Unterrichtung - dipbt. · PDF fileDeutscher Bundestag 7. Wahlperiode Drucksache 7/1811...

Click here to load reader

  • date post

    24-Sep-2019
  • Category

    Documents

  • view

    1
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Unterrichtung - dipbt. · PDF fileDeutscher Bundestag 7. Wahlperiode Drucksache 7/1811...

  • Deutscher Bundestag 7. Wahlperiode

    Drucksache 7/1811 14.03.74

    Unterrichtung durch die Bundesregierung

    Kosten und Finanzierung der außerschulischen beruflichen Bildung (Abschlußbericht)

    Inhaltsübersicht

    Seite

    1. Der Auftrag und seine Durchführung 3

    2. Die außerschulische berufliche Bildung als Teil ,des Bildungssystems 7

    3. Ergebnisse der Erhebungen der Kommission im Bereich der außerschuli- schen beruflichen Bildung 26

    4. Neuere Gesetze und Reformvorschläge zur beruflichen Bildung 208

    5. Modellrechnungen aufgrund von Reformvorschlägen 223

    6. Reformvorschläge zur Finanzierung 245

    7. Zusammenfassung 296

    Inhaltsverzeichnis 300

    Schaubildverzeichnis 308

    Tabellenverzeichnis 311

    Abkürzungsverzeichnis 319

  • Drucksache 7/1811 Deutscher Bundestag — 7. Wahlperiode

    Sachverständigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung

    Mitglieder der Kommission:

    Prof. Dr. F. Edding, Berlin (Vorsitzender) Prof. Dr. Dr. h. c. H. Albach, Bonn (Stellvertretender Vorsitzender) Prof. Dr. Th. Dams, Freiburg i. Br. Prof. Dr. H. Gerfin, Konstanz Prof. Dr. J. Münch, Kaiserslautern

    Beratende Mitglieder:

    H. H. von Frankenberg, München F. Kempf, Düsseldorf

    Geschäftsführer:

    Dr. W. D. Winterhager, Bonn

    Bonn, den 6. März 1974

    Zugeleitet mit Schreiben des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft vom 6. März 1974. Die Stellungnahme der Bundesregierung zu diesem Bericht wird nach Fertigstellung zugeleitet werden.

  • Deutscher Bundestag — 7. Wahlperiode Drucksache 7/1811 .

    1 Der Auftrag und seine Durchführung

    1.1 Entstehung des Auftrages

    In den Diskussionen über die Bildungsarbeit der Wirtschaft und anderer außerschulischer Träger zeigte sich seit längerer Zeit ein Mangel an Kennt- nissen über die Fakten. Es gab keine genügend ab- gesicherten Daten über Umfang, Arten und Kosten der beruflichen Bildung außerhalb der öffentlichen Schulen. Bei den Auseinandersetzungen über die Empfehlungen der Bildungskommission des Deut- schen Bildungsrates „Zur Verbesserung der Lehr- lingsausbildung" von 1969 1) trat das Fehlen zuver- lässiger Urteilsgrundlagen besonders deutlich her- vor. Etwa um die gleiche Zeit wurden bei der Bera- tung des Berufsbildungsgesetzes politische Ent- scheidungen zur Finanzierung in diesem Bereich unter Hinweis auf die unzulängliche Faktenkennt- nis vertagt. Dabei wurde auch die ungenügende wissenschaftliche Klärung der Probleme neuer Fi- nanzierungsformen festgestellt.

    Am 6. Mai 1970 brachten daraufhin die Abgeordne- ten Liehr und Schmidt (Kempten) sowie die Frak- tionen der SPD und FDP im Bundestag den Antrag ein, eine Kommission von unabhängigen Sachver- ständigen zur Verbesserung der Urteilsgrundlagen auf dem Gebiet der außerschulischen beruflichen Bildung einzusetzen 2). Der Antrag wurde vom Ausschuß für Arbeit und Sozialordnung unter Mit- wirkung des Ausschusses für Bildung und Wissen- schaft beraten und dem Bundestag mit Bericht vom 17. September 1970 zur Annahme empfohlen 9. Der Bundestag beschloß dementsprechend am 14. Okto- ber 1970, und zwar einstimmig 4).

    1.2 Beschlüsse zur Einsetzung der Kommission

    Der Beschluß des Bundestages hatte folgenden Wortlaut:

    „Die Bundesregierung wird aufgefordert,

    1. eine Kommission aus unabhängigen Sachver- ständigen zu bilden mit dem Auftrag, die Kosten und die Finanzierung der beruflichen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland in den ver- schiedenen Berufen und Wirtschaftszweigen zu untersuchen. Hierzu sind die Empfehlungen des Deutschen Bildungsrates zur Verbesserung der Lehrlingsausbildung vom 28. März 1969 zu be- rücksichtigen;

    1) Deutscher Bildungsrat, Empfehlungen der Bildungs- kommission: Zur Verbesserung der Lehrlingsausbil- dung, Bonn 1969

    2) Drucksache VI/741 3) Drucksache VI/1198 4) Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Stenogra-

    phische Berichte, Band 74, S. 4009. 72. Sitzung vom 14. Oktober 1970.

    2. dem Deutschen Bundestag bis zum 31. März 1971 einen entsprechenden Bericht mit einer Stellung- nahme der Bundesregierung über die Arbeit der gebildeten Kommission vorzulegen. Die Stel- lungnahme der Bundesregierung soll Vorschläge enthalten, die eine für die Einzelbetriebe gleich- rangige berufliche Bildungsfinanzierung gewähr- leisten."

    Aufgrund einer Vorlage des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung beschloß das Bundeska- binett am 15. März 1971 die Grundsätze über die Bildung der Kommission. Darin wird erläutert:

    I. Zweck

    Die außerschulischen beruflichen Bildungsmaßnah- men (Ausbildung, Fortbildung, Umschulung) führen in den einzelnen Berufen und Wirtschaftszweigen zu unterschiedlichen Belastungen, über die keine Daten zur Verfügung stehen. Um über die Belastun- gen und die Möglichkeiten ihres Ausgleichs zwi- schen den Einzelbetrieben Klarheit zu gewinnen, wird eine unabhängige Sachverständigenkommis- sion (nachstehend „Kommission" genannt) gebil- det. ,,

    Die Kommission soll Klarheit über den Umfang, die Verteilung und die Aufbringung der derzeit aufge- wendeten Mittel schaffen. Sie soll daneben die fi- nanziellen Konsequenzen verschiedener Reformvor- schläge zur Verbesserung der Qualität der berufli- chen Bildung ermitteln. Sie soll ferner Finanzie- rungsalternativen erarbeiten, mit denen eine gleich- rangige. Mindestqualität der beruflichen Bildung in den Einzelbetrieben erreicht werden kann.

    II. Aufgabe

    Die Aufgabe der Kommission ergibt sich aus dem genannten Beschluß des Deutschen Bundestages vom 14. Oktober 1970. Danach soll die Kommission die Kosten und die Finanzierung der beruflichen Bildung in der Bundesrepublik in den verschiede- nen Berufen und Wirtschaftszweigen untersuchen. Der Bericht der Kommission soll so gestaltet sein, daß die Bundesregierung auf seiner Grundlage Vor- schläge erarbeiten kann, die eine für die Einzelbe- triebe gleichrangige berufliche Bildungsfinanzie- rung gewährleisten. Bei der Untersuchung sind ins- besondere die Empfehlungen des Deutschen Bil- dungsrates zur Verbesserung der Lehrlingsausbil- dung vom 28. März 1969 zu berücksichtigen.

    Im einzelnen umfaßt die Aufgabe folgende Arbei- ten:

    (a) Transparenz der Kosten:

    Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Erhebun

    -

    gen in den verschiedenen Berufen und Wirtschafts-

  • Drucksache 7/1811 Deutscher Bundestag -- 7. Wahlperiode

    zweigen, die Überblick über den Umfang und die Struktur der Kosten der beruflichen Bildung geben. Hierbei sind sowohl die gegenwärtige Struktur der beruflichen Bildung zu berücksichtigen als auch die Anforderungen des Berufsbildungsgesetzes und die Zielvorstellungen der Bundesregierung, der Bund- Länder-Kommission und des Deutschen Bildungsra- tes.

    (b) Finanzierung:

    Die Untersuchung der Finanzierung erfordert eine Analyse der betrieblichen Kostendeckung und der gesamtwirtschaftlichen Mittelaufbringung ein- schließlich einer Analyse der Überwälzungsvorgän- ge. Ferner sind auf der Grundlage der Kosten- und Finanzierungsanalyse brauchbare alternative Mo- delle für die Finanzierung zu entwickeln.

    Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung hat daraufhin am 1. April 1971 die „Sachverständi- genkommission Kosten und Finanzierung der beruf- lichen Bildung" berufen. Mitglieder der Kommis- sion sind die Professoren:

    — Dr. h. c. Horst Albach, Universität Bonn

    — Dr. Theodor Dams, Universität Freiburg

    — Dr. Friedrich Edding, Technische Universität Berlin

    — Dr. Haral Gerfin, Universität Konstanz

    — Dr. Joachim Minch, Universität Trier/Kaisers- lautern.

    Als Beratende Mitglieder wurden aus dem Bundes- ausschuß für Berufsbildung berufen die Herren:

    — Hans Heydan von Frankenberg, München

    — Felix Kempf, Düsseldorf.

    1.3 Interpretation des Auftrages durch die Kommission

    1.3.1 Zielrichtung der Arbeit

    Die Aufgabe der Kommission bestand zunächst dar- in, den Ist-Zustand der Kosten im Bereich der au- ßerschulischen beruflichen Bildung möglichst aktu- ell und umfassend festzustellen. Sie hatte außerdem durch die Auswertung der erfaßten Daten soweit möglich Einsicht in die Kostenunterschiede und in die Finanzierung der außerschulischen beruflichen Bildung zu schaffen.

    Die Kommission hatte in den vom Bundeskabinett beschlossenen „Grundsätzen" aber auch den Auf- trag erhalten, „die finanziellen Konsequenzen ver- schiedener Reformvorschläge zur Verbesserung der Qualität der beruflichen Bildung zu ermitteln". Zu diesem Zweck mußte sie die Zusammenhänge von Kosten und Qualität festzustellen suchen. Sie muß- te, diesem Auftrag entsprechend, außerdem Kosten- projektionen in die Zukunft vornehmen, bei denen verbesserte Qualitäten verschiedener kostenverur- sachender Faktoren anzunehmen waren. Der Be- richt des zuständigen Bundestagsausschusses hatte

    eine Untersuchung über „den wahrscheinlichen Ko- stenaufwand bei Anwendung der Mindestnormen" als wichtig bezeichnet 1). Die „Grundsätze" des Bundeskabinetts nennen die Anforderungen des Be- rufsbildungsgesetzes und die Zielvorstellungen „der Bundesregierung, der Bund-Länder-Kommission und des Deutschen Bildungsrates" als maßgebend für Projektionen der Kosten in die Zukunft.

    Die Kommission hat dementsprechend vorgegebene Sollvorschriften und Sollvorstellungen in ihrer Ar- beit zu berücksicht