Was wir Jungen glauben

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    24-May-2015
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    Education

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Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer haben Visionen. Wir glaubendaran, dass wir die Schule ändern können - ja ändern müssen!Die Schule ist viel zu wichtig und unser Beruf viel zu verantwortungsvoll,als dass wir uns dem Wandel verweigern könnten.Deshalb haben wir Junglehrer im BLLV diskutiert und überlegt,was wir wollen. Entstanden sind diese Glaubenssätze.Es war einelange und aufregende Diskussion. Ob sie gelungen ist, müsst Ihrentscheiden. Wir möchten Euch zum Mitmachen einladen. Auf unserer Facebookseite http://www.facebook.com/abjland könnt ihr mit uns diskutieren.

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  • 1. wie Schule sein sollArbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ)Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Bavariaring 3780336 MnchenTelefon: 089 721001-31Telefax: 089 [email protected] Fotostudio RoederKonzept und Grafik HimmelfahrtDruck Ortmann Team

2. Lust auf Schule Lust auf Lehrersein: Das ist fr uns Junge diegrte Motivation und die berzeugendste Antriebskraft. Ja, wirhaben Lust auf unseren Beruf und auf unsere Aufgabe. Wir sindjung und wir wollen dieser Schule unseren Stempel aufdrcken.Wir wollen unsere berzeugungen und Visionen in die Realittumsetzen denn es liegen 30, 40 Jahre in der Schule vor uns. Wirwollen uns einmischen.Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer haben Visionen. Wir glaubendaran, dass wir die Schule ndern knnen - ja ndern mssen!Die Schule ist viel zu wichtig und unser Beruf viel zu verantwor-tungsvoll, als dass wir uns dem Wandel verweigern knnten.Deshalb haben wir Junglehrer im BLLV diskutiert und berlegt,was wir wollen. Entstanden sind diese Glaubensstze. Es war einelange und aufregende Diskussion. Ob sie gelungen ist, msst Ihrentscheiden. Wir mchten Euch zum Mitmachen einladen. Auf un-serer Homepage findet Ihr unter www.abj.bllv.de unser Forumoder auf Facebook unter abj Land. Schreibt uns, was Ihr denktund schreibt uns, was Ihr tun wollt, damit Schule anders wird.Wir in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer im BLLVwollen aufbrechen zu einer neuen Schule und zu einem neuenSelbstbewusstsein aller Lehrer, befreit von dem Denken in Ab-grenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Schularten. WirLehrer gehren zusammen und wir wollen alle voneinander ler-nen egal ob wir an der Grundschule, der Mittel- bzw. Haupt-schule, der Realschule, dem Gymnasium, der Frderschule oderder Berufsschule unterrichten.Macht mit!Evelyn Westphal Kerstin PolsterEva-Maria Schffer 3. Die Welt befindet sich in einem grundlegenden Wandel: NeueTechnologien, Globalisierung und Migrationsbewegungen ver-ndern das Zusammenleben der Menschen und ihre Werte. DieMenschenwrde ist dabei immer wieder gefhrdet. Ohne dieAchtung vor der Wrde des Menschen ist unsere Gesellschaftaber nicht lebens- und erhaltenswert. Bildung und Schule sindeine wichtige Grundlage fr menschliches Miteinander und frdas Funktionieren der Gesellschaft. Bildung muss deshalb dazubeitragen, die Wrde des Menschen bewusst zu machen und zubewahren. Deshalb bekennen wir Lehrerinnen und Lehrer uns zurNesrin F. Haupt- und MittelschullehrerinMenschenwrde als Grundlage unserer Profession.Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Menschenwrde nichtals abstrakten Begriff, sondern als Grundlage der Schule. Wir sindbereit, die schulische Realitt und die gesellschaftliche Aufgabeder Schule ausdrcklich unter den Anspruch der Menschenwrdezu stellen. Fr uns ist die Menschenwrde ein Schlsselbegriff,der uns auch im tglichen Geschehen in der Schule wichtig istund mit dem wir den Schulalltag gestalten wollen. Der Einsatz frdie Wrde des Menschen ist die Grundlage fr unser Professions-verstndnis. 4. Kindheit und Jugend wandeln sich. So stehen die jungen Men-schen auch auf dem Arbeitsmarkt unter enormen Druck. DieVorstellung stringenter Lebensentwrfe und Berufsbiografien istheute berholt. Die Qualifikationsprofile der Berufe wandeln sichebenso schnell wie die Notwendigkeit, sich im Leben immer wie-der beruflich zu verndern. Viele junge Menschen leiden darun-ter oder flchten sich in virtuelle Welten.Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen, dass im MittelpunktTobias L. Frderschullehrereines neuen Bildungsbegriffs neben der notwendigen Wissens-vermittlung grundlegende Kompetenzen und soziale Verantwor-tung stehen mssen. Wir sind bereit, einen neuen BildungsbegriffRealitt werden zu lassen. Dazu wollen wir auch selbst immerwieder umdenken und alternative Unterrichtsformen und me-thoden praktizieren. Vernderung kann auch motivierend sein. 5. Bildung in der Schule erfolgt im Dialog zwischen Lehrern undSchlern. Die Form der Kommunikation ist oft ausschlaggebendfr den Lernerfolg. Ebenso ist die Kommunikation zwischen Kin-dern, Eltern und Lehrern fr das Gelingen von Schule Vorausset-zung. In der Schule muss Wert auf eine offene und vertrauensvolleBeziehung miteinander gelegt werden. Das setzt hohe Kommuni-kationskompetenzen bei Lehrerinnen und Lehrern voraus.Isabel W. SozialpdagoginWir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen das Miteinander vonEltern und Lehrern im Zeichen von Vertrauen und Wohlwollen.Mit den Kolleginnen und Kollegen wollen wir uns regelmig undintensiv im Team miteinander austauschen und eine Atmosphredes Untersttzens schaffen. Wir sind bereit, alle an der Schule Be-teiligten zum offenen und konstruktiven Dialog einzuladen. Wirwollen mit Supervisoren und Experten zusammenarbeiten, dieunsere Kommunikationskompetenz erhhen. Auch in der Lehrer-bildung muss die Kommunikation in Zukunft eine Rolle spielen. 6. Die aktuelle Hirnforschung hat gezeigt, dass Lernen weniger eine Frage der Disziplin und des Wollens ist, als eine Frage der Stimu- lierung und der Motivation. Anregende Lernumfelder lsen Inter- esse und Lernbereitschaft bei Kindern aus und verbessern nach- haltig die lebenslange Lernfhigkeit. Ein zweites hat die moderne Neurobiologie gezeigt: Die Grunddisposition zu erfolgreichem Lernen wird in der frhen Kindheit angelegt. Spracherwerb und die kindliche Neugierde spielen hier eine zentrale Rolle. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als ein stimu- lierendes Lernumfeld an. Wir sind bereit, gemeinsam mit unse- ren Kolleginnen und Kollegen Fchergrenzen zu berwinden und neue Formen und Methoden des Unterrichtens und des Bewer- tens zu erproben. Dazu brauchen wir auch die Erfahrungen un- serer lteren Kollegen. Unabhngig von der Schulstufe in der wir unterrichten, wollen wir selbst frhkindliche Lernprozesse in der Praxis kennenlernen. Ein anderes Lernen in der Schule muss nichtInga K. Studentin Lehramt an Berufsschulen Utopie sein. Es kann im Schulalltag umgesetzt werden. 7. Eine gute Schule grenzt Kinder und Jugendliche nicht aus. Einegute Schule fhrt sie zusammen. Eine heterogene Schlerschaftist eine Chance fr erfolgreiches Lernen aller. Grundlage dafr Harun L. Haupt- und Mittelschullehrersind vielfltige Unterrichtsmethoden und eine Lernatmosphredes gegenseitigen Respektes und der individuellen Frderung.Gegenseitige Untersttzung und Respekt sind Schlsselqualifika-tionen. Dazu gehrt auch, dass Behinderte ihren gleichberechtig-ten Platz in der Regelschule finden.Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als einen Lern-ort, an dem Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Bil-dungshintergrund und differenter Leistungsfhigkeit zusammenlernen knnen, ohne benachteiligt zu werden. Dazu brauchen wirdie erforderlichen schulischen Rahmenbedingungen. Wir sind be-reit, vielfltige Unterrichtsmethoden anzuwenden, die erfolgrei-ches Lernen in heterogenen Lerngruppen ermglichen. 8. Unsere Schulstrukturen trennen stark. Sie schaffen Subkultu-ren, die weitgehend verbindungslos nebeneinander existieren.Sie stigmatisieren die Schler der Hauptschule, Mittelschule, derFrderschule und inzwischen teilweise auch der Realschule. Derfrhe bertritt verschrft die soziale Stigmatisierung der Kinder. Amelie R. Studentin Lehramt GrundschuleDiese Entwicklung ist gesellschaftspolitisch und pdagogischfragwrdig. Wir brauchen deshalb Formen der systematischenKooperation zwischen den Schularten.Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als unsere Aufgabean, Kinder und Jugendliche in den einzelnen Schulen und berdie Schularten hinaus zusammenzufhren. Wir wollen eine neueSchulkultur des Miteinanders und des Respektes freinander in-itiieren. Wir sind bereit, ein Netzwerk fr Kolleginnen und Kolle-gen zu schaffen, die ein Schulverstndnis des Miteinanders undnicht der Abgrenzung leben wollen. 9. Nur fr das, was ich selbst gestalte, kann ich auch Verantwortung bernehmen. Gute Schulen sind Schulen, in denen Lehrerinnen und Lehrer und die Schulleitung eigenverantwortlich gestalten. Wir wollen auch die Eltern dabei einbinden. ber 4 000 SchulenTeresa G. Studentin Lehramt Fachlehrer m/t mit fast 100 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit ber 1,3 Millionen Kindern und Jugendlichen knnen nicht zentral ge- steuert werden. Aufgabe der bergeordneten Schulverwaltung kann nur eine Evaluation und Beratung bei der Schulentwicklung sein. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als Teil unserer Professionalitt an, Verantwortung zu bernehmen und unsere Arbeit der professionellen Kritik und Evaluation zu stellen. Wir brauchen auch professionelle Beratung und Untersttzung ohne Stigmatisierung. Wir sind bereit, unsere Schulleiterinnen und Schulleiter ebenso wie die Verantwortlichen der Schulverwaltung zum Dialog einzuladen und mit ihnen eine neue Schulkultur zu schaffen. Wir sind bereit, Hierarchien zu berwinden und wollen dazu beizutragen Vertrauen, Freiheit und Mut zur Vernderung voranzutreiben. 10. Die neuen Medien, die Globalisierung, die rasante Entwicklungder Wissenschaften, die Bedrohung unserer natrlichen Lebens-grundlagen, die Vernderungen des Arbeitsmarktes und derWandel der Familien verndern auch die Schulen. Lehrerinnenund Lehrer mssen ihr fachliches Wissen und ihre pdagogisch-psychologischen Kompetenzen stndig aktualisieren.Bettina H. GymnasiallehrerinWir jungen Lehrerinnen und Lehrer sind bereit zu kontinuierli-cher Fortbildung und Weiterentwicklung unserer pdagogischenProfession. Wir wollen uns auch im Team mit unseren Kolleginnenund Kollegen fortbilden, um unsere Schule gemeinsam zu vern-dern und zu optimieren. Was wir brauchen, sind mehr Zeit undmehr Untersttzung fr unsere Fortbildung. 11. Lehrerinnen und Lehrer studieren unterschiedliche Lehrmter. Whrend des Studiums besuchen sie oftmals die gleichen Semi- nare. Ab dem Vorbereitungsdienst bzw. Referendariat bricht der Kontakt zwischen den Lehrerinnen und Lehrern, die an unter- schiedlichen Schularten arbeiten, meistens ab. Es gibt nur noch