1082-naehrstoffversorgung im biogem¼sebau - Kopie.pdf

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  • Eines der Prinzipien des biologischen Landbaus ist der mglichst geschlos- sene Kreislauf der Nhr-stoffe im Betrieb. Die effizi-ente Nutzung der betriebs-eigenen Nhrstoffquellen erhlt dadurch eine zentra-le Rolle fr die Nhrstoff-versorgung der Kulturen. Durch gezielten Einsatz von Fruchtfolge, Bewirtschaf-tungsmassnahmen und hofeigenen Dngern kann der Nhrstoffbedarf der Gemsekulturen soweit gedeckt werden, dass Han-delsdnger nur noch zur Ergnzung ntig sind.Das Zusammenspiel von Boden, Klima, Pflanzen, Nhrstofftrgern und Be-wirtschafter ist jedoch komplex und erlaubt keine einfachen Rezepte. Wich-tigster Faktor fr eine erfolg-reiche Pflanzenernhrung ist das Verstehen der viel- schichtigen Zusammen-hnge. Daraus lassen sich Regeln fr eine umwelt- und pflanzengerechte Dngungspraxis ableiten.

    Nhrstoff-versorgung im Biogemsebau

    MerkblattNovember 1998

  • die organische Dngung sind daher die wich-tigsten Voraussetzungen fr ausreichend ernhrte und gesunde Kulturpflanzen.

    3. Grundsatz: Verluste verhindern

    In der Regel sind die auf dem Biobetrieb zur Verfgung stehenden Nhrstoffmengen relativ bescheiden. Daher mssen alle Massnahmen zur Verhinderung von Verlusten konsequent ausgenutzt werden. Dazu zhlen in erster Linie Winterbegrnung und Grndngungen, verlustarme Lagerung und Aufbereitung von Hof- und Abfalldngern sowie eine terminge-rechte Bodenbearbeitung und Dngung.

    4. Grundsatz: Nhrstoffzufuhr nur als Ergnzung

    Auch wenn der Boden in optimalem Zustand ist und alle Kulturmassnahmen kon-sequent angewendet werden, sind die meis-ten Gemsebaubetriebe fr gute Ertrge auf die Zufuhr von Nhrstoffen angewiesen.

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    Wie wird der Nhrstoffbedarf der Kulturen gedeckt?

    Nhrstoffpoolim Boden

    Standort Bodentyp (Humus, pH, Nhrstoffgehalte) Klima, Witterung

    Fruchtfolge Reihenfolge der Kulturen Grndngung Ernterckstnde

    Kulturmassnahmen Bodenbearbeitung Hacken Bewsserung

    Dnger Hofdnger Grnabfallkompost Handelsdnger

    Erntegut

    Bodenlebewes

    en

    Verfgbare Nhrstoffe

    Im biologischen Landbau kommt dem Beitrag der Fruchtfolge und der Kulturmassnahmen eine hohe Bedeutung fr die Ernhrung der Pflanzen zu.

    Grundstze der Nhrstoffversorgung im Biolandbau1. Grundsatz: Innerbetrieblicher Nhrstoffkreislauf

    Ein geschlossener Nhrstoffkreislauf wird auf dem Biobetrieb grundstzlich als Ziel angestrebt. Was die Tiere ausscheiden und die Pflanzen zurcklassen, bleibt in Form von Hofdngern oder Ernte- und Rstabfllen im Betriebskreislauf.

    Gemsebaubetriebe halten meist keine oder nur wenige Tiere und exportieren beacht-liche Mengen Nhrstoffe aus dem Betrieb. Dennoch kann auch auf dem viehlosen Betrieb ein geschlossener Nhrstoffkreislauf angestrebt werden, indem einerseits durch geeignete Kulturmassnahmen Nhrstoffver-luste verhindert werden und andererseits Nhrstoffe durch Mobilisierung der Boden-vorrte oder Anbau von Leguminosen den Pflanzen zugefhrt werden.

    2. Grundsatz: Aktiver Boden

    Die zentrale Schaltstelle fr die Nhrstoff-versorgung ist der Boden mit den Lebewesen, dem Humus, den mineralischen Bodenbe-standteilen und den Pflanzenwurzeln.

    Die Nhrstofffreisetzung aus organischer Substanz und aus den mineralischen Boden-bestandteilen erfolgt hauptschlich durch mikrobielle Ttigkeit. Die Mikroorganismen brauchen fr ihre Aktivitt Energie, Nhrstoffe und Luft.

    Ein aktiver Boden mit guter Struktur und

    Was geben die Richtlinien vor?

    Begrenzter Nhrstoffeinsatz

    Um Umweltprobleme zu vermeiden, beschrnken die Biorichtlinien die Nhrstoff-menge aus Hof-, Abfall- und Handelsdngern pro Betrieb in besten Lagen und unter besten klimatischen Bedingungen auf der dngbaren Flche bei maximal 2,5 DGVE pro Hektar, was umgerechnet rund 220 kg Stickstoff (Ntotal) und 87 kg Phosphor pro Hektar entspricht. Die Obergrenze wird durch die Zertifizierungs-stelle fr jeden Betrieb entsprechend den rtlichen Bedingungen festgelegt und liegt in der Regel auf der dngbaren Flche von Gemsebaubetrieben zwischen 1,8 und 2,3 DGVE pro Hektar.

    Was sagen Bioverordnung, BIO SUISSE- und M-Bio-Richtlinien konkret?

    keine chemisch-synthetischen N-Dnger keine leichtlslichen P-Dnger keine chlorhaltigen, reinen Kalidnger Handelsdnger gemss Hilfsstoffliste des

    FiBL mineralische Dngung nur zur Ergnzung Dngungsintensitt an Standort und

    Klima angepasst ausgeglichene LBL-Nhrstoffhaushalts-

    rechnung

  • Gezielte Humuswirtschaft: Grundlage fr die Stickstoffversorgung

    Fr die bedarfsgerechte Stickstoffversor-gung ist im biologischen Anbau ein Humus-gehalt des Bodens von 4 bis 6 Prozent erwnscht. Eine gezielte Humuswirtschaft zur Erhhung oder Erhaltung des Humusgehaltes hat daher grosse Bedeutung.

    Mit wenigstens 20 Prozent Grndngung in der Fruchtfolge oder mit Grnabfallkompost sowie Mist kann der Humusgehalt bereits gesichert werden.

    Fr eine rasche Mineralisierung des Stick-stoffs durch die Mikroorganismen des Bodens sind warme, lockere Bden mit gengend Feuchtigkeit gnstig. Bei tiefen Temperaturen, Trockenheit, Verdichtung oder Vernssung des Bodens kann der in organischen Dngemit-teln und Humus gebundene Stickstoff nicht mineralisieren.

    Von Februar bis April sind die Temperaturen im Boden noch zu gering, um eine gengend hohe Mineralisierung aus dem Bodenvor-rat zu ermglichen. Fr die Nhrstoffversor-gung von Frhgemse wird leicht zersetzbare, organische Substanz (z.B. Glle oder feinge-mahlene Handelsdnger) bentigt, um die Mineralisierung anzuregen. Ab Mai sind die Bden gengend erwrmt, um ber die Mine-ralisierung der Ernterckstnde der frhen Gemse, einer frhen Grndngung oder von Kleegrasrckstnden der Vorkultur zusammen mit der Mineralisierung des Humus aus dem Boden die folgenden Stze gewisser Kulturen

    mit gengend Stickstoff zu versorgen (siehe Dngungsbeispiel Seite 8).

    Phosphor, Kalium und Magnesium aus den Bodenvorrten

    Im Boden sind neben den fr die Pflan-zen aufnehmbaren, wasserlslichen Phos-phor, Kalium und Magnesium auch strker in den mineralischen Bodenbestandteilen gebundene, noch nicht verwitterte Reserven dieser Nhrstoffe vorhanden. Die Aktivitt der Bodenmikroorganismen und der Pflanzen-wurzeln lst diese Mineralstoffe und macht sie fr die Pflanze nutzbar. Kleine Nhrstoff-bilanzdefizite, wie sie bei Biobetrieben blich sind, werden aus den Nhrstoffspeichern des Bodens ergnzt und erfordern zu deren Aus-gleich keine Dngergaben.

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    Werden mehr als 20 Prozent des betriebs-eigenen Nhrstoffbedarfs zugefhrt, so muss zwingend durch eine LBL-Nhrstoffhaushalts-rechnung die Ausgewogenheit von Nhrstoff-angebot durch betriebseigene Tiere und Zufuhr sowie Nhrstoffbedarf der Pflanzen nachgewiesen werden.

    Zugefhrte Hofdnger mssen vor deren Verwendung in den Kulturen aufbereitet werden.

    Einschrnkungen bei den Handelsdngern

    Eine mineralische Ergnzungsdngung mit Phosphor (z.B. Rohphosphat) und Kalium (z.B. Patentkali) ist auf ein Minimum zu beschrnken. Der Einsatz von mineralischen Kalidngern ist nur bei nachweisbarem Bedarf zulssig und muss mit einer Bodenprobe, wel-che nicht lter als 4 Jahre ist, nachgewiesen werden. Stickstoffdnger sind nur in organi-scher Form erlaubt.

    Welche Dnger im Bioanbau verwendet werden drfen, ist in der aktuellen Hilfsstoff-liste des FiBL detailliert festgehalten.

    Die natrlichen Nhrstoffquellen nutzen

    Regelung bei der Zufuhr von Hofdngern

    Abnahme nur von IP- oder Bio-Betrieben Abnahme von Hofdngern aus IP-Betrie-ben nur aus dem ortsblichen Radius bis 10 km Wegdistanz, Hhnermist bis maxi-mal 20 km Wegdistanz

    Abnahme von Hofdngern aus einem Bio-betrieb bis 10 km Wegdistanz fr Hhner-mist und 5 km fr alle brigen Hofdnger

    Hofdnger aus Nichtbiobetrieben ms-sen vor dem Einsatz auf dem Biobetrieb aufbereitet werden: Mist kompostieren, mindestens aber einmal umsetzen und eventuell mit Stroh mischen. Glle muss belftet, verdnnt oder mit einem Gl-leaufbereitungsmittel behandelt sein.

    Ein Abnahmevertrag muss in jedem Fall die maximale jhrliche Hofdngermenge festlegen und die Erfllung der obigen Bedingungen besttigen.

    Mengen und Zeitpunkt der Zufuhr mssen genau aufgezeichnet werden.

    Nachlieferung von pflanzenverfgbarem Stickstoff aus Humus (Erfahrungswerte) in kg pro ha

    Februar Mai Juni Oktober

    Humusgehalt kurze Kultur, lange Kultur, kurze Kultur, lange Kultur, Boden in % 2 mal hacken 2 bis 4 mal hacken 2 mal hacken 2 bis 4 mal hacken05 0 0 30 50512 0 20 40 60>12 0 40 60 80

    Annahme: durchschnittliche Klimabedingungen; kurze Kultur: bis 8 Wochen, lange Kultur: ber 8 Wochen Die N-Nachlieferungen von Februar Mai und Juni Oktober knnen addiert werden.

    Die organische Substanz ist der Stickstoffspeicher des Bodens. Wieviel Stickstoff davon der Kultur zur Verfgung steht, ist im wesentlichen abhngig vom Humusgehalt, der Bodentemperatur, der Bodenfeuch-tigkeit und der Bodendurchlftung.

  • 4Blumenkohl

    Kopfsalat

    Karotten Lager

    Potential und Einsatzmglichkeiten der wichtigsten Nhrstoffquellen zur Deckung des Nhrstoffbedarfs

    - frdert gute Bodenstruktur und aktiven Boden- Wird Grndngung eingearbeitet, steht der in den Pflan-

    zen gebundene Stickstoff der Folgekultur zur Verfgung.- Ist Grndngung zu verholzt, kommt es nach der Einar-

    beitung anstatt zur N-Freisetzung zu dessen Sperre im Boden, so dass der Kulturpflanze dann vorbergehend Stickstoff fehlt.

    - wichtige Nhrstoffquelle - im Durchschnitt pro 100 dt Ernterckstnde rund 30 kg

    Stickstoff pro Hektar - fr rasche Nhrstoffmobilisierung Ernterckstnde zer-

    kleinern und gleichmssig in die obersten 15 cm Boden einarbeiten

    - um im Herbst Auswaschungsverluste zu vermeiden, Ernteresten auf dem Feld liegen lassen und erst gegen Frhjahr einarbeiten

    Grndngung*

    Kleegras 1 Jahr Hafer/Wicke

    Ernt