VEP Karlsruhe - Szenarien und integriertes · PDF fileVEP Karlsruhe - Szenarien und...

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  • VEP Karlsruhe - Szenarien und integriertes Handlungskonzept Kap. 5: Integriertes Handlungskonzept

    Arbeitsgemeinschaft Habermehl + Follmann / VERKEHRSLSUNGEN BLEES 31

    5 INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT

    5.1 bersicht

    Das integrierte Handlungskonzept bildet das Kernergebnis des Verkehrsentwicklungs-plans. Es beschreibt, welche Manahmen die Stadt Karlsruhe realisieren und welche Strategien sie verfolgen soll, um folgende, im Planungsausschuss am 19. Oktober 2011 beschlossene Ausrichtung der knftigen verkehrlichen Entwicklung Karlsruhes zu erreichen:

    Frderung nachhaltiger Mobilitt durch Verbesserungen fr den Fu-, den Rad- und den ffentlichen Nahverkehr sowie durch Strkung multimodalen Verhaltens.

    Sicherung der Attraktivitt Karlsruhes als Wirtschafts-, Einkaufs-, und Kulturstandort durch Gewhrleistung der guten Erreichbarkeit aus der Region.

    Strkung der Attraktivitt Karlsruhes als Wohnstandort durch stadtvertrglichere Mobilitt in den Quartieren.

    Darber hinaus kommt im Handlungskonzept den Grundstzen des Gender Main-streaming sowie der Verbesserung der Verkehrssicherheit besondere Bedeutung zu.

    Die Inhalte des Integrierten Handlungskonzepts mit seinen einzelnen Manahmen und Strategien leiten sich aus der Szenarienuntersuchung und ihrer Diskussion im Forum zum Verkehrsentwicklungsplan sowie innerhalb der Stadtverwaltung und mit der Politik ab (vgl. Kapitel 4). Im Zuge der Bearbeitung wurden die einzelnen Manahmen sukzessive verfeinert und aufeinander abgestimmt.

    Das Integrierte Handlungskonzept gliedert sich in insgesamt acht thematische Bausteine. Abbildung 5-1 zeigt die Bausteine des integrierten Handlungskonzepts im Gesamtkontext.

    Abbildung 5-1: Bausteine des integrierten Handlungskonzepts

  • VEP Karlsruhe - Szenarien und integriertes Handlungskonzept Kap. 5: Integriertes Handlungskonzept

    32 Arbeitsgemeinschaft Habermehl + Follmann / VERKEHRSLSUNGEN BLEES

    Das Dach bildet der Baustein Mobilittsmanagement der explizit Mobilitt als Ganzes adressiert. Darunter gruppieren sich als tragende Sulen sechs Bausteine, die sich schwerpunktmig mit den einzelnen Verkehrsmitteln bzw. Verkehrsarten Fuverkehr, Radverkehr, ffentlicher Verkehr, flieender MIV, Parken (ruhender MIV) sowie mit dem Wirtschaftsverkehr beschftigen. Dabei werden in jedem Baustein auch die Bezge zu anderen Bausteinen bercksichtigt. Das Fundament bildet schlielich der Baustein Verfahren und Instrumente; er beschftigt sich mit Manahmen und Strategien, welche die Stadtverwaltung und andere Akteuren bei der zielorientierten Umsetzung des integrierten Handlungskonzepts untersttzen.

    Innerhalb der einzelnen Bausteine werden neben konkreten Manahmen z.T. auch allgemeine Strategien beschrieben sowie Prfauftrge formuliert. Die Beschreibung von Strategien sowie Prfauftrge kommen insbesondere dort zum Tragen,

    wo dauerhaft angelegte Prozesse angestoen werden sollen wie etwa im Mobilittsmanagement, oder

    wo angesichts der bergeordneten Detaillierungsebene des VEP als Rahmenplan eine Konkretisierung und Verortung von einzelnen Manahmen nicht mglich ist, wie etwa im Bereich des Fuverkehrs mit einer absehbar groen Anzahl sehr kleinteiliger Manahmen.

    In beiden Fllen bilden die beschriebene Strategie bzw. die Ausfhrungen zum Prfauftrag den Handlungs- und Orientierungsrahmen fr die planerische Arbeit zur Konkretisierung bzw. Prfung der Manahmen.

    Der besondere Anspruch der Integration, wie er auch im Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2009 formuliert ist, kommt im Handlungskonzept in zweierlei Hinsicht zum Tragen. Zum einen wurde bei der Entwicklung der Bausteine und ihrer einzelnen Manahmen und Strategien von vornherein nicht sektoral (verkehrsmittelbezogen) vorgegangen, sondern von den Belangen der verschiedenen Gruppen von Verkehrsnutzenden und Verkehrsbetroffenen ausgegangen; so zieht sich beispielsweise das Leitbild des Gender Mainstreaming sowie die Bercksichtigung des Grundsatzes eines sicheren Verkehrablaufs auch ohne explizite Erwhnung durch das Handlungskonzept. Zum anderen wurde nach dem ersten Entwurf der Manahmen und Strategien des Handlungskonzepts explizit geprft, inwieweit diese untereinander sowie mit konkurrierenden Zielstellungen vertrglich sind. Fr jeden Konfliktfall wurde abgewogen, welche Lsung verfolgt werden soll. Auf diese Weise konnte beispielsweise vermieden werden, dass eine aus Sicht der straenrumlichen Vertrglichkeit wnschenswerte Reduzierung der zulssigen Geschwindigkeit fr den Straenverkehr die Pnktlichkeit und Betriebszuverlssigkeit des PNV beeintrchtigt. Umgekehrt werden aber auch Bezge zwischen Manahmen und Strategien verschiedener Bausteine, die bei der Realisierung bzw. in ihren Wirkungsweisen eng zusammengehren und sich wechselseitig verstrken, explizit benannt und hervorgehoben (siehe Bausteine des Integrierten Handlungskonzeptes).

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt des integrierten Handlungskonzepts ist die Unabhngigkeit von der Einzelmanahme 2. Rheinbrcke und Nordtangente-West bis

  • VEP Karlsruhe - Szenarien und integriertes Handlungskonzept Kap. 5: Integriertes Handlungskonzept

    Arbeitsgemeinschaft Habermehl + Follmann / VERKEHRSLSUNGEN BLEES 33

    zur B36. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Baurechtschaffung fr die 2. Rheinbrcke und die Nordtangente-West nicht allein von der Stadt Karlsruhe beeinflusst werden kann und nicht mit einem Abschluss des Planfeststellungs-verfahrens vor Verabschiedung des VEP gerechnet werden kann. Es ist daher sicherzustellen, dass das integrierte Handlungskonzept sowohl mit dem Fall des Baus als auch im Fall des Verzichts auf 2. Rheinbrcke und Nordtangente-West funktionsfhig und wirksam ist. Daher wurden die Auswirkungen beider Flle mit und ohne 2. Rheinbrcke und Nordtangente-West auf die anderen Manahmen und Strategien des integrierten Handlungskonzepts sowie auf den Verkehr im Stadtgebiet separat untersucht. Die Abhngigkeiten betreffen primr den Baustein Flieender MIV (Kap. 5.6) und werden dort explizit dargestellt. Die Wirkungen auf den Verkehr im Stadtgebiet werden in Abschnitt 6.5 dargestellt.

    Aktuell und in den kommenden Jahren ist die Verkehrssituation in der Innenstadt stark von den Baustellen zur Realisierung der Kombilsung geprgt. Diese Sondersituation kann im Rahmen des VEP nicht bercksichtigt werden. Ein Teil der Innenstadt-bezogenen Manahmen des integrierten Handlungskonzepts wird erst nach Fertigstellung der Kombilsung realisiert werden knnen.

    Das integrierte Handlungskonzept ist somit ein in sich stimmiges, umsetzungsorientiertes Manahmen- und Strategieprogramm, mit dessen Hilfe die Stadt Karlsruhe in den kommenden Jahren ihre verkehrlichen Leitziele realisieren kann.

    Im Forum fr die ffentlichkeit am 16. Mai 2012 gab es grundstzliche Anmerkungen zum Thema Verkehr:

    Es wird Wert gelegt auf ein konfliktfreies Nebeneinander der unterschiedlichen Verkehrstrger und eindeutige Verhaltensregeln fr die verschiedenen Verkehrsnutzenden. Den Teilnehmenden war wichtig, dass bereits jetzt Grundbedrfnisse im Verkehrsalltag erfllt werden sollen, wie ausreichend breite Gehwege und die Barrierefreiheit, die schon den Weg von der Haustr zur Haltestelle betreffen.

    Die Behinderungen des Verkehrs in der Innenstadt und die empfundene deutliche Zunahme des motorisierten Verkehrs wurden kritisch kommentiert.

    Die nachfolgende Tabelle 5-1 gibt einen Gesamtberblick ber die Manahmen des Handlungskonzepts.

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    34 Arbeitsgemeinschaft Habermehl + Follmann / VERKEHRSLSUNGEN BLEES

    Tabelle 5-1: Gesamtbersicht der Manahmen des Handlungskonzepts

    Baustein MOBILITSMANAGEMENT

    Nr. Manahme Bemerkungen

    M.1 Mobilittsmanagement in der Stadtentwicklungsplanung

    - M.1.a Strkung der Nahmobilitt in der Nutzungsentwicklung

    - M.1.b Bercksichtigung der Mobilittsfolgekosten von Siedlungen

    - M.1.c Strkung der Nahmobilitt in der verbindlichen Bauleitplanung

    - M.1.d Gestaltung des Angebots an Kfz-Stellpltzen und Fahrradabstellpltzen

    M.2 Betriebliches Mobilittsmanagement

    M.3 Schulisches Mobilittsmanagement

    - M.3.a Netzwerk Schule + Mobilitt

    - M.3.b Aktivitten an Grundschulen

    - M.3.c Aktivitten an weiterfhrenden Schulen

    M.4 Mobilittsmanagement fr Neubrgerinnen und Neubrger

    M.5 CarSharing und Fahrradverleihsystem

    - M.5.a Weiterentwicklung CarSharing

    - M.5.b Weiterentwicklung Fahrradverleihsystem

    M.6 Mobilitts- und Verkehrsinformation

    - M.6.a Weiterentwicklung von vmz.karlsruhe.de

    - M.6.b Weiterentwicklung Mobilittszentrale

    - M.6.c Mobilitts-Info-Paket fr Internet-Anwendungen

    - M.6.d Haltstellenumgebungsplne

    M.7 Weitere Services, Marketing und ffentlichkeitsarbeit

    - M.7.a Dachmarke Mobilitt

    - M.7.b Integrierte Mobilittskarte

    - M.7.c Mobilittskampagnen

    - M.7.d Kombitickets

    - M.7.e Mietertickets

    - M.7.f Weiterentwicklung Mngelbogen

    M.8 Administrative Strukturen

    M.9 Elektromobilitt

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    Arbeitsgemeinschaft Habermehl + Follmann / VERKEHRSLSUNGEN BLEES 35

    Baustein FUSSVERKEHR

    Nr. Manahme Bemerkungen

    F.1

    Der Karlsruher (Fu-) Weg: Schritt 1: Analyse, Identifikation von Defiziten Schritt 2: Entwicklung von Manahmen Schritt 3: Umsetzung und Vermarktung der Manahmen

    F.2. Barrierefrei-Standards

    Baustein RADVERKEHR

    Nr. Manahme Bemerkungen

    R.1 Ausbau des Radverkehrsnetzes

    - R.1.a Fertigstellung des Radverkehrsnetzes gem 20-Punkte-Programm

    - R.1.b Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes