TZIMON BARTO KLAVIER ROBERT SCHUMANN ZUM 200. Schumann skeptisch gegen£¼ber und...

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  • 11./12.06.2010

    ESCHENBACH TZIMON BARTO KLAVIER ROBERT SCHUMANN ZUM 200. GEBURTSTAG

    SAISON 2009/2010 ABONNEMENTKONZERTE D8 / L8

  • 03

    Dirigent:

    Solist:

    ROBERT SCHUMANN (1810 – 1856)

    ROBERT SCHUMANN

    Freitag, 11. Juni 2010, 20 Uhr Hamburg, Laeiszhalle, Großer Saal Samstag, 12. Juni 2010, 19.30 Uhr Lübeck, Musik- und Kongresshalle

    CHRISTOPH ESCHENBACH TZIMON BARTO KLAVIER

    Introduktion und Allegro appassionato – Konzertstück für Klavier und Orchester G-Dur op. 92 (1849) – (attacca:)

    Thema und Variationen für Klavier Es-Dur „Geistervariationen“ (1854) – (attacca:)

    Konzert-Allegro mit Introduktion für Klavier und Orchester d-moll op. 134 (1853)

    Pause

    Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“ (1850)

    I. Lebhaft II. Scherzo. Sehr mäßig III. Nicht schnell IV. Feierlich – (quasi attacca:) V. Lebhaft (alla breve)

    Einführungsveranstaltung am 11.06.2010 um 19 Uhr mit Habakuk Traber im Kleinen Saal der Laeiszhalle.

    Das NDR Sinfonieorchester ist mit dem Programm dieses Abends am 13.06.2010 in Neubrandenburg zu Gast; dieses Konzert wird live ab 16 Uhr auf NDR Kultur gesendet.

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    Hören und genießen

    Die Konzerte des NDR Sinfonieorchesters hören Sie auf NDR Kultur.

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    Weitere Frequenzen unter ndrkultur.de

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  • 0504

    SOLISTDIRIGENT

    Tzimon Barto wuchs in Florida auf, wo er mit fünf

    Jahren ersten Klavierunterricht von seiner Groß-

    mutter erhielt. An der Juilliard School in New York

    studierte er bei der renommierten Klavierdozentin

    Adele Marcus. Bereits in dieser Zeit gewann er

    gleich zweimal hintereinander den Gina Bachauer

    Wettbewerb. Darüber hinaus war Tzimon Barto

    Coach und Dirigent am American Opera Center

    (New York). Für seine Leistungen als junger Dirigent

    zeichnete ihn das Tanglewood Institute als „Most

    Outstanding Student“ aus. Der internationale

    Durchbruch erfolgte Mitte der 1980er Jahre, als

    Tzimon Barto auf Einladung Herbert von Karajans

    im Wiener Musikverein und bei den Salzburger

    Festspielen auftrat. Seither ist der Pianist mit

    nahezu allen international bekannten Orchestern

    in Erscheinung getreten, insbesondere mit den

    großen amerikanischen Orchestern in Philadelphia,

    New York, Cleveland, Chicago, Boston, San Francis-

    co und Houston, sowie mit dem Mariinsky Orches-

    ter, den Berliner Philharmonikern, der Staatska-

    pelle Dresden, dem NDR Sinfonieorchester, dem

    Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Sym-

    phonikern, dem London Philharmonic Orchestra,

    dem Orchestre de Paris, dem Orquesta Nacional de

    España und dem NHK Symphony Orchestra Tokio.

    Tzimon Barto ist ein häufiger Gast bei großen Festi-

    vals wie dem Ravinia Festival in den USA oder dem

    White Nights Festival in St. Petersburg. In seiner

    nunmehr gut 25-jährigen Karriere, die durch zahl-

    reiche CD-Produktionen dokumentiert ist, arbeitete

    er häufig mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach

    zusammen, mit dem ihn eine ebenso lange Freund-

    schaft verbindet. Im Jahr 2006 hat der Pianist

    den internationalen Kompositionswettbewerb für

    Klavier solo „Barto Prize“ ins Leben gerufen.

    Barto spricht fünf Sprachen fließend, liest Alt-

    griechisch, Latein und Hebräisch und lernt derzeit

    Mandarin. Zusätzlich zu seiner Musikerkarriere

    betätigt er sich als Schriftsteller. Sein erstes Buch

    „Eine Frau griechischer Herkunft“ erschien 2001

    und wurde 2008 neu aufgelegt. Eine Bühnenver-

    sion wurde in Frankfurt und Wien aufgeführt

    und auf DVD veröffentlicht. Vor kurzem erschien

    zu dem der Roman „Harold Flanders“.

    DIRIGENT

    Christoph Eschenbach ist in seiner zehnten und

    letzten Spielzeit Directeur musical des Orchestre

    de Paris. Als Gastdirigent ist er regelmäßig bei

    den renommiertesten Orchestern sowie an den

    großen internationalen Opernhäusern vertreten.

    Eschenbach, der zum sechsten Music Director

    des National Symphony Orchestra in Washington

    DC sowie zum Music Director des dortigen John F.

    Kennedy Center for the Performing Arts ernannt

    wurde, wird ab September 2010 eine Schlüssel-

    rolle im künstlerischen Planungsbereich dieser

    beiden angesehenen Institutionen einnehmen.

    Weiterhin ist er seit 2004 Chefdirigent der Inter-

    nationalen Orchesterakademie des Schleswig-

    Holstein Musik Festivals. In der vergangenen

    Spielzeit dirigierte Eschenbach das Orchestre de

    Paris beim Musikfest Berlin, bei den BBC Proms

    in London und im Rahmen eines Skandinavien-

    Gastspiels. Darüber hinaus unternahm er eine

    dreiwöchige Europa-Tournee mit dem Philadelphia

    Orchestra, dem Eschenbach in der Zeit von 2003

    bis 2008 als Music Director vorstand. Weitere

    Gastengagements führten ihn u. a. zu den Wiener

    Philharmonikern, zum New York Philharmonic

    und zum Koninklijk Concert gebouworkest Amster-

    dam, wo er als Dirigent debü tierte. In dieser Sai-

    son kehrt Christoph Eschenbach ans Pult des

    London Philharmonic Orchestras zurück (China-

    Tournee). Weiterhin stehen Konzerte mit vielen

    anderen renommierten Orchestern an (u. a. Staats-

    kapelle Dresden, San Francisco Symphony

    Orchestra, Münchner Philharmoniker, Orchestra

    Filarmonica della Scala). Als Pianist setzt Christoph

    Eschenbach seine Zu sam menarbeit mit Matthias

    Goerne fort, mit dem er Liederzyklen von Schubert

    auf CD einspielt. Von George Szell und Herbert

    von Karajan gefördert, war Eschenbach von 1982

    bis 1986 künst lerischer und musikalischer Leiter

    des Tonhalle Orchesters Zürich. Weiterhin leitete

    er als Music Director das Houston Symphony

    Orchestra (1988 – 1999), war Music Di rec tor des

    Ravinia Festival (1994 – 2003), Chefdirigent des

    NDR Sinfonieorchesters (1998 – 2004) sowie künst-

    lerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik

    Festivals (1999 – 2002). Neben vielen weiteren

    Auszeichnungen wurde ihm das Bundesverdienst-

    kreuz und der Commandeur dans l’Ordre des Arts

    et des Lettres verliehen.

    CHRISTOPH ESCHENBACH TZIMON BARTO KLAVIER

  • 0706

    PROGRAMM

    Erst in der 1920 erschienenen Schumann-Bio-

    graphie von Hermann von der Pfordten liest man

    von der „törichten“ Anmaßung, als „Laie medizi-

    nisch urteilen zu wollen“, was allerdings auch

    diesen Autoren nicht vor einigen drastischen

    Fehleinschät zungen bewahrt hat. Und dennoch:

    Pfordten stellte bezüglich der allseits erfolgten

    Verquickung von Schumanns Krankheit und sei-

    nen Kompositionen die wichtige Frage: „Wenn wir

    nichts davon wüssten, würden wir es dann aus

    seiner Musik heraushören?“ Angesichts der Ge-

    stalt der betroffenen Werke ist dies mit Sicherheit

    zu verneinen. Ihr Wert und ihre Originalität sind

    heute u. a. aufgrund der erhellenden Analysen in

    den 1984 nahezu zeitgleich erschienenen Disser-

    tationen von Michael Struck und Reinhard Kapp

    („Studien zum Spätwerk Robert Schumanns“

    bzw. „Die umstrittenen späten Instrumentalwerke

    Robert Schumanns“) allgemein anerkannt.

    In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – zu

    einer Zeit, in der in Anlehnung an Theodor W.

    Adorno Musik nur dann als „wahr“ empfunden

    wurde, wenn sie die Zerrissenheit der gesell-

    schaftlichen Zustände aus der Perspektive des

    darunter leidenden Subjekts widerspiegelt – hat

    bezüglich Schumanns Krankheit insofern eine

    Neubewertung stattgefunden, als dass durch sie

    das musikwissenschaftliche Interesse an den

    späten Kompositionen gesteigert wurde. Auch

    zahlreiche Komponisten wie etwa Dieter Schnebel

    oder Wolfgang Rihm haben sich intensiv mit

    Schumanns Musik der letzten Jahre auseinander-

    gesetzt. Schließlich wurde Schumann, so Rihm

    in einem Aufsatz von 1984, immer wieder zu Un-

    recht „verniedlicht zum Träumer im Schlafrock

    oder disqualifiziert zum Stümper in Form und Klang

    oder dämonisiert zum Irren von Endenich […].“

    EIN „GEISTVOLL AUSGEFÜHRTES TONSTÜCK“: SCHUMANNS KONZERTANTE RARITÄTEN Am 20. September schrieb Clara Schumann über

    das zwischen dem 18. und 26. September 1849

    komponierte Konzertstück op. 92 ihres Mannes:

    „Ich freue mich sehr darauf, es zu spielen – sehr

    leidenschaftlich ist es, und gewiß werde ich es

    auch so spielen. Die Introduktion, die mir ganz klar

    geworden […], ist sehr schön, die Melodie eine tief

    empfundene, – das Allegro muß ich erst noch ge-

    nauer kennen, um einen vollkommenen Eindruck

    davon zu haben.“ Die Uraufführung am 14. Februar

    1850 im Leipziger Gewandhaus, von der Clara

    berichtete, ihr habe „die Angst fürchterlich mi