Werbung mit unrealistischen Renditeerwartungen: Clerical Medical unterliegt vor dem OLG Frankfurt

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    25-Jun-2015
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8,5% Rendite im Jahr sollte eine Anlegerin durchschnittlich mit zwei im Jahr 2002 abgeschossenen Versicherungspolicen des Anbieters Clerical Medical erzielen. In der Realität kam alles ganz anders. Das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 15. Mai 2014 - Az. 12 U 112/11 - nicht rechtskräftig) verurteilte jetzt die Versicherungsgesellschaft zum Schadenersatz. Rund 22.000 € erhält die geschädigte Anlegerin danach zurück. Euro-Wealth Plan von Anfang an zum Scheitern verurteilt Eine sichere zusätzliche private Altersvorsorge sollte der Euro-Wealth Plan bieten. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8,5% sollte der zur Finanzierung einer Einmalanlage in eine Versicherungspolice von Clerical Medical aufgenommene Kredit von 20.000 € getilgt werden und die Anlegerin aus einem weiteren Vertrag nach 25 Jahren eine monatliche Auszahlung von 1.000 € erhalten. Doch der Plan ging schief. Die allen Berechnungen zu Grunde gelegte langfristig im Durchschnitt zu erwartende Rendite von 8,5% war viel zu hoch angesetzt und wurde nie erzielt. Damit war das gesamte Modell von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Für die Anlegerin eine fatale Situation, denn den Kredit über 20.000 € musste sie aus eigenen Mitteln bedienen, die ihr nach 25 Jahren versprochene "Zusatzrente" war nicht mehr zu erwarten. Clerical Medical warb mit unrealistischer Rendite Vier Jahre und durch zwei Instanzen kämpfte Tino Ebermann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Nittel für die Anlegerin. Anders als das Landgericht Darmstadt, das die Klage in erster Instanz abgewiesen hatte, kam das OLG Frankfurt zu dem Schluss, dass Clerical Medical seine Aufklärungspflichten verletzt hat. Wir konnten das Gericht davon überzeugen, dass Clerical Medical selbst davon ausgegangen ist, dass lediglich 6% Durchschnittsrendite zu erwarten seien und die den Berechnungen zu Grunde gelegte Rendite von 8,5% damit völlig unrealistisch war. Das OLG findet dementsprechend deutliche Worte: Werden konkrete Aussagen über eine zu erwartende Wertentwicklung gemacht, müssen diese ein realistisches Bild vermitteln; zeichnet sich bereits bei Vertragsschluss ab, dass diese Werte tatsächlich nicht erreicht werden können, ist der Interessent hierüber aufzuklären. An einer solchen Aufklärung fehlt es. Leere Kasse statt lebenslanger Rente Für das OLG Frankfurt steht darüber hinaus fest, dass die bei Clerical Medical abgeschlossenen Policen unter Zugrundelegung einer Durchschnittsrendite von 6% die mit dem Euro-Wealth Plan versprochenen wirtschaftlichen Ergebnisse nicht zu erzielen waren. Die eingeplante zusätzliche private Altersvorsorge wäre nach Erreichen des 71. Lebensjahres nicht mehr gezahlt worden.

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  • 1. Werbung mit unrealistischen Renditeerwartungen: Clerical Medical unterliegt vor dem OLG Frankfurt 8,5 % Rendite im Jahr sollte eine Anlegerin durchschnittlich mit zwei im Jahr 2002 abgeschossenen Versicherungspolicen des Anbieters Clerical Medical erzielen. In der Realitt kam alles ganz anders. Das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 15. Mai 2014 Az. 12 U 112/11 nicht rechtskrftig) verurteilte jetzt die Versicherungsgesellschaft zum Schadenersatz. Rund 22.000 erhlt die geschdigte Anlegerin danach zurck. Euro-Wealth Plan von Anfang an zum Scheitern verurteilt Eine sichere zustzliche private Altersvorsorge sollte der Euro-Wealth Plan bieten. Mit einer durchschnittlichen jhrlichen Rendite von 8,5 % sollte der zur Finanzierung einer Einmalanlage in eine Versicherungspolice von Clerical Medical aufgenommene Kredit von 20.000 getilgt werden und die Anlegerin aus einem weiteren Vertrag nach 25 Jahren eine monatliche Auszahlung von 1.000 erhalten. Doch der Plan ging schief. Die allen Berechnungen zu Grunde gelegte langfristig im Durchschnitt zu erwartende Rendite von 8,5 % war viel zu hoch angesetzt und wurde nie erzielt. Damit war das gesamte Modell von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Fr die Anlegerin eine fatale Situation, denn den Kredit ber 20.000 musste sie aus eigenen Mitteln bedienen, die ihr nach 25 Jahren versprochene Zusatzrente war nicht mehr zu erwarten. Clerical Medical warb mit unrealistischer Rendite Vier Jahre und durch zwei Instanzen kmpfte Tino Ebermann, Fachanwalt fr Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Nittel fr die Anlegerin. Anders als das Landgericht Darmstadt, das die Klage in erster Instanz abgewiesen hatte, kam das OLG Frankfurt zu dem Schluss, dass Clerical Medical seine Aufklrungspflichten verletzt hat. Wir konnten das Gericht davon berzeugen, dass Clerical Medical selbst davon ausgegangen ist, dass lediglich 6 % Durchschnittsrendite zu erwarten seien und die den Berechnungen zu Grunde gelegte Rendite von 8,5 % damit vllig unrealistisch war. Das OLG findet dementsprechend deutliche Worte: Werden konkrete Aussagen ber eine zu erwartende Wertentwicklung gemacht, mssen diese ein realistisches Bild vermitteln; zeichnet sich bereits bei Vertragsschluss ab, dass diese Werte tatschlich nicht erreicht werden knnen, ist der Interessent hierber aufzuklren. An einer solchen Aufklrung fehlt es. Leere Kasse statt lebenslanger Rente Fr das OLG Frankfurt steht darber hinaus fest, dass die bei Clerical Medical abgeschlossenen Policen unter Zugrundelegung einer Durchschnittsrendite von 6 % die mit dem Euro-Wealth Plan versprochenen wirtschaftlichen Ergebnisse nicht zu erzielen waren. Die eingeplante zustzliche private Altersvorsorge wre nach Erreichen des 71 Lebensjahres nicht mehr gezahlt worden.

2. Nittel | Kanzlei fr Bank- und Kapitalmarktrecht Ihr Ansprechpartner Tino Ebermann, Fachanwalt fr Bank- und Kapitalmarktrecht info@nittel.co Berlin: Cicerostrae 21, 10709 Berlin Tel.: 030 - 95999280 | Fax: 030 - 95999279 Hamburg: Drpfeldstrae 6, 22609 Hamburg Tel.: 040 - 53799042 | Fax: 040 - 53799043 Heidelberg: Hans-Bckler-Strae 2 A, 69115 Heidelberg Tel.: 06221 - 915770 | Fax: 06221 - 9157729 Mnchen: Residenzstrae 25, 80333 Mnchen Tel.: 089 - 25549850 | Fax: 089 - 25549855 Leipzig: Rosa-Luxemburg-Strae 27 (Listhaus), 04103 Leipzig Tel.: 0341 - 21 8296 00 | Fax: 0341 - 21 8296 01 Artikellink: https://nittel.co/kanzlei/aktuell/werbung-mit-unrealistischen- renditeerwartungen-clerical-medical-unterliegt-vor-dem-olg-frankfurt.html Mehr Informationen zu Nittel | Kanzlei fr Bank- und Kapitalmarktrecht finden Sie im Internet unter nittel.co , schiffsfonds-anleger.de und anwaltshaftung.de