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Überstunden und Mehrarbeitsstunden in Österreich: Entstehung und Verbreitung in Österreich; Umgang im internationalen Vergleich LANGFASSUNG DES ERGEBNISBERICHTS Zu vorliegendem Projekt wurde auch ein gekürzter Bericht verfasst, der Ergebnisse zusammenfassend präsentiert und auf die Darstellung methodischer Erläuterungen weitgehend verzichtet. Autoren und Autorinnen: Annika Schönauer, Franz Astleithner, Matthias Nocker, Ingrid Mairhuber, Thomas Mittelberger Mitarbeit: Jörg Flecker und Katarina Hollan FORBA-Forschungsbericht 5/2016 (Langfassung) Wien, Oktober 2016 Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt A-1020 Wien, Aspernbrückengasse 4/5 Tel.: +431 21 24 700 Fax: +431 21 24 700-77 [email protected] http://www.forba.at

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  • berstunden und Mehrarbeitsstunden in sterreich: Entstehung und Verbreitung in sterreich; Umgang im internationalen Vergleich

    LANGFASSUNG DES ERGEBNISBERICHTS

    Zu vorliegendem Projekt wurde auch ein gekrzter Bericht verfasst, der Ergebnisse zusammenfassend prsentiert und auf die Darstellung methodischer Erluterungen weitgehend verzichtet.

    Autoren und Autorinnen:

    Annika Schnauer, Franz Astleithner, Matthias Nocker, Ingrid Mairhuber, Thomas Mittelberger

    Mitarbeit: Jrg Flecker und Katarina Hollan

    FORBA-Forschungsbericht 5/2016 (Langfassung)

    Wien, Oktober 2016

    Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt A-1020 Wien, Aspernbrckengasse 4/5 Tel.: +431 21 24 700 Fax: +431 21 24 700-77 [email protected] http://www.forba.at

  • Inhalt

    I

    INHALT

    EINLEITUNG ................................................................................................................................................ 1

    1 QUANTITATIVE SEKUNDRDATENAUSWERTUNG ................................................................ 3

    1.1 Einleitung ..................................................................................................................................... 3

    1.2 Verteilung von Arbeitszeiten und berstunden ein empirischer berblick ................................ 6

    1.3 All-in Arbeitsvertrge .................................................................................................................. 32

    1.4 Arbeitszeit: Wunsch und Wirklichkeit ......................................................................................... 38

    1.5 berstunden, Unterbeschftigung und Arbeitslose nach Berufsuntergruppen (ISCO 3-Steller) fr 2014 ...................................................................................................................... 48

    1.6 Einkommen aus berstunden fr Beschftigte in der Privatwirtschaft fr unterschiedliche Beschftigtengruppen ..................................................................................... 49

    1.7 Zum strukturellen Einsatz von berstunden .............................................................................. 59

    1.8 Bestimmungsfaktoren fr den Einsatz von berstunden in der Privatwirtschaft ........................ 65

    1.9 Zusammenfassung .................................................................................................................... 68

    2 QUALITATIVE FALLSTUDIEN .................................................................................................. 73

    2.1 Einleitung ................................................................................................................................... 73

    2.2 Fallstudie Einzelhandel .............................................................................................................. 80

    2.3 Fallstudie Logistik ...................................................................................................................... 90

    2.4 Fallstudie Public Relations (PR)................................................................................................. 99

    2.5 Fallstudie Justiz ....................................................................................................................... 110

    2.6 Fallstudie Gastronomie ............................................................................................................ 121

    2.7 Fallstudie Holzverarbeitung ..................................................................................................... 130

    2.8 Zusammenfassung .................................................................................................................. 144

  • Inhalt

    II

    3 INTERNATIONALE BEISPIELE ZUR REGULIERUNG VON BERSTUNDEN ...................... 153

    3.1 Einleitung ................................................................................................................................. 153

    3.2 Arbeitszeit und berstunden in Dnemark .............................................................................. 154

    3.3 Arbeitszeit und berstunden in Frankreich .............................................................................. 159

    3.4 Arbeitszeit und berstunden in Schweden .............................................................................. 164

    3.5 Arbeitszeit und berstunden in Deutschland ........................................................................... 171

    3.6 Zusammenfassung .................................................................................................................. 178

    4 SCHLUSSFOLGERUNGEN .................................................................................................... 182

    4.1 Problemfeld lange Arbeitszeiten und berstunden .................................................................. 182

    4.2 berstunde ist nicht gleich berstunde ................................................................................... 183

    4.3 Anstze fr Reduktion langer Arbeitszeiten und berstunden ................................................. 185

    4.4 Potential von berstundenreduktion fr Beschftigungsentwicklung ....................................... 188

    LITERATUR .............................................................................................................................................. 190

  • Inhalt

    III

    ABBILDUNGSVERZEICHNIS

    Abbildung 1-1: Tatschlich geleistete Arbeitszeit und Anteil der berstundenleistenden

    nach Geschlecht fr Vollzeitbeschftigte, 2005 bis 2014 ............................................... 11

    Abbildung 1-2: Anteil der berstunden am gesamten Arbeitsvolumen und Anteil der bezahlten berstunden nach Geschlecht fr Vollzeitbeschftigte in Prozent, 2005 bis 2014 ................................................................................................... 12

    Abbildung 1-3: Arbeitszeit und berstunden nach der hchsten abgeschlossenen Ausbildung fr Vollzeitbeschftigte, 2005 bis 2014 ........................................................ 13

    Abbildung 1-4: Arbeitszeit und berstunden nach der beruflichen Stellung fr Vollzeitbeschftigte in Stunden, 2005 bis 2014 .............................................................. 17

    Abbildung 1-5: Anteil der berstunden am gesamten Arbeitsvolumen und Anteil der abgegoltenen berstunden an allen berstunden nach der beruflichen Stellung fr Vollzeitbeschftigte in Prozent, 2005 bis 2014 ............................................ 18

    Abbildung 1-6: Arbeitszeit von Mnnern und Frauen (20 bis 64 Jahre) fr Voll- und Teilzeitbeschftigte in Stunden, 2014 ............................................................................. 20

    Abbildung 1-7: Arbeitszeit und berstunden von Mnnern und Frauen (20 bis 64 Jahre) mit und ohne Kinder in Stunden ber dem Alter, 2014 ................................................... 21

    Abbildung 1-8: Bezahlte und unbezahlte berstunden nach Netto-Einkommensdezilen (inkl. berstundeneinkommen) fr Vollzeitbeschftigte in Stunden, 2014 ...................... 32

    Abbildung 1-9: Verbreitung von All-in Vertrgen nach der hchsten abgeschlossenen Ausbildung in Prozent, Vollzeit, 2013 ............................................................................. 33

    Abbildung 1-10: All-in Vertrge nach ISCO-08 Berufshauptgruppen (1-Steller) in Prozent, Vollzeit, 2013 .................................................................................................................. 34

    Abbildung 1-11: Verbreitung von All-in Vertrgen nach Wirtschaftsabschnitten in Prozent, Vollzeit, 2013 .................................................................................................................. 35

    Abbildung 1-12: Arbeitszeit im Vergleich von klassischem und All-in Arbeitsvertrag nach der Bildung fr vollzeitbeschftigte Mnner und Frauen in Stunden, 2013 ..................... 36

    Abbildung 1-13: Nettostundenlohn von Vollzeitbeschftigten mit und ohne All-in Vereinbarung nach der hchsten abgeschlossenen Bildung in Euro, 2013 ................................................................................................................................ 38

    Abbildung 1-14: Differenz zwischen der gewnschten Arbeitszeit und der normalerweise geleisteten Arbeitszeit nach der normalerweise geleisteten Arbeitszeit in Stunden, 2014 ................................................................................................................ 40

    Abbildung 1-15: Entwicklung der gewnschten und der normalerweise geleisteten Arbeitszeit fr vollzeitbeschftigte Mnner und Frauen in Stunden, 2005 bis 2014 .......................................................................................................................... 41

    Abbildung 1-16: Aggregierte Differenz zwischen gewnschter und normalerweise geleisteter Arbeitszeit nach der hchsten abgeschlossenen Bildung in VZ, 2014 ....................................................................................................................... 42

    Abbildung 1-17: Arbeitszeitwnsche nach dem Alter und nach dem Geschlecht in Stunden, 2014 ................................................................................................................ 43

  • Inhalt

    IV

    Abbildung 1-18: Differenz zwischen Arbeitszeitwnschen und Arbeitszeitrealitt ber das Alter nach dem Geschlecht fr Voll- und Teilzeitbeschftigte in Stunden, 2014 ................................................................................................................................ 44

    Abbildung 1-19: Anteil der Beschftigten (Voll- und Teilzeit) mit berstundeneinkommen nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeit, exkl. berstundeneinkommen) fr Mnner und Frauen in Prozent fr 2014........................... 51

    Abbildung 1-20: Anteil der Beschftigten mit Einkommen aus berstunden nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeit, exkl. berstundeneinkommen) fr Voll- und Teilzeitbeschftigte in Prozent, 2014 .......................................................... 52

    Abbildung 1-21: Durchschnittliches berstundeneinkommen fr Personen mit berstundeneinkommen nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeit, exkl. berstundeneinkommen) fr Voll- und Teilzeitbeschftigte fr 2014 ..................... 53

    Abbildung 1-22: Anteil des Einkommens aus berstunden nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeitbeschftigte, exkl. berstunden) in Prozent, 2010 .............................. 54

    Abbildung 1-23: Anteil des Einkommens aus berstunden nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeitbeschftigte, inkl. berstunden) in Prozent, 2010 ............................... 55

    Abbildung 1-24: Zusammensetzung des Einkommens aus berstunden nach Einkommensdezilen (Voll- und Teilzeitbeschftigte, inkl. berstunden) in Prozent, 2010 ................................................................................................................. 56

    Abbildung 1-25: Anteil des berstundeneinkommens am Gesamteinkommen nach Wirtschaftsabschnitten fr Vollzeitbeschftigte in Prozent, 2010 & 2014 ....................... 57

    Abbildung 1-26: Beispiel zur Berechnung des Samples zur Analyse der Regelmigkeit von berstunden fr 2013 .............................................................................................. 60

    Abbildung 1-27: Die Regelmigkeit von berstunden im Zeitverlauf ...................................................... 61

    Abbildung 1-28: Durchschnittliche Arbeitszeit nach der Regelmigkeit der berstunden in Stunden....................................................................................................................... 62

    Abbildung 1-29: Durchschnittlicher Variationskoeffizient der Arbeitszeit nach Regelmigkeit der berstunden ................................................................................... 64

    Abbildung 2-1: berblick soziodemografische Charakteristika in den ausgewhlten Branchen ........................................................................................................................ 75

    Abbildung 2-2: Beschreibung der einzelnen Ttigkeitsbereiche ............................................................. 81

    Abbildung 2-3: Arbeitsvertrge in der untersuchten Niederlassung ........................................................ 82

    Abbildung 2-4: Beschreibung der Unternehmen ................................................................................... 122

    Abbildung 2-5: Weitere Aspekte der Arbeitskultur und -praxis .............................................................. 128

    Abbildung 2-6: Struktur der Firma Sgeholz ......................................................................................... 132

    Abbildung 2-7: Charakteristika langer Arbeitszeiten ............................................................................. 146

    Abbildung 3-1: berblick der Ergebnisse zum Lndervergleich ........................................................... 181

  • Inhalt

    V

    TABELLENVERZEICHNIS

    Tabelle 1-1: Relative Zusammensetzung der unselbstndig Beschftigten nach dem

    Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014 ..................................................... 7

    Tabelle 1-2: Relative Zusammensetzung des gesamten in sterreich erbrachten Arbeitsvolumens nach dem Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014 ............................................................................................................................ 8

    Tabelle 1-3: Zusammensetzung der erbrachten berstunden nach dem Ausma der Beschftigung in Mio. Stunden, 2005 bis 2014 ................................................................. 9

    Tabelle 1-4: Relative Zusammensetzung der gesamten erbrachten berstunden nach dem Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014 .................................... 9

    Tabelle 1-5: Top 25 der Wirtschaftsgruppen (NACE 3-Steller) in denen am meisten berstunden anfallen, 2014 ............................................................................................ 26

    Tabelle 1-6: berstundenaufkommen nach Branchengruppen fr unselbstndig Beschftigte, 2014 .......................................................................................................... 28

    Tabelle 1-7: Arbeitszeit und berstunden von Vollzeitbeschftigten nach der Betriebsgre, 2014 ....................................................................................................... 30

    Tabelle 1-8: Top-30 Berufsuntergruppen (ISCO 3-Steller) mit dem grten aggregierten Wunsch nach einer Arbeitszeitreduktion, 2014 ......................................... 45

    Tabelle 1-9: Top 30 der Wirtschaftsuntergruppen mit dem grten Arbeitszeitreduktionswunsch, 2014 ................................................................................ 47

    Tabelle 1-10: Brutto-berstundeneinkommen pro Monat nach ISCO-Berufsgruppen fr alle unselbstndig Beschftigten, 2010 .......................................................................... 58

    Tabelle 1-11: Individuelle und arbeitsplatzbezogene Determinanten der berstundenerbringung, Werte von 2012 bis 2014, Tabelle 1 von 2 .............................. 67

    Tabelle 1-12: berstunden und Arbeitszeit nach soziodemografischen Merkmalen, Vollzeitbeschftigte fr 2014, absteigend geordnet ........................................................ 71

    Tabelle 1-13: berstunden nach Berufen, Wirtschaftsgruppen und der Betriebsgre ....................... 72

  • Einleitung

    1

    EINLEITUNG

    In sterreich fallen fast fnf Prozent des gesamten geleisteten Arbeitsvolumens der unselbstndig Beschftigten in Form von berstunden oder Mehrarbeitsstunden an. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der bekannten negativen Folgen langer Arbeitszeiten ist dies eine unbefriedigende Situation. Die vorliegende Studie geht auf nationaler, betrieblicher und internationaler Ebene mittels einer vertiefenden empi-rischen Analyse der Entstehung, Verteilung und Regulierung von berstunden der Frage nach, wo mgliche Potenziale und Ansatzpunkte fr einen Abbau von ber-stunden in sterreich auszumachen sind.

    Im Bericht wird vorwiegend der Begriff der berstunden verwendet. Dieser umfasst auch Mehrarbeitsstunden von Teilzeitbeschftigten. Sind nur Mehrarbeitsstunden von Teilzeitbeschftigten gemeint, so wird explizit dieser Begriff verwendet.

    Kapitel 1 weist die Ergebnisse der quantitativen Sekundranalyse von berstunden auf Basis des Mikrozensus fr sterreich von 2005 bis 2014 sowie der Verdienststruk-turerhebung 2010 und 2014 aus. Folgende Fragestellungen werden in diesem Kapitel beantwortet:

    Wo fallen berstunden oder Mehrarbeitsstunden an? Wer leistet sie? Inwiefern dienen berstunden und Mehrarbeitsstunden der Flexibilisierung oder sind

    Ausdruck von Personalmangel im Betrieb?

    Welche Arbeitszeiten wnschen sich die berstunden- und Mehrarbeitleistende? Wie entwickelten sich Arbeitszeitwnsche, Arbeitszeit und berstunden seit 2004

    fr unterschiedliche Bevlkerungsgruppen?

    Wie verteilen sich die berstunden und Mehrarbeitsstunden nach dem Einkommen? Fr wen stellen die Einkommen aus berstunden einen bedeutenden Teil des ge-samten Einkommens dar?

    Welche soziodemografischen, beruflichen und betrieblichen Merkmale gehen mit einer hheren Wahrscheinlichkeit zur berstundenleistung einher? Mittels einer mul-tivariaten Regression werden Problemzonen von berstunden herausgearbeitet.

    Auf Basis der Befunde aus den quantitativen Datenanalysen wurden sechs Branchen mit besonders ausgeprgten berstundenleistungen und dennoch unterschiedlichen ber-stundenprofilen fr eine eingehende qualitative Untersuchung in Form von Betriebs-/ Organisations- bzw. Branchenfallstudien identifiziert. Die Ergebnisse der Fallstudien werden in Kapitel 2 dargestellt. Ausgewhlt wurden Organisationen aus folgenden Branchen:

    Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (in Verkaufsrumen) (NACE 471). Gterbefrderung im Straenverkehr (NACE 494). Public Relations und Unternehmensberatungen (NACE 702).

  • Einleitung

    2

    Auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ord-nung (NACE 842).

    Hotels, Gasthfe und Pensionen (NACE 551) und Restaurants, Gaststtten und Cafs (NACE 561).

    Herstellung von Verpackungsmitteln, Lagerbehltern und Ladungstrgern aus Holz (NACE 1624).

    Mittels der Organisations- bzw. Branchenfallstudien wird vertiefend erklrt, wie unter-schiedliche Mechanismen des berstundeneinsatzes und der Funktionen miteinander verwoben sind und ineinandergreifen. Die Motivation unterschiedlicher Akteure und Akteurinnen bzw. die Logik der Entstehung und Aufrechterhaltung von berstunden und langen Arbeitszeiten werden herausgearbeitet. Damit thematisieren die Fallstudien, wie es zu Kulturen langer Arbeitszeiten kommt und welche Anstze es fr einen betrieblichen berstundenabbau gibt. Folgende Fragestelllungen stehen im Zentrum der qualitativen Fallstudien:

    Warum werden in der betrieblichen Praxis in welchem Ausma berstunden und Mehrarbeitsstunden geleistet?

    Welche typischen betrieblichen Konstellationen frdern die Entstehung von ber-stunden und Mehrarbeitsstunden?

    Wie kommt es zu Kulturen langer Arbeitszeiten? Was sind ihre Merkmale? Was nehmen die Beschftigten bei flexiblen Arbeitszeiten berhaupt als berstunde

    bzw. Mehrarbeitsstunde wahr?

    Kapitel 3 beschreibt die Arbeitszeitregulierung in vier ausgewhlten europischen Lndern, nmlich Dnemark, Frankreich, Schweden und Deutschland. Auswahlkriterien waren u.a. eine geringe Anzahl an gesetzlich bzw. kollektivvertraglich festgelegten (wchentlichen) Arbeitsstunden, sowie eine mglichst niedrige Anzahl an durch-schnittlich normalerweise geleisteten Wochenarbeitsstunden von Vollzeitarbeitskrften. Deutschland wurde zudem aufgrund der groen Vergleichbarkeit mit sterreich ausgewhlt. Fragen, die in den einzelnen Lnderberichten beantwortet werden, sind u.a.:

    Wie und auf welchen Ebenen werden Arbeitszeiten und berstunden reguliert? Welche Good-Practice-Beispiele im Umgang mit Arbeitszeiten und berstunden

    lassen sich finden?

    Welche positiven und welche negativen Anreize fr berstunden gibt es? Welche Triebkrfte knnen fr und gegen eine Lockerung der berstundenregu-

    lierung und der entsprechenden Vergtung ausgemacht werden?

    Wie knnen Arbeitszeitgesetze und berstundenregelungen tatschlich durchgesetzt und kontrolliert werden?

    In Kapitel 4 werden die Ergebnisse aus den einzelnen Kapiteln gegenbergestellt und zu bergreifenden Schlussfolgerungen zusammengefasst.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    3

    1 QUANTITATIVE SEKUNDRDATENAUSWERTUNG

    1.1 Einleitung

    In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse des Arbeitspakets Quantitative Sekundr-auswertung in neun Unterkapiteln dargestellt. In Kapitel 1.2 wird die Verteilung von berstunden behandelt und der Frage nachgegangen, wo und bei wem besonders viele berstunden anfallen. Zu Beginn wird die Zusammensetzung der Erwerbsbevlkerung diskutiert, um die weiteren Ergebnisse einbetten zu knnen. In Kapitel 1.3 werden Verbreitung von und Arbeitszeiten unter All-in Vertrgen behandelt. Kapitel 1.4 be-schftigt sich mit den Arbeitszeitwnschen in Relation zu den normalerweise geleisteten Arbeitszeiten fr unterschiedliche Subgruppen. Anschlieend wird in Kapitel 1.5 das berstundenausma in Relation zur Unterbeschftigung und den Arbeitslosen nach Berufsgruppen gesetzt. In Kapitel 1.6 wird die Verteilung des Einkommens aus berstunden untersucht. Kapitel 1.7 behandelt die Verbreitung von strukturellen berstunden, also von berstundenarbeit, die von den Beschftigten (quasi) immer erbracht wird. Abschlieend werden in Kapitel 1.8 mit einer binren logistischen Regression die individuellen und betrieblichen Bestimmungsfaktoren fr den berstun-deneinsatz berechnet. Kapitel 1.9 fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

    1.1.1 Methodische Anmerkungen

    Datenbasis fr die hier vorgestellten Auswertungen sind die Mikrozensus Jahresdaten-stze von 2005 bis 2014 sowie die Verdienststrukturerhebung 2010 und 2014, die Arbeitslosenzahlen aus der Arbeitsmarktdatenbank fr 2014 und die Mikrozensusson-dererhebung zu All-in Vertrgen 2013 (Quartal 1).

    Im Folgenden mchten wir den Ergebnissen noch einige wichtige Detailinformationen und definitorische Abgrenzungen voranstellen, die fr deren Interpretation wichtig sind:

    Unselbstndig Beschftigte

    Die im Folgenden dargestellten Auswertungen beziehen sich nur auf (in ihrer Haupter-werbsttigkeit) unselbstndig Beschftigte. Um die Lesbarkeit zu erleichtern, wird im Text in weiterer Folge nicht immer explizit darauf hingewiesen. Es werden in den Berechnungen nur unselbstndig Beschftigte bercksichtigt, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben (Labour Force Konzept). Personen, die in der Referenzwoche keine Arbeitsleistung in der Haupterwerbsttigkeit erbrachten, Personen in Elternkarenz und Prsenzdiener sind nicht Teil der Stichprobe. Ausnahmen sind diesbezglich die Auswertungen der Verdienststrukturerhebung und zu All-in Vertrgen. Lehrlinge werden mit Ausnahme der Auswertungen zur Verdienststrukturer-hebung miteinbezogen. Aus diesem Grund weichen die hier prsentieren Werte teil-

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    4

    weise leicht von den offiziellen Publikationen zur Erwerbsttigkeit ab, die auch nicht in der Referenzwoche erwerbsttige Personen enthalten. Fr die Analysen der berstun-denleistung macht es aber nur Sinn, jene Personen zu bercksichtigen, die in der Refe-renzwoche gearbeitet haben. Die jeweiligen Informationen zur Stichprobe knnen jeweils den Angaben unterhalb der Diagramme und Tabellen entnommen werden.

    Voll- und Teilzeitbeschftigte

    Im Mikrozensus gibt es drei verschiedene Ausprgungen zum Ausma der Beschfti-gung, nmlich Vollzeit, Teilzeit und stark schwankende Arbeitszeit. Informationen zur geringfgigen Beschftigung sind nicht enthalten. Um eine Annherung fr diese Kate-gorie zu erhalten und die Teilzeitbeschftigten in zwei Gruppen zu gliedern, wird die normalerweise geleistete Arbeitszeit herangezogen. Bei einer normalerweise geleisteten Arbeitszeit von weniger als 12 Stunden wird die Kategorie marginale Teilzeit gebildet, welche als Approximation zur geringfgigen Beschftigung dient. So knnen vier Kategorien, nmlich stark schwankende Arbeitszeit, marginale Teilzeit, sub-stanzielle Teilzeit und Vollzeit unterschieden werden. Da sich in den Berechnungen zeigte, dass marginale Teilzeit und stark schwankende Arbeitszeiten im Kontext von berstunden eine vernachlssigbare Rolle spielen, werden diese beiden Kategorien nur zur Beschreibung der Zusammensetzung der Erwerbsbevlkerung zu Beginn des Berichts verwendet. Ist marginale Teilzeit nicht separat ausgewiesen, bezieht sich der Begriff Teilzeit somit auf substanzielle Teilzeit, also auf Personen, die norma-lerweise mindestens 12 Stunden in der Woche arbeiten (ab Kapitel 1.2.4). Ausnahme bilden die Auswertungen der Verdienststrukturerhebung. Die entsprechenden Informationen knnen aber jeweils der Quellenangabe entnommen werden.

    Die Erfassung von Arbeitszeit und ber- bzw. Mehrarbeitsstunden im Mikro-zensus

    Im Mikrozensus werden jedes Quartal 22.500 Haushalte zum Erwerbsverhalten und zur Wohnsituation befragt. Dabei sind auch Informationen zur Arbeitszeit und den ber-stunden enthalten. Jedes Quartal wird ein Fnftel der Haushalte ersetzt. 2014 wurden rckwirkend fr die frheren Datenstze neue Gewichte zur Hochrechnung des Daten-satzes auf die sterreichische Bevlkerung berechnet, die auch fr diese Auswertungen (mit Ausnahme der Auswertungen zu All-in Vertrgen) herangezogen wurden.

    Im Mikrozensus wird nach der tatschlichen Arbeitszeit in der Referenzwoche gefragt. Dabei sind ber- und Mehrarbeitsstunden bereits enthalten. Die Erfassung von ber- bzw. Mehrarbeitsstunden erfolgt in zwei weiteren Fragen, die 2009 leicht abgendert wurden. Das ist insofern problematisch, da nicht rckgeschlossen werden kann, zu welchem Teil Vernderungen in den Ergebnissen etwa durch die Wirtschaftskrise und zu welchem Teil sie durch die neue Fragestellung entstanden. Bis 2008 wurde gefragt, ob in der tatschlichen Arbeitszeit ber- und Mehrarbeitsstunden enthalten sind und wie viele. Wenn die erste Frage mit ja beantwortete wurde, wurde gefragt, wie viele

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    5

    davon bezahlt wurden. Seit 2009 wird separat nach den in der tatschlichen Arbeitszeit enthalten bezahlten und unbezahlten ber- bzw. Mehrarbeitsstunden gefragt.

    ber- und Mehrarbeitsstunden

    Angesichts der Tatsache, dass im Mikrozensus nicht zwischen ber- und Mehrarbeits-stunden unterschieden wird, wird auch hier auf diese Differenzierung verzichtet. Leisten Teilzeitbeschftigte mehr als die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit, leisten sie bis zur berstundengrenze Mehrarbeitsstunden und erst darber berstunden. Wenn im Text oder in den Darstellungen von berstunden von Teilzeitbeschftigten die Rede ist, handelt es sich faktisch also zum grten Teil um Mehrarbeitsstunden.

    Bezahlte und unbezahlte berstunden

    Fr die Unterscheidung von bezahlten und unbezahlten berstunden ist ausschlagge-bend, ob es eine erhhte Kompensation fr die berstundenleistung gibt. Also entweder berstundenzuschlge oder eine erhhte Zeitausgleichsrate. Ist zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht klar, ob es eine erhhte Kompensation fr die berstunden gibt (z.B. im Fall von Durchrechnungsmodellen), mssen die Befragten entsprechend ihrer diesbezglichen Vermutung antworten. Das bedeutet, unbezahlte berstunden knnen nicht trennscharf erfasst werden. Zudem kann die Kategorie sowohl berhaupt nicht be-zahlte berstunden also auch solche, die ohne erhhte Kompensation entgolten werden, enthalten. Wenn von Ausbezahlungsraten von berstunden die Rede ist, handelt es sich somit um den Anteil der korrekt kompensierten berstunden an allen berstunden.

    Zur statistischen Signifikanz der Ergebnisse

    Im Bericht werden keine speziellen Signifikanztests oder Konfidenzintervalle ausgewiesen, da diese die Lesbarkeit des Berichtes verschlechtern wrden und durch die hohen Fallzahlen des Mikrozensus ohnehin keine groe Bedeutung haben. Wird mit dem gewichteten Jahresdatensatz gerechnet, werden Zellbesetzungen von unter 6.000 als stark zufallsbehaftet betrachtet und in Klammer gesetzt. Hochgerechnete Zellbe-setzungen von unter 3.000 knnen nicht mehr inhaltlich interpretiert werden. Folgendes anschauliches Beispiel zur Berechnung der Konfidenzintervalle soll belegen, dass diese Vorgehensweise ausreichend ist:

    Die Wirtschaftsgruppe Vermietung von Maschinen, Gerten und sonstigen bewegli-chen Sachen hat hochgerechnet 2.712 Beschftigte in 2014, liegt also schon unter dem hier angewandten Grenzwert fr die Interpretation. Die ungewichtete Fallzahl ist 49. Der durchschnittliche berstundenwert betrgt 3,61 Stunden pro Woche. Das 95 Prozent Konfidenzintervall fr diesen Wert hat eine untere Grenze von 3,35 und eine obere Grenze von 3,86. Die grte Schwankungsbreite der berstunden nach Wirt-schaftsgruppen mit einer hochgerechneten Fallzahl grer 3.000 hat die gemischte Landwirtschaft mit einem Konfidenzintervall von 0,5 h. Selbst in diesen sehr kleinen und extrem heterogenen Gruppen ist die statistische Schwankungsbreite also nicht

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    6

    besonders gro. Bei greren Kategorien nimmt die Schwankungsbreite dementspre-chend natrlich weiter ab und wird bei den meisten Auswertungen vernachlssigbar.

    Einkommen in der Verdienststrukturerhebung

    Erfasst werden in der Verdienststrukturerhebung grundstzlich alle bezahlten Mehr-arbeits- und berstunden sowie klassische berstundenpauschalen. Angaben zu Mehr-arbeits- und berstunden im Rahmen von All-in Vertrgen stehen in der Regel nicht zur Verfgung. Hier werden die berstundeneinkommen nicht gesondert erfasst. Auerdem ist zu bercksichtigen, dass in der Verdienststrukturerhebung nur unselbstndig Be-schftigte in der Privatwirtschaft erfasst werden. ber den ffentlichen Dienst, in dem auch besonders viele berstunden anfallen, kann deshalb keine Aussage getroffen werden.

    1.2 Verteilung von Arbeitszeiten und berstunden ein empirischer berblick

    In diesem Kapitel wird zuerst die Zusammensetzung der Erwerbsbevlkerung und deren Vernderung diskutiert und anschlieend geklrt, wie sich berstunden nach soziodemografischen und erwerbsstatistischen Merkmalen verteilen.

    1.2.1 Entwicklung von Voll- und Teilzeitbeschftigung im Zeitverlauf

    2014 arbeiten 72 Prozent der Unselbstndigen in Vollzeit. Teilzeitbeschftigung gewinnt aber an immer grerer Bedeutung. Der relative Anteil der Teilzeit-beschftigten an allen Beschftigten nimmt ber den gesamten Untersuchungs-zeitraum zu. Insgesamt kommt es zu einem Anwachsen der Erwerbsbevlkerung.

    In sterreich zeichnet sich bei insgesamt steigender Beschftigung ein klarer Trend zu einem Rckgang der Vollzeitbeschftigung ab (siehe Tabelle 1-1). 2005 waren noch 77,2 Prozent aller Beschftigten vollzeitbeschftigt. Bis 2014 nahm der Anteil der Vollzeitbeschftigten jedoch kontinuierlich bis auf 72 Prozent ab. Dementsprechend gewann die Teilzeitarbeit an Bedeutung. Diese Gruppe wiederum muss in geringfgige Beschftigung und lngerer Teilzeit differenziert werden, da es zwischen diesen Kategorien groe Unterschiede hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung und sozial-rechtlicher Aspekte gibt. Whrend der Anteil der marginalen Teilzeit an allen Beschftigten zwischen 2005 und 2014 von 3,4 Prozent auf 4,8 Prozent stieg, nahm die substanzielle Teilzeit im selben Zeitraum von 18,3 Prozent auf 23 Prozent zu.

    Neben den Ausprgungen Voll-/Teilzeit wird im Mikrozensus auch noch die Mglich-keit geboten, stark schwankende Arbeitszeiten anzugeben. Jedoch ist diese Variante der Arbeitszeitorganisation sehr selten und rcklufig. Gaben 2005 noch 1 Prozent der Beschftigten an, stark schwankende Arbeitszeiten zu haben, waren es 2014 nur mehr 0,1 Prozent.

    In absoluten Zahlen ausgedrckt steigt die Zahl der Vollzeitbeschftigten (die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben) zwischen 2005 und 2008

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    von 2,188 Mio. auf 2,317 Mio. 2009 sank diese Zahl im Zuge der Wirtschaftskrise auf 2,233 Mio. Seit 2010, als nochmal 2,242 Mio. Personen vollzeitbeschftigt waren, sinkt die Zahl der Vollzeitbeschftigten allerdings bis 2014 kontinuierlich auf 2,235 Mio. Hingegen stieg die Zahl der substanziellen Teilzeitbeschftigten seit 2005 von 519 Tsd. stetig auf 714 Tsd. Aber auch bei der marginalen Teilzeit ist in absoluten Zahlen ein Zuwachs zu beobachten. 2014 waren mit 150 Tsd. so viele in dieser Kategorie, wie noch nie zuvor im Untersuchungszeitraum.

    Tabelle 1-1: Relative Zusammensetzung der unselbstndig Beschftigten nach dem Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014

    2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2005 bis

    2014

    stark schwankende AZ 1,0 0,6 0,4 0,4 0,2 0,2 0,1 0,1 0,1 0,1 -0,9pp marginale Teilzeit 3,4 3,7 3,6 4,0 4,2 4,2 4,3 4,4 4,6 4,8 1,4pp substanzielle Teilzeit 18,3 19,1 19,2 19,6 20,6 21,0 21,0 21,6 22,3 23,0 4,7pp Vollzeit 77,2 76,6 76,8 76,1 75,0 74,6 74,5 73,9 73,0 72,0 -5,2pp

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    1.2.2 Arbeitsvolumen aus Voll- und Teilzeitbeschftigung im Zeitverlauf

    Betrachtet man die Entwicklung des gesamten in sterreich geleisteten Arbeitsvolumens in Stunden, kann man erkennen, dass vor allem jenes von Vollzeitbeschftigten schwankt. Stieg der Wert bis 2009, nahm er in der Krise drastisch ab und erholte sich mit dem Aufschwung bis 2011 wieder leicht. Neben krisenbedingten Schwankungen des Arbeitszeitvolumens trgt auch die generell sinkende Zahl der Vollzeitbeschftigten zum Sinken des Arbeitsvolumens aus dieser Kategorie bei. Demgegenber steht die steigende Zahl an Teilzeitbeschf-tigten, die dazu beitragen, dass das gesamte Arbeitsvolumen annhernd konstant bleibt. Personen, die nur einer marginalen Teilzeitbeschftigung nachgehen oder stark schwankende Arbeitszeiten haben, machen am gesamten Arbeitsvolumen nur mehr einen verschwindend kleinen Teil aus.

    In absoluten Zahlen wurden von den Vollzeitbeschftigten im Jahr 2008 mit 4,979 Mrd. Stunden am meisten Arbeitsstunden erbracht. Bis 2014 ist dieser Wert auf 4,660 Mrd. Stunden zurckgegangen. Einen kontinuierlichen Anstieg gibt es bei dem durch substanzielle Teilzeit erbrachten Arbeitsvolumen und zwar von 650 Mio. Stunden in 2005 auf 891 Mio. Stunden in 2014. In relativen Zahlen (siehe Tabelle 1-2) bedeutet das, dass das von Vollzeitbeschftigten erbrachte Arbeitsvolumen von 86,4 Prozent in 2005 auf 83 Prozent in 2014 gesunken ist, whrend der Anteil des von substanziell Teil-zeitbeschftigten erbrachen Arbeitsvolumens am gesamten Arbeitsvolumen von 11,8 Prozent auf 15,9 Prozent gestiegen ist. Marginale Teilzeit und Personen mit stark schwankenden Arbeitszeiten haben 2014 mit 1,1 Prozent bzw. 0,1 Prozent nur mehr

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    einen verschwindend kleinen Anteil am gesamten geleisteten Arbeitsvolumen aller Be-schftigten.

    Tabelle 1-2: Relative Zusammensetzung des gesamten in sterreich erbrachten Arbeitsvolumens nach dem Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014

    2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2005 bis

    2014

    stark schwankende AZ 1,0 0,6 0,4 0,3 0,2 0,2 0,1 0,1 0,1 0,1 -0,9pp marginale Teilzeit 0,7 0,8 0,8 0,9 0,9 0,9 0,9 0,9 1,0 1,1 0,3pp substanzielle Teilzeit 11,8 12,4 12,4 12,9 13,7 14,1 14,1 14,6 15,3 15,9 4pp Vollzeit 86,4 86,3 86,4 85,9 85,2 84,8 84,8 84,3 83,6 83,0 -3,4pp

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    1.2.3 berstunden aus Voll- und Teilzeitbeschftigung im Zeitverlauf

    berstunden werden zum Groteil von Vollzeitbeschftigten erbracht. ber den gesamten Untersuchungszeitraum nimmt das Ausma der berstunden tendenziell ab, was sich vor allem durch einen Rckgang der berstunden von Vollzeitbeschf-tigten erklrt. berstunden von marginalen Teilzeitbeschftigten und Personen mit stark schwankender Arbeitszeit machen nur einen sehr kleinen Anteil an allen berstunden aus.

    2014 wurden von den sterreichern und sterreicherinnen in Summe 268,7 Mio. berstunden in der Haupterwerbsttigkeit geleistet. berstunden werden zum grten Teil von Vollzeitbeschftigten erbracht und nehmen der Tendenz nach eher ab (siehe Tabelle 1-3). Vollzeitbeschftigte hatten im Jahr 2007 in Summe mit 339,7 Mio. Stunden den hchsten Wert fr berstunden. Dieser Wert sank bis 2013 auf 239,5 Mio. Stunden, stieg zuletzt 2014 wieder leicht an auf 240,5 Mio. Stunden. Bei der substanziellen Teilzeit knnen keine eindeutigen Trends ausfindig gemacht werden. Das gesamte durch berstunden erbrachte Arbeitsvolumen schwankt zwischen 22,6 Mio. Stunden in 2006 und 26,3 Mio. Stunden in 2010. Der Groteil des berstunden-volumens (rund 90 Prozent) wird von Vollzeitbeschftigten erbracht (siehe Tabelle 1-4). Steigende Bedeutung gewinnen in den letzten Jahren auch die berstunden von substanziell Teilzeitbeschftigen. Betrug ihr Anteil an den gesamten berstunden 2005 nur 6,7 Prozent waren es 2014 bereits 9,5 Prozent. Vergleichsweise unbedeutend sind die berstunden, die von Personen mit stark schwankender Arbeitszeit bzw. marginaler Teilzeit erbracht werden. Nur 0,1 Prozent des gesamten berstundenvolumens wird 2014 von Beschftigten mit stark schwankenden Arbeitszeiten erbracht, respektive 0,9 Prozent von marginal Teilzeitbeschftigten. Da beide Gruppen fr das gesamte berstundenausma relativ unbedeutend sind, wird in den folgenden Analysen nur mehr auf substanzielle Teilzeitbeschftigte und Vollzeitbeschftigte eingegangen. Der forthin verwendete Begriff Teilzeit ist gleichbedeutend mit der bisher verwendeten

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    Kategorie substanzielle Teilzeit. Unter Teilzeit werden also Personen subsumiert, die nicht Vollzeit aber normalerweise mehr als 12 Stunden pro Woche arbeiten.

    Tabelle 1-3: Zusammensetzung der erbrachten berstunden nach dem Ausma der Beschftigung in Mio. Stunden, 2005 bis 2014

    2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2005 bis

    2014

    stark schwankende AZ 6,8 2,8 1,9 1,5 0,5 0,6 0,5 0,4 0,4 0,2 -7 marginale Teilzeit 1,0 1,5 0,8 1,2 1,2 1,6 1,6 1,2 1,4 2,4 1 substanzielle Teilzeit 23,9 22,6 24,9 23,3 24,0 26,3 24,9 22,9 23,7 25,5 2 Vollzeit 322,1 323,4 339,7 321,2 278,3 271,0 270,1 265,7 239,5 240,5 -82

    Summe 353,8 350,3 367,3 347,2 304,0 299,4 297,1 290,2 265,0 268,7 -85

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    Tabelle 1-4: Relative Zusammensetzung der gesamten erbrachten berstunden nach dem Ausma der Beschftigung in Prozent, 2005 bis 2014

    2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2005 bis

    2014

    stark schwankende AZ 1,9 0,8 0,5 0,4 0,2 0,2 0,2 0,1 0,2 0,1 -1,8pp marginale Teilzeit 0,3 0,4 0,2 0,4 0,4 0,5 0,5 0,4 0,5 0,9 0,6pp substanzielle Teilzeit 6,7 6,5 6,8 6,7 7,9 8,8 8,4 7,9 8,9 9,5 2,8pp Vollzeit 91,0 92,3 92,5 92,5 91,5 90,5 90,9 91,6 90,4 89,5 -1,5pp

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    1.2.4 Arbeitszeit und berstunden von Voll- und Teilzeitbeschftigten nach dem Geschlecht im Zeitverlauf

    Mnner haben lngere Arbeitszeiten als Frauen, was bei Vollzeitbeschftigten zum grten Teil an den hheren berstundenzahlen liegt. Insgesamt gehen sowohl fr vollzeitbeschftigte Mnner als auch Frauen die Arbeitszeiten zurck. Tendenziell nimmt auch das gesamte durch berstunden erbrachte Arbeitsvolumen ab, whrend der Anteil an ausbezahlten berstunden steigt. Bei Mnnern sind die berstunden eher korrekt bezahlt bzw. durch erhhte Zeitausgleichsraten kompensiert als bei Frauen.

    Im Durchschnitt erbringen Vollzeitbeschftigte 2014 2,07 Stunde pro Woche berstun-denarbeit. Die Zusammensetzung der Arbeitszeit aus regulrer Arbeitszeit, berstunden und unbezahlten berstunden sowie die jeweiligen Entwicklungen unterscheiden sich jedoch stark zwischen Mnnern und Frauen. Die tatschlich geleistete Arbeitszeit von vollzeitbeschftigten Mnnern ist hher, was zum grten Teil aus der hheren Zahl an

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    berstunden resultiert. 2014 betrgt die tatschliche durchschnittliche Wochenarbeits-zeit von vollzeitbeschftigten Mnnern 40,58 Stunden, die von Frauen 39,12 Stunden.

    Vollzeitbeschftigte Mnner arbeiteten 2005 im Durchschnitt 42,32 Stunden pro Woche, whrend Frauen mit 40,25 um knapp 2 Stunden weniger arbeiteten (siehe Abbildung 1-1).1 Bei beiden Geschlechtern nahm die durchschnittliche tatschliche Wochenarbeitszeit ber den gesamten Untersuchungszeitraum ab, wobei der Rckgang bei den Frauen weniger stark ausgeprgt ist als bei den Mnnern. Der strkste Rckgang der wchentlichen Arbeitszeit erfolgte 2009 hauptschlich durch einen Rckgang der regulren Arbeitszeit im Zuge der Wirtschaftskrise. Allerdings kam es seither zu keiner wesentlichen Zunahme der Arbeitszeit mehr. Die berstunden von vollzeitbeschftigen Mnnern nahmen im Untersuchungszeitraum (2005 bis 2014) von 3,31 Stunden auf 2,36 Stunden, die von vollzeitbeschftigten Frauen von 1,9 Stunden auf 1,49 Stunden ab. Auch das Ausma der unbezahlten berstunden nimmt sowohl bei Frauen als auch bei Mnnern ab.2

    Hinsichtlich des Anteils der Personen, die berstunden erbringen, ist zumindest seit 2008 ein Rckgang zu verzeichnen (siehe Abbildung 1-1). 2008 erbrachten 35 Prozent der vollzeitbeschftigten Mnner und 25 Prozent der vollzeitbeschftigen Frauen berstunden. Bis 2014 sank der Anteil der berstundenleistenden Mnner auf 30 Prozent und der der Frauen auf 20 Prozent. Frauen erbringen also seltener berstunden als Mnner.

    Lassen sich fr die Vollzeitbeschftigten klare Trends hinsichtlich der Lnge der Arbeitszeiten ablesen, gibt es diese bei den Teilzeitbeschftigten nicht. Sowohl die durchschnittliche Arbeitszeit von Mnnern und Frauen als auch der Anteil der Personen, die berstundenarbeit erbringen, bleiben ber den gesamten Untersuchungszeitraum mit leichten Schwankungen einigermaen konstant. Im Vergleich zu den Vollzeitbe-schftigten leisten in relativen Zahlen viel weniger Teilzeitbeschftigte berstunden und auch der Anteil des Arbeitsvolumens aus berstunden ist bei ihnen niedriger. Hinsichtlich des Geschlechts gibt es keine wesentlichen Unterschiede. 2014 betrug der Anteil der berstundenleistenden Teilzeitbeschftigten bei den Mnnern 12 Prozent, bei den Frauen 11 Prozent.

    1 Hierbei handelt es sich um die tatschlich geleistete durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche. Wrde

    man nur Wochen ohne Krankenstnde, Urlaubstage oder Feiertage betrachten, lge dieser Wert noch deutlich hher.

    2 Wie bereits in den einleitenden Anmerkungen erwhnt, wurde die Erfassung von berstunden im Mikrozensus 2009 gendert. Ein Teil der Vernderung zwischen 2008 und 2009 drfte auf diese Vernderung zurckzufhren sein.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    Abbildung 1-1: Tatschlich geleistete Arbeitszeit und Anteil der berstundenleistenden nach Geschlecht fr Vollzeitbeschftigte, 2005 bis 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Vollzeitbeschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    Der relative Anteil der berstundenarbeit am gesamten Arbeitsvolumen ist sowohl fr vollzeitbeschftigte Mnner als auch fr vollzeitbeschftigte Frauen rcklufig (Abbildung 1-2). Mnner hatten den hchsten Anteil durch berstunden im Jahr 2007. 7,8 Prozent des gesamten von vollzeitbeschftigten Mnnern erbrachten Arbeitsvolu-mens wurde in Form von berstunden erbracht. Bis 2014 sank der Anteil der berstunden auf 6 Prozent. Bei den vollzeitbeschftigten Frauen hatte der Anteil durch berstunden ebenfalls 2007 mit 4,9 Prozent einen Hchstwert erreicht und sank bis 2014 auf rund 4 Prozent. Bei Vollzeitbeschftigten beiden Geschlechts nahm zwischen 2005 und 2013 die Rate der Bezahlung von berstunden zu (Abbildung 1-2).3 2005 wurden nur 66 Prozent der von vollzeitbeschftigten Mnnern erbrachten berstunden als solche mit erhhter Kompensation entgolten. Bis 2013 stieg diese Rate auf 83 Prozent. Auch bei den vollzeitbeschftigten Frauen nahm der Anteil der bezahlten berstunden zu, allerdings auf einem niedrigeren Niveau. Von 2005 bis 2013 steigt die Rate von 54 Prozent auf 73 Prozent. Dann sank der Wert 2014 wieder leicht auf 81 Prozent bei den Mnnern und 71 Prozent bei den Frauen.

    Bei Teilzeitbeschftigten ist der Anteil des Arbeitsvolumens aus berstunden niedriger als bei Vollzeitbeschftigten. Sowohl bei den Mnnern als auch bie den Frauen machen berstunden nur rund 3 Prozent des gesamten Arbeitsvolumens aus. hnlich wie bei

    3 Die Rate der Bezahlung von berstunden errechnet sich aus allen bezahlten berstunden einer

    Gruppe, dividiert durch alle berstunden, die in dieser Gruppe geleistet werden. Auch berstunden, fr die eine erhhte Kompensation in Form von Zeitausgleich, (z.B. 1:1,5) in Anspruch genommen werden kann, werden als bezahlte berstunden gerechnet.

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    den Vollzeitbeschftigten werden berstunden im Zeitverlauf hufiger als solche bezahlt. Interessant ist, dass teilzeitbeschftigte Mnner berstunden seltener bezahlt bekommen als vollzeitbeschftigte. Teilzeitbeschftigte Frauen bekommen seit 2009 berstunden allerdings zu einem hheren Anteil bezahlt als vollzeitbeschftigte Frauen.

    Abbildung 1-2: Anteil der berstunden am gesamten Arbeitsvolumen und Anteil der bezahlten berstunden nach Geschlecht fr Vollzeitbeschftigte in Prozent, 2005 bis 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Vollzeitbeschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    1.2.5 Arbeitszeit und berstunden nach der hchsten abgeschlossenen Bildung im Zeitverlauf

    Betrachtet man die Arbeitszeit entlang der Bildungsabschlsse, kann man klar erkennen, dass mit steigender Bildung die Arbeitszeit wie auch die Anzahl der berstunden steigen. Zudem haben hher Gebildete einen hheren Anteil an unbe-zahlten berstunden. Personen mit niedrigerer formaler Bildung bekommen ber-stunden eher bezahlt als hher gebildete. Nach der hchsten abgeschlossenen Bil-dung zeigt sich im Zeitverlauf fr fast alle Bildungsabschlsse ein Rckgang der tatschlichen Arbeitszeit, wie der berstunden. Am strksten ist dieser Rckgang allerdings bei den hoch Qualifizierten ausgeprgt. Bei Teilzeitbeschftigten spielen berstunden eine weniger bedeutende Rolle und die Arbeitszeitkurven unterschei-den sich kaum nach Bildungsabschlssen.

    Die folgenden Ausfhrungen zeigen vorwiegend besonders relevante Ergebnisse der Vollzeitbeschftigten. Als Ergebnis vorausgeschickt werden kann, dass die tatschlich geleistete Arbeitszeit der Vollzeitbeschftigten in allen Bildungsgruppen seit 2005 sinkt. Abbildung 1-3 zeigt die berstunden und die Arbeitszeit von Vollzeitbeschftigten fr

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    die unterschiedlichen Bildungskategorien. Anschlieend werden die relevantesten Ergebnisse verbal beschrieben.

    Abbildung 1-3: Arbeitszeit und berstunden nach der hchsten abgeschlossenen Ausbildung fr Vollzeitbeschftigte, 2005 bis 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Vollzeitbeschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    Pflichtschulabsolvent und Pflichtschulabsolventinnen in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 38,84 Stunden inkl. berstunden, bzw. 37,92 Stunden exkl. berstunden.

    Vergleicht man Vollzeitbeschftigte mit Pflichtschulabschluss mit allen anderen Vollzeitbeschftigten, so leisten diese am seltensten berstunden (12 Prozent) und verfgen ber die krzesten Arbeitszeiten (inkl. berstunden).

    Betrachtet man das geleistete Arbeitsvolumen, das aus berstunden zustande kommt, ist ein leichter Rckgang zu verzeichnen. (2005: 3,5 Prozent des gesamten Arbeits-volumens, 2014: 2,4 Prozent).

    Zwischen 2005 und 2014 stieg in dieser Gruppe die Rate der berstundenbezahlung von 69 auf 85 Prozent der berstunden.

    Lehrabsolventen und Lehrabsolventinnen in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 39,83 Stunden inkl. berstunden, bzw. 38,05 Stunden exkl. berstunden.

    Den Unterschied im Vergleich zu den Vollzeitbeschftigten mit Pflichtschulab-schluss machen die durchschnittlich hheren berstundenzahlen aus.

    Der Rckgang der tatschlich geleisteten Arbeitszeit von 41,47 Stunden in 2005 auf 39,83 Stunden in 2014 lsst sich primr auf ein Sinken der berstunden

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    ArbeitszeitUniversitt, Fachhochschule

    Hochschulverw. LA, Universittslehrgnge

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    berstundenBerufsbildende hhere Schule

    Berufsbild. mittlere Schule (ohne Berufsschule)

    Lehrabschluss (Berufsschule)

    Pflichtschule/keine Pflichtschule

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    zurckfhren. Die Arbeitszeit ohne berstunden sank im Zeitraum 20052014 von 38,74 Stunden auf 38,05 Stunden pro Woche. Die berstunden gingen im selben Zeitraum von 2,72 auf 1,8 Stunden zurck.

    Der Anteil der Personen, die berstunden leisten geht zurck (2005: 30 Prozent, 2014: 24 Prozent).

    Betrachtet man das geleistete Arbeitsvolumen, das aus berstunden zustande kommt, ist ein leichter Rckgang zu verzeichnen (2005: 6,6 Prozent des gesamten Arbeits-volumens, 2014: 4,5 Prozent).

    Zwischen 2005 und 2014 stieg in dieser Gruppe die Rate der berstundenbezahlung von 69 auf 86 Prozent. Der Anteil der vergteten berstunden ist bei den Gruppen der Pflichtschulabsolventen und Pflichtschulabsolventinnen und Lehrabschluss-absolventen und Lehrabschlussabsolventinnen in Vollzeit im Vergleich zu den anderen Bildungsabschlssen vergleichsweise hoch.

    Absolventen und Absolventinnen einer berufsbildenden mittleren Schule in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 39,85 Stunden inkl. berstunden, bzw. 38,08 Stunden exkl. berstunden.

    Zwischen 2005 und 2014 nahm der Anteil der Personen mit berstunden von 29 Prozent auf 23 Prozent ab. Dementsprechend sank auch der durch berstunden er-brachte Teil des Arbeitsvolumens von 5,9 Prozent (2005) auf 4,4 Prozent (2014).

    Der Anteil der bezahlten berstunden an allen berstunden nahm von 62 Prozent (2005) auf 85 Prozent (2014) zu.

    Die Teilzeitbeschftigten dieser Bildungskategorie verfgen ber einen besonders starken Anstieg der Rate der berstundenbezahlung. Wurden 2005 noch weniger als die Hlfte der berstunden korrekt abgegolten stieg dieser Anteil bis 2014 auf 90 Prozent.

    Absolventen und Absolventinnen einer allgemeinbildenden hheren Schule in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 40,89 Stunden inkl. berstunden, bzw. 38,53 Stunden exkl. berstunden.

    Hervorzuheben ist, dass diese Gruppe die zweithchste durchschnittliche Arbeitszeit inkl. berstunden hat. Nur Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen haben noch lngere Arbeitszeiten.

    Trotzdem ist auch hier die Arbeitszeit in den letzten Jahren gesunken. Dies resultiert vorwiegend aus einem Rckgang der Arbeitszeit ohne berstunden.

    Der Anteil der Personen, die 2014 berstunden leisten, liegt mit 30 Prozent deutlich ber den Anteilen in den bisher beschriebenen niedrigeren Bildungsbereichen. Dem-entsprechend ist auch die durchschnittliche Anzahl der berstunden hher (2005: 3,27 Stunden, 2014: 2,36 Stunden) und der Anteil der berstunden am gesamten Arbeitsvolumen ist 2014 mit 5,8 Prozent der dritthchste im Vergleich zu allen anderen Bildungsabschlssen.

    Der Anteil der bezahlten berstunden stieg im Untersuchungszeitraum von knapp ber 64 Prozent auf rund 80 Prozent

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    15

    Absolventen und Absolventinnen einer berufsbildenden hheren Schule in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 39,82 Stunden inkl. berstunden, bzw. 37,65 Stunden exkl. berstunden.

    In dieser Gruppe sank die tatschliche Arbeitszeit zwischen 2005 und 2014 von 42,1 Stunden auf 39,8 Stunden.

    Hervorzuheben ist, dass 42 Prozent dieser Gruppe vor der Wirtschaftskrise berstunden leisteten. Seit 2010 ist der Anteil der Personen, die berstunden leisten mit knapp ber 30 Prozent relativ stabil.

    Diese Zahlen spiegeln sich auch in der relativen Bedeutung der berstunden am ge-samten Arbeitsvolumen wider, das bis 2007 rund 9 Prozent betrug und dann kontinu-ierlich auf 5,4 Prozent sank.

    Der Anteil der bezahlten berstunden an allen berstunden stieg zwischen 2005 und 2011 von 68 Prozent auf 81 Prozent und bleibt seither ungefhr konstant.

    Im Gegensatz dazu sind die Arbeitszeit und der Anteil der berstundenleistenden der Teilzeitbeschftigten dieser Bildungskategorie groen Schwankungen unterworfen. Teilzeitbeschftigte Absolventinnen und Absolventen von berufsbildenden hheren Schulen scheinen also besonders stark auf konjunkturelle Schwankungen reagieren zu mssen.

    Absolventen und Absolventinnen von hochschulverwandten Lehranstalten oder Universittslehrgngen (Abschluss ohne Master/Magister) in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 39,02 Stunden inkl. berstunden, bzw. 36,4 Stunden exkl. berstunden.

    Diese Gruppe verfgt ber die niedrigsten Arbeitszeiten exklusive berstunden bzw. die zweitniedrigsten inklusive berstunden (nur Pflichtschulabsolventen und Pflichtschulabsolventinnen arbeiten krzer).

    Durchschnittlich werden 2,63 berstunden geleistet, dies ist der zweithchste Wert, nur Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen leisten mehr berstunden.

    Dementsprechend hoch ist 2014 auch der Anteil der berstunden am Arbeitsvolu-men mit 6,7 Prozent.

    Auch der Anteil der Personen, die berstunden leisten steigt (2005: 24 Prozent, 2014: 38 Prozent). Dabei handelt es sich um den zweithchsten Anteil nach den Be-schftigten mit Universitts- oder Fachhochschulabschluss.

    Der Anteil der bezahlten berstunden an allen berstunden ist mit ungefhr 50 Prozent so niedrig wie in kaum einer anderen Bildungskategorie.

    Universitts- und Fachhochschulabsolventen und Fachhochschulabsolventinnen in Vollzeit

    Diese Gruppe verfgt 2014 ber eine durchschnittliche Arbeitszeit von 42,22 Stunden inkl. berstunden, bzw. 38,38 Stunden exkl. berstunden.

    Diese Gruppe verfgt ber die hchsten durchschnittlich geleisteten Arbeitszeiten (inkl. berstunden). Doch auch in dieser Gruppe sanken die Arbeitszeiten in den letzten Jahren (2005: 45,54 Stunden, 2014: 42,22 Stunden).

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    16

    Der Rckgang der Arbeitszeit ist vor allem durch einen Rckgang der berstunden zwischen 2005 und 2014 von 5,62 Stunden auf 3,84 Stunden zu erklren. Die Arbeitszeit ohne berstunden nahm im Untersuchungszeitraum weniger stark ab als die durchschnittlichen berstundenzahlen.

    Auch der Anteil der berstunden leistenden Personen reduzierte sich zwischen 2005 und 2014 von 50 Prozent auf 42 Prozent.

    Dennoch ist der Anteil der berstunden an ihrem Arbeitsvolumen ber den gesamten Untersuchungszeitraum so hoch wie in keiner anderen Bildungskategorie (2014: 9,1 Prozent).

    Vergleichsweise niedrig und sehr konstant ist der Anteil der bezahlten berstunden an allen berstunden. Wurden 2005 63 Prozent der berstunden bezahlt, waren es 2015 67 Prozent.

    1.2.6 Arbeitszeit und berstunden nach der beruflichen Stellung im Zeitverlauf

    Beamte und Beamtinnen haben im Durchschnitt besonders lange Arbeitszeiten und besonders viele berstunden. Arbeiter und Arbeiterinnen haben die krzesten Ar-beitszeiten und erbringen am wenigsten berstunden. Bei den Vertragsbediensteten und Beamten und Beamtinnen blieben die berstundenzahlen relativ konstant, whrend sie bei Angestellten und Arbeitern sowie Arbeiterinnen gesunken sind.

    Die Arbeitszeit und der durchschnittliche berstundeneinsatz unterscheiden sich stark nach den beruflichen Stellungen, welche unselbstndige Arbeiter und Arbeiterinnen, Angestellte, Beamte und Beamtinnen, Vertragsbedienstete und Freie Dienstnehmer und Dienstnehmerinnen umfassen. Fr diese Kategorien werden in diesem Unterkapitel Arbeitszeiten und berstunden ausgewertet. Den Schwerpunkt bilden auch hier wieder die Vollzeitbeschftigten. Einen berblick dazu geben Abbildung 1-4 und Abbildung 1-5.

    Bei den Vollzeitbeschftigten haben die Freien Dienstnehmer und Freie Dienstnehme-rinnen ber den gesamten Untersuchungszeitraum, mit Ausnahme von 2010 und 2011 die hchsten durchschnittlichen Arbeitszeiten. 2014 etwa arbeiteten sie im Schnitt 45,5 Stunden. Whrend die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei den Freien Dienstneh-mern und Freien Dienstnehmerinnen besonders stark schwankt, sind die Wochenar-beitszeiten von allen anderen beruflichen Stellungen um einiges stabiler und weisen einen leicht sinkenden Trend auf. Die zweithchsten Arbeitszeiten haben 2014 Beamte und Beamtinnen (41,3 Stunden), gefolgt von Angestellten (40,4 Stunden) und Ver-tragsbediensteten (39,8 Stunden). Arbeiter und Arbeiterinnen haben mit 39,4 Stunden die niedrigsten durchschnittlichen Arbeitszeiten. Von 2005 auf 2014 ging die durch-schnittliche Arbeitszeit bei den Angestellten am strksten zurck, nmlich um 1,8 Stunden. Die Freien Dienstnehmer und Freien Dienstnehmerinnen haben als einzige Kategorie 2014 eine hhere durchschnittliche Arbeitszeit als 2005, wenngleich die Werte der Freien Dienstnehmer und Freien Dienstnehmerinnen strker fluktuieren. In allen anderen beruflichen Stellungen sank die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 2005 bis 2014 um 1,2 bis 1,3 Stunden.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    17

    Abbildung 1-4: Arbeitszeit und berstunden nach der beruflichen Stellung fr Vollzeitbeschftigte in Stunden, 2005 bis 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Vollzeitbeschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    Abgesehen von den Freien Dienstnehmern und Freien Dienstnehmerinnen korrespon-dieren lange Arbeitszeiten auch mit einem hohen Anteil an Personen mit berstunden. Den hchsten Anteil von berstundenleistenden haben 2014 Beamte mit 37 Prozent, dann folgen Angestellte mit 30 Prozent. Freie Dienstnehmer und Freie Dienstnehme-rinnen und Angestellte haben einen Anteil von 25 Prozent an berstundenleistenden. Den niedrigsten Anteil von Beschftigten mit berstunden haben Arbeiter und Ar-beiterinnen. 2014 leisteten sie im Schnitt wchentlich zu 19 Prozent berstundenarbeit.

    2014 ist, entsprechend dem hohen Anteil an berstundenleistenden, auch die pro Kopf berstundenzahl bei den vollzeitbeschftigten Beamten mit knapp unter 3,5 Stunden pro Woche am hchsten. Bei den Freien Dienstnehmern und Freien Dienstnehmerinnen hingegen sind die durchschnittlichen berstundenzahlen in Relation zum Anteil der berstundenleistenden besonders hoch, was auf eine starke Konzentration der berstundenarbeit hindeutet. 2014 betrug der Durchschnitt 3,16 Stunden. Angestellte haben 2014 mit 2,3 Stunden den dritthchsten Wert, knapp darunter folgen Vertrags-bedienstete mit 2,1 Stunden. Am niedrigsten sind die durchschnittlichen berstunden-zahlen bei Arbeitern und Arbeiterinnen. Sie erbringen 2014 im Schnitt 1,4 berstunden pro Woche. Betrachtet man die zeitliche Entwicklung, zeigt sich, dass die berstunden von den Vertragsbediensteten und von den Beamten und Beamtinnen relativ konstant bleiben, whrend die berstunden von Angestellten und Arbeitern sowie Arbeiterinnen stark zurckgehen. Am strksten ist der Rckgang bei den Angestellten. Sie erbringen 2014 um rund 1 Stunde weniger an berstundenarbeit als 2005. Arbeiter und Arbeite-rinnen erbringen 2014 im Durchschnitt um 0,7 Stunden pro Woche weniger berstun-denarbeit als 2005.

    Die bisher umrissenen Trends lassen sich auch am Anteil des Arbeitsvolumens aus berstunden am gesamten Arbeitsvolumen nachzeichnen. Beamte und Beamtinnen

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    berstunden

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    haben fast durchwegs den hchsten Anteil am Arbeitsvolumen aus berstunden. Dieser liegt durchwegs zwischen 8 und 9 Prozent. Angestellte hatten von 2005 bis 2007 noch einen hnlich hohen Wert, der aber bis 2014 auf 5,7 Prozent sank. Relativ konstant blieb der Wert bei ungefhr 5 Prozent fr Vertragsbedienstete. Bei Arbeitern und Arbeiterin-nen ist ebenso ein starker Rckgang des relativen Arbeitsvolumens aus berstunden zu verzeichnen. Von 2005 auf 2014 sank der Wert von 5 Prozent auf 3,5 Prozent. Die Werte fr Freie Dienstnehmer und Freie Dienstnehmerinnen schwanken auch bei dieser Kennzahl besonders stark.

    Abbildung 1-5: Anteil der berstunden am gesamten Arbeitsvolumen und Anteil der abgegoltenen berstunden an allen berstunden nach der beruflichen Stellung fr Vollzeitbeschftigte in Prozent, 2005 bis 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Vollzeitbeschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben.

    Auch der Anteil der bezahlten berstunden an allen berstunden variiert stark nach der beruflichen Stellung. 2014 bekommen vollzeitbeschftigte Arbeiter und Arbeiterinnen 90 Prozent der berstunden bezahlt, Freie Dienstnehmer und Freie Dienstnehmerinnen 80 Prozent, Angestellte 77 Prozent, Beamte und Beamtinnen 74 Prozent und Vertrags-bedienstete 66 Prozent. Die Rate der korrekt abgegoltenen berstunden nimmt ber den Untersuchungszeitraum in allen beruflichen Stellungen zu. Am strksten ist die Zunahme bei den Freien Dienstnehmern und Freien Dienstnehmerinnen mit 27 Prozent-punkten und bei den Arbeitern und Arbeiterinnen mit 18 Prozentpunkten.

    Da unbezahlte berstunden die realen Lohnkosten senken und somit zu weiterem Lohndruck fhren, ist die Zunahme des Anteils an bezahlten berstunden positiv zu bewerten. Arbeiter und Arbeiterinnen etwa bekommen 2014 fast alle erbrachten berstunden bezahlt. Die Lhne im Niedriglohnsektor sind somit kaum einem zustzlichen Lohndruck durch unbezahlte berstunden ausgesetzt.

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    Anteil bezahlter ST

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    1.2.7 Arbeitszeit und berstunden nach Alter fr Voll- und Teilzeit sowie dem Geschlecht fr 2014

    Die hchsten berstundenzahlen haben Mnner im Alter von 35 bis 39 Jahren. Vor allem in der Haupterwerbsphase haben Mnner, bezogen auf das jeweilige Ausma der Beschftigung, lngere Arbeitszeiten und hhere berstundenzahlen als Frauen.

    Arbeitszeiten und berstundeneinsatz zwischen Mnnern und Frauen unterscheiden sich entlang von Lebensphasen. Wie genau sich diese Unterschiede darstellen, wird hier behandelt. Abbildung 1-6 gibt Aufschluss darber, wie sich die Arbeitszeiten und berstunden von Mnnern und Frauen, jeweils fr Voll- und Teilzeitbeschftigte fr unterschiedliche Altersgruppen unterscheiden. Die Obergrenze fr die Darstellung bildet dabei jeweils das gesetzliche Pensionsantrittsalter: bei Mnnern 65, bei Frauen 60 Jahre (Datenbasis: Mikrozensusjahresdatensatz 2014).

    Aufgrund der sehr hohen Teilzeitquote von Frauen bei einer gleichzeitig sehr niedrigen Teilzeitquote der Mnner, vor allem in der Haupterwerbsphase, ergibt sich ein groer Unterschied in der Arbeitszeit von Frauen und Mnner. Es zeigt sich darber hinaus, dass Mnner fast ber das gesamte Erwerbsalter eine hhere Arbeitszeit haben als Frauen. Das gilt sowohl fr Vollzeitbeschftigte wie auch fr Teilzeitbeschftigte. Besonders gro ist dieser Unterschied (mehr als 1,8 Stunden) bei den Vollzeitbe-schftigten im Alter von 35 bis 39 Jahren und von 50 bis 59. Bei den Teilzeitbeschftig-ten ist dieser Unterschied vor allem im Alter von 35 bis 49 Jahren mit rund 3 Stunden besonders stark ausgeprgt. Insgesamt steigt sowohl bei vollzeitbeschftigten Mnnern als auch bei vollzeitbeschftigten Frauen die durchschnittliche Arbeitszeit bis etwa 40 Jahre und bleibt dann ungefhr konstant, bei Mnnern knapp ber 40 Stunden, bei Frauen knapp darunter.

    Noch viel deutlicher wird der geschlechterspezifische Unterschied, wenn man die durchschnittlichen berstundenzahlen nach dem Alter betrachtet. Vollzeitbeschftigte Mnner im Alter von 30 bis 55 Jahren haben durchgngig mehr als 2,5 berstunden pro Woche, whrend Frauen bis zum Pensionsantrittsalter nie ber 2 Stunden kommen. Die meisten berstunden machen vollzeitbeschftigte Mnner im Alter von 35 bis 39 Jahren. Sie erbringen im Durchschnitt jede Woche 2,8 berstunden.

    Der Unterschied zwischen teilzeitbeschftigten Mnnern und Frauen ist vor allem im Alter von 35 bis 39 Jahren stark ausgeprgt. Mnner leisten in dieser Altersgruppe um 0,4 Stunden mehr an berstundenarbeit. Ansonsten unterscheiden sich die berstun-denzahlen bei Teilzeitbeschftigen kaum nach dem Geschlecht.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    Abbildung 1-6: Arbeitszeit von Mnnern und Frauen (20 bis 64 Jahre) fr Voll- und Teilzeit-beschftigte in Stunden, 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben und normalerweise mindestens 12h arbeiten

    1.2.8 Arbeitszeit und berstunden von Mnnern und Frauen mit und ohne Kinder fr 2014

    Leben Kinder im Haushalt, senkt das bei Frauen tendenziell das Ausma der ber-stunden, whrend Mnner mit Kindern im Haushalt tendenziell mehr berstunden leisten.

    Das Ausma der Erwerbsarbeit unterscheidet sich stark zwischen Mnnern und Frauen. Mnner haben tendenziell lngere bezahlte Arbeitszeiten. Besonders gro wird dieser Unterschied, wenn Kinder (unter 15 Jahre) im gemeinsamen Haushalt leben. In diesem Berichtsteil wird die Frage geklrt, wie sich Arbeitszeiten und berstundenausma von Mnnern und Frauen, jeweils mit und ohne Kind im gemeinsamen Haushalt, in den unterschiedlichen Altersgruppen fr das Jahr 2014 unterscheiden. In Abbildung 1-7 sind die durchschnittlichen Arbeitszeiten und berstunden von Mnnern und Frauen je mit und ohne Kinder ber unterschiedliche Alterskategorien dargestellt.

    Die durchschnittlichen Arbeitszeiten von Mnnern, egal ob mit oder ohne Kind im Haushalt, sind durchwegs hher als die von Frauen. Mnner mit Kindern im Haushalt haben auer im Alter von 30 bis 40 sowie ber 60 eine hhere durchschnittliche Arbeitszeit als Mnner ohne Kinder im Haushalt. Den hchsten Durchschnittswert fr die Arbeitszeit haben Mnner mit Kind im Haushalt zwischen 50 und 54 Jahren mit 40,8 Stunden pro Woche. Mnner ohne Kinder haben die hchste Arbeitszeit zwischen 35 und 39 Jahren mit 40,5 Stunden. Generell unterscheiden sich die Arbeitszeiten zwischen Mnnern mit und ohne Kinder aber nicht sehr stark voneinander. Ganz anders sieht das bei den Frauen aus. Frauen mit Kindern haben immer eine niedrigere durchschnittliche Arbeitszeit als Frauen ohne Kinder im Haushalt. Besonders gro ist

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  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    dieser Unterschied bei Personen zwischen 25 und 39 Jahren, wo er mehr als 10 Stunden ausmacht. Frauen ohne Kinder im Haushalt haben die hchste durchschnittliche Wochenarbeitszeit zwischen 35 und 39 Jahren. Bis zum Pensionsantritt sinkt ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 32 Stunden. Frauen mit Kindern im Haushalt haben die niedrigste Wochenarbeitszeit zwischen 25 und 29 Jahren. Mit zunehmendem Alter steigt der Wert in dieser Kategorie weiter, bis er zwischen 55 und 59 Jahren mit 31,7 Stunden wieder einen Hchstwert erreicht und beinahe den Wert von Frauen ohne Kinder im Haushalt erreicht.

    Abbildung 1-7: Arbeitszeit und berstunden von Mnnern und Frauen (20 bis 64 Jahre) mit und ohne Kinder in Stunden ber dem Alter, 2014

    Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis der Mikrozensus Arbeitskrfteerhebung (Statistik Austria). Unselbstndig Beschftigte, die in der Referenzwoche in der Haupterwerbsttigkeit gearbeitet haben und normalerweise mindestens 12h arbeiten.

    Analog dazu zeichnet sich das Bild bei den berstunden. Besonders hoch ist der Anteil der Personen mit berstunden bei den Mnnern, egal ob mit oder ohne Kind im Haushalt. Mnner ohne Kinder haben den hchsten Anteil im Alter von 35 bis 39 Jahren (34 Prozent) Mnner mit Kind im Haushalt im Alter von 40 bis 44 Jahren (33 Prozent). Frauen erbringen generell zu einem niedrigeren Anteil berstunden, diejenigen mit Kind im Haushalt durchwegs noch weniger, als jene ohne Kind im Haushalt. Im Alter von 30 bis 39 Jahren erbringen Frauen mit Kindern mit rund 15 Prozent am seltensten berstunden.

    Frauen mit Kindern haben mit rund einer Stunde fast durchgngig die niedrigste wchentliche berstundenzahl. Den niedrigsten Wert haben Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren mit 0,7 Stunden pro Woche. Vor allem Frauen zwischen 25 und 45 mit Kind im Haushalt haben bedeutend niedrigere berstundenzahlen als Frauen ohne Kinder im Haushalt.

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    Mnner haben durchwegs hhere berstundenzahlen als Frauen. Zwischen 25 Jahren und 40 Jahren haben Mnner ohne Kind im Haushalt hhere berstundenzahlen als Mnner mit Kindern im Haushalt, mit einem Hchstwert im Alter von 35 bis 40 Jahren (2,8 berstunden). Ab dann haben Mnner mit Kindern im Haushalt bis 59 Jahre hhere berstundenzahlen als Mnner ohne Kinder im Haushalt.

    Aus der Geschlechterperspektive betrachtet, ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs-arbeit zwischen Mnnern und Frauen problematisch. Die Zahlen zeigen, dass Frauen im Zuge von Familiengrndungen Arbeitszeit reduzieren und Mnner ausweiten. Das bringt langfristige Benachteiligungen von Frauen mit sich, sowohl am Arbeitsmarkt als auch hinsichtlich der sozialrechtlichen Absicherung.

    1.2.9 Durchschnittliche berstunden und Arbeitszeiten nach Berufsgruppen (ISCO 2-Steller) von Vollzeitbeschftigten fr 2014

    Besonders hohe berstundenzahlen sind in hheren beruflichen Stellungen anzu-treffen, vor allem bei Fhrungskrften und akademischen Berufen. In diesen Kategorien sind auch die Arbeitszeiten vergleichsweise lang. Die Berufsgruppe mit den hchsten durchschnittlichen berstundenzahlen auerhalb der hochqualifizier-ten sind Schutzkrfte und Sicherheitsberufe.

    Den hchsten Wert fr die durchschnittlichen berstundenzahlen von Vollzeitbeschf-tigten nach Berufsgruppen (ISCO 2-Steller) haben 2014 Geschftsfhrer, Vorstnde und leitende Verwaltungsbedienstete mit 7,41 Stunden. Entsprechend hoch sind auch ihre durchschnittlichen Wochenarbeitszeiten von 49,66 Stunden. An zweiter Stelle folgen die akademischen und verwandten Gesundheitsberufe mit 6,42 berstunden pro Woche und 46,06 Stunden tatschlich geleisteter Arbeitszeit. Besonders hohe berstundenzahlen haben noch Schutzkrfte und Sicherheitsdienste mit (5,02 berstunden und 45,42 Wochenarbeitsstunden), Fhrungskrfte im kaufmnnischen Bereich (4,53 berstunden und 43,42 Wochenarbeitsstunden), Fhrungskrfte in Produktion und bei speziellen Dienstleistungen (3,69 berstunden und 41,87 Wochenarbeitsstunden), Fhrungskrfte in Hotels und Restaurants, im Handel und in der Erbringung sonstiger Dienstleistungen (3,53 berstunden und 43,75 Wochenar-beitsstunden).

    Besonders wenige berstunden pro Woche fallen bei Reinigungspersonal und Hilfs-krften (0,74 berstunden und 39,1 Wochenarbeitsstunden), Hilfskrften in der Nahrungsmittelzubereitung (0,84 berstunden und 39,87 Wochenarbeitsstunden), Hilfsarbeiter und Hilfarbeiterinnen im Bergbau, im Bau, bei der Herstellung von Waren und im Transportwesen (0,95 berstunden und 38,82 Wochenarbeitsstunden), bei allgemeinen Bro- und Sekretariatskrften (0,96 berstunden und 38,36 Wochen-arbeitsstunden) sowie Bau- und Ausbaufachkrfte sowie verwandte Berufe, ausgenom-men Elektriker (1 berstunde und 38,76 Wochenarbeitsstunden) an.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    23

    1.2.10 Durchschnittliche berstunden nach Berufsuntergruppen (ISCO 3-Steller) von Vollzeitbeschftigten fr 2012 bis 2014

    rzte und rztinnen und Geschftsfhrer und Geschftsfhrerinnen haben mit ber acht berstunden und rund 50 Wochenarbeitsstunden besonders lange Arbeits-zeiten. Vor allem hochqualifizierte berufliche Ttigkeiten sind von vielen berstun-den betroffen.

    In diesem Abschnitt werden die berstunden von Vollzeitbeschftigten fr unter-schiedliche Berufe auf detailliertester Ebene des Mikrozensus, also fr Berufsunter-gruppen, dargestellt (ISCO 3-Steller). Um die Fallzahlen zu erhhen, wurden die Jahresdatenstze von 2012 bis 2014 zusammengefhrt.4 Da es um das Aufdecken beruflicher Logiken und Normen geht, wird hier auf die gesonderte Auswertung von Teilzeitbeschftigten verzichtet und nur Werte von Vollzeitbeschftigten berichtet. Das ermglicht die einfache Identifikation von Problemzonen. Insgesamt fallen in den 50 Berufsuntergruppen (von 116) mit den meisten berstunden pro Kopf rund 55 Prozent aller berstunden von Vollzeitbeschftigten an.

    Die hchsten durchschnittlichen berstundenzahlen haben rzte und rztinnen mit 8,8 berstunden pro Woche. Das spiegelt sich auch in der besonders hohen durchschnitt-lichen Wochenarbeitszeit von 50,5 Stunden wider. Geschftsfhrer und Geschftsfh-rerinnen und Vorstnde haben mit 50,97 Stunden zwar noch lngere Arbeitszeiten, ihre berstundenzahlen liegen mit 8,46 aber unter denen von rzten und rztinnen. Fhrungskrfte in Hotels und Restaurants, Personen in Universitts- und Hochschul-lehre, Schutzkrfte und Sicherheitsbedienstete, Offiziere in regulren Streitkrften und Fhrungskrfte in der betrieblichen Verwaltung und in unternehmensbezogenen Dienstleistungen haben bei sehr unterschiedlicher Wochenarbeitszeit zwischen 5 und 5,5 berstunden. Generell sind vor allem hhere berufliche Positionen von vielen ber-stunden betroffen. Unter den Top 10 Berufen befindet sich nur eine Berufsuntergruppe, die nicht in die Kategorien Fhrungskrfte, Soldaten oder Akademische Berufe fllt. Das sind Schutzkrfte und Sicherheitsbedienstete auf Rang 5 der durchschnittlichen berstundenleistung. Ihre durchschnittliche berstundenzahl betrgt 5,05, ihre durch-schnittliche Wochenarbeitszeit 46 Stunden.

    1.2.11 Durchschnittliche berstunden pro Kopf nach Wirtschaftsgruppen (NACE 3-Steller) fr 2012 bis 2014

    Grere Wirtschaftsgruppen in denen Vollzeitbeschftigte besonders viele berstun-den pro Kopf erbringen sind die Vermittlung von Arbeitskrften, die Gterbe-frderung im Straenverkehr und Public Relations- und Unternehmensberatung.

    In diesem Abschnitt wird dargestellt, in welchen Wirtschaftsgruppen die Beschftigten besonders viele berstunden leisten und wo besonders wenige anfallen. Im Mikrozen-

    4 Berufsuntergruppen in denen in Summe der drei Jahre, die Zellebesetzungen unter 3000 sind, wurden

    nicht weiter in die Auswertung einbezogen.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

    24

    sus gibt die Wirtschaftsgruppe (NACE 3-Steller) diesbezglich die genauste Infor-mation. Um die Datenbasis zu vergrern, wurden die Jahresdatenstze von 2012 bis 2014 zusammengefhrt. So wird es mglich, Aussagen auch ber kleinere Wirtschafts-gruppen zu treffen.5

    Betrachtet man alle Beschftigten (VZ + TZ), sind die berstunden in der sehr kleinen Wirtschaftsgruppe Erbringung von Dienstleistungen fr Forstwirtschaft und Holzein-schlag mit 5,07 am hchsten (durchschnittliche Arbeitszeit: 42,61). An zweiter Stelle kommt die Minerallverarbeitung mit 4,72 berstunden pro Woche und 43 Stunden durchschnittlich tatschlich geleisteter Arbeitszeit. Durchschnittlich ber 4 berstunden fallen noch in den Wirtschaftsgruppen Gterbefrderung im Straenverkehr, Umzugs-transporte, auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung, Markt- und Meinungsforschung und Gewinnung von Natursteinen, Kies, Sand, Ton und Kaolin an.

    Insgesamt arbeiten in den 25 Wirtschaftsgruppen mit den hchsten berstundenanzah-len pro Kopf rund 10 Prozent aller Beschftigten. Die grten Wirtschaftsgruppen darunter sind mit je ungefhr 2 Prozent aller Beschftigten auswrtige Angelegenhei-ten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung (durchschnittliche ber-stundenzahl: 4,28; durchschnittliche Arbeitszeit 42,85 Stunden/Woche) und weiterfhrende Schulen (durchschnittliche berstundenzahl: 3,02; durchschnittliche Arbeitszeit 36,28 Stunden/Woche).

    Betrachtet man nur die Vollzeitbeschftigten, zeichnet sich ein leicht anderes Bild ab. Die Kategorie Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, deren Verleih und Vertrieb; Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, deren Verleih und Vertrieb; Kinos hat mit 6,22 berstunden pro Woche mit Abstand die hchsten berstunden-zahlen und mit 48,6 Stunden auch sehr lange durchschnittliche wchentliche Arbeitszeiten. Zwischen 4 und 5 berstunden gibt es in den Wirtschaftsgruppen Mine-rallverarbeitung, Vermittlung von Arbeitskrften, Gterbefrderung im Straen-verkehr, Umzugstransporte, Public-Relations- und Unternehmensberatung, aus-wrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung, Private Wach- und Sicherheitsdienste, Gewinnung von Natursteinen, Kies, Sand, Ton und Kaolin und mit den Finanzdienstleistungen verbundene Ttigkeiten. Auch hier sind die beiden Kategorien auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung und die weiterfhrenden Schulen die mit Abstand grten unter den Top 25 der Wirtschaftsgruppen mit den hchsten durch-schnittlichen berstundenzahlen von Vollzeitbeschftigten.

    5 Kategorien, die trotzdem eine hochgerechnete Zellbesetzung von 3.000 Personen unterschreiten,

    knnen, da die dementsprechenden Werte groen Schwankungen unterliegen, inhaltlich nicht interpretiert werden und sind deshalb nicht Teil der Auswertungen.

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    1.2.12 Wirtschaftsgruppen (NACE 3-Steller) in denen Vollzeitbeschftigte abzglich der berstunden besonders lange Arbeitszeiten haben, 2012 bis 2014

    Relevante Wirtschaftsgruppen mit besonders langen Arbeitszeiten auch nach Abzug der berstunden sind vorwiegend in Beherbergung und Gastronomie zu finden. Das kann als Indiz gewertet werden, dass hier die Arbeitszeitregulierung nicht besonders gut funktioniert bzw. nicht eingehalten wird.

    Um Aufschluss darber zu erhalten, in welchen Wirtschaftsgruppen die bestehende berstundenregulierung nicht gut funktioniert, werden jene dargestellt in denen die Arbeitszeit abzglich der berstunden besonders hoch ist. Hier ist am ehesten davon auszugehen, dass gltiges Arbeitszeitrecht entweder nicht eingehalten wird und/oder die Beschftigten faktische berstunden nicht mehr als solche wahrnehmen. Auch hier wurden die Jahresdatenstze fr 2012 bis 2014 zusammengefhrt, um die Fallzahlen zu erhhen.

    Die lngsten Arbeitszeiten abzglich berstunden haben Vollzeitbeschftigte in der gemischten Landwirtschaft mit 45,45 Stunden, gefolgt von der Tierhaltung (44,14 Stunden), Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, deren Verleih und Ver-trieb; Kinos (42,37 Stunden), Private Wach- und Sicherheitsdienste (41,10 Stunden). Mit den Hotels, Gasthfen und Pensionen folgt die erste grere Wirtschaftsgruppe mit 40,95 Stunden. ber 40 Stunden werden noch in Kirchlichen Vereinigungen, po-litischen Parteien sowie sonstigen Interessenvertretungen und Vereinigungen a.n.g., Ausschank von Getrnken und im Gastgewerbe gearbeitet. Neben Hotels, Gasth-fen und Pensionen sind noch Restaurants, Gaststtten, Imbissstuben, Cafs, Eissalons u.A. sowie Auswertige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung vergleichsweise groe Wirtschaftsgruppen in den die Arbeitszeiten abzglich der berstunden besonders hoch sind.

    Zusammenfassend lsst sich sagen, dass eher Wirtschaftsgruppen unter den Top 25 der lngsten Arbeitszeiten abzglich der berstunden zu finden sind, in denen kaum kol-lektive Organisation der Beschftigten erfolgt und vermutlich eher selten standardisierte Zeiterfassungen zum Einsatz kommen. Augenfllig ist zudem, dass besonders viele Be-schftigte mit anscheinend schlechter berstundenregulierung im Gastgewerbe arbeiten.

    1.2.13 Wirtschaftsgruppen (NACE 3-Steller) in denen 2014 am meisten berstunden anfielen

    Die Wirtschaftsgruppen in denen insgesamt am meisten berstunden anfallen sind Krankenhuser, auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung, weiterfhrende Schulen und die ffentliche Verwal-tung. Die erste Wirtschaftsgruppe der Privatwirtschaft ist Restaurants, Gaststt-ten, Imbissstuben, Cafs, Eissalons u.. In den 25 Wirtschaftsgruppen mit den meisten berstunden, fallen insgesamt mehr als die Hlfte aller berstunden an.

    Auf Basis der detailliertesten Informationen zur wirtschaftlichen Aktivitt (NACE 3-Steller) werden in Tabelle 1-5 die 25 Wirtschaftsgruppen dargestellt, in denen insgesamt die meisten berstunden erbracht werden. Allein auf diese 25 Wirtschaftsgruppen

  • Quantitative Sekundrauswertung AP1

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    entfallen mehr als die Hlfte aller erbrachten berstunden in sterreich. In diesem Abschnitt wird auf die makrokonomische Perspektive also wo fallen insgesamt am meisten berstunden an Wert gelegt, weshalb auf eine Differenzierung von Voll- und Teilzeit verzichtet werden kann.

    Insgesamt fielen 2014 in Krankenhusern mit 16,2 Mio. berstunden am meisten berstunden an, gefolgt von Auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung (13,7 Mio.), Weiterfhrende Schulen (12,1 Mio.) und ffentliche Verwaltung (10,2 Mio.). An fnfter Stelle ist die Kategorie Restau-rants, Gaststtten, Imbissstuben, Cafs, Eissalons u. mit 7,2 Mio. berstunden als erste Wirtschaftsgruppe der Privatwirtschaft zu finden. Darauf folgt die Kategorie Gterbefrderung im Straenverkehr, Umzugstransporte mit 6,9 Mio. Stunden. Nach der Wirtschaftsgruppe Auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung (4,3 Stunden) werden in dieser Kategorie mit 4,17 berstun-den pro Kopf so viele wie in keiner anderen in diesem Abschnitt dargestellten Wirtschaftsgruppe erbracht.

    Tabelle 1-5: Top 25 der Wirtschaftsgruppen (NACE 3-Steller) in denen am meisten berstunden anfallen, 2014

    # NACE08 Gruppe (3-St.) ST AZ Beschf-

    tigte Jhrliche

    ST in Mio.

    1 (861) Krankenhuser 2,30 36,79 135.322 16,2

    2 (842) Auswrtige Angelegenheiten, Verteidigung, Justiz, ffentliche Sicherheit und Ordnung

    4,30 42,61 61.160 13,7

    3 (853) Weiterfhrende Schulen 3,04 35,99 76.821 12,1 4 (841) ffentliche Verwaltung 1,34 35,62 146.025 10,2 5 (561) Restaurants, Gaststtten, Imbissstuben, Cafs, Eissalons u. 1,52 34,69 91.732 7,2 6 (494) Gterbefrderung im Straenverkehr, Umzugstransporte 4,17 42,01 32.011 6,9

    7 (641) Zentralbanken und Kreditinstitute 2,00 35,71 65.865 6,9 8 (412) Bau von Gebuden 1,55 38,19 82.699 6,7 9 (522) Erbringung von sonstigen Dienstleistungen fr den Verkehr 2,51 39,64 48.204 6,3 10 (620) Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie 2,88 38,86 40.272 6,0 11 (551) Hotels, Gasthfe und Pensionen 1,92 38,76 50.936 5,1 12 (421) Bau von Straen und Bahnverkehrsstrecken 3,78 41,69 23.644 4,7

    13 (471) Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (in Verkaufsrumen) 1,17 31,32 74.421 4,5 14 (854) Tertirer und post-sekundrer, nicht tertirer Unterricht 2,36 35,79 36.721 4,5 15 (432) Bauinstallation 1,40 37,71 58.398 4,3 16 (477) Einzelhandel mit sonstigen Gtern (in Verkaufsrumen) ,92 31,26 78.381 3,8 17 (711) Archite