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Die Presse

Im FokusVeranstaltungender Donau-Universität Krems

Donau-Universität KremsDie Universität für Weiterbildung

„Crowdfunding“6. März. Gastvortrag von Dr. ReinhardWillfort. Donau-Universität Krems. 16:30 Uhr.

Wiener Alumni-Stammtisch6. März. Café Leopold, Wien. 19:00 Uhr.

Berufs- und Weiterbildungsmesse „BeSt“7.-10. März. Information zum Studienangebot.Wiener Stadthalle, Halle B, Stand U 27.

Infoabend „Management und IT“13. März. Vorstellung des Programmsund dessen Fachvertiefungen. WIFI Wien.18:00 Uhr.

Kongress „BioNanoMed 2013“13.-15. März. 4. Internationaler Kongresszum Thema Nanotechnologie. Donau-Universität Krems.

Infoveranstaltung „Spring Day“15. März. Information zu den Lehrgängenim Bildungsbereich. Donau-UniversitätKrems. 16:00 Uhr.

Nähere Informationen unterwww.donau-uni.ac.at/veranstaltungen

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Bildung ORIENTIERUNGNeuer Job, neues Glück? Was es bei einem

Jobwechsel zu beachten gilt. Seite K13

SAMSTAG/SONNTAG, 23./24. FEBRUAR 2013 //// DIEPRESSE.COM/BILDUNG

Der steinige Weg durchs StudiumHandicap. Studieren trotz Behinderung ist natürlich möglich – aber weder leicht noch selbstverständlich. Service-Angebote verbessern strukturelle Probleme, bauliche und technische Barrieren erschweren nach wie vor den Alltag.VON CHRISTIAN LENOBLE

E in Blick auf die Bildungsab-schluss-Statistiken des Bun-desministeriums für Arbeit,

Soziales und Konsumentenschutz(BMASK) macht es deutlich: Men-schen mit Behinderung habeneinen erschwerten Zugang zu Bil-dung. Nur zehn Prozent der Men-schen in Österreich mit dauerhaf-ten Einschränkungen verfügenüber einen Maturaabschluss, wäh-rend 29 Prozent der Personenohne Behinderung einen solchenerworben haben. Gravierende Dif-ferenzen zeigen sich auch bei denUniversitätsabschlüssen: Während27 Prozent der Menschen ohneBehinderung ein Studium absol-vieren, ist dies nur bei etwa neunProzent der Menschen mit Handi-cap der Fall.

Bauliche Barrieren minimieren„Die größten Barrieren sind immernoch die offensichtlichen, nämlichdie baulichen Barrieren. Obwohlsich in den letzten Jahren schonvieles getan hat, sind noch nichtalle Bereiche oder Institute fürMenschen im Rollstuhl zugäng-lich. Studierende müssen daherzusätzlich auf ihre Kompetenzenin Kommunikation und Organisa-tion zurückgreifen. Etwa um Lehr-beauftragte zu kontaktieren oderalternative Lösungen mit Kollegenzu organisieren, um an Lehrveran-staltungen oder Prüfungen teil-nehmen zu können“, kennt Roll-stuhlfahrer Michael Sicher diekonkreten Probleme im Studien-alltag.

Probleme, die in den unter-schiedlichsten Formen auftretenkönnen. Etwa wenn es Personenmit Seh- oder Höreinschränkun-gen betrifft. „Es ist sehr schwierig,mitzuschreiben und gleichzeitigzuzuhören beziehungsweise vonden Lippen zu lesen“, berichtet Pa-mela, die Bildungswissenschaftenan der Universität Wien studiertund an Schwerhörigkeit leidet.„Ich muss dann meistens die Stu-denten fragen, ob es möglich ist,dass sie mir die Mitschriften geben– was natürlich oft unangenehmist.“ Für die sehbeeinträchtigtePsychologiestudentin Theresastellt das Lesen die größte Schwie-rigkeit dar: „In Vorlesungen kann

ich PowerPoint-Folien nicht ent-ziffern, auch nicht, wenn ich in derersten Reihe sitze. Schriftliche Prü-fungen sind problematisch, weildie oft verwendete Schriftgrößezwölf für mich zu klein ist.“

Teilhabe der Studenten stärkenDiese und andere Probleme zuentschärfen liegt an den heimi-schen Hochschulen im Bereich derBehindertenbeauftragten. „DieUniversität Wien ist in diesem Sin-ne bemüht, die Teilhabe von Stu-dierenden mit Behinderung zustärken. Es gibt zum Beispiel einenBeirat ,Barrierefrei Studieren‘, indem Studierende sitzen, die eineBehinderung haben. Sie könnenMaßnahmen, die an der Universi-tät Wien umgesetzt werden, evalu-ieren oder auch neue Maßnahmeninitiieren“, sagt Behindertenbeauf-tragte Birgit Virtbauer vom ReferatStudent Point.

Angeboten werden zahlreicheServices, auch für Personen mitpsychischen Beeinträchtigungen.„Wer zum Beispiel unter einer So-zialphobie leidet, kann Prüfungenschriftlich statt mündlich ablegenoder muss Referate nur ausarbei-ten, aber nicht mündlich vor der

Gruppe vortragen. Oder er darf et-was öfter bei Seminaren fehlen. ImGegenzug müssen dafür alterna-tive Leistungen erbracht werden.Die Leistungsidee fällt also nichtweg“, erläutert Virtbauer.

Das Anliegen, Barrieren amUniversitäts- oder FH-Campusund im Studienalltag zu orten so-wie sich für deren Beseitigung ein-zusetzen, wird mittlerweile an denmeisten heimischen Hochschulengroßgeschrieben. Als Vorreiter giltdie Johannes-Kepler-UniversitätLinz mit ihrem Institut IntegriertStudieren (IIS), das sich als Lehr-und Forschungsanstalt seit mehrals 20 Jahren im Service für Studie-rende mit Behinderungen enga-giert. „Ein immer wichtiger wer-dender Arbeitsbereich des Institutsbetrifft die Koordination und Orga-nisation von Prüfungen“, weiß derstellvertretende Institutsvorstand,Klaus Miesenberger. Die Anpas-sungen reichen je nach Behinde-rungsform, Einschränkungsgradsowie Art und Umfang der Prüfung– von mündlicher statt schriftlicherAbhaltung über Benützung einesLaptops – bis hin zur Schreibassis-tenz. Zusätzlich verfügt das IIS seitBeginn 2012 über einen eigenen

Prüfungsraum, in dem bis zu dreiStudierende gleichzeitig Prüfun-gen ablegen können. „Im Vorjahrhaben 14 Studierende mit Behin-derung insgesamt 143 Prüfungenam Institut angemeldet. DieserService wird gerne und immer öf-ter in Anspruch genommen“, be-tont Miesenberger.

Auf das Berufsleben vorbereitenAls einen wesentlichen Bestandteilseiner Aufgabe sieht das Linzer In-stitut zudem die Vorbereitung desBerufseinstiegs von Studierendenmit Behinderung. „Es werdenwährend des Studiums gezielt So-cial Skills vermittelt, damit sich dieAbsolventen selbstbewusst fürhoch qualifizierte Jobs bewerbenkönnen“, so Miesenberger. Maß-nahmen wie spezifische Trainingswerden ergänzt durch ein Mento-ringsystem mit Vertretern von po-tenziellen Arbeitgebern.

Auf ein Mentoringsystem zurVerbesserung von Karrierechan-cen von qualifizierten Menschenim Rollstuhl setzt ebenfalls die pri-vate Initiative CEOs on Wheels desWirtschaftsinformatik-Absolven-ten Michael Sicher: „CEOs onWheels stellt Kontakte zwischen

Menschen mit und ohne Rollstuhlher, um gegenseitig voneinanderzu lernen. Im Rahmen des Work-shops ,Die andere Seite‘ erfahrenEntscheidungsträger nicht nur, wiees ist, sich im Alltag im Rollstuhl zubewegen, sondern entdecken vorallem, welche Kompetenzen Men-schen im Rollstuhl erworben ha-ben, um ihre täglichen Herausfor-derungen zu meistern. Kompeten-zen, die für Unternehmen guteRessourcen sind“, so Sicher.

Durch das Mentoring sollenMentees im Rollstuhl die Möglich-keit bekommen, ihr beruflichesNetzwerk aufzubauen, währendfür Mentoren die Begegnung mitMenschen im Rollstuhl zur Selbst-verständlichkeit wird. In den Mit-telpunkt rückt der Mensch mit sei-nen Qualitäten und Qualifikatio-nen. „Schließlich dienen Menteesauch als Role Models, die anderenzeigen, dass man eine gute Ausbil-dung absolvieren und viel errei-chen kann, wenn man seine Fähig-keiten gut einsetzt.“Die größte Behinderung für Menschen mit Handicap im Alltag sind bauliche Hürden – auch an den Hochschulen. [ Clemens Fabry ]

Auf einen BlickStudieren mit Handicap setzt vielEigeninitiative voraus. Finden sichStudenten ohne Behinderungvergleichsweise leicht im Systemzurecht, können für Menschen mitSehbehinderung oder psychischenErkrankungen banale Ursachen –kleine Schrift, kleine Prüfungs-räume – studienerfolgsminderndeAuswirkungen haben. Hilfe vonMitstudenten oder Service-Angebote sollen hier Struktur-mängel ausgleichen.» WEITERE INFORMATIONEN UNTERwww.jku.at/iishttp://barrierefrei.studentpoint.atwww.ceosonwheels.at

Impressum: WeiterbildungRedaktion: Daniela Mathis T: 01/51414-361Andreas Tanzer T: 01/51414-236Anzeigen: Alexandra Supper T: 01/51414-568Alexandra Ahorn T: 01/[email protected]

Die Bildung im Internet

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„Eine Verschwendung von Potenzialen“Zero Projekt Conference. Im Palais Liechtenstein fand kürzlich eine interdisziplinäre Konferenz mit dem Ziel statt,durch Vernetzung und Initiativen die Barrieren für Behinderte am Arbeits- und Bildungsmarkt zu minimieren.Nach wie vor kämpfen Menschenmit Behinderung mit einer Viel-zahl von Barrieren auf dem Ar-beitsmarkt. In der EU sind heuterund 50 Millionen davon im er-werbsfähigen Alter zwischen 15und 64 Jahren. Obwohl die über-wiegende Mehrheit fähig und auchbereit ist zu arbeiten, haben lauteinem Bericht des Academic Net-work of European Disability(ANED) tatsächlich nur 45 Prozentvon ihnen einen Job. Die Beschäf-tigungsquote von Menschen ohneBehinderung liegt im Vergleichdazu bei 72 Prozent. „Diese Situa-tion bedeutet für die Betroffenengroße soziale und ökonomischeProbleme, zudem ist der gesamt-wirtschaftliche Schaden enorm.Nach unserer Schätzung gehen

durch diese Verschwendung vonPotenzialen weltweit drei bis sie-ben Prozent des globalen Bruttoin-landsprodukts verloren“, sagt Bar-bara Murray. (siehe Interview SeiteK 4). Die Senior Disability Special-ist der International Labor Organi-zation (ILO) war dieser Tage alsKeynote Speakerin der Zero Pro-jekt Conference geladen.

Interdisziplinäre VernetzungRund 250 weltweit führende Parla-mentarier, Vertreter von NGOsund Stiftungen, Wissenschaftlerund Aktivisten der Behinderten-rechtsbewegung waren auf Initia-tive der Essl Foundation, desWorld Future Council und derBank Austria am 18. und 19. Fe-bruar im Palais Niederösterreich in

Wien versammelt, um zum ThemaBeschäftigung und BehinderungPraxis- und Politikbeispiele vorzu-stellen und zu diskutieren.

Ein Beispiel für innovative Lö-sungen stammte dabei aus Ober-österreich: Im Rahmen des Sozial-berufegesetzes wurde weltweiteinzigartig die Peer-Beratung alsBeruf anerkannt. „Diese Personenhaben selbst Erfahrung mit Behin-derung und beraten andere Men-schen mit Behinderung, wie sie dieKontrolle über ihr Leben gewin-nen können. Damit wird einewahrgenommene Schwäche ineine Stärke gewandelt“, erklärtWolfgang Glaser, Leitung Empo-werment Center der Selbstbe-stimmt-Leben-Initiative OÖ. Seit2009 organisiert das Land behin-

derungsspezifische Qualifizie-rungskurse (für psychosoziale,physische oder intellektuelle Be-hinderung). Derzeit bieten in OÖ54 Peer-Berater wöchentlich bis zu1000 Beratungsstunden an, zu-meist angepasst an die jeweiligeArt der Behinderung.» WEITERE INFORMATIONEN UNTERwww.zeroproject.org, www.sli-ooe.at