Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie ... ... Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie,

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  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Hauptvorlesung

    Dr. med. S. Holländer

    Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

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  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Gliederung

    1. Definition

    2. Leistenhernie

    3. Narbenhernie

    4. Nabelhernie

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Definition

    Hernie = Eingeweidebruch durch

    präformierte (angeborene oder

    erworbene) Schwächen in der

    Bauchwand.

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Leistenhernie

    Symptome:

    • Schwellung im Bereich der Leiste

    • evtl. Schmerzen

    • Oftmals reponibel (im Stehen

    deutlicher)

    • lateral = indirekt, medial = direkt

    • eingeklemmt vs. inkarzeriert

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Häufigste Hernie = Leistenhernie (80%)

    - 250.000 Pat. pro Jahr in der BRD

    - in 10-15% beidseitig

    - alle Altersgruppen

    - m:w = 9:1

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Leistenhernie

    • ca. 1 Mrd. der insgesamt 7,1 Mrd. Menschen

    erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Leisten-

    oder Bauchwandhernie

    • Lebenszeitrisiko der Frau 3%, des Mannes 27%

    • Inzidenz mit dem Alter steigend

    • Leistenhernie = häufigste Bruchform (zusammen

    mit der Umbilical- und Narbenhernie)

    • in 10-15% synchron beidseitig

    • m:f = 9:1

    • In Deutschland 250.000 Leistenbruchoperationen

    pro Jahr (davon 11% Rezidiveingriffe, 18%

    ambulant)  damit häufigster Eingriff

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Allgemeines

    • heute 2/3 der Leistenbruchoperationen

    minimalinvasiv

    • laparoskopisch transperitoneal (TAPP) = 38%

    • endoskopisch total extraperitoneal (TEP) =24%

    • Lichtenstein OP = ca. 25% (vor 5 Jahren noch

    50%!)

    • inzwischen werden 95% der Pat. mit Netz versorgt

    • Shouldice = ca. 3%

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Geschichtlicher Überblick:

    1. Velpeau 1830: Injektion von Jod-Tinktur zur Entzündungsinduktion

    2. Mc Ewen 1886: fortlaufende Bruchsacknaht

    3. Witzel 1889: Silberdrahtplatte / Elfenbein

    4. Busse 1901: Gold

    5. Fieschi 1931: Gummischwamm

    6. Ogilvie 1940: Stoffnetz

    7. Bourett 1948: Nylonfaden

    8. Uscher 1959: Erstberschreibung des Mesheinsatzes mit Polypropylen

    9. Rives 1965: Polyester-Netz, Erstbeschreibung der „Sublay-Technik“

    10. Dayton 1985: resorbierbares Netz

    11. Lichtenstein 1984: tension free repair

    12. Popp 1990: intraperitoneales Onlay Mesh (IPOM)

    13. LeBlanc 1993: laparoskopische Narbenhernienversorgung

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Klinik und Diagnostik:

    • Inspektion, Palpation im Stehen und im Liegen, digitale Exploration des Leistenkanals

    • reponible Vorwölbung = eindeutigstes Indiz, bedarf keiner weiteren Diagnostik

    • bei begleitender Hydrozele ggf. Zuhilfenahme der Diaphanoskopie

    • Sonographie (Sensitivität 96,6%, Spezifität 84,4%)

    • In Ausnahmefällen Schnittbildgebung (MRT sowohl der Sonographie als auch der CT überlegen)

    • praktikabelster Kompromiss zw. zeitl. Aufwand, diagnostischer Aussagekraft und Verfügbarkeit =

    dynamische Sonographie (wenn auch nur Grad C Empfehlung)

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Therapieoptionen

    • Therapie  Prinzipiell OP

    • tendenziell größenprogredient

    • Gefahr der Inkarzeration

    • bei asymptomatischen Befunden

    „watchful waiting“ vertretbar

    (Evidenzgrad 1B)

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Welches OP-Verfahren?

    • Offen (konventionell)

    • OP nach Bassini

    • OP nach Shouldice

    • OP nach Lichtenstein

    • OP nach Desarda

    • OP nach Rutkow

    • OP nach Millikan

    • OP nach Pelissier

    • OP nach Gilbert

    • ...

    • insgesamt 44 unterschiedliche

    Verfahren!

    • Laparoskopisch (minimal invasiv)

    • TAPP

    (transabdominale präperitoneale Netzplastik)

    • TEP (total extraperitoneale Hernioplastik)

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    OP nach Lichtenstein

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    OP nach Lichtenstein

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    OP nach Shouldice

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    OP nach Shouldice

  • Allgemeine Chirurgie IV: Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie

    Rezidivraten nach offener Leistenhernien OP

    Ärzteblatt Heft 27 (2009)

  • Leistenhernie – sind TAPP/TEP heute Standard?

    TAPP

  • Leistenhernie – sind TAPP/TEP heute Standard? Darmschlinge

    gleitet in die Bruchlücke

    DIE ENDOSKOPISCHE LEISTENBRUCHOPERATION

    TAPP = TRANSABDOMINALE PRÄPERITONEALE NETZIMPLANTATION

    Blick von innen auf die Bruchlücke

    ! ! ! ! ! ! ! ! !

    Der Leistenbruch - Allgemeines:

    Der Leistenbruch (Hernia inguinalis) ist ein Eingeweidebruch im

    Bereich des Leistenkanals. In Deutschland erleiden jährlich etwa

    250.000 Menschen einen Leistenbruch.

    Der Leistenbruch ist mit dem Nabel- und Narbenbruch die

    häufigste Bruchform (75%). In 10-15% der Fälle ist er beidseitig

    zu finden.

    Er tritt bei Menschen aller Altersgruppen im Verhälnis Männer:

    Frauen = 9 : 1 auf.

    ! ! ! Schenkelhernie (unterhalb des Leistenbandes)

    ! ! ! mediale Leistenhernie

    ! ! ! ! ! ! laterale Leistenhernie

    Durch angeborene oder erworbene Schwachstellen des

    Bindegewebes der Bauchwand und der Bauchmuskulatur kommt

    es zur Lückenbildung - so gennante Brüche. Hierdurch wird der

    Bruchsack (Bauchfell) mit Inhalt (Fettgewebe und teilweise auch

    Darmschlingen) gedrückt.

    Operative Versorgung:

    Ein Leistenbruch sollte operiert werden. Eine „Heilung“ ohne Operation

    ist ausgeschlossen - im Gegenteil: es besteht die Tendenz zum

    Fortschreiten des Befundes. Durch die Verlagerung von Darmschlingen

    in den Bruchsack kann es zur Einschnürung (Inkarzeration) im Bereich

    der Bruchlücke kommen. Dann besteht die Gefahr der

    Minderdurchblutung und dies hätte ein Absterben von Darmabschnitten

    zur Folge.

    Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten der operativen Versorgung

    sowohl in endoskopischer „Schlüsselloch-Technik“ als auch in der offen-

    chirurgischen Versorgung durch Leistenschnitt.

    Eines unserer Spezialgebiete ist die sogenannte TAPP:

    Hierbei erfolgt die Operation endoskopisch in Schlüsselloch-Technik

    über 3 kleine Hautschnitte am Unterbauch (Nabel & beidseits davon).

    Durch eine spezielle Kameraoptik kann die Leistenregion beidseitig

    „von innen“ genau inspiziert werden und die Operation kann durch

    endoskopische Instrumente so schonend wie möglich („minimal-

    invasiv“) durchgeführt werden. Auch eine beidseitiger Leistenbruch

    kann in einer einzigen Operation versorgt werden.

    Nach Eröffnen des Bauchfelles wird der Bruchsack aus der Bruchlücke

    schrittweise herausgezogen und Verwachsungen gelöst, so dass man

    nun freie Sicht auf die Bruchlücke hat. Diese wird durch ein spezielles,

    selbsthaftendes Kunststoff-Netz (Progrip-Netz) verschlossen.

    Anschließend vernäht man das Bauchfell wieder. Nach der sich

    anschließenden Hautnaht ist die Operation beendet.

    Die Ergebnisse nach Operation sind sowohl aus medizinischer Sicht als auch im Hinblick auf die kosmetischen Resultate sehr erfreulich:

    Weniger als 1% der Patienten berichten über einen erneuten Bruch der operierten Seite. Die eingebrachten Netze werden sehr gut

    vertragen. Die volle körperliche Belastung ist bereits nach 3 Wochen möglich. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die vo