WG Geschichten

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    23-Jul-2016
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    dieperspektive

    83

  • IMPRESSUMKONTAKT verein dieper-spektive, zentralstrasse 167, 8003 zrich REDAKTION simon jacoby + conradin zellweger + manuel perriard + konstantin furrer + marius wenger + dominik wol nger LAYOUT isabella furler COVER isabella furler LEK-TORAT konstantin furrer DRUCK nzz print AUFLAGE 1000 ARTIKEL EINSENDEN artikel@dieperspektive.ch

    WG Geschichten

    von Aline TredeJulia MeierJoanna LisiakDomus LopusTamara HoferRoland WagnerGregor SchenkerSimeon MilkovskiLaurin BuserMarco Bsch

    38WERBUNG simon@dieperspektive.ch ABO con-radin@dieperspektive.ch LESERBRIEFE leserbriefe@dieperspektive.ch GN-NERKONTO pc 87-85011-6, vermerk: gern geschehen THEMA DER NCHSTEN AUSGABE Roboter machen deinen Job. Was tust du? REDAK-TIONSSCHLUSS donners-tag, 25. juni, 23.55 uhr

    Them

    a

    Inha

    lt

  • 04 Editorial

    P06 Aline Trede

    T08 Meine Liebste...

    T12 Tamara Hofer's

    WG's 1 5

    T26 Laurin Buser

    T22 10 Regeln fr

    eine gute WG

    T16 Ein echter Gregor

    zum aufhngen

    T18 Weegee Vignetten

    Illustrator der Ausgabe:

    Jordan Marzuki,ist Katzenliebhaber und www.theballetcats.com

    Seiten 8/11/18/19

    ..

    T11 Beim WCPapier

    hrt der Spass auf.

    + 87% bunzlig

    T24 Die erste WG

    + 25% Geldsorgen

    T14 Rolandsky

    101% Revolutio

    n!

    K28 Gedichte

    100% Poesie

    T10 Sammler

    erklrt sich.

    100% Interieur

    PARTY

    HYGIENE/GRUSIG

    0 50 101

    NACHBARiN

    MITBEWOHNER

    SEX

    THEMA

    KREATIVES

    POLITIKP

    %

    TK

  • 4Editorial

    Bei uns zieht einer aus. So geht das im Leben einer geht, einer kommt und die Erde dreht sich trotzdem weiter. Das Leben in einer WG ist von Kurzlebigkeit geprgt. Kaum mehr als zwei Jahre wohnte ich mit der gleichen Person zusammen. Da habe ich Unterhosen, die lnger hiel- ten. Dabei wusste bereits Sherlock Holmes: In einer Wohngemeinschaft lebt es sich am besten. All diese tollen Erinnerungen an am Kinn blutende Mitbewohner, die sich morgens um zwei zu einem ins Bett legen, an besetze Duschen, wenn man sich noch sauber machen sollte vor dem Vorstel-lungsgesprch, an das frhmorgendliche lrmige Herumgestolpere, wenn man Frh-schicht hat, an den allnchtlichen Hus-tenanfall des Kettenrauchers, der an um-fallende Kessel in einem Raum mit guter Resonanz erinnert.

    Ja, diese Erinnerung machen das WG-Leben aus, diese sind ganz schn lustig, um im geselligen Rahmen zu erzhlen. Da lachen die Leute. Sie sind aber nur Neben-schaupltze zu dem essenziellen Inhalt eines wohngemeinschaftlichen Zusammen-lebens. Es geht nicht darum, nicht einsam zu sein. Es geht darum, Menschen mit verschiedenen Herknften und verschie-denen Vorstellungen kennenzulernen. Von anderen zu lernen, inspiriert zu werden; auch eine Messlatte zu haben.

  • 5Daher fhrt wohl der stndige Wech-sel in Wohngemeinschaften. Jeder findet fr sich heraus, was ihm gefllt und was nicht und lernt sich selber durch andere besser kennen.

    Auch bei diePerspektive gibt es Ver-nderung. Einer kommt einer geht. Mit Dominik Wolfinger haben wir einen kom-petenten Nachfolger fr den Chefsessel gefunden. Er publiziert seit geraumer Zeit in dieser Zeitschrift und bei tsri. Wir wollen es nicht leugnen: Die Zeitschrift stagnierte in letzter Zeit, es fehlte an Mo-tivation. Umso mehr braucht es neue Leute, neue Idee und Visionen. Wir sind berzeugt, dass Dominik die Zeitschrift mit seinen eigenen Ideen und Vorstellung vorantreiben kann.

    Fr die Redaktion, Konstantin Furrer

    Ihr fragt, wer geht?

    Ich. Ciao.

  • POLITKOLUMNEAline Trede

    WG's?

    Ui, das mit den Khlschrnken

    von Aline Trede, illustriert von Isabella Furler

    6

  • Der Versiffte

    Der Khlschrank, in dem das Chaos herrscht. Alles schmeis-sen alles irgendwie rein, das neuste zuvorderst, das ltere wird in den Sedimentschichten nach hinten geschoben, versif-ft dort und stinkt. Niemand rumt auf, niemand fhlt sich verantwortlich, niemand putzt mal den ganzen Khlschrank grndlich durch, alle essen im-mer nur das frische in der vor-dersten Reihe.

    Meine Erinnerung an WGs ist sehr gut. Ich habe in vie-len verschiedenen gewohnt von 2 bis 9 Personen, jedes Jahr in einer anderen Wohnung, in einem anderen Quartier, sogar in anderen Stdten. Die WG-Zeit mchte ich nicht missen, es gibt jedoch etwas, da bin ich heute froh, dass ich nicht mehr in einer WG wohne. Und das ist: die Khlschrankdebatte.

    In der einen WG hatten wir sogar 2 Khlschrnke und dann mal einen Stormausfall, aber diese Geschichte erspare ich euch, die gehrt in eine an-deren Kategorie.

    Der Pickfeine

    In einigen WGs herrschte ganz klare Rangordnung. Jede und Jeder hatte sein Fach, da war klar, dort kommt nur das hin, was auch mir gehrt, ich bin verantwortlich fr mein Essen und dass es nicht schlecht wird und wenn mir mal was fehlt, muss ich die anderen fragen, ob ichs ausleihen kann. Oder manchmal hat man dann mal einfach was genommen, sicher genau an dem Abend wurde es auch von seinem Besitzer gebraucht. Die etwas abge-schwchte, aber nicht minder pingelige Version dieses Fchli-wesens ist das Nmelen. Ein fet-ter, wasserfester Stift hngt am Khlschrank und jede Person schreib seinen Namen auf jedes Gut, welche ihr gehrt. Das eine Problem ist, dass dies bei mir wirklich Zwangsneurosen auslst und das anderen, dass wenn mal was nicht angeschrie-ben ist, wirds schlecht und nie-mand schmeissts weg.

    POLITKOLUMNEAline Trede

    Der Familire

    Der Khlschrank, welche in meiner WG-Erinnerung am besten und e zientesten funktioniert hat ist der Khl-schrank, in dem allen mithelfen den Grundstock zu erhalten. Milch, Butter, Mayo etc. Wenn was leer ist, wirds ersetzt oder auf den Einkaufszettel geschrie-ben. Braucht wirklich jemand fr ein schnes Znacht die Zuta-ten, wird das vermerkt oder gesagt, damit niemand davon nimmt und das Menu platz. Geputzt wird einmal im Jahr sowieso die ganze Wohnung, also auch der Khlschrank. Foodwaste wird wenig produ-ziert, da praktisch alles fr alle frei nehmbar ist. Schn!

    Irgendwann muss dann eine WG-Sitzung her und das The-ma wird besprochen, dann putzt man gemeinsam den Khl-schrank und nach 2 Monaten sieht alles wieder gleich aus. Wh! Und Foodwaste wird am Laufmeter produziert.

    7

    Aline Trede ist grne National-rtin aus dem Kanton Bern. Nicht alles an ihr ist aber grn: Sie hat fnf verschiedenfarbige Brillen, keine einzige davon ist grn. Weil sie Politikerin ist, schreibt sie fr uns immer ber Politik.

  • Meine Liebste,ich sage es Dir viel zu selten

    Ich liebe dich.von Julia Meier, illustriert von Jordan Marzuki

    THEMAIch liebe Dich!

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  • Du bist wunderschn, auch wenn Du nicht herausgeputzt bist. Du gibst mir ein Gefhl der Geborgenheit, des Dazuge-hrens, des Heimkommens. Du hast es ger-ne laut und chaotisch, aber ab und zu hat auch mal ein ruhiger Abend Platz. Du bist lustig, es gibt aber auch ernste Themen, die man besprechen kann. Gott und die Welt kann man durchdiskutieren am be-sten ber einer Flasche Wein. Du vereinst die unterschiedlichsten Ecken und Kanten. All diese verschiedenen Eigenheiten, Inte-ressen, Vorlieben Du bringst sie zu einem Ganzen zusammen. Es passt einfach. Diese Verschiedenheit macht Dich aus, macht Dich so spannend. Bei Dir fhlen sich alle zuhause. Du hast fr alle ein offenes Ohr.

    Natrlich ist das Zusammensein nicht immer einfach. Wir sehen uns oft, be-kommen alles mit. Unsere zickigen, mr-rischen, melancholischen oder aufge-drehten Tage. Es gibt kein Ausweichen. Nicht zuletzt, weil die Wnde unglaublich dnn sind Privatsphre gibt es nicht. Wir wissen alles voneinander. Den Alltag teilen ist wundervoll, aber auch brutal ehrlich. Und fhrt dazu, dass man ber Alltgliches streitet. Vieles bleibt auch un-ausgesprochen, so sind wir halt. Ich glau-be, wir haben das Gefhl, mehr als der andere in uns zu investieren. Mehr beizu-tragen. Aber das Zusammenleben braucht halt viel und wir geben unser Bestes. Das

    vergessen wir manchmal. Aber auch diese Unstimmigkeiten und Missverstndnisse sind schnell vergessen und wir lachen bald wieder miteinander. Trotz ihnen spricht viel mehr frs Zusammensein.

    Dank Dir habe ich eine Tr, an der ich klopfen kann, wenn mich Sorgen plagen, auch mitten in der Nacht. Dank Dir gibt es einen Ort, wo ich mich vor der bsen Welt verstecken und einfach einkuscheln kann. Von dort aus kann ich wundersch-ne Deckenstuckaturen bewundern und mich wie Dornrschen fhlen. Bei Dir findet sich immer irgendwo Schokolade als Seelenpflaster oder ein Glas Wein und Gesellschaft um den Kummer zu ertrn-ken. Und danach in den untiefen der K-che irgendwo etwas zu Essen fr den Ka-ter. Sowieso die Kche the place to be. Sie ist der beste Dancefloor und jeder Club wird an ihrem Vibe gemessen. Sie ist der Ort, wo man sich trifft an einem faulen Sonntag, nach einem langen Tag zum Ko-chen oder einfach so fr ein kurzes Hal-lo wie gehts?. Hier ist auch ein Fenster-sims zum Hinsetzen der schnste Ort auf Erden. Auf dem farbigen Teppich in der Stube wurden schon betrunkene Huf-lein Elend gebettet. Am majesttischen Es-stisch daneben hat es Platz fr grosse Run-den und man kann seinen kulinarischen Ausbrchen frnen. Der Kronleuchter da-rber bringt stockende Gesprche wieder ins Laufen. Im Spiegel neben meinem Zim-mer sind alle die Wunderschnsten und er bringt jeden zum Posieren und Lcheln. All diese Sachen machen Dich zu dem, was Du bist, machen Dich einzigartig. Der Grund wieso ich Dich so abgttisch liebe.

    Sowieso die Kche the place to be. Sie ist der beste Dancefloor und jeder Club

    wird an ihrem Vibe gemessen. /Julia Meier

    Natrlich hat die Zeit