Volkswirtschaftslehre - Zusammenfassung

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Volkswirtschaftslehre Zusammenfassung

1. KapitelZehn volkswirtschaftliche Regeln Volkswirtschaft (konomie): griechisches Wort fr jmd., der einen Haushalt fhrt. Eine Gruppe von Menschen, die bei ihrer Lebensgestaltung zusammenwirken. o Eine Rollen spielen: Menschliches Entscheidungsverhalten, Verteilung von Mitteln unter Bercksichtigung von Fhigkeiten, Anstrengungen, Wnschen -> Haushalt & Gesellschaft Knappheit: Die begrenzte Natur gesellschaftlicher Ressourcen Volkswirtschaftslehre: Die Wissenschaft von der Bewirtschaftung knapper gesellschaftlicher Ressourcen -> meist ohne zentralen Planer, sondern kombinierte Aktivitt von Millionen/ deren Zusammenwirken o Triebkrfte und Trends einer Volkswirtschaft im Ganzen

Regel Nr. 1: Alle Menschen stehen vor abzuwgenden Alternativen There is no such thing as a free lunch Es gibt nichts umsonst -> Hergabe von etwas (Zeit, Geld, Gegenstnde) Entscheidungen treffen: Abwgung von Alternativen oder Lsung von Zielkonflikten o o Bsp.: Abwgung zwischen sauberer Umwelt und hohem Einkommensniveau Bsp.: Effizienz und Gerechtigkeit Effizienz: Eigenschaft einer Gesellschaft, so viel wie mglich aus ihren knappen Ressourcen herauszuholen Gerechtigkeit: Eigenschaft einer Gesellschaft, die wirtschaftliche Wohlfahrt fair auf die Mitglieder zu verteilen Bercksichtigung von Zielkonflikten: Bessere Entscheidungen, da whlbare Alternativen klarer gesehen werden Regel Nr. 2: Die Kosten eines Guts bestehen aus dem, was man fr den Erwerb des Guts aufgibt Weil die Menschen Zielkonflikten ausgesetzt sind, erfordern Entscheidungen einen Vergleich von Kosten und Nutzen alternativer Aktionen. Kosten einer Aktivitt nicht immer offensichtlich

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Bsp. Studium: Nutzen ist intellektuelle Bereicherung u. bessere Anstellungsmglichkeiten; Kosten sind studiumsspezifische Unterschiede (Lohnverzicht durch Zeitmangel), nicht aber Unterkunft u. Verpflegung die u. U. sogar billiger sein knnen und so einen zustzlichen Nutzen bringen.

Opportunittskosten: Die Opportunittskosten einer Gtereinheit bestehen in dem, was man aufgibt, um die Einheit zu erlangen -> wichtig fr jede Entscheidung, i.d.R. ist dieses Bewusstsein vorhanden

Regel Nr. 3: Rational entscheidende Leute denken in Grenzbegriffen Rationale Menschen: Menschen, die unter gegebenen Mglichkeiten, systematisch und zielstrebig all ihre Fhigkeiten und Fertigkeiten einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen. I.d.R. gehen konomen davon aus, dass sich alle Menschen rational verhalten o o Bsp.: Unternehmen Gewinnmaximierung Bsp.: Konsumenten, mit ihrem Einkommen und den gegebenen Preisen, das zu kaufen, was hchstmglichen Nutzen verschafft Entscheidungen sind nicht schwarz oder wei -> Abwandelung des Planes in kleinen Schritten o Bsp.: Prfung komplett zu ignorieren oder 24h/d lernen

Marginale Vernderung: Abwandelungen eines bestehenden Aktionsplans durch kleine Schritte Entscheidung basiert auf Vergleich zwischen marginalen Nutzen (Grenznutzen) und marginalen Kosten (Grenzkosten) o Bsp.: Ticketpreise fr Last-Minute-Flge. Durchschnittskosten fr Unternehmen pro Platz 500, kurz vor Abflug 10 freie Pltze und Passagiere die 300 bezahlen wrden. Rentabel, da zustzliche marginale Kosten lediglich Kosten fr Verpflegung sind -> marginaler Nutzen hher o Bsp.: Diamanten-/Wasserpreis, Abhngig von vorhandener Menge u. bereits konsumierten Einheiten, Grenznutzen eines zustzlichen Diamanten wird als grer angesehen

Regel Nr. 4: Die Menschen reagieren auf Anreize Anreiz: Etwas (z.B. die Aussicht auf Belohnung oder Bestrafung), das eine Person zum Handeln bewegt. Die Menschen reagieren auf Anreize. Alles andere sind nur Erluterungen Rationale Menschen reagieren auf Anreize, da sie Grenznutzen und Grenzkosten vergleichen

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Bsp.: Hherer Apfelpreis, Leute kaufen mehr Birnen, Apfelplantagen wollen mehr produzieren

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Bsp.: Minerallsteuer und Verhalten der Menschen Bsp.: Anschnallpflicht mit Anreiz Menschenleben zu retten Bsp.: Schnelles Fahren -> Abwgung Grenzkosten und Grenznutzen -> Durch Gurte ist es rentabler schnell zu fahren, da hhere berlebenschancen -> mehr Unflle, grere Gefahr fr andere Verkehrsteilnehmer: indirekter Effekt

Regel Nr. 5: Durch Handel kann es jedem besser gehen Deutschland u. Japan produzieren bspw. hnliche Gter -> Konkurrenten -> nicht vergleichbar mit sportlichem Wettkampf mit Gewinner und Verlierer -> meist fhrt Handel dazu, dass es beiden Lndern wirtschaftlich besser geht Abkapselung fhrt nicht zum Erfolg, da man alles selbst produzieren msste Spezialisierung auf beste Befhigung Handel mit anderen fhrt zu grerer Bandbreite an Waren und Dienstleistungen zu niedrigeren Kosten, Handelspartner sind zugleich Konkurrenten Vgl.: Haushalt, der nicht alles selbst produziert und trotzdem beste Waren etc. will

Regel Nr. 6: Mrkte sind gewhnlich gut fr die Organisation des Wirtschaftslebens Marktwirtschaft: Eine Volkswirtschaft, die ihre Ressourcen durch die dezentralisierten Entscheidungen zahlreicher Unternehmungen und Haushalte zuteilt, die zu diesem Zweck auf Mrkten fr Gter und Produktionsfaktoren (Arbeit und Kapital) zusammenwirken. o Gegenteil wre kommunistische Planwirtschaft mit zentraler Planung (Idee, dass nur Regierung so organisieren kann, dass es der soz. Wohlfahrt des Landes dienlich ist) Unternehmungen u. Haushalte werden bei Entscheidungen durch Eigeninteressen und Preise geleitet Erstaunlicherweise entsteht kein Chaos -> Erfolgreich und soz. Wohlfahrt frdernd Philosophische Grundlage: Adam Smith The Wealth of Nations o Unsichtbare Hand des Marktes transformiert den Egoismus den Einzelnen in wachsenden Wohlstand fr die Allgemeinheit Preise sind die dirigierenden Instrumente: Spiegeln gesellschaftlichen Wert und die sozialen Kosten der Produktion. Fhren Entscheidungstrger meist zu Ergebnissen, die auch die soz. Wohlfahrt maximieren; Kufer bercksichtigt unbewusst die sozialen Nutzen und Kosten seiner Aktivitt

Schlussfolgerung: Wenn die Regierung die Preise daran hindert, sich auf natrliche Weise an Nachfrage und Angebot anzupassen, behindert sie die Koordination der Millionen Einzelentscheidungen von Haushalten und Unternehmungen, die eine Volkswirtschaft ausmachen.

Regel Nr. 7: Regierungen knnen manchmal die Marktergebnisse verbessern Eigentumsrechte: Das Recht eines Individuums, Eigentum an knappen Ressourcen zu besitzen und darber zu verfgen. Aufgabe der Regierung: Schutz der unsichtbaren Hand/ Durchsetzung der Eigentumsrechte durch Polizei und Gerichte Mrkte sind gewhnlich gute Mechanismen fr die Steuerung konomischer Aktivitten. Ausnahmen: Steigerung der Effizienz und Frderung der Gerechtigkeit -> durch Regierung Marktversagen: Eine Situation, in der es einem sich selbst berlassenen Markt nicht gelingt, die Ressourcen effizient zuzuteilen. o o Gewhnlich werden Ressourcen von Mrkten durch unsichtb. Hand effizient verteilt Mglicher Grund fr Marktversagen: Externe Effekte/Externalitten oder Marktmacht Externalitt: Auswirkung der Handlung einer Person auf die Wohlfahrt eines unbeteiligten Dritten. Bsp.: Luftverschmutzung

Marktmacht: Die Fhigkeit eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe, den Marktpreis erheblich zu beeinflussen Bsp.: Monopol Wasseranbieter in einer Stadt -> kein rigoroser Wettbewerb, der die Eigeninteressen unter Kontrolle hlt -> Regulierung des verlangten Preises -> mgl. Effizienzsteigerung

Unsichtbare Hand: Keine Garantie, dass alles gerecht verteilt wird. o Lsung: Politische Manahmen, wie Einkommensbesteuerung und Sozialhilfesystem -> gleichmigere Verteilung des Wohlstandes. Doch: Geschieht nicht immer!

Regel Nr. 8: Der Lebensstandard eines Landes hngt von der Fhigkeit ab, Waren und Dienstleistungen herzustellen Unterschiede im Durchschnittseinkommen, v.a. Industriestaaten und Entwicklungslnder o Bessere Lebensqualitt: Autos, Fernsehen, bessere Ernhrung & Gesundheitsfrsorge, lngere Lebenserwartung Durchschnittseinkommen Europa & Amerika wchst pro Jahr real um 2%; thiopien 0,6%p.a.

Ursache hierfr: Fast gnzlich die nationalen Unterschiede der Produktivitt Produktivitt: Die Menge der pro Arbeitsstunde produzierten Waren und Dienstleistungen Wachstumsrate der Produktivitt bestimmt die des Durchschnittseinkommens Andere Erklrungen mssen von nachrangiger Bedeutung sein o Bsp.: Zurckhaltende Lohnsteigerungspolitik der Gewerkschaften fr Anstieg des Lebensstandards verantwortlich machen -> Wahrer Grund: Produktivitt der Arbeiterschaft o Bsp.: Verlangsamtes Wirtschaftswachstum wegen verstrkter auslndischer Konkurrenz -> Wahrer Grund: Nachlassendes Produktivittswachstum im eigenen Land

Politische Erhhung der Produktivitt: hoher Ausbildungsstand, gute Realkapitalausstattung und Zugang zu Spitzentechnologie

Regel Nr. 9: Die Preise steigen, wenn zu viel Geld in Umlauf gesetzt wird Inflation: Ein Anstieg des Preisniveaus der Volkswirtschaft o o Bsp.: Deutschland 1921 Tageszeitung 0,30RM; Nov. 1922 70000000RM Bsp.: USA 70er Verdoppelung des Preisniveaus, 90er 3% Inflationsrate

Ziel aller Staaten: Inflationsrate niedrig halten-> hohe IR brdet einer Gesellschaft Kosten auf Ursachen von Inflation: Geldmengenwachstum (Staat oder Zentralbank weitet Geldmenge stark aus und der Geldwert sinkt) o Deutschland 1920: Preisniveau verdreifacht sich monatlich im Durchschnitt / auch die Geldmenge verdreifacht sich

Regel Nr. 10: Die Gesellschaft hat kurzfristig zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit zu whlen Langfristige Auswirkungen einer Geldmengenausweitung ist primr die Erhhung des Preisniveaus Kurzfristige Auswirkungen sind komplexer und nicht unumstritten: o o Stimulation der Ausgaben und damit Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen Gestiegene Nachfrage -> Anhebung der Preise, Ausdehnung der Produktionsmenge und Einstellung neuer Arbeitskrfte o Senkung