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    10-Nov-2020
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    105 Abdichtung – Schwarze Wanne

    Bei einer Abdichtung von erdberührten Bauteilen in Form einer "schwarzen Wanne" werden die Bauteile

    erst durch zusätzliche Maßnahmen in Form von außenliegenden Beschichtungen wasserdicht. Im

    Unterschied zur Abdichtung von erdberührten Bauteilen mit einer weißen Wanne können Bauteile mit

    außenliegender Abdichtung dampfdicht hergestellt werden, so dass diese häufig dann zum Einsatz

    kommen, wenn dahinterliegende Räume hochwertig genutzt werden.

    Flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe Bahnenförmige Abdichtungsstoffe

    Abdichtung aus kunststoffmodifi- zierter Bitumen- dickbeschichtung (PMBC) [1]

    Abdichtung aus rissüberbrücken- der mineralischer Dichtungs- schlämme (MDS) [2]

    Abdichtung aus Flüssigkunststoff (FLK) [3]

    Abdichtungen aus Gussasphalt und Asphalt- mastix [4]

    Abdichtung aus Bitumen-/Poly- merbitumen- bahnen [5]

    Abdichtung aus Kunststoff- /Elastomer- bahnen [6]

    Spezifisches Regelwerk

    DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 9, KMB-Richtlinie

    DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 10

    DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 11

    DIN 18533 Teil 3 Abschnitte 12 - 15

    DIN 18533 Teil 2 Abschnitte 7.1.1 und 8.2

    DIN 18533 Teil 2 Abschnitte 7.1.2 und 8.3

    Wassereinwirkungs- klassen gem. DIN 18533-1 [7]

    W1-E, W2.1-E, W3-E, W4-E

    W1-E, W4-E W3-E, W4-E n. Abschn. 12 + 13: W1-E (nur auf Bodenplatten) n. Abschn. 14 + 15: W1-E (nur auf Bodenplatten), W3-E

    W1-E, W2-E, W3- E, W4-E

    W1-E, W2-E, W3- E, W4-E

    Aufbau der Abdichtung

    mind. 2 Aufträge mind. 2 Aufträge ohne Verstär- kungseinlage

    mind. 2 Arbeitsgänge unter Einarbeitung einer Einlage

    n. Abschn. 12: Gussasphalt einlagig/ mehrlagig n. Abschn. 13: 1 Lage Asphaltmastix n. Abschn. 14: untere Lage Asphaltmastix, obere Lage Gussasphalt n. Abschn. 15: untere Lage Polymerbitumen- Schweißbahn, obere Lage Gussasphalt

    Bodenplatten und Wände bei W1.1- E + W1.2-E: mind. 1-lagig Bodenplatten und Wände bei W2.1- E: 1-2-lagig Bodenplatten und Wände bei W2.2- E: 2-5-lagig erdüberschüttete Decken bei W3-E: 2-3-lagig in/unter Wänden bei W4-E: 1-lagig

    Bodenplatten bei W1.1-E + W1.2-E: 1-lagig, Typ BA oder EB Wände bei W1.2- E: 1-lagig, Typ BA Bodenplatten und Wände bei W2.1- E + W2.2-E: 1-lagig, Typ BA erdüberschüttete Decken bei W3-E: 1-lagig, Typ BA in/unter Wänden bei W4-E: 1-lagig, Typ MSB- Q bzw. MSB-nQ

    Hersteller und Produktbeispiele

    Remmers Spritzabdichtung BIT 1K S

    Remmers WP Flex 1K

    Vedag Vedaflex G4E

    Wolfin Wolfin IB

    [1] Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (Kurzzeichen: PMBC; bis 2017 KMB), auch Dickbeschichtungen genannt, sind gängige und leicht zu verarbeitende Abdichtungsmassen, die gerollt oder gespritzt werden können und für alle Wassereinwirkungsklassen bis zu einer Eintauchtiefe von 3 m (d.h. nicht bei Wassereinwirkungsklasse W2.2-E!) einsetzbar sind. Dickbeschichtungen sind lösemittelfrei, hochflexibel, dehnfähig und rissüberbrückend. PMBC können auf Kellerwänden und Fundamentvorsprüngen angewendet werden und eignen sich auch zum Aufkleben der Perimeterdämmung. Sie werden in ein- (1k) oder zweikomponentiger (2k) Ausführung angeboten. [2] Mineralische Dichtungsschlämmen (Kurzzeichen: MDS), bestehen als ein- (1k) oder zweikomponentige (2k) Baustoffe aus Zement, Gesteinskörnungen und weiteren Zusatzstoffen. Es gibt rissüberbrückende und nicht rissüberbrückende MDS. Für die Verwendung als Abdichtung

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    gem. DIN 18533-3 dürfen nur rissüberbrückende MDS mit einer Rissüberbrückung von mindestens 0,4 mm verwendet werden. Die Anwendung ist dabei beschränkt auf die Wassereinwirkungsklassen W1-E (Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser bei Bodenplatten und erdberührten Wänden) und W4-E (Wandsockel). [3] Flüssigkunststoffe (Kurzzeichen: FLK) als Abdichtungsmaterial für erdberührende Abdichtungen nach DIN 18533-3 bestehen aus ein- oder mehrkomponentigen synthetischen Reaktionsharzen aus Polymethylmethacrylat (PMMA), Polyurethane (PUR) oder ungesättigten Polyesterharzen (UP) mit organischen Zusatzstoffen und zum Teil mit mineralischen Füllstoffen. Sie müssen eine Rissüberbrückung von mindestens 2,0 mm erfüllen und nach spätestens 8 Stunden regenfest sein. Die normkonforme Anwendung gem. DIN 18533-3 ist beschränkt auf die Wassereinwirkungsklassen W3-E (nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken) und W4-E (Wandsockel). [4] Gussasphalt und Asphaltmastix sind bitumengebundene dichte Massen, die aus Naturasphaltrohmehl, feinkörnigem Kalksteingemisch, Sand/ Splitt und evtl. Füller oder weiteren Zusätzen bestehen. Beim Asphaltmastix sind die Mineralstoffe ausschließlich feinkörnig, beim Gussasphalt fein- und grobkörnig, was bei der Verarbeitung eine größere Schichtdicke erforderlich macht. Während Asphaltmastix fast ausschließlich als Abdichtungsschicht verwendet wird, dient Gussasphalt darüber hinaus oft auch als Schutzschicht oder als Oberbelag für befahrbare Flächen. Für Abdichtungen gem. DIN 18533-3 können Gussasphalt und Asphaltmastix in verschiedenen Bauweisen verwendet werden:

     Gussasphalt einlagig/ mehrlagig auf Trennlage (DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 12)

     Asphaltmastix auf Trennlage (DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 13)

     untere Lage Asphaltmastix auf Trennlage, obere Lage Gussasphalt (DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 14)

     untere Lage Polymerbitumen-Schweißbahn, obere Lage Gussasphalt (DIN 18533 Teil 3 Abschnitt 15) Abdichtungen mit Gussasphalt/Asphaltmastix gem. DIN 18533-3 sind bei einer Bauart nach Abschnitt 12/13 der Norm beschränkt auf die Anwendung für die Wassereinwirkungsklasse W1-E (Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser; hier nur auf Bodenplatten). Bei einer Bauart nach Abschnitt 14/15 ist zusätzlich auch die Anwendung für die Wassereinwirkungsklasse W3-E (nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken) möglich. [5] Gem. DIN 18533-2 Abschnitt 7.1.1 sind für die Abdichtung erdberührter Bauteile mit Bitumen-/Polymerbitumenbahnen eine Vielzahl von Stoffen möglich, z.B. nackte Bitumenbahnen (Kurzzeichen N), Bitumen-/ Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen (Kurzzeichen DD), Bitumen- Schweißbahnen (Kurzzeichen S), auch mit Kupferbandeinlage, Kaltselbstklebende Bitumendichtungsbahnen (Kurzzeichen KSK) und andere. Es gibt Bauarten mit Bitumen-/Polymerbitumenbahnen entsprechend DIN 18533 für alle Wassereinwirkungsklassen, auch für W2.2-E (drückendes Wasser mit einer Eintauchtiefe > 3m). Die konkrete Abdichtungsbauart richtet sich dabei nach DIN 18533-2 Abschnitt 8.2. In Abhängigkeit vom Stoff der Bitumen-/Polymerbitumenbahnen und der Wassereinwirkungsklasse können dabei Aufbauten aus bis zu 5 Lagen erforderlich werden. [6] Gem. DIN 18533-2 Abschnitt 7.1.2 sind für die Abdichtung erdberührter Bauteile mit Kunststoff- und Elastomerbahnen eine Vielzahl von Stoffen möglich, z.B. ECB-Bahnen, PIB-Bahnen, PVC-P-Bahnen, EPDM-Bahnen, FPO-Bahnen und andere. Es gibt Bauarten mit Kunststoff- und Elastomerbahnen entsprechend DIN 18533 für alle Wassereinwirkungsklassen, auch für W2.2-E (drückendes Wasser mit einer Eintauchtiefe > 3m). Die konkrete Abdichtungsbauart richtet sich dabei nach DIN 18533-2 Abschnitt 8.3. Dabei erfolgt die Verlegung grundsätzlich immer einlagig. [7] In DIN 18533-1 werden verschiedene erdseitige Wassereinwirkungen auf die Abdichtungsschicht unterschieden und klassifiziert. Erdberührende Abdichtungen und Perimeterdämmungen müssen auf die jeweilige Wassereinwirkung abgestimmt sein. Nachfolgende Entscheidungsmatrix erläutert die Zuordnung der einzelnen Anwendungsfälle zu den Wassereinwirkungsklassen und dem für die jeweilige Ausführung geltenden Abschnitt der DIN 18533-1:

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    Planung Allgemein: Für die Abdichtung von erdberührten Bauteilen ist DIN 18533 anzuwenden. Die Anwendung

    kann auf Stahlbetonwänden und -bodenplatten erfolgen, aber auch auf gemauerten Kellerwänden.

    Hochwertig genutzte Kellerräume müssen dauerhaft gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Die o. g.

    Abdichtungen sorgen auch für eine ausreichende Dichtigkeit in Bezug auf die Wasserdampfdiffusion. Durch

    den Planer ist dabei zunächst die richtige Wassereinwirkungsklasse zu ermitteln (s. Lexikonbeitrag

    ►Wassereinwirkungsklassen gem. DIN 18533-1). Alle Abdichtungsmaßnahmen sind dann darauf

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    abzustimmen. Der Lastfall Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser muss als Mindestanforderung bei

    allen Bauwerksabdichtungen immer angenommen werden, sofern keine weiterreichenden Anforderungen

    bestehen. Die in der Matrix im o.g. Lexikonbeitrag aufgeführten Entscheidungsgrundlagen können durch

    ein geotechnisches Gutachten nach DIN 4020 ermittelt werden.

    Sockelabdichtung: Der Wandsockel von ein- und zweischaligem Mauerwerk muss entsprechend DIN

    18533-1, Abschnitte 5.1.5 und 8.8, abgedichtet werden (Wassereinwirkungsklasse W4-E), sofern nicht mit

    drückendem Wasser zu rechnen ist, z.B. bei einem hohen Bemessungswasserstand. Dabei ist die

    Abdichtung im Bauzustand von ca. 20 cm unter bis ca. 30 cm über Geländeoberkante (GOK) zu führen. Die

    Hochführung über die Geländeoberfläche sollte dabei auch im Endzustand nie eine Höhe von 15 cm

    unterschreiten. Weitere Vorgaben und Beispieldetails hierzu enthält DIN 18533-1 Abschnitt 8.8.

    Querschnittsabdich