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  • Eines der Prinzipien des biologischen Landbaus ist der mglichst geschlos- sene Kreislauf der Nhr-stoffe im Betrieb. Die effizi-ente Nutzung der betriebs-eigenen Nhrstoffquellen erhlt dadurch eine zentra-le Rolle fr die Nhrstoff-versorgung der Kulturen. Durch gezielten Einsatz von Fruchtfolge, Bewirtschaf-tungsmassnahmen und hofeigenen Dngern kann der Nhrstoffbedarf der Gemsekulturen soweit gedeckt werden, dass Han-delsdnger nur noch zur Ergnzung ntig sind.Das Zusammenspiel von Boden, Klima, Pflanzen, Nhrstofftrgern und Be-wirtschafter ist jedoch komplex und erlaubt keine einfachen Rezepte. Wich-tigster Faktor fr eine erfolg-reiche Pflanzenernhrung ist das Verstehen der viel- schichtigen Zusammen-hnge. Daraus lassen sich Regeln fr eine umwelt- und pflanzengerechte Dngungspraxis ableiten.

    Nhrstoff-versorgung im Biogemsebau

    MerkblattNovember 1998

  • die organische Dngung sind daher die wich-tigsten Voraussetzungen fr ausreichend ernhrte und gesunde Kulturpflanzen.

    3. Grundsatz: Verluste verhindern

    In der Regel sind die auf dem Biobetrieb zur Verfgung stehenden Nhrstoffmengen relativ bescheiden. Daher mssen alle Massnahmen zur Verhinderung von Verlusten konsequent ausgenutzt werden. Dazu zhlen in erster Linie Winterbegrnung und Grndngungen, verlustarme Lagerung und Aufbereitung von Hof- und Abfalldngern sowie eine terminge-rechte Bodenbearbeitung und Dngung.

    4. Grundsatz: Nhrstoffzufuhr nur als Ergnzung

    Auch wenn der Boden in optimalem Zustand ist und alle Kulturmassnahmen kon-sequent angewendet werden, sind die meis-ten Gemsebaubetriebe fr gute Ertrge auf die Zufuhr von Nhrstoffen angewiesen.

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    Wie wird der Nhrstoffbedarf der Kulturen gedeckt?

    Nhrstoffpoolim Boden

    Standort Bodentyp (Humus, pH, Nhrstoffgehalte) Klima, Witterung

    Fruchtfolge Reihenfolge der Kulturen Grndngung Ernterckstnde

    Kulturmassnahmen Bodenbearbeitung Hacken Bewsserung

    Dnger Hofdnger Grnabfallkompost Handelsdnger

    Erntegut

    Bodenlebewes

    en

    Verfgbare Nhrstoffe

    Im biologischen Landbau kommt dem Beitrag der Fruchtfolge und der Kulturmassnahmen eine hohe Bedeutung fr die Ernhrung der Pflanzen zu.

    Grundstze der Nhrstoffversorgung im Biolandbau1. Grundsatz: Innerbetrieblicher Nhrstoffkreislauf

    Ein geschlossener Nhrstoffkreislauf wird auf dem Biobetrieb grundstzlich als Ziel angestrebt. Was die Tiere ausscheiden und die Pflanzen zurcklassen, bleibt in Form von Hofdngern oder Ernte- und Rstabfllen im Betriebskreislauf.

    Gemsebaubetriebe halten meist keine oder nur wenige Tiere und exportieren beacht-liche Mengen Nhrstoffe aus dem Betrieb. Dennoch kann auch auf dem viehlosen Betrieb ein geschlossener Nhrstoffkreislauf angestrebt werden, indem einerseits durch geeignete Kulturmassnahmen Nhrstoffver-luste verhindert werden und andererseits Nhrstoffe durch Mobilisierung der Boden-vorrte oder Anbau von Leguminosen den Pflanzen zugefhrt werden.

    2. Grundsatz: Aktiver Boden

    Die zentrale Schaltstelle fr die Nhrstoff-versorgung ist der Boden mit den Lebewesen, dem Humus, den mineralischen Bodenbe-standteilen und den Pflanzenwurzeln.

    Die Nhrstofffreisetzung aus organischer Substanz und aus den mineralischen Boden-bestandteilen erfolgt hauptschlich durch mikrobielle Ttigkeit. Die Mikroorganismen brauchen fr ihre Aktivitt Energie, Nhrstoffe und Luft.

    Ein aktiver Boden mit guter Struktur und

    Was geben die Richtlinien vor?

    Begrenzter Nhrstoffeinsatz

    Um Umweltprobleme zu vermeiden, beschrnken die Biorichtlinien die Nhrstoff-menge aus Hof-, Abfall- und Handelsdngern pro Betrieb in besten Lagen und unter besten klimatischen Bedingungen auf der dngbaren Flche bei maximal 2,5 DGVE pro Hektar, was umgerechnet rund 220 kg Stickstoff (Ntotal) und 87 kg Phosphor pro Hektar entspricht. Die Obergrenze wird durch die Zertifizierungs-stelle fr jeden Betrieb entsprechend den rtlichen Bedingungen festgelegt und liegt in der Regel auf der dngbaren Flche von Gemsebaubetrieben zwischen 1,8 und 2,3 DGVE pro Hektar.

    Was sagen Bioverordnung, BIO SUISSE- und M-Bio-Richtlinien konkret?

    keine chemisch-synthetischen N-Dnger keine leichtlslichen P-Dnger keine chlorhaltigen, reinen Kalidnger Handelsdnger gemss Hilfsstoffliste des

    FiBL mineralische Dngung nur zur Ergnzung Dngungsintensitt an Standort und

    Klima angepasst ausgeglichene LBL-Nhrstoffhaushalts-

    rechnung

  • Gezielte Humuswirtschaft: Grundlage fr die Stickstoffversorgung

    Fr die bedarfsgerechte Stickstoffversor-gung ist im biologischen Anbau ein Humus-gehalt des Bodens von 4 bis 6 Prozent erwnscht. Eine gezielte Humuswirtschaft zur Erhhung oder Erhaltung des Humusgehaltes hat daher grosse Bedeutung.

    Mit wenigstens 20 Prozent Grndngung in der Fruchtfolge oder mit Grnabfallkompost sowie Mist kann der Humusgehalt bereits gesichert werden.

    Fr eine rasche Mineralisierung des Stick-stoffs durch die Mikroorganismen des Bodens sind warme, lockere Bden mit gengend Feuchtigkeit gnstig. Bei tiefen Temperaturen, Trockenheit, Verdichtung oder Vernssung des Bodens kann der in organischen Dngemit-teln und Humus gebundene Stickstoff nicht mineralisieren.

    Von Februar bis April sind die Temperaturen im Boden noch zu gering, um eine gengend hohe Mineralisierung aus dem Bodenvor-rat zu ermglichen. Fr die Nhrstoffversor-gung von Frhgemse wird leicht zersetzbare, organische Substanz (z.B. Glle oder feinge-mahlene Handelsdnger) bentigt, um die Mineralisierung anzuregen. Ab Mai sind die Bden gengend erwrmt, um ber die Mine-ralisierung der Ernterckstnde der frhen Gemse, einer frhen Grndngung oder von Kleegrasrckstnden der Vorkultur zusammen mit der Mineralisierung des Humus aus dem Boden die folgenden Stze gewisser Kulturen

    mit gengend Stickstoff zu versorgen (siehe Dngungsbeispiel Seite 8).

    Phosphor, Kalium und Magnesium aus den Bodenvorrten

    Im Boden sind neben den fr die Pflan-zen aufnehmbaren, wasserlslichen Phos-phor, Kalium und Magnesium auch strker in den mineralischen Bodenbestandteilen gebundene, noch nicht verwitterte Reserven dieser Nhrstoffe vorhanden. Die Aktivitt der Bodenmikroorganismen und der Pflanzen-wurzeln lst diese Mineralstoffe und macht sie fr die Pflanze nutzbar. Kleine Nhrstoff-bilanzdefizite, wie sie bei Biobetrieben blich sind, werden aus den Nhrstoffspeichern des Bodens ergnzt und erfordern zu deren Aus-gleich keine Dngergaben.

    3

    Werden mehr als 20 Prozent des betriebs-eigenen Nhrstoffbedarfs zugefhrt, so muss zwingend durch eine LBL-Nhrstoffhaushalts-rechnung die Ausgewogenheit von Nhrstoff-angebot durch betriebseigene Tiere und Zufuhr sowie Nhrstoffbedarf der Pflanzen nachgewiesen werden.

    Zugefhrte Hofdnger mssen vor deren Verwendung in den Kulturen aufbereitet werden.

    Einschrnkungen bei den Handelsdngern

    Eine mineralische Ergnzungsdngung mit Phosphor (z.B. Rohphosphat) und Kalium (z.B. Patentkali) ist auf ein Minimum zu beschrnken. Der Einsatz von mineralischen Kalidngern ist nur bei nachweisbarem Bedarf zulssig und muss mit einer Bodenprobe, wel-che nicht lter als 4 Jahre ist, nachgewiesen werden. Stickstoffdnger sind nur in organi-scher Form erlaubt.

    Welche Dnger im Bioanbau verwendet werden drfen, ist in der aktuellen Hilfsstoff-liste des FiBL detailliert festgehalten.

    Die natrlichen Nhrstoffquellen nutzen

    Regelung bei der Zufuhr von Hofdngern

    Abnahme nur von IP- oder Bio-Betrieben Abnahme von Hofdngern aus IP-Betrie-ben nur aus dem ortsblichen Radius bis 10 km Wegdistanz, Hhnermist bis maxi-mal 20 km Wegdistanz

    Abnahme von Hofdngern aus einem Bio-betrieb bis 10 km Wegdistanz fr Hhner-mist und 5 km fr alle brigen Hofdnger

    Hofdnger aus Nichtbiobetrieben ms-sen vor dem Einsatz auf dem Biobetrieb aufbereitet werden: Mist kompostieren, mindestens aber einmal umsetzen und eventuell mit Stroh mischen. Glle muss belftet, verdnnt oder mit einem Gl-leaufbereitungsmittel behandelt sein.

    Ein Abnahmevertrag muss in jedem Fall die maximale jhrliche Hofdngermenge festlegen und die Erfllung der obigen Bedingungen besttigen.

    Mengen und Zeitpunkt der Zufuhr mssen genau aufgezeichnet werden.

    Nachlieferung von pflanzenverfgbarem Stickstoff aus Humus (Erfahrungswerte) in kg pro ha

    Februar Mai Juni Oktober

    Humusgehalt kurze Kultur, lange Kultur, kurze Kultur, lange Kultur, Boden in % 2 mal hacken 2 bis 4 mal hacken 2 mal hacken 2 bis 4 mal hacken05 0 0 30 50512 0 20 40 60>12 0 40 60 80

    Annahme: durchschnittliche Klimabedingungen; kurze Kultur: bis 8 Wochen, lange Kultur: ber 8 Wochen Die N-Nachlieferungen von Februar Mai und Juni Oktober knnen addiert werden.

    Die organische Substanz ist der Stickstoffspeicher des Bodens. Wieviel Stickstoff davon der Kultur zur Verfgung steht, ist im wesentlichen abhngig vom Humusgehalt, der Bodentemperatur, der Bodenfeuch-tigkeit und der Bodendurchlftung.

  • 4Blumenkohl

    Kopfsalat

    Karotten Lager

    Potential und Einsatzmglichkeiten der wichtigsten Nhrstoffquellen zur Deckung des Nhrstoffbedarfs

    - frdert gute Bodenstruktur und aktiven Boden- Wird Grndngung eingearbeitet, steht der in den Pflan-

    zen gebundene Stickstoff der Folgekultur zur Verfgung.- Ist Grndngung zu verholzt, kommt es nach der Einar-

    beitung anstatt zur N-Freisetzung zu dessen Sperre im Boden, so dass der Kulturpflanze dann vorbergehend Stickstoff fehlt.

    - wichtige Nhrstoffquelle - im Durchschnitt pro 100 dt Ernterckstnde rund 30 kg

    Stickstoff pro Hektar - fr rasche Nhrstoffmobilisierung Ernterckstnde zer-

    kleinern und gleichmssig in die obersten 15 cm Boden einarbeiten

    - um im Herbst Auswaschungsverluste zu vermeiden, Ernteresten auf dem Feld liegen lassen und erst gegen Frhjahr einarbeiten

    Grndngung*

    Kleegras 1 Jahr Hafer/Wicke

    Ernterckstnde*

    Blumenkohl Kopfsalat

    - Eingearbeitet in den Boden knnen bei ausreichender Bodenfeuchte und -wrme innerhalb von 8 Wochen ber 80 % des organisch gebundenen Stickstoffs mineralisiert werden.

    - wegen des temperaturabhngigen Mineralisierungspro-zesses im Frhjahr nur wenig, ab Mitte Mai zunehmend mehr N aus Ernteresten

    - winterhart- Umbruch 24 Wochen vor

    der Gemsekultur- je hher der Kleeanteil,

    desto hher die N-Freiset-zung

    - abfrierend- Hafer kann Reststickstoff

    im Herbst gut aufnehmen - falls noch grn, vor dem

    Pflgen schlegeln

    - Junge Pflanzenbestnde mit einem engen C/N-Verhltnis werden im Boden schnell abgebaut. Der darin enthalte-ne Stickstoff steht der Kulturpflanze somit kurzfristig zur Verfgung.

    - nach frh rumenden Kulturen wegen der hohen bio-logischen Aktivitt des Bodens Grndngung oder Win-terbegrnung mit Hafer oder Roggen ansen, um spt mineralisierenden Stickstoff organisch zu binden und vor der Auswaschung zu schtzen

    - Grndngung idealerweise 34 Wochen vor dem Einarbeiten mhen und Neuaufwuchs einarbeiten

    - im Frhjahr Begrnungen sptestens zu Beginn des Schossens der Grser oberflchlich einarbeiten, damit der organisch gebundene Stickstoff mineralisiert werden kann

    - Bei sptem Einarbeiten der Grndngung erleichtert mehrmahliges Mulchen die biologische Umsetzung.

    - Der Stickstoff steht der Folgekultur zu etwa 80 % zur Verfgung und muss bei der Bemessung der N-Dngung bercksichtigt werden.

    - Die Nachlieferung aus Ernterckstnden des Vorjahres wird bei der Dngeplanung nicht bercksichtigt.

    Kultur

    Eigenschaften, allgemeine Bemerkungen

    Wirkungsgeschwindig-keit des Stickstoffs

    Einsatz in den Kulturen

    Nhrstoffe aus Kleegras und Grndngungen

    Mit dem Anbau von Leguminosen (Klee-arten) knnen bis ber 100 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr aus der Luft mit den Wurzel-rckstnden in den Boden gebracht werden. Wieviel davon der Folgekultur zur Verfgung steht, hngt stark von der botanischen Zusam-mensetzung, dem Einarbeitungszeitpunkt sowie von Standort und Klima ab.

    Mit ihrem ausgedehnten Wurzelwerk kn-nen die Grndngungspflanzen durch ihre Wurzelausscheidungen Nhrstoffe (vor allem Kalium, Magnesium und Phosphor) aus tiefe-ren Bodenschichten lsen und in die Wurzel-region der Kulturpflanzen befrdern.

    Grndngungen in der Fruchtfolge ver-bessern auch die Bodenstruktur, was sich gnstig auf die Aktivitt der Bodenlebewesen

    auswirkt, welche fr die Mobilisierung der Nhrstoffe von grosser Bedeutung sind.

    Die Mineralisierung von eingearbeiteter Pflanzenmasse erfolgt durch Mikroorganis-men. Sie ist deshalb stark von der Boden-temperatur abhngig. Unter 10 C Boden-temperatur verluft die N-Mineralisierung nur sehr langsam, bei 22 C wird am aktivsten mineralisiert.

    * Deckung des Nhrstoffbedarfes der Kultur in Prozent aus Grndngung bzw. Ernterckstnden

  • 5- Grnabfallkompost ist Frischkompost aus Grngutabfllen.

    - Frischkompost enthlt grosse Mengen organischer Substanz und ist reich an P und K.

    - Frischkompost eignet sich gut als Grunddnger fr P, K und Mg.

    - Mobilisierung von P, K und Mg im zweiten Jahr nach Ausbringung am hchsten.

    - Wegen des variierenden Nhrstoffge-halts je nach Ausgangsmaterial ist eine Nhrstoffanalyse empfehlenswert.

    - laut Stoffverordnung innerhalb von 3 Jahren max. 80 m3 oder 25 t TS Frischkompost pro ha ausbringen

    Potential und Einsatzmglichkeiten der wichtigsten Nhrstoffquellen zur Deckung des Nhrstoffbedarfs

    - Glle eignet sich in erster Linie als P/K-Grunddnger - auf Umbruch einer Kunstwiese verhindert eine Gllegabe

    vor einer Gemsekultur die Festlegung von Stickstoff beim Abbau der organischen Substanz

    - bei Blattgemse nur zur Grunddngung einsetzen; Glle unbedingt einarbeiten

    - N-Wirkung von Rottemist (aerob angerotteter Mist) sehr beschrnkt.

    - Unter Luftzutritt aufbereiteter Mist (Mistkompost, Rottemist) hat bessere Stickstoffwirkung als Stapelmist.

    - Stickstoff aus dem Mist wird in der Regel nur langsam mineralisiert. Der Mist dient im Gemsebau deshalb vor allem der Versorgung mit Phosphor und Kalium.

    Glle**

    Rindervollglle Schweinevollglle 1 : 1 verdnnt 1 : 1 verdnnt

    Mist**

    Rinder-Rottemist Geflgelmist aus Volierenhaltung

    Grnabfallkompost**

    Fr Karotten ist der Glleeinsatz nicht empfehlenswert

    - Rinderglle bringt gute Versorgung mit P und vor allem K

    - gnstigste Glleart fr den Gemsebau

    - hohen Kaliumgehalt bercksichtigen

    - Hauptwirkung durch Zufuhr von organischer Substanz

    - Rindermist ist bei relativ tiefem Stickstoffgehalt K-reich.

    - Nhrstoffgehalte der ver-schiedenen Mistarten sind im Handbuch Gemse aufgefhrt.

    - Schweineglle ist vor allem fr P-arme Bden geeignet.

    - hohen Phosphorgehalt bercksichtigen

    - Geflgelmist enthlt im Vergleich zum Bedarf der Gemsekulturen zu viel Phosphor und zu wenig Kalium pro Einheit Stick-stoff.

    - Der hohe P-Gehalt beschrnkt den Einsatz von Geflgelmist, so dass seine N-Wirkung nur gering ist.

    - ein Teil des Gllestickstoffs ist rasch verfgbar

    - gut geeignet fr gezielte N-Dngung oder als Kopfdn-gung in Kulturen mit langer Standzeit.

    - Gaben von 3040 kg verfgbarem N pro ha wegen des P-Gehaltes der Glle nicht berschreiten

    - Glle eignet sich nicht fr Karotten, Randen und Zwie-beln

    - gute Dngewirkung bei Kohlarten, Sellerie und Lauch - Kopfdngung bei Kulturen mit langer Vegetationszeit

    nicht nach 1/3 der Kulturzeit- Vor Spinat oder Salatkultur knnen 3040 m3 1:1 ver-

    dnnte Rinderglle pro ha gute Dienste leisten und den Nhrstoffbedarf dieser kurzen Kulturen weitgehend decken.

    - bei Erstkulturen im Frhjahr oder tiefem Humusge-halt Ergnzung mit einem raschwirksamen N-haltigen organischen Handelsdnger notwendig

    - Mist wegen besserer Dngewirkung zu Hackfrchten (z.B. Mais) ausbringen und auf Mistgaben direkt zu Gemsekulturen verzichten

    - bei Einsatz im Gemsebau fein streuen und wenn immer mglich ber Ackerfurche ausbringen

    - fr Wurzelgemse (Karotten, Schwarzwurzeln) nur sehr gut verrotteten Mist in geringen Mengen verwenden

    - idealerweise Wurzelgemse als Zweitkultur nach einer mit gut verrottetem Mist gedngten Erstkultur anbauen

    - Zu Karotten ist Mist und speziell P-reicher Geflgelmist nicht zu empfehlen.

    - Kompostierprozess in der Regel noch nicht vollstndig abgeschlossen; Frischkompost kann deshalb den im Boden verfgbaren Stickstoff blockie-ren.

    - N-Wirkung erfolgt innerhalb 23 Jah-ren nach der Verwendung als Dnger

    - Frischkompost am besten zu Grn-dngungen geben

    - Die ausgebrachte Kompostmenge soll-te den P-Bedarf der in den folgenden 3 Jahren vorgesehenen Kulturen auf der Parzelle nicht berschreiten.

    - 50 m3 Frischkompost pro ha frdern die Aktivitt der Bodenlebewesen und damit die Mobilisierung von Nhrstof-fen aus dem Bodenvorrat.

    - Frischkompost im Sptsommer (z.B. nach Getreide) oder Herbst nach Gemsekultur ausbringen und leicht einarbeiten, wenn mglich (Legumi-nose-)Grndngung sen; verhindert weitgehend Stickstoffsperre fr Folge-kultur.

    - Bei Gabe von Frischkompost direkt zur Gemsekultur ist eine N-Gabe von z.B. 2025 m3 1 : 1 verdnnte Glle ntig.Nhrstoffe aus Ernterckstnden

    Eine wichtige Nhrstoffquelle sind die Ern-terckstnde der Vorkultur. Eingearbeitet in den Boden wird ein grosser Teil des Stickstoffs aus den Ernteresten fr die Folgekultur ver-fgbar. Durchschnittlich 80 Prozent des Stick-stoffs stehen den Folgekulturen im gleichen Jahr zur Verfgung. Diese Stickstoffmenge

    muss bei der Bemessung der Stickstoffdn-gung bercksichtigt werden.

    Ernterckstnde enthalten auch Phosphor, Kali und Magnesium, welche ebenfalls in grsseren Mengen mobilisiert werden.

    Angaben ber die Nhrstoffmengen aus Ernterckstnden sind im Handbuch Gemse 1999 (Tabelle 5) zusammengestellt.

    ** bei Deckung von 100 % des Phosphorbedarfes der Kultur resultierende Deckungsgrade fr Stickstoff und Kalium

    Einsatz von Geflgelmist nicht empfehlenswert

    - Der mit einer Mistgabe nicht abgedeckte Stickstoffbedarf wird mit Glle oder organischen Handelsdngern gedeckt.

  • 6Fruchtfolge

    Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge mit Grndngungen ist die Grundlage fr eine gute Nhrstoffversorgung.

    Gengend GrnlandMindestens 20 Prozent der Fruchtfolgefl-

    che sollte mit einjhrigem Kleegras kultiviert sein. Das Grnland wird idealerweise als Brache gemulcht oder, z.B. von einem Vieh-halterbetrieb, genutzt. Wo Kunstwiese in die-sem Ausmass nicht mglich ist, knnen auch Grndngungen mit Leguminosemischungen mit einer Standzeit von mindestens 3 Mona-ten als Quelle fr Stickstoff und organisches Material dienen.

    Kulturmassnahmen zur Verbesserung der Nhrstoffversorgung

    Mit der Grundbodenbearbeitung werden die Voraussetzungen zur Erschliessung des Bodens durch das Wurzelwerk geschaffen.

    Hacken in der Kultur bringt Luft in den Boden, was die Aktivitt der Mikroorganismen frdert. Dadurch wird vermehrt Stickstoff aus dem Boden pflanzenverfgbar gemacht. Pro Hackdurchgang kann mit einer Mineralisie-rung von 15 bis 25 kg N pro Hektar gerechnet werden. Eine lockere Bodenoberflche ver-mindert zudem die Verdunstung und verbes-sert den Luftaustausch mit dem Boden, so dass weniger Bewsserung notwendig ist.

    Hacken hat in Gemsekulturen eine ver-gleichbare Wirkung wie eine Kopfdngung. Nhrstoffbedrftige Kulturen mit langer Stand-zeit wie Kohlarten, Sellerie oder auch Lauch

    Starkzehrer profitieren vom UmbruchGemsearten mit hohen Nhrstoffanspr-

    chen, wie Kohlarten, nutzen die guten Boden-bedingungen nach einem Jahr Grnland besonders gut aus. Kulturen mit geringeren Ansprchen kommen vor die einjhrige Grn-dngung ans Ende der Fruchtfolge zu stehen.

    Die Stickstoffdngung kann entsprechend angepasst werden.

    Langfristig kann der Biogemsebau nur mit einem gengend grossen Anteil Grnland (Kunstwiese, Brachen, Grndngungen) in der Fruchtfolge erfolgreich sein.

    Wasserangebot

    Neben gengend Luft und Bodentempe-raturen ber 14 C brauchen die Mikroorga-nismen fr eine optimale Aktivitt auch ein ausreichendes Wasserangebot.

    Bewsserung bei anhaltender Trockenheit gewhrleistet eine ausreichende Bodenfeuch-tigkeit und verbessert dadurch das Nhrstoff-angebot.

    Bodenbearbeitung und Hacken

    Eine der wichtigsten Massnahmen fr die Nhrstoffversorgung ist die Bodenbearbeitung vor und besonders whrend der Kultur.

    reagieren gut auf regelmssiges Hacken.

    Massnahmen nach lngeren Regenperioden

    Starke Niederschlge vernssen und kom-primieren den Boden, so dass Wasser- und Lufthaushalt gestrt sind. Unter solchen Bedingungen sinkt die Mineralisierungsrate stark ab. Bei anaerober Mineralisierung sind gasfrmige Stickstoffverluste und pflanzen-giftige Verbindungen zu befrchten. Zudem wird bereits mineralisierter Stickstoff ausge-waschen. Da die Wurzeln wegen Sauerstoff-mangels nur noch wenig aktiv sind, kommt es zu einer vorbergehenden Nhrstoffknapp-heit. Der organisch gebundene Stickstoff kann auch bei starken Regenmengen nicht ausge-waschen werden, ist aber auch nicht pflan-zenverfgbar.

    Nach regenreichen Perioden ist es daher sehr wichtig, mit einem Hackdurchgang mg-lichst rasch wieder Luft in den Boden zu bringen, damit die Sauerstoffversorgung ver-bessert wird und die Bodenaktivitt wie-der zunehmen kann. Kleinere Mengen von organischen Dngern knnen in ungengend versorgten Bden die Ttigkeit der Mikroor-

    ganismen deutlich anregen (Priming-Effekt). Dazu mssen leicht mineralisierbare Dnger (siehe Kopfdnger) in Mengen von 20 bis 30 kg N pro Hektare ausgebracht und leicht eingearbeitet werden.

    Gezielte Standortwahl fr Frhgemse

    Da die Bodentemperatur fr die Mobili-sierung der Nhrstoffe ein entscheidender Faktor ist, sollten vor allem Frhgemse auf rasch erwrmbaren Parzellen angebaut wer-den. Schattenhnge, ausgeprgte Muldenla-gen oder zu grosse Hhenlage sind wegen der nur langsamen Erwrmung im Frhjahr ungnstig. Im Frhanbau lsst sich der Anstieg der Bodentemperatur durch eine Vliesabde-ckung oder eine dunkle Mulchfolie wesentlich beschleunigen.

    Besondere Massnahmen aufgrund der Bodeneigenschaften

    Leichte, sandige Bden trocknen rasch ab und erwrmen sich

    zeitig im Frhjahr mineralisieren intensiv, besonders wenn

    sie bewssert werden Nhrstoffe werden leicht ausgewaschen

    Reserven dieser Bden mssen durch Zufuhr von organischen Dngern und Anbau von Grndngungen gespiesen werden

    Schwerere, lehmige Bden erwrmen sich im Frhjahr nur langsam

    (besonders wenn sie nass sind) und die Mineralisierung verluft trge

    einmal erwrmt, ist die Mineralisierung intensiv

    In mittelschweren bis schweren Bden Komposte und frisches, organisches Material nur oberflchlich einarbeiten. Zugefhrte Substanz mineralisiert dadurch rascher und zeigt bessere Stickstoffwir-kung in den Kulturen.

    Leichte, humose Bden erwrmen sich im Frhjahr dank ihrer

    dunklen Farbe rasch und mineralisieren entsprechend schnell

    Reserven dieser Bden mssen durch Zufuhr von organischen Dngern und Anbau von Grndngungen gespiesen werden

    Anmoorige Bden haben ein derart grosses Potential der

    Stickstoffnachlieferung, dass die Minera-lisierung ausser im frhen Frhjahr nicht gefrdert werden soll

    sollten mit ein- und zweijhrigen Grn-dngungen oder Kleegras vor zu intensiver Mineralisierung geschtzt werden

  • 7Einsatz von Hofdngern und Kompost

    Hofdnger und Kompost eignen sich im Gemsebau in erster Linie als P/K-Grunddn-ger und Lieferant von organischem Material. Die ausgebrachte Menge muss jedoch dem Nhrstoffbedarf der Kulturpflanzen angepasst sein.

    Im Gegensatz zum Mist ist ein Teil des Gl-lestickstoffs rasch verfgbar. Glle eignet sich somit gut fr die gezielte Stickstoffdngung oder als Kopfdngung in Kulturen mit langer Standzeit. Weitere Ausfhrungen siehe Tabelle Seite 4/5.

    Merkpunkte zum Glleeinsatz im Gemsebau

    Glle in erster Linie vor der Pflanzung/ Saat ausbringen und einarbeiten

    Bei Verwendung als Kopfdngung: Verfahren verwenden, bei denen die Glle

    zwischen den Reihen auf den Boden gelangt, ohne die Kultur zu benetzen. Vor-teile: Hygiene, Ammoniakverluste werden minimiert und die Glle kann mit dem nchsten Hackdurchgang eingearbeitet werden.

    kein Einsatz direkt zu Blattgemsearten und Kurzkulturen (< 10 Wochen Feldbele-gung) wie Salate oder Spinat

    keine Gllegaben spter als 6 Wochen vor der Ernte

    keine Glle mit hygienisch bedenklichem Anteil von huslichem Abwasser einsetzen

    Einsatz von Handelsdngern

    Gengt die Nhrstoffzufuhr aus Bodenpfle-ge, Humuswirtschaft und Hofdngern nicht, um den Bedarf der Pflanzen zu decken, so stehen auch im Bioanbau Handelsdnger zur Bedarfsdeckung zur Verfgung. Da der Grund-bedarf an Phosphor und Kali zum grossen Teil aus Hofdngern und Kompost stammt, spielen die Handelsdnger vor allem fr die Stickstoffversorgung eine Rolle.

    Im Biolandbau drfen nur Handelsdnger eingesetzt werden, welche in der aktuellen Ausgabe der Hilfsstoffliste des FiBL aufgefhrt sind.

    N-reiche DngerDer Stickstoff in biokonformen Handels-

    dngern ist organisch gebunden. Die Dnger sind in der Regel Abfallprodukte aus der Tier-haltung. Rhizinusschrot, Zuckerrbenmelasse (Vinasse) oder Traubentrester sind pflanzliche Stickstoffquellen fr Handelsdnger.

    Die organischen Stickstoffdnger werden unterschiedlich schnell mineralisiert. Die Korngrsse des Dngers, die Bodentempera-tur sowie Wasser- und Lufthaushalt entschei-den ber die Mineralisierungsgeschwindigkeit des Dngers.

    Am raschesten wirken gemahlene Dnger, wenn sie in den Boden eingearbeitet werden. Pelletierte oder granulierte Dnger wirken langsamer.

    Vinasse ist rasch wirksam und wird in erster Linie in der Jungpflanzenanzucht und im gedeckten Anbau verwendet. Dank seiner guten Wasserlslichkeit kann Vinasse ber das Bewsserungssystem ausgebracht werden.

    Grundstzlich geschieht die Stickstoffdn-gung im Bioanbau in einer Gabe. Bei lan-gen Kulturen mit hohem Nhrstoffbedarf wie Kopfkohlarten, Rosenkohl, Sellerie oder Essig-gurken kann, vor allem in leichten Bden, eine Kopfdngung mit organischen Handels-dngern sinnvoll sein. Bei Kopfdngergabe beachten: feingemahlene, raschwirksame Dnger wie

    Horn-, Fleisch- oder Blutmehl oder Vinasse verwenden

    Dnger bis sptestens zur Hlfte der Kul-turzeit ausbringen

    Dnger mit Hackdurchgang einarbeiten und bei Trockenheit bewssern

    In der Regel reichen Gaben von 30 bis 40 kg N pro Hektare aus.Fr Kulturen mit langer Standzeit kn-

    nen verschieden rasch wirkende N-Dnger gemischt werden, um ein ausreichendes Stickstoffangebot ber die ganze Kulturzeit zu gewhrleisten.

    Auch auf humusreichen Bden empfiehlt sich eine Startdngung von etwa 50 kg N pro Hektar in Form eines leicht mineralisierbaren Dngers wie Glle oder Blutmehl.

    Die Besonderheiten bei der Nhrstoffdy-namik von Stickstoff sind bei der Dngung zu beachten. Zu kalte, zu trockene oder verdich-tete Bden sind hufiger Ursache fr Stick-stoffmangel als fehlende Nhrstoffquellen.

    P-reiche DngerKann der P-Bedarf nicht ber Hofdnger

    oder Komposte gedeckt werden, so stehen im Bioanbau Rohphosphat oder Knochenmehl als P-Dnger zur Verfgung. Auf Grund des meist hohen Kalkgehaltes und der geringen Verfgbarkeit des enthaltenen Phosphors soll-ten Phosphordnger in Bden mit pH ber 7 nicht verwendet werden. Ebenso sind einzel-ne P-Dnger, zum Beispiel Rohphosphat, mit Schwermetallen wie Cadmium kontaminiert. Im Interesse des Bodenschutzes sollten sol-che Dnger gemieden werden.

    Die P-Versorgung von sauren Bden mit pH < 6 kann in erster Linie mit der Anhebung des pH durch Kalkung verbessert werden. Rund die Hlfte der P-Vorrte im Boden sind im Humus organisch gebunden, die andere Hlfte ist im mineralischen Teil des Bodens gelagert. Mikrobiologisch aktive Bden kn-nen diese Vorrte mobilisieren und zeigen daher selten P-Mangel.

    K-reiche DngerGleich wie beim Phosphor soll der Kalium-

    bedarf in erster Linie durch Hofdnger und Komposte gedeckt werden. In Kulturen mit hohem Kaliumbedarf wie Kohlarten, Selle-rie, Spinat, Fenchel, Krautstiel, Randen sowie Gewchshauskulturen kann bei nachweisba-rem Bedarf (Bodenproben) auch Kalimagne-sia oder Kaliumsulfat eingesetzt werden.

    Ca-reiche DngerFr einen guten Bodenzustand und ein

    aktives Bodenleben ist speziell in intensiv genutzten Bden eine ausreichende Kalkver-sorgung wichtig.

    Um die Aktivitt der Bodenmikroorganis-men durch rasche pH-Schwankungen und die Verfgbarkeit von Mangan und Bor nicht ber-mssig zu beeinflussen, werden die Mengen Kalk (CaCO3 bzw. CaO) pro Hektare auf 0,5 bis 1 Tonne pro Gabe beschrnkt. Fr Bden mit einem pH unter 6,5 ist eine regelmssige Kalkgabe, zum Beispiel alle 3 bis 4 Jahre emp-fehlenswert.

    Mehrnhrstoffdngerber den Handel sind auch Mehrnhr-

    stoffdnger erhltlich, die fr den Einsatz im Biolandbau zugelassen sind.

    Solche Dnger sollten hchstens dann eingesetzt werden, wenn keine Hof- und Abfalldnger verwendet werden.

    Einsatz von Hof- und Handelsdngern

    Der Glleeinsatz ist im Gemsebau aus hygienischen

    und imagebedingten Grn-den heikel. Richtig eingesetzt kann Glle jedoch wertvolle

    Dienste leisten.

    Einsatz der organischen N-Dnger aufgrund ihrer Wirkungsgeschwindigkeit

    Krnung Beispiel Wirkungstyp Wirkungsdauer Einsatzbeispiel Handelsdnger in Wochen

    grobe Struktur Hornspne, -schrot langsam 1624 Tomaten, Gurkenmittlere Mahlung Hornflocken, -griess mittel lang 1016 Tomaten, Kohlarten, Selleriefeine Struktur Horn-, Fleisch-, Blutmehl; rasch 512 Salate, Blumen- Vinasse, Rhizinusschrot kohl, Fenchel

  • Stickstoff Ermittlung des Bedarfs und Versorgung

    Der Stickstoffbedarf wird parzellenweise berechnet.

    Kolonne C der Tabelle 5 im Handbuch Gemse gibt den Brutto-Stickstoffbedarf der einzelnen Gemsekulturen an (bei niedrige-ren Ertrgen als in der Tabelle Bedarf anpas-sen). Bei mehr als 3 Kulturen pro Parzelle kann fr den Stickstoffbedarf der Mittelwert fr Freilandgemse verwendet werden.

    Fr die Berechnung einer zustzlichen Stick-stoffgabe mit organischen Handelsdngern muss vom Brutto-Stickstoffbedarf (Kolonne C) der mineralisierbare Stickstoff aus folgenden

    Ausgangslage auf einem Kleinbetrieb mit 3 ha Ackerland:Fruchtfolge: Jahr 1: 1. Kultur Frhblumenkohl; 2. Kultur Lager-Karotten Jahr 2: 1. Kultur Kopfsalat; 2. Kultur Kopfsalat;

    Kleegraseinsaat Jahr 3: Einjhrige Kleegraswiese

    ohne Nutzung (Brache)Boden: sandiger Lehm; Humusgehalt 6%; pH 6,8; Versorgungsgrad Phosphor: Stufe C; Versorgungs-grad Kalium: Stufe B

    Deckung des N-BedarfsBedarf an N (gemss Handbuch Gemse Tabelle 5) in kg pro haBlumenkohl 220 kgKarotten 120 kgSalat (2x) 200 kgTotal fr alle Kulturen 540 kg

    Der Stickstoffbedarf wird in erster Linie aus den Vorrten im Boden, der Grndngung und den Ernteresten gedeckt. Die Kompostgabe liefert in zwei Jahren maximal 30 kg N pro ha.Was nicht durch diese Quellen abgedeckt wird,

    Quellen abgezogen werden: N-Freisetzung aus Grndngung (Hand-

    buch Gemse Tabelle 7) N-Freisetzung aus Ernterckstnden der

    Vorkultur bei 80% N-Ausntzung (Hand-buch Gemse Tabelle 5)

    N-Freisetzung aus dem Humus (Merkblatt Tabelle Seite 3)

    N-Freisetzung aus zugefhrten Hof- und Abfalldngern (Handbuch Gemse Tab. 8)

    Die nach den Abzgen verbleibende N-Menge kann mit einem im Biolandbau zugelassenen N-reichen Dngemittel zugefhrt werden.

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    Dngergaben wie berechnen?

    bersicht zur Stickstoffversorgung N-Bedarf N-Angebot in kg pro ha in kg pro haJahr 1:Blumenkohl Bedarf 220 Angebot aus Humus und Kompost 30Angebot aus Grndngung 60Handelsdnger (z.B. 11 dt BiorgaN 10% N) 110Karotten Bedarf 120 Angebot aus Humus 60Angebot aus Ernterckstnden Blumenkohl (80%) 95Saldo +15Jahr 2: Salat Bedarf (2 Kulturen) 200 Angebot aus Humus inklusive N-Freisetzung aus Kompost 50Angebot aus Ernterckstnden 1. Kultur Salat (80%) 35Handelsdnger (z.B. 11 dt BiorgaN 10% N) 110Saldo - 5Jahr 3: Kleegras ohne Nutzung (Brache) 0 Kompostgabe

    wird mit einem organischen Handelsdnger ergnzt.

    Deckung des P- und K-BedarfsNettobedarf an P und K aller Kulturen (gemss Handbuch Gemse Tabelle 5)

    P K in kg pro haKleegras 0 0 keine Ernte Blumenkohl 30 80Karotten 40 140Salat (2x) 40 140Gesamtbedarf Betrieb 110 360

    Zur Deckung des P-Bedarfs werden 36 m3 Grngutkompost eingesetzt. Dieser bringt fr alle Kulturen nebst 110 kg Phosphor auch 238 kg Kalium.

    Der Nettobedarf an Kalium auf diesem Boden mit K-Versorgungsstufe B wird mit Grnabfallkompost und 122 kg K z.B. in Form von Patentkali gedeckt.Maximale Menge: 460 kg Patentkali.

    Der Grngutkompost wird mit Vorteil vor der Einsaat des Kleegrases ausgebracht. Das Patentkali kann zu den Karotten ausgebracht werden.

    Phosphor und Kalium Ermittlung des Bedarfs und Versorgung

    Die Dngeplanung fr Phosphor und Kali geschieht gesamtbetrieblich. Dabei wird fol-gendermassen vorgegangen:1. Ermitteln des Nettobedarfs an P und K fr alle angebauten Kulturen. 2. Um die Anforderungen eines ausgegliche-nen Nhrstoffhaushalts zu erfllen, darf der gesamtbetriebliche P-Bedarf aller Kulturen grundstzlich nicht berschritten werden.

    Den P-Bedarf der Kulturen mit Hof- oder Abfalldnger abdecken. Daraus ergibt sich die maximale Menge Mist, Kompost oder Glle.

    Je nach Versorgungsgrad der Bden wird diese maximale Menge mehr oder weniger ausgeschpft.3. Vom gesamten K-Bedarf aller Kulturen die mit organischen Dngemitteln zugefhrten Mengen Kalium abziehen.

    Der verbleibende Rest des Kalibedarfs darf im Bioanbau nur dann mit mineralischen Dngern (z.B. Patentkali) ausgeglichen wer-den, wenn die Bden nachweisbar unterver-sorgt sind (Versorgungsstufe A oder B).

    Vereinfachte Berechnung des K-Bedarfs: bei einem durchschnittlichen Bodennutzungs-grad von 1,5 Kulturen ergibt sich ein Entzug pro Hektar und Jahr von 150 kg K.

    Biologisch aktive Bden haben die Fhig-keit, aus den Bodenreserven beachtliche Men-gen Nhrstoffe zu mobilisieren.

    Nebst den Bodenvorrten sind Hofdnger und Kompost die wichtigsten Quellen fr P, K und Mg. Der eher geringe P-Bedarf von Gemsekulturen begrenzt die einsetzbaren Mengen an Hof- und Abfalldngern.

    Salat, Fenchel, Bohnen, Sellerie, Karotten, Lauch reagieren auf eine gute P-Versorgung mit deutlicher Ertragssteigerung.

    Spinat, Sellerie, Petersilie, Fenchel und Karotten reagieren auf eine gute K-Versorgung mit deutlicher Ertragssteigerung.

    Beispiel einer Dngungsplanung

    ImpressumHerausgeber/Vertrieb: Forschungsinstitut fr biologischen Landbau (FiBL) Ackerstrasse Postfach CH-5070 FrickTel. +41(0)62 865 72 72Fax +41(0)62 865 72 73e-mail: [email protected]: http://www.fibl.ch

    Autoren:Martin Lichtenhahn, Alfred Berner, Paul van den Berge (FiBL)

    Durchsicht: Thomas Alfldi, FiBL

    Redaktion:Gilles Weidmann, Hansueli Dierauer (FiBL)

    Gestaltung:Olga Krejci, FiBL

    Bilder:FiBL, Matthus Diethart, R. Wenger

    Preis:SFr. 6.- (inkl. MwSt.)