte wie Preetz oder See-, Heil- und Kurbder. Durch das reiche Publikum bildeten sich prunk- volle Promenaden und Luxusanla- gen, die fr die reicheren Gste er- baut wurden. Die Krisen stellten sich doch recht bald mit den beiden Welt- kriegen und der Weltwirtschaftskrise ein und zerstrten einen Groteil der Anlagen. In Zeiten des Wirtschafts- wunders setzte sich ein neuer TrendAbb. 1: Trends der Unterknfte von 1972-2015 Quelle: RA-Trendstudie2005