Warum 90 Prozent Scheitern

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Paul Kutlin Scheitern beim Lernen einer Fremdsprache. Paul Kutlin laesst uns an seinen hilfreichen Erkenntnissen teilhaben ...

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    Fremdsprachenlernen Fremdsprachenlernen Fremdsprachenlernen Fremdsprachenlernen

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    und wie Sie es besser machen knnen.

    von Ing. Paul Kutilin

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    Warum scheitern 90 % der Menschen beim Erlernen einer Fremdsprache? Was knnen Sie tun, damit Sie nicht dazu gehren?

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    Warum scheitern 90 % der Menschen beim Lernen einer Fremdsprache? Was knnen Sie tun, damit Sie nicht dazu gehren? Mit dieser und hnlichen Fragestellungen beschftige ich mich bereits seit dem Jahr 1993. Begonnen hat es damit, dass ich es in der Schule nicht geschafft habe, eine Fremdsprache auch nur annhernd so zu erlernen, dass ich in der Praxis irgendetwas damit anfangen htte knnen. In der Schule wurde mir zu wenig Talent bescheinigt, und durch die andauernden negativen Rckmeldungen glaubte ich es wohl irgendwann. Ich konnte mir damals das Erlernen und Sprechen einer Fremdsprache auch gar nicht mehr vorstellen. Als ich zum Jahreswechsel 1992/93 nach London fuhr, wurde mir das aber erst so richtig bewusst. Denn ich war weder in der Lage, irgendetwas zu verstehen, noch zu sprechen. Nicht einmal einfachste Begrungsformeln konnte ich anwenden. Da vorher niemand etwas von meinen dermaen schlechten Englischkenntnissen wusste, blamierte ich mich ziemlich. Und meine Gastgeber gleich mit mir. Ich versuchte also, die restlichen Tage so gut es ging ohne Englischkenntnisse auszukommen, fasste aber bereits in London den Entschluss, es doch noch einmal mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu versuchen. Als ich wieder zu Hause war, besorgte ich mir gleich mehrere Bcher und Kurse und begann mit meinen Lektionen. Ich hielt es ganze zwei Wochen durch, dann war es mit der Motivation vorbei. Ich versuchte es auch noch mit anderen Bchern und Kursen, erlitt aber auch mit diesen Schiffbruch. Da ich mein Ziel aber noch nicht aufgeben wollte, begann ich, mich intensiv mit dem Lernen und speziell mit dem Fremdsprachenlernen zu beschftigen. Ursprnglich dachte ich immer, dass ich wohl zu einer kleinen Minderheit gehre, die einfach zu wenig Talent zum Fremdsprachenlernen hat. Durch die Beschftigung mit dem Thema und

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    meinen Recherchen erkannte ich aber, dass es der Mehrheit der Menschen so erging wie mir und dass kaum jemand ber schlechtes Schulenglisch hinauskommt. Ich war vielleicht ein besonders schwerer Fall. Aber auch bei anderen Menschen reichte das Erlernte kaum aus, um damit eine sinnvolle Kommunikation zu fhren, und vor allem den Anderen zu verstehen. Ich war also nicht allein. Dieses war zwar vielleicht trstlich, half mir in meiner momentanen Situation aber nicht wirklich weiter. Ich erkannte aber dadurch, dass das Problem vielleicht doch nicht nur bei mir zu suchen sei, wie es mir immer eingeredet wurde. Ich begann also mit der Suche, und zu meinem Erstaunen wurde ich auch fndig. Ich mchte Ihnen jetzt einen kleinen Einblick in die Thematik geben, damit auch Sie Wege erkennen knnen, wie Sie es anstellen mssen, um nicht zur groen Gruppe derjenigen zu gehren, die die Erfahrung einer neuen Sprache nie machen werden. Begeben wir uns also auf die spannende Reise. Ihr Ing. Paul Kutilin paul.kutilin@fremdsprachenlernen.org

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    Dieser Report kann ihr Leben ndern! Lesen Sie nicht weiter, wenn Sie alles beim Alten belassen mchten!

    Da Sie jetzt weiterlesen, gehe ich davon aus, dass das Erlernen einer Fremdsprache auch fr Sie ein Thema ist und dass es Ihnen ernst damit ist. Ich persnlich erkannte durch meinen Londonaufenthalt, wie wichtig es ist, eine Fremdsprache zu erlernen. Doch die Erkenntnis allein hilft einem aber meist beim Lernen wenig. Als ich von meinem Londonaufenthalt nach Hause kam, war ich total motiviert. Konnte es aber trotzdem nicht lange durchhalten. Ich kenne viele Menschen, die jedes Jahr aufs Neue mit dem Sprachenlernen beginnen, nur um dann festzustellen, es auch diesmal nicht geschafft zu haben. Aber mit noch mehr Anstrengung werden sie es dann im nchsten Jahr sicher schaffen, reden sie sich zumindest ein. Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, muss man beginnen, den Fehler nicht nur bei sich zu suchen, sondern auch einmal das System in Frage zu stellen. Wieso kann es sein, dass in unseren Volksbildungseinrichtungen dermaen schlechte Erfolgsquoten erreicht werden und trotzdem niemand das System hinterfragt? Es liegt sicher auch an der Grundeinstellung, mit der man an die ganze Sache herangeht. Und im Laufe unserer Erziehung wurde uns lange genug eingeredet, dass Lernen anstrengend ist und durchaus auch mal wehtun darf. Auch durch unsere bisherigen Erfahrungen wurde es auch immer wieder besttigt. Haben Sie sich schon einmal ein Kind angesehen, wenn es in seine eigene Welt versunken ist und spielt? Die Menge an Wissen und Fertigkeiten, die sich ein Kind in den ersten Lebensjahren aneignet, bersteigt alles, was wir spter lernen, bei weitem. Dazu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen, die das belegen. Und jetzt eine Frage: Haben Sie schon einmal ein Kleinkind beobachtet, das sich Vokabel oder Grammatik ins Gehirn hineinpaukt? Ich habe selber Kinder, diese Beobachtung habe ich aber bis heute nicht gemacht. Wie lernen also Kinder? Und warum knnen wir uns nicht in den gleichen Zustand bringen, wie es Kinder tun, wenn sie lernen. Ein Kind lernt in der Phase, in der die

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    Sprachentwicklung stattfindet, ganz nebenbei ohne Anstrengung ca. sechs neue Vokabeln am Tag. Das sind, wenn man es hochrechnet, ca. 2200 Vokabeln im Jahr. Ganz nebenbei lernt das Kind aber auch noch die Grammatik. Denn bereits Kinder knnen Grammatikregeln richtig anwenden.

    Wenn ich Ihnen die Frage stelle: In welchem Land lernt man eine Fremdsprache am besten?

    a. In dem Land, in dem sie gesprochen wird oder b. in einem anderen Land?

    Hier werden sicher alle auf Antwort a tippen. Was knnen wir aber aus dieser Antwort fr unseren Fremdsprachenunterricht herausholen? Es gibt anscheinend Mechanismen, die im Land, in dem die Sprache gesprochen wird, ganz von alleine wirken. Wenn ich diese aber kenne, dann kann ich zumindest einige von ihnen auch zu Hause anwenden und so einen Auslandsaufenthalt imitieren. Denn wenn diese wirken, dann msste das unabhngig von meinem Aufenthaltsort sein. Genauso, wie es egal ist, ob ich meinen Kuchen in Paris, London oder Wien backe wenn ich das gleiche Rezept verwende und mich auch daran halte, dann wird der Kuchen gleich schmecken. Auch das Essen bei McDonalds schmeckt meines Wissens auf der ganzen Welt gleich. Sogar in Peking, das kann ich selber besttigen. Fr einen Erfolg ist also nicht unbedingt der Aufenthaltsort entscheidend, sondern es sind vielmehr die Bedingungen.

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    Kann eigentlich jeder eine Fremdsprache erlernen?

    Haben Sie sich schon einmal die folgende Frage gestellt: Kann eigentlich jeder eine Fremdsprache erlernen? Die Antwort ist entgegen vieler Meinungen ein klares JA! Jeder Mensch, der seine Muttersprache erlernt hat, kann eine Fremdsprache erlernen. Wenn ein Mensch, der wirklich eine Sprache erlernen mchte, versagt, dann ist es nicht der Einzelne, sondern das System! Was heit das? Ich habe vorhin schon erlutert, welch groartige Lernleistungen ein Kind in den ersten Lebensjahren vollbringt. In dieser Zeit schafft es das Kind, sein Gehirn vollkommen zu strukturieren, und aus dem Nichts heraus die Vokabeln und die Grammatik einer Sprache zu erlernen. Und nebenbei erlernt es auch aufwendige motorische Fertigkeiten (Krabbeln, Gehen, Laufen, Essen, Greifen,). Die Liste liee sich fast endlos fortsetzen. Warum ist das Lernen von Neuem aber spter so viel schwieriger? Wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass das Schwierigerwerden des Lernens genau mit dem Eintritt in die Schule beginnt. Das ist genau der Zeitpunkt, an dem die Kinder entmndigt werden (jetzt beginnt der Ernst des Lebens) und die Verantwortung fr das Lernen der Schule bertragen wird. Es wurde aber in verschiedenen einfachen Kulturen beobachtet, dass dieser Effekt im Alter von sechs bis sieben Jahren bei diesen Kulturen nicht auftritt.

    Was ist hier aber der groe Unterschied? In diesen Kulturen wird das Lernen nie vom Leben getrennt. Bei uns heit es so schn: Frs Leben und nicht fr die Schule lernen wir. Die Praxis sagt dazu aber genau das Gegenteil. Ein Vertreter der Wirtschaft beantwortete die Frage: Sind unsere Schulabgnger fr die Wirtschaft richtig qualifiziert? mit einem klaren und deutlichen NEIN. Und er fhrte als eines der grten Defizite genau den Punkt an, dass die

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