Wiwi news 1 2001

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Die erste blätterbare Ausgabe

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  • N E W S L E T T E R D E S F A C H B E R E I C H S W I R T S C H A F T S W I S S E N S C H A F T E N

    1 | 2011

    ++++ S. 2 Editorial ++++ S. 3 Forschung ++++ S. 5 Wirtschaftsfremdsprachen ++++ S. 7 Studieren im Ausland ++++ S. 8 Alumnus im Portrait ++++ S. 9 Pinnwand ++++ S. 11 Neues am Fachbereich ++++ S. 12 Preise und Auszeichnungen ++++

  • W I W I N E W S 1 / 1 1 E D I T O R I A L

    zu Beginn des Sommersemesters mchte

    ich insbesondere diejenigen herzlich

    be gren, die ihr Studium bei uns neu

    aufgenommen haben. Es ist ja gar nicht

    mehr selbstverstndlich, dass man an

    einem deutschen Fachbereich sein Bache-

    lorstudium im Sommer beginnen kann.

    Umso mehr freut es mich, dass wir einen

    neuen Hchststand bei den Sommerbe-

    werbungen erreicht haben. Gleichzeitig ist

    damit der Anspruch an die Abiturnoten

    der erfolgreichen Bewerber/innen nach

    oben gerutscht. Meine guten Wnsche

    fr die nchsten drei Jahre gehen an die,

    denen wir einen Studienplatz bereitstellen

    konnten. Das Studium hier an der Goethe-

    Universitt soll fr unsere Studierenden

    zu einer Erfahrung werden, die ihr Leben

    nachhaltig intellektuell bereichert und die

    die Basis fr eine erfllende Karriere legt.

    Eines kann man nicht verheimlichen. Das

    Land Hessen steht unter deutlichen Sparer-

    fordernissen. Gleichzeitig legt das Wissen-

    schaftsministeriums bei der Finanzierung

    der Universitten eine immer strkere

    Betonung auf die Studierendenzahlen.

    Diesen Rahmenbedingungen knnen wir

    uns nicht entziehen. Um die negativen

    Effekte der Budgetkrzungen zu verkraf-

    ten, wurden wie bereits im Winterse-

    mester 2010/11 auch im Sommer 2011

    die Zulassungszahlen am Fachbereich

    erhht. Die Auslastung von Hrslen und

    Bibliotheken steigt damit. Trotzdem sind die

    Studienbedingungen auf unserem Campus

    immer noch sehr gut. Das wird auch von

    den Studierenden so gesehen. Im Bachelor

    wurde zu Ende des Wintersemesters zum

    zweiten Mal eine breite Studierendenbe-

    fragung durchgefhrt. ber 750 Antworten

    haben uns erreicht. Eine zentrale Frage war

    die Zustimmung zur Aussage Alles in allem

    bin ich mit dem B.Sc. Studium Wirtschafts-

    wissenschaften/Wirtschaftspdagogik an

    der Goethe-Universitt sehr zufrieden. Im

    Liebe Studierende, liebes Professorenkollegium, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Alumni, liebe Freunde und Frderer des Fachbereichs,

  • W I W I N E W S 1 / 1 1 E D I T O R I A L

    Durchschnitt fand diese Aussage mit einem

    Mittelwert von 4.5 (auf einer Skala von 1

    bis 6) breite Untersttzung. Diese war hher

    als bei unserer Umfrage vor einem Jahr, als

    der Durchschnittswert noch 4.2 betrug. Die

    gesamte Auswertung der Umfrage findet

    sich auf den Fachbereichsseiten unter:

    www.wiwi.uni-frankfurt.de/mein-wiwi-studium/

    ssix-info-center/evaluation-der-lehre.html.

    Eine andere gute Nachricht haben Sie den

    Zeitungen entnehmen knnen. Die Errich-

    tung einer House of Finance-Stiftung

    ist beschlossene Sache. Damit einher geht

    eine wertvolle Untersttzung der Lehre

    und Forschung. Die Stifter, namentlich die

    Deutsche Bank, die Landesbank Hessen-

    Thringen, die Deka-Bank, die DZ-Bank

    und die Deutsche Vermgens beratung,

    haben zugesagt, insgesamt 16 Millionen

    Euro an zustzlichen Mitteln in die

    Stiftung einzubringen. Zustzlich werden

    einige bereits zuvor gemachte Zusagen

    der UBS, vom Bankhaus Metzler und vom

    Gesamtverband der Deutschen Versiche-

    rungswirtschaft in die Stiftung eingebracht.

    Der aufrichtige und herzliche Dank von

    Fachbereich und Universitt geht an diese

    Stifter. Mit ihren Mitteln wird es ein gutes

    Stck leichter werden, die erarbeitete Posi-

    tion in Forschung und Lehre zu verteidigen

    und gerade in der Finanz- und Kapital-

    marktforschung weiter auszubauen.

    Mit den besten Wnschen fr das Sommer-

    semester

    Ihr Alfons Weichenrieder

    Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften

    2

  • W I W I N E W S 1 / 1 1 F O R S C H u N g

    Kristina Czura ist

    seit Herbst 2007 Dok-

    torandin im PhD-Pro-

    gram in Economics

    am Fachbereich Wirt-

    schaftswissenschaften

    und seit 2008 Stipen-

    diatin der Royal Bank

    of Scotland. Zunchst an der Professur fr

    Auenwirtschaft und Entwicklungskono-

    mie von Prof. Dr. Stefan Klonner ttig,

    wechselte sie nach dessen Weggang zum

    Team der Messe-Frankfurt-Stiftungspro-

    fessur fr Internationale Wirtschaftspolitik

    von Prof. Dr. Matthias Schndeln. In ihrem

    Promotionsprojekt beschftigt sie sich mit

    entwicklungskonomischen Fragen, insbe-

    sondere mit Mikrokrediten.

    Sie sind seit drei Jahren Doktorandin am

    Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

    Warum haben Sie sich fr eine Promotion

    und fr Frankfurt entschieden?

    KC: Whrend meines VWL-Studiums in

    Mnster und Stockholm habe ich mich

    bei der internationalen Studentenorga-

    nisation AIESEC engagiert. Dort habe ich

    viele wertvolle Erfahrungen in praktischer

    Fhrungsverantwortung und strategischer

    Planung von Prozessen gesammelt, trotz-

    dem wollte ich mich auch von einer

    theoretischen Seite mit wirtschaftlichen

    Fragen in Entwicklungslndern auseinan-

    dersetzen und damit zu besseren politi-

    schen Entscheidungsgrundlagen beitragen.

    Also habe ich gegen Ende meines Studiums

    beschlossen, zu promovieren und mich

    mit Entwicklungsfragen zu beschftigen.

    Besonders interessiert haben mich dabei die

    in Entwicklungslndern vorherrschenden

    Marktunvollkommenheiten und innovative

    Lsungen wie beispielsweise Mikrokredite.

    Auf Frankfurt ist meine Wahl gefallen, weil

    das strukturierte PhD-Program in Econo-

    mics eine umfassende methodische Ausbil-

    dung garantiert. So hatte ich die Mglich-

    keit, in nur einem Jahr sehr viel zu lernen

    und mir gleichzeitig genauer zu berlegen,

    in welchem Bereich ich mich spezialisieren

    will. Und da es an der Goethe-Universitt

    mittlerweile ja sogar zwei Lehrsthle gibt,

    die sich mit entwicklungskonomischen

    Fragestellungen befassen, passte Frankfurt

    perfekt zu mir.

    Mit Forschung etwas bewegen Interview mit Kristina Czura

  • W I W I N E W S 1 / 1 1 F O R S C H u N g

    Sie beschftigen sich in ihrem Promotions-

    projekt mit Mikrokrediten. Knnen Sie kurz

    erklren, was genau Mikrokredite sind?

    KC: In formellen Kreditmrkten werden

    normalerweise Sicherheiten verlangt, die die

    Rckzahlung von Krediten gewhrleisten

    das gilt fr Entwicklungslnder ebenso wie

    fr entwickelte Volkswirtschaften. Zudem

    gibt es Kreditregister wie die SCHUFA. Da

    arme Leute aber in den meisten Fllen kein

    Land und keine anderen Wertgegenstnde

    besitzen, die der Bank als Sicherheiten

    hinterlegt werden knnen, bleibt ihnen

    der Zugang zum formellen Kreditmarkt

    verwehrt. Sie knnen alternativ nur auf

    preislich teurere informelle Kredite von

    Geldleihern zurckgreifen.

    Das klassische Bild von Mikrokrediten ist

    das einer armen Frau, die einen Kredit

    von 100 Dollar erhlt, sich eine Nhma-

    schine kauft und so ihren Lebensunterhalt

    verdienen kann. Die Realitt sieht aller-

    dings ein bisschen anders aus es gibt

    verschiedenste Formen von Mikrofinan-

    zinstitutionen (MFIs): zum Beispiel solche,

    die sich auf kleinere Kredite konzentrieren,

    entwicklungspolitisch gefrdert werden

    und eher soziale Ziele verfolgen, und

    solche, die Banken sehr hnlich sind und

    eher gewinnorientiert arbeiten. Manche

    sind sogar an der Brse notiert, wie die

    Banco Compartamos in Mexiko oder SKS

    in Indien. Gemein ist allen MFIs, dass sie

    durch innovative Mechanismen die Vergabe

    von Krediten mit geringen Betrgen an

    Personen ermglichen, die vom formellen

    Kreditmarkt ausgeschlossen sind.

    Was interessiert Sie besonders an diesem

    Thema?

    KC: Zunchst dachte ich, Mikrokredite

    seien eine Art marktwirtschaftliches

    entwicklungspolitisches Instrument. Diesen

    neuen Ansatz fand ich spannend, gerade

    weil viele andere entwicklungspolitische

    Instrumente

    Kristina Czura und Sarah Linders in Bihar

    3

  • auf der Mikroebene wirksam waren, die

    Gesamtentwicklung in Entwicklungsln-

    dern allerdings nicht verbessern konnten.

    Mittlerweile sehe ich Mikrokredite ein

    bisschen weniger idealistisch. Sie helfen

    zwar dabei, Marktunvollkommenheiten

    auszugleichen, sind aber nicht das Allheil-

    mittel, als das sie einige Zeit gesehen und

    angepriesen wurden. Spannend finde ich

    auerdem die Frage, wie Kreditnehmer die

    Mikrokredite wirklich einsetzen: Werden

    die Mikrokredite wirklich immer inve-

    stiert, um Einkommen zu erwirtschaften,

    oder werden sie auch fr Konsumzwecke

    verwendet?

    Womit beschftigen Sie sich zurzeit genau?

    KC: Im Moment arbeiten meine Koll-

    egin Sarah Linders und ich an einem

    Forschungsprojekt in Bihar, Indien. Wir

    kooperieren mit einer MFI, die von der

    Royal Bank of Scotland Foundation India

    betreut wird und Interesse an der Entwick-

    lung eines neuen Kreditprodukts hat. Bihar

    wird regelmig berflutet, u