Velikovsky, Immanuel - Welten Im Zusammenstoss

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  • IMMANUEL VELIKOVSKY

    WELTEN IM

    ZUSAMMENSTOSS

    Als die Sonne still stand

    5. Auflage

    Gescannt von c0y0te.

    W. KOHLHAMMER VERLAG STUTTGART

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    Titel der Originalausgabe: Worlds in Collision Einzig berechtigte deutsche bersetzung von P. W. Gutbrod

    1. Auflage November 1951 2. Auflage Dezember 1951 3. Auflage November 1952 4. Auflage Juli 1953 5. Auflage Februar 1954

    Dieses e-Buch ist eine Privatkopie und nicht zum Verkauf bestimmt!

    Copyright 1952 by Europa Verlag A.C., Zrich Gesamtherstellung: W. Kohlhammer. Stuttgart 1954

    Einbandgestaltung: Hans Hermann Hagedorn, Hamburg

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    Fr Elisheva

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    VORWORT

    Welten im Zusammensto* ist ein Buch von Kmpfen im Weltenraum, die sich in geschichtlicher Zeit abspielten. An diesen Kmpfen nahm auch unsere Erde teil. Dieses Buch schildert zwei Akte eines groen Dramas: einen, der sich vor fnfunddreiig bis vierunddreiig Jahrhunderten, in der Mitte des zweiten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung abspielte, und einen anderen im achten oder zu Beginn des siebten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, vor sechsundzwanzig Jahrhunderten. Dem-entsprechend besteht der Band aus zwei Teilen, denen eine Einleitung vorausgeht. Harmonie und Bestndigkeit in den irdischen und himmlischen Bereichen bilden die Voraussetzungen der heutigen Weltanschauung, wie sie in der Himmelsmechanik Newtons und der Entwicklungslehre Darwins zum Ausdruck kommt. Sind diese beiden Mnner der Wissenschaft sakrosankt, dann ist dieses Buch Ketzerei. Atomphysik und Quantentheorie beschreiben jedoch dramatische Vernderungen im Mikrokosmos im Atom dem Urbild des Sonnensystems; eine Theorie, die nicht unhnliche Vorgnge im Makrokosmos im Sonnensystem annimmt, bertrgt demnach diese modernen physikalischen Grundvorstellungen auch auf kosmische Bereiche. Dieses Buch ist gleichermaen fr Fachleute und fr Laien geschrieben. Keine mathematische Formel und keine Hieroglyphe soll sich denen in den Weg stellen, die sich anschicken, es zu lesen. Wenn sich gelegentlich ge-schichtliche Tatsachen und wohlformulierte Gesetze nicht miteinander in Einklang bringen lassen, so sollte man sich vor Augen halten, da ein Gesetz nichts anderes als eine Schlufolgerung aus Erfahrung und Ex-periment ist und demzufolge die Gesetze mit den geschichtlichen Tat-sachen bereinstimmen mssen und nicht umgekehrt. Es wird hier vom Leser nicht erwartet, da er sich eine Theorie ohne

    * Der englische Titel lautet Worlds in Collision

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    Gegenfrage zu eigen macht. Es bleibt vielmehr ihm selbst berlassen, zu entscheiden, ob er einen Roman oder einen Tatsachenbericht liest, ob es sich um erdichtete oder geschichtliche Vorgnge handelt. Lediglich in einem fr die Theorie der Weltkatastrophen nicht unbedingt entscheidenden Punkt mu ich seinen guten Glauben anrufen: Ich verwende fr den Vergleich der gyptischen und hebrischen Geschichte eine Zeitskala, die nicht orthodox ist. Im Frhjahr 1940 kam mir der Gedanke, da sich in den Tagen des Auszugs aus gypten nach der Art der Schilderung in der Heiligen Schrift offenbar eine groe Naturkatastrophe abgespielt haben mu, und da ein derartiges Ereignis dazu dienen knnte, die Zeit des Exodus innerhalb der gyptischen Geschichte festzulegen oder eine Vergleichsskala fr die Geschichte der beiden beteiligten Vlker aufzustellen. So begann ich mit der Niederschrift von Ages in Chaos (Zeitalter im Chaos), einer Rekonstruktion der Geschichte des Altertums von der Mitte des zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten Alexanders des Groen. Bereits im Herbst desselben Jahres 1940 gewann ich den Eindruck, da ich hier einen ganz neuen Einblick in die wirkliche Natur und Ausdehnung dieser Katastrophe gewonnen hatte, und neun Jahre lang arbeitete ich dann an beiden Vorhaben, an der politischen Geschichte und an der Naturgeschichte. Obwohl Ages in Chaos zuerst beendet wurde, wird es erst im Anschlu an das vorliegende Werk verffentlicht werden. Welten im Zusammensto umfat nur die beiden letzten Akte des Welten-dramas. Einige vorausgehende Akte von denen einer als die Sintflut bekannt ist werden Gegenstand eines weiteren naturgeschichtlichen Bandes sein. Die historisch-kosmologische Geschichte in diesem Buch grndet sich auf das Zeugnis geschichtlicher Dokumente zahlreicher Vlker der ganzen Erde, auf klassisches Schrifttum, auf die Dichtungen der nordischen Vlker, auf die heiligen Bcher der Vlker des Morgen- und Abendlandes, auf berlieferungen und Volksglauben der Primitiven, auf alte astronomische Inschriften und Karten, auf archologische und auch auf geologische und palontologische Funde. Falls kosmische Umwlzungen in geschichtlicher Vergangenheit statt-gefunden haben warum erinnert sich dann die Menschheit nicht daran, und warum ist es ntig, Untersuchungen anzustellen, um etwas darber ausfindig zu machen? Ich werde diese Frage in dem Abschnitt Kollektiver Erinnerungsverlust besprechen. Meine Aufgabe war nicht unhnlich der eines Psychoanalytikers, der auf Grund unzusammen-

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    hngender Erinnerungen und Trume ein vergessenes traumatisches Er-lebnis des frhen Kindesalters eines Menschen rekonstruiert. Wenn man einen solchen Versuch mit der ganzen Menschheit anstellt, so spielen historische Inschriften und sagenhafte Motive oft dieselbe Rolle wie frhe Kindheitseindrcke und Trume bei der Analyse eines Einzelmenschen. Knnen wir aus diesem vielgestaltigen Material wirkliche Tatsachen ab-leiten? Wir werden Volk mit Volk, Inschrift mit Inschrift, Epos mit Stern-karte, Geologie mit Sage vergleichen, bis wir die geschichtlichen Tatsachen daraus ableiten knnen. In einigen wenigen Fllen ist es nicht mglich, mit Sicherheit anzugeben, ob sich eine Aufzeichnung oder berlieferung auf die eine oder andere Katastrophe im Laufe dieser langen Zeit bezieht; es ist auch mglich, da in einigen berlieferungen Elemente aus verschiedenen Zeiten mit-einander verschmolzen sind. Fr die abschlieende Untersuchung ist es jedoch nicht so wesentlich, die Berichte einzelner Weltkatastrophen in jedem Fall scharf voneinander zu trennen. Wichtiger scheint es, nach-zuweisen, erstens, da es in geschichtlicher Zeit Naturkatastrophen von erdweitem Ausma gab, zweitens, da diese Katastrophen durch auer-irdische Ursachen ausgelst wurden, und drittens, da diese Ursachen im einzelnen bestimmt werden knnen. Solche Feststellungen fhren zu zahllosen weiteren Folgerungen. Auf diese brauche ich hier nicht weiter einzugehen, da ich mich im Schluwort mit ihnen befasse. Einige Leute haben das Manuskript dieses Buches gelesen und wertvolle Anregungen und Hinweise gegeben. Es sind dies in zeitlicher Reihenfolge: Dr. Horace M. Kallen, frherer Dekan der Graduate Faculty an der New School for Social Research in New York; John J. O'Neill, wissen-schaftlicher Schriftleiter der New York Herald-Tribune; James Putnam, Redakteur der Macmillan Company; Clifton Fadiman, Kritiker und Kommentator; Gordon A. Atwater, Vorstand und Kurator des Hayden Planetariums des American Museum of Natural History in New York. Ihnen allen bin ich zu Dank verpflichtet, aber ich allein bin fr Form und Inhalt verantwortlich. Mancher Autor hat sein Buch seiner Frau gewidmet oder sie im Vorwort erwhnt. Mir erschien dies immer etwas aufdringlich, aber nun dieses Werk verffentlicht wird, kme ich mir doch recht undankbar vor, wenn ich ver-schwiege, da meine Frau Elisheva fast so viel Zeit am Schreibtisch damit verbrachte wie ich. Ich widme ihr dieses Buch.

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    Die Jahre, in denen Zeitalter im Chaos und Welten im Zusammensto geschrieben wurden, waren Jahre einer von Menschen ausgelsten Welt-katastrophe eines Krieges, der zu Lande, zur See und in der Luft aus-getragen wurde. In dieser Zeit lernte der Mensch ein paar von den Bau-steinen des Universums auseinanderzunehmen die Uran-Atome. Sollte er eines Tages das Problem lsen, die Atome der Erdkruste, des Wassers oder der Luft zu spalten oder zu vereinen, so knnte er dabei wohl zufllig eine Kettenreaktion auslsen und diesen Planeten fr immer aus dem Kampf ums Dasein unter den Himmelskrpern ausschalten. New York, September 1949 Immanuel Velikovsky

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    INHALT

    Vorwort .................................................................................................................. 7

    EINFHRUNG Kapitel 1 ................................................................................................................ 17

    In einem unermelichen Weltenraum Die Himmelsharmonie Der Ursprung des Planetensystems Der Ursprung der Kometen.

    Kapitel 2 ................................................................................................................ 31 Der Planet Erde Eiszeiten Die Mammuts Die Eiszeit und die Urgeschichte des Menschen Die Weltalter Die Sonnen-Zeitalter.

    Erster Teil

    VENUS

    Kapitel 1 ................................................................................................................ 55

    Eine ganz unglaubliche Geschichte Auf der anderen Seite des Ozeans Kapitel 2 ................................................................................................................ 63

    Zweiundfnfzig Jahre frher Die rote Welt Der Steinhagel Erdl Die Finsternis Erdbeben Dreizehn.

    Kapitel 3 ................................................................................................................ 83

    Der Orkan Die Flut Der Kampf am Himmel Der Komet Typhon Der Funke Der eingestrzte Himmel.

    Kapitel 4.................................................................................................................. 107

    Brodelnde Erde, brodelndes Meer Berg Sinai Theophanie Der Kaise