Dorothea Mihm und Annette Bopp Die sieben · PDF fileDorothea Mihm Annette Bopp DIE SIEBEN...

Click here to load reader

  • date post

    28-Jul-2018
  • Category

    Documents

  • view

    218
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Dorothea Mihm und Annette Bopp Die sieben · PDF fileDorothea Mihm Annette Bopp DIE SIEBEN...

  • Dorothea Mihm und Annette BoppDie sieben Geheimnisse guten Sterbens

    63087_Mihm.indd 163087_Mihm.indd 1 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • 63087_Mihm.indd 263087_Mihm.indd 2 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • Dorothea MihmAnnette Bopp

    DIE SIEBEN GEHEIMNISSEGUTENSTERBENS

    Erfahrungen einer Palliativschwester

    Mit Kalligraphien vonLopn Tenzin Namdak Rinpoche

    63087_Mihm.indd 363087_Mihm.indd 3 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • Verlagsgruppe Random House FSC N001967Das fr dieses Buch verwendete FSC-zertifi zierte PapierMunken Premium Cream liefert Arctic Paper Munkedals AB, Schweden.

    1. Aufl ageOriginalausgabe 2014 Kailash Verlag, Mnchen,in der Verlagsgruppe Random House GmbHLektorat: Ralf Lay, MnchengladbachUmschlaggestaltung: ki Editorial Design, Mnchen, Daniela Hofner, unter Verwendung der Motive von Trinette Reed/gettyimages (Blte) und Christine Glade/gettyimages (Vgel)Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, GermeringDruck und Bindung: GGP Media GmbH, PneckPrinted in GermanyISBN 978-3-424-63087-9www.kailash-verlag.de

    63087_Mihm.indd 463087_Mihm.indd 4 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • Inhalt

    Zu diesem Buch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    Das erste GeheimnisMemento mori: Der Tod gehrt zum Leben . . . . . . 17

    Buerin und Priester . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21Die ersten acht Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Ein Neutrum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

    Memento mori erinnere dich daran, dass du sterben wirst 31

    Verlorene Kindheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34Faszination Krankenhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

    Das zweite GeheimnisInnere Hindernisse berwinden . . . . . . . . . . . . . . . . 43

    Auf dem Weg zu mir selbst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Entzug und erste Erfahrungen auf der Intensivstation 48 Entwicklungshilfe? 51 Naturheilkunde und Alkohol-klinik 53 Heilsame Therapien 56 Annherung an die Grostadt 58 Herzchirurgische Intensivstation 62

    berwinde deine inneren Hindernisse 64

    Den Abschied leben 70

    63087_Mihm.indd 563087_Mihm.indd 5 17.02.14 15:5417.02.14 15:54

  • Das dritte GeheimnisDas Sterben verstehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

    Auf der Suche nach der Seele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79Abkehr von Bhagwan 81

    Das Tibetische Totenbuch: Die fnf Sterbephasen 84

    Der Tod meines Vaters. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102Das grte Geschenk 104 Unerklrliche Ereignisse 109 Praxis Adarsha 111

    Ein gelungener Sterbeprozess 113

    Das vierte Geheimnisber den Krper die Seele erreichen. . . . . . . . . . . . . 125

    Der Schlssel: Basale Stimulation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132Neu wahrnehmen lernen 134

    Ein Konzept der Menschenwrde 138

    Der grte menschliche Schmerz ist die soziale Isolation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152

    Herzensdialoge 154

    Das fnfte GeheimnisEntwicklung hat keine Grenzen. . . . . . . . . . . . . . . . . 183

    Folgenreiche Begegnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186Zum Abgewhnen 189 Eine neue geistige Heimat 191 Gesprche mit Hirntoten 192

    Entwicklung ist mglich bis zum letzten Atemzug 207

    Einfhlsam begleiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216Prsenz am Krankenbett 217 Der Mund muss kussfrisch sein! 218 Intimpfl ege und Sexualitt 220 Den Respekt wahren 223 Fr Ausgleich sorgen 224

    63087_Mihm.indd 663087_Mihm.indd 6 17.02.14 15:5417.02.14 15:54

  • Das sechste GeheimnisDas Lassen lernen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227

    Kreative Dunkelheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230Der Verein Lebens- und Sterbepraxis e. V. . . . . . . . . . . . . . . . 233

    Der Segen des Dalai Lama 238 Gegenwind und Neubeginn 241 Schicksalhafte Fgung 243 Seilschaften und Intrigen 246

    Loslassen knnen 250

    Das siebte GeheimnisDie Liebe fi nden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261

    Neue Perspektiven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 265Ein Angebot 268 Tibet 270

    In sich die Liebe fi nden 272

    Anhang

    Dank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279Gut zu wissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281

    Packen Sie ein Sterbekfferchen! 281 Erstellen Sie eine Patientenverfgung 281 Das richtige Bestattungsunter-nehmen fi nden 282 Kurse in Basaler Stimulation, CDs, Fortbildung 283 Informationen zum Hospizprojekt 284Die tibetische Bn-Tradition 285

    Bibliografi e . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 286Quellennachweis 286 Buchtipps 286

    63087_Mihm.indd 763087_Mihm.indd 7 17.02.14 15:5417.02.14 15:54

  • Die Kalligraphien am Anfang jedes Kapitels sindSegenswnsche in Form von heiligen Mantren destibetischen Bn-Meisters Yongdzin Lopn Tenzin Namdak Rinpoche. Das empfi nden wir als groe Ehre und sind dafr sehr dankbar.

    63087_Mihm.indd 863087_Mihm.indd 8 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • 9

    Zu diesem Buch

    Schon im Mutterleib begegnete ich dem Tod. Meine Mutter war bereits schwer krebskrank, als sie mich empfi ng. Seither hat mich der Tod nie wieder verlassen. Ich war sogar regelrecht auf der Suche nach ihm. Als Kind, als Jugendliche, als Erwachsene. Unbewusst whlte ich einen Beruf, in dem ich stndig mit ihm zu tun habe. Zuerst als Krankenschwester, spter als Palliativ-schwester, in der Arbeit auf Intensiv- und Palliativstationen, im Hospiz oder seit Herbst 2013 in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

    Mein ganzes Leben ist durchzogen von Begegnungen mit ster-benden Wesen. Menschen, Tiere, Kreaturen. Bis heute. Der Tod ist mein Begleiter, aber auch mein Widerpart. Ich berlasse ihm nicht so einfach die Macht. Ich gehe ihm nicht zur Hand, ich hel-fe ihm nicht. Aber er ist auch nicht mein Feind, ich kmpfe nicht gegen ihn an. Der Tod gehrt fr mich zum Leben. Denn es gibt kein Leben ohne ihn. Das eine bedingt das andere. Es ist ein stn-diger Kreislauf von Werden Sein Vergehen. Dieser Dreiklang bestimmt unsere Welt, unser Leben. Jeder Atemzug produziert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das, was war, ist, sein wird.

    Nur der Augenblick zhlt. Nichts knnen wir festhalten. Und doch versuchen wir es immer wieder. Das Bewahrenwollen ist die grte Sehnsucht, die wir in uns tragen. Eine Sehnsucht, die nie erfllt wird, weil wir nichts festhalten und bewahren knnen.

    63087_Mihm.indd 963087_Mihm.indd 9 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • 10

    Nichts. Gar nichts. Alles mssen wir immer wieder loslassen, freilassen, gehen lassen: Besitz, Gegenstnde, Statussymbole, Tiere, vor allem aber Menschen. Menschen, die uns wichtig sind, die uns nahestehen, die wir lieben. Dieses Lassen fllt uns am schwersten. Es ist die schmerzlichste Prfung, die das Leben mit sich bringt, und im Tod wird sie am brutalsten von uns gefordert. Sowohl im Tod eines uns nahestehenden Wesens wie auch in un-serem eigenen. Das Sterben ist die wohl intensivste und radikals-te, oft von einer Minute zur anderen erzwungene bung des Los-lassens. Und wir alle haben Angst davor.

    Die Angst vor dem Sterben und vor dem Tod ist die archaisch-ste und tiefste Furcht, die wir haben knnen. Sie ist auch eine Angst vor der Unwissenheit, was im Sterbeprozess geschieht, vor dem Alleinsein, dem Ver-Lassenwerden. Deshalb handelt dieses Buch vor allem davon, wie sich diese Angst verndern und trans-formieren lsst, damit wir gut sterben knnen.

    Gut sterben was heit das? Geht das berhaupt? Wahr-scheinlich hat jeder eine andere Vorstellung davon, was gutes Sterben konkret bedeuten knnte. Fr die einen ist es der Tod im Schlaf, der unmerklich kommt, auf leisen Sohlen. Fr andere ist es der Tod aus heiterem Himmel, der den Menschen fllt wie der Blitz einen morschen Baum. Zack und weg. Oder es ist der Tod mit Ankndigung, zum Beispiel eine chronische Erkran-kung, die sich erst ber viele Monate oder Jahre hinweg ganz all-mhlich verschlimmert und schlielich im Tod endet; ein langsa-mes Abschiednehmen also. Oder es ist der selbstbestimmte Tod.

    Im Laufe meines jetzt 56-jhrigen Lebens, in dem ich Tausen-de von Menschen auf ihrem Weg in den Tod begleitet habe, sind mir sieben Aspekte klargeworden, die zu einem guten Sterben beitragen. Es sind Voraussetzungen dafr, dass wir dieser letzten Lebensphase in Ruhe und Gelassenheit entgegensehen knnen. Einige davon entspringen meiner Kindheit und Jugend, andere meinem nunmehr fast vierzigjhrigen Berufsleben als Kranken-schwester auf Intensiv- und Palliativstationen sowie im Hos-

    63087_Mihm.indd 1063087_Mihm.indd 10 17.02.14 15:0917.02.14 15:09

  • 11

    pizwesen. Und wieder andere entspringen den Erkenntnissen meiner spirituellen Entwicklung.

    In unserem tglichen Leben gehen diese sieben Aspekte oft unter. Weil das Sterben ebenso wie der Tod immer noch ein gro-es Tabu darstellt, auch wenn es inzwischen sehr viel mehr Lite-ratur dazu gibt als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Ich habe die Entwicklung der Palliativmedizin und des Hospizwesens von den ersten Anfngen an begleite