Tunnel Tiergarten Spreebogen - Der Tunnel Tiergarten-Spreebogen geht in Betrieb. Damit...

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    18-Oct-2019
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  • Tunnel Tiergarten Spreebogen - TTS -

    Stadtstraßentunnel unter dem Tiergarten im Zuge der B96

  • Vorwort .............................................................. 1

    TTS - Das Vorhaben ......................................... 2

    TTS - Der Rohbau ............................................. 8

    TTS - Der Ausbau und die .............................. 14 Inbetriebnahme

    TTS - Die Verkehrsbeziehungen .................... 20

    TTS - Zahlen und Fakten ................................ 21

  • 1

    Vorwort

    Der Tunnel Tiergarten-Spreebogen geht in Betrieb. Damit können die Berlinerinnen und Berliner nun eine zügige Nord-Süd-Straßenverbindung in zentraler Lage nutzen. Der Tiergarten, die „grüne Lunge Berlins“, wird vom Durchgangsverkehr befreit und gleichzeitig wird eine proviso- rische Straßenführung überflüssig, die als Entlastungsstraße in der Zeit der Teilung den West- Berliner Nord-Süd-Verkehr über fast drei Jahrzehnte an der Sektorengrenze entlang führte.

    Der zwischen Heidestraße im Norden und dem Landwehrkanal im Süden verlaufende Tunnel wird an der Invalidenstraße und am Kemperplatz zusätzlich mit dem oberirdischen Straßennetz verknüpft. Durch den Tunnel werden die Straßenzüge östlich und westlich des Tiergartens deutlich vom Verkehr entlastet. Die Entlastungsstraße kann in Teilen zurückgebaut und der Tier- garten wieder zusammengeführt werden. Hierdurch kann er in seiner wichtigen Rolle für die Stadtökologie und die Erholungsnutzung gestärkt werden.

    Ich freue mich, dieses komplexe Tunnelbauvorhaben dem Verkehr übergeben zu können und danke allen, die mit viel Engagement die Planung und Ausführung begleitet haben.

    Ingeborg Junge-Reyer Senatorin für Stadtentwicklung

  • 2

    Allgemeines Zur Bewältigung der Verkehrsaufgaben für die Hauptstadt Berlin mussten neben dem Wie- deraufbau des Bahnnetzes auch Lösungen zur Führung des Straßenverkehrs gefunden wer- den.

    Diese beiden grundsätzlichen Aufgaben wur- den durch das Projekt „Verkehrsanlagen im Zentralen Bereich“ (VZB) miteinander ver- knüpft. Neben dem Straßentunnel für die Bundesstraße B96 umfassen die Verkehrsanla- gen im Wesentlichen die Tunnelbauten für die Fern- und Regionalbahn sowie zwei Abschnit- te der geplanten U-Bahnlinien U3 und U5.

    Für das Parlaments- und Regierungsviertel im „Spreebogen“, den neuen Entwicklungs- schwerpunkt am neuen Berliner Hauptbahn- hof – Lehrter Bahnhof und den Bereich des Potsdamer Platzes wurde im Zuge der Realisierung der VZB die derzeitige, in Nord- Süd-Richtung verlaufende Bundesstraße B96 durch eine Tunnellösung ersetzt. Der Umbau- abschnitt der Bundesstraße B96 hat eine Ge- samtlänge von ca. 2,9 km.

    TTS – Das Vorhaben

    In der Planung

    Übersicht Verkehrs- anlagen im Zentralen Bereich Berlin

  • 3

    Ausgangssituation Das Planungsgebiet wird von wichtigen Hauptverkehrsstraßen mit übergeordneter Bedeutung durchquert.

    Die Bundesstraße B96 zerschneidet im Zuge der ursprünglich als Zwischenlösung angeleg- ten Entlastungsstraße die größte innerstädti- sche Grünanlage, den Tiergarten. Hierdurch wird neben der ökologischen Beeinträchti- gung auch die Erholungsnutzung einge- schränkt.

    Geplante Situation Um den an der Oberfläche verlaufenden Durchgangsverkehr vom Tiergarten- und Spreebogenareal fernzuhalten, ist die Verle- gung der Entlastungsstraße (Bundesstraße B96) in einen Tunnel erforderlich. Das Ergeb- nis der Planungen und der untersuchten Vari- anten ist ein Stadtstraßentunnel zwischen der Heidestraße im Norden und dem Landwehr- kanal im Süden.

    Die neue Trasse der B96 verlässt die Heide- straße südlich der Döberitzer Straße. Die etwa 2,4 km lange Tunnelstrecke beginnt ca. 50 m nördlich der Invalidenstraße. Nach der Tunnel- querung der Spree in direkter Nähe zur Nord- Süd-Fernbahnverbindung schwenkt die Tun- nelführung nach Westen ab und verläuft ab der Scheidemannstraße etwa auf der Trasse der Entlastungsstraße. Südlich davon sind die Hochbauten am Potsdamer Platz für die Tras- sierung und die verkehrliche Gestaltung maß- gebend. Der Straßentunnel endet etwa 100 m nördlich des Landwehrkanals und stellt über ein Trogbauwerk die Verbindung zum Reich- pietschufer her. Der Anschluss des Straßen- tunnels an das südlich des Landwehrkanals gelegene Schöneberger Ufer wird über eine neue Kanalbrücke (George-C.-Marshall-Brü- cke) hergestellt.

    TTS – Das Vorhaben

    Im Verkehrsnetz

    Die eingetunnelte Ver- kehrsführung löst die vor- handenen und zukünfti- gen Verkehrsprobleme bei gleichzeitiger entschei- dender Verbesserung der städtebaulichen und öko- logischen Situation.

    bisheriger Verlauf

    Verlauf ab 1980

    Verlauf bis 1961

    ehemalige Sektorengrenze

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    Für die städtebauliche Entwicklung ergeben sich hieraus folgende Möglichkeiten:

    – Begrenzung der Verkehrsbelastung inner- halb der ebenerdigen Erschließungs- straßen,

    – Aufnahme des aus der Neubebauung am Potsdamer Platz resultierenden Verkehrs- aufkommens,

    – Freihaltung der zukünftigen Bebauungs- flächen westlich des Potsdamer Platzes und am Lehrter Bahnhof.

    – Freihaltung des Parlaments- und Regie- rungsviertels vom Durchgangsverkehr und

    – Wiederherstellung des Tiergartens und seiner Funktion für Flora, Fauna und Erho- lung durch die entfallende ebenerdige Entlastungsstraße

    Nach dem Rückbau der Entlastungsstraße kann der Tiergarten im Sinne des Parkpflege- werks gestaltet werden und ehemalige Wege werden wieder miteinander verknüpft. Die in der Leistungsberechnung ermittelte Verkehrsbelastung beträgt für den Hauptab- schnitt des Tunnels zwischen Invalidenstraße und Kemperplatz in beiden Fahrtrichtungen zusammen etwa 50.000 KfZ/Tag. Der LKW-

    Anteil wird mit 10 % berücksichtigt. Grund- lage für die in diesem Tunnelabschnitt durch- geführten Berechnungen ist ein Richtungs- tunnel mit je zwei Fahrstreifen und einem seitlichen Nothaltestreifen.

    Die nördlich und südlich anschließenden Tun- nelabschnitte erhalten in jeder Fahrtrichtung jeweils einen Fahr- und einen Nothaltestrei- fen. Bei Bedarf kann der Nothaltestreifen in diesen Bereichen für den Verkehr freigegeben werden, so dass in bestimmten Betriebszu- ständen eine durchgängige zweispurige Nut- zung des Tunnels möglich ist. In den Ein- und Ausfahrtsbereichen wird die Anzahl der Fahrstreifen erhöht und den jewei- ligen ebenerdig verlaufenden Verkehrssitua- tionen angepasst. Die zu- und abführenden Hauptverkehrs- straßen wurden den neuen Gegebenheiten angepasst, die umliegenden Lichtsignalanla- gen (LSA) sind für die veränderten Verkehrs- ströme vorbereitet. Während der ersten Wochen nach der Verkehrsfreigabe des Tun- nels steht eine “Task-Force“ in Bereitschaft, um ggf. die Feinabstimmung der LSA-Programme auf die tatsächliche Verkehrsverteilung vorzu- nehmen.

    Links: Systemplan Fahr- streifen im Tunnel

    Rechts: Verkehrsbelastung in der Spitzenstunde

    TTS – Das Vorhaben

    Im Verkehrsnetz

    Die Leistungsfähigkeit des Straßentunnels und seiner Anschlussknoten an das oberirdische Straßensystem ist für das erwartete Verkehrsaufkommen im Jahr 2015 nachgewiesen worden.

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    Hauptbahnhof Berlin - Lehrter Bahnhof Der neue Hauptbahnhof Berlin - Lehrter Bahn- hof sieht eine Verknüpfung der Fern-, Regio- nal- und S-Bahn auf der Stadtbahntrasse mit dem zukünftigen Nord-Süd-Verkehr vor. Als Zentrum des Fernbahnkreuzes wird dem Hauptbahnhof Berlin – Lehrter Bahnhof des- halb in Zukunft eine große Bedeutung gerade als Umsteigebahnhof zukommen. Das Parkhaus im Hauptbahnhof Berlin – Lehr- ter Bahnhof erhält eine eigenständige Erschließung mit direkter Ein- und Ausfahrt aus dem Straßentunnel TTS.

    TTS – Das Vorhaben

    Im Stadtgefüge

    Ausfahrt Tiefgarage Hauptbahnhof Berlin Ausfahrt Loading Dock Sony-Center

    Querschnitt im Bereich Rampe Invalidenstraße

    Sony Center am Potsdamer Platz Am Potsdamer Platz hat Sony mit seinen Part- nern Tishman Speyer und Kajima auf einer Fläche von ca. 26.500 m2 ein städtisches Gebäudeensemble errichtet. Mittelpunkt ist das 4.000 m2 große überdachte Forum. Um den öffentlichen Platz sind Bürogebäude, Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel, die Deutsche Mediathek, das Filmhaus und ein modernes Kinozentrum mit einem 3D-IMAX- Kino gruppiert. Das unmittelbar neben dem Tunnelbauwerk der Bundesstraße B96 liegende Tiefgeschoss des Sony-Areals erhält südlich der Lenné- straße einen LKW-Straßenanschluss. Die östli- che Röhre des Straßentunnels wird in diesem Bereich für LKWs aus südlicher Richtung so aufgeweitet, dass eine separate, vom durchge- henden Straßenverkehr getrennte Ein- und Ausfädelungsspur entsteht.

    Die unterirdische LKW-Anbindung bewirkt eine zusätzliche Entlastung des ebenerdigen Straßenverkehrs bei gleichzeitiger Verbesse- rung und Sicherung der Ver- und Entsor- gungssituation für das Sony Center am Pots- damer Platz.

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    Daimler-Chrysler Im südwestlichen Bereich des Potsdamer Plat- zes entstand auf dem Grundstück des Daim- ler-Chrysler Konzerns ein neues Stadtviertel. Das etwa 68.000 m2 große Gebiet erstreckt sich bis zum Landwehrkanal und enthält Büros, Wohnungen, Läden, Kinos, ein Spielca- sino, ein Musicaltheater, ein Varieté, ein Hotel, Restaurants und Cafés.

    Das unterhalb des Straßentunnels liegende LKW-Geschoß von Daimler-Chrysler kann vom Reichpietschufer über eine Rampe aus der östlichen Tunnelröhre angefahren werden. Die Ausfahrt aus dem