Vincent van Gogh - Lemberger Bildung ... Vincent van Gogh Schuhabdrأ¼cke 1....

Vincent van Gogh - Lemberger Bildung ... Vincent van Gogh Schuhabdrأ¼cke 1. Hintergrundinformationen
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    Vincent van Gogh

    Schuhabdrücke

    1. Hintergrundinformationen

    Vincent Willem van Gogh wurde am 30. März 1853 in den Niederlanden als erster Sohn eines Pfarrers geboren. Bevor van Gogh malte, übte er verschiedene Berufe aus: Zunächst war er als Verkäufer in Kunsthandlungen in Paris und London tätig. Nachdem er entlassen worden war, versuchte er, zunächst als Hilfslehrer zu arbeiten. Anschließend begann er, Theologie zu studieren und war schließlich der Über- zeugung, seine Aufgabe als Armen-Prediger gefunden zu haben. Er konnte sich jedoch in keinem Bereich dauerhaft einarbeiten, geschweige denn unterordnen. Erst im Jahr 1880, im Alter von 27 Jahren begann van Gogh, zu zeichnen. Nur mit Unter- stützung seines Bruders Theo konnte er sich die folgenden erfolglosen Jahre als Künstler bis zu seinem Tod zehn Jahre später über Wasser halten. Man schätzt heute, dass er zu Lebzeiten nicht mehr als zehn Bilder verkauft hat.

    Van Gogh lebte 1888 in Südfrankreich, wo eine Reihe seiner berühmten Sonnenblumenbilder entstanden, die alle mit seiner Lieblingsfarbe Gelb Fröhlichkeit und Offenheit ausdrücken sollten. Im selben Jahr verschlechterte sich die geistige Verfassung von van Gogh. Er befand sich immer häufiger in Nervenkrisen. Schließ- lich wurde er im Krankenhaus behandelt, nachdem er sich selbst ein Ohr abgeschnitten hatte. Er zog sich immer mehr zurück, um sich

    nun ausschließlich seiner Kunst zu widmen. Die meisten seiner Bilder entstanden in den letzten 10 Jahren seines Lebens. Vincent van Gogh starb am 29. Juli 1890, im Alter von 37 Jahren – drei Tage nachdem er sich während eines Spaziergangs mit einem Revolver in die Brust geschossen hatte. Van Gogh ist heute schon längst kein unbekannter Maler mehr – vielmehr ist er sogar vielen Grundschülern schon bekannt – nicht zuletzt bedingt durch die Tatsache, dass seine Sonnenblumen auf zahlreichen Alltagsartikeln (Servietten, Tas- sen, Notizblocks u.v.m.) abgebildet sind. Seine ausdrucksstarken Gemälde, die einen großen Einfluss auf die moderne Kunst ausübten, hän- gen in den berühmtesten Museen der Welt.

    Über Vincent van Gogh und seine Kunstwerke gibt es viele Veröffentlichungen. Auch im Bereich des Kunstunterrichts in der Grund- schule finden sich etliche Unterrichtsstunden, die seine Werke und seine Maltechnik thema- tisieren. Selten jedoch werden die Schuhbilder van Goghs genauer betrachtet, besprochen oder kreativ gestaltet. Van Gogh hat diese Bil- der nicht kommentiert und ihnen auch nie einen Titel gegeben. Alle seine übrigen Werke hatte der Maler ja zumeist in dem berühmten und sehr aufschlussreichen Briefwechsel mit sei- nem Bruder Theo entweder erwähnt, benannt und zum Teil auch erklärt. Das Motiv der Schuhe steht in Nähe zum Stillleben. Hat er die Schuhe aus Gründen mangelnder Aufträge, aus Langeweile gemalt? War ihm bewusst, wie viele Aussagen in einem Schuhbild versteckt sein können?

    2. Unterrichtsverlauf

    Zeitaufwand:

    Technik:

    Material:

    1 bis 2 UE

    Grafisches Gestalten (Zeichnen); Frottage

     „Stillleben mit 12 Sonnenblumen“/„Selbstporträt“ (s. S. 32)  Schuhbilder als Farbfolie (s. S. 33)  Schuhe  Wasserfarben, Wachsmalkreiden, Filzstifte, weicher Bleistift  Zeichenpapier (DIN A4 oder DIN A3)

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    2.1 Einstieg

    Die Stunde beginnt mit der Präsentation des berühmten Sonnenblumengemäldes van Goghs (s. S. 32). Falls kein Vorwissen der Schüler vorhanden ist, erklären wir kurz, wer die Blumen und warum er sie gemalt hat. Anschließend präsentieren wir eines der vielen Selbstporträts van Goghs (s. S. 32) und lassen die Kinder beschreiben, wie sie den abgebilde- ten Mann empfinden:  Sieht er glücklich aus?  Warum könnte er als Maler unglücklich

    aussehen? Die Schüler werden im Gespräch schnell von selbst auf die Antwort stoßen:  Wenn ein Maler keine Bilder verkauft, ist er traurig/ bedrückt/unglücklich und natürlich fehlt es ihm an Geld. Es fehlte van Gogh tatsächlich nicht nur an Geld, um sein tägliches Leben zu finanzie- ren, es haperte selbstverständlich auch an der notwendigen Finanzierung neuer Farben und Leinwände, die damals wie heute teuer sind. Da seine Bilder damals keine begehrten Objekte waren, mangelte es ihm zudem an Aufträgen. Wir legen nun die Schuhbilder auf (s. S. 33).  Vielleicht kannst du dann schon selbst erklä-

    ren, warum er solche Bilder gemalt hat.  Die Schüler können hier eigenständig interpretieren, dass die Farbgebung des Bildes eher eintönig ist – es mangelte van

    Gogh an neuen Farben. Er wählte – man- gels Aufträgen – ein, im wahrsten Sinne des Wortes naheliegendes Motiv: Die her- umstehenden, alten, völlig ausgetretenen Schuhe, die wiederum seine finanzielle Situation widerspiegeln.

    2.2 Objektivierung

    Anstelle von Schuhen betrachten wir nun unsere Schuhabdrücke und setzen sie in unterschiedlicher Weise um: So kann z.B. die Struktur der Sohle mithilfe eines weichen Bleistiftes durchgerieben werden (sog. Frot- tage). Hier sollte der Lehrer die Kinder darauf hinweisen, den Bleistift schräg zu halten und nicht zu fest aufzudrücken. Es kann aber auch die Schuhsohle mit einem schwarzen Fineliner oder einem Bleistift abgezeichnet werden.

    2.3 Abschluss

    Rückwirkend können wiederum die „Schuhbil- der“ der Kinder den richtigen Schuhen zuge- ordnet werden. Dazu werden in der Mitte eines Sitzkreises alle Schuhe der Kinder ausgelegt. Nacheinander dürfen die Kinder einen Schuh auswählen (nicht ihren eigenen!) und diesen dem passenden Bild zuordnen. Eine Steigerung wäre noch, wenn sie die Schuhsohle nur fühlen (mit verbundenen Augen) und versuchen, sie dann dem passen- den Bild zuzuordnen.

    Schülerarbeit Schülerarbeit

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