DœPPENWEILER Windkraft ja, aber bitte nicht so! ja, ab  Windkraft ja, aber bitte nicht...

DœPPENWEILER Windkraft ja, aber bitte nicht so! ja, ab  Windkraft ja, aber bitte nicht so! D¼ppenweiler
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  • Von Christian Beckinger,

    DPPENWEILER

    Windkraft ja, aber bitte nicht so!Dppenweiler Brger protestieren gegen Windpark am Litermont

    27. Mai 2016, 02:00 Uhr

    Eine Brgerinitiative macht in Dppenweiler mobil gegen den geplanten Windpark

    Primsbogen. Haupt-Kritikpunkte: Die Rder seien zu hoch und zu nah an der Ortslage.

    Zudem msse zu viel Wald gerodet werden.

    230 Meter hoch sollen die geplanten acht Windrder rund um den Litermont insgesamt werden. Bei

    einer Nabenhhe von 164 Metern und einem Rotordurchmesser von etwa 130 Metern wrden sie zu

    den grten Anlagen gehren, die es in Deutschland derzeit gibt. Aus Sicht der Gegner des

    Vorhabens sind diese Dimensionen des Windparks vllig unakzeptabel. Zu massiv sei der Einschnitt

    in die Naturlandschaft rund um den Litermont, zu massiv auch die Beschrnkung der Lebensqualitt

    der Anwohner von Dppenweiler.

    Die Windpark-Kritiker, die sich mittlerweile in einer Brgerinitiative (BI) zusammengeschlossen

    haben, fhren zum einen die optische Bedrngung ins Feld: Jeder Rotor der acht Windrder wrde

    nach ihren Angaben eine Flche von mehr als 13 500 Quadratmetern berstreichen, sie wrden den

    Litermont um bis zu 170 Meter berragen. Auch die Geruschbelastung durch den Betrieb der

    Anlagen bereitet ihnen Sorge. Die beiden Windrder, die auf Gebiet der Gemeinde Beckingen

    stehen sollen, werden rund 1300 Meter von der Ortslage von Dppenweiler entfernt errichtet.

    Dppenweiler Einwohner wissen, dass die Schallemission der sechs bis sieben Kilometer

    entfernten Dillinger Htte, abhngig von der Windrichtung, deutlich in unserem Ort zu hren ist,

    heit es in einem Flugblatt der BI. Auf der Brgerversammlung am 25. April in Dppenweiler habe

    der Betreiber EnBW eingerumt, dass das dort vorgestellte Lrmgutachten den Einfluss des Windes

    auf die Geruschbelastung nicht bercksichtigt. Fr ein Windkraftwerk, dessen Lrmemission

    durch den Wind verursacht wird, ist eine Betrachtung bei Windstille, ohne Schallbertragung durch

    den Wind, absurd, urteilen die BI-Vertreter. Der Geruschpegel wrde ganz mageblich durch den

    Wind bestimmt.

    Fr den Bau der Riesen-Windrder sind massive Eingriffe in die Naturlandschaft rund um den

    Hausberg des Ortes, einem beliebten Ausflugs- und Naherholungsziel, notwendig. Das gilt

    insbesondere fr die beiden Anlagen auf Beckinger Territorium, die beide im Wald errichtet werden

    sollen. Fr die Aufstellflchen wird im Wald pro Windrad eine mehr als sportplatzgroe Flche

    gerodet und befestigt, kritisieren die Windpark-Gegner. Weitere Kritik: Es bestehe keine

    Mglichkeit, den vom Windpark erzeugten Strom in die bestehende Hochspannungs-Trasse

    einzuspeisen. Es msste eine zustzliche Stromtrasse nach Dillingen oder Lebach gebaut werden.

    Hierfr und fr den Ausbau der Transportwege sind nach Einschtzung der BI weitere

    Baumfllungen in erheblichem Umfang notwendig.

    Die Windpark-Kritiker befrchten, dass durch die Bauarbeiten die Naturlandschaft am Litermont so

    nachhaltig beeintrchtigt und zerstrt wird, dass dieser seinen Wert als Naherholungsgebiet und

    Ausflugsziel verliert. So verlaufen mehrere Premiumwanderwege rund um den Berg die BI

    befrchtet deren Zerstrung. Auch die Freizeitanlage am Ptzweiher, die von den Dppenweilern

    seit Generationen genutzt wird, sei in ihrer Existenz bedroht: Nach den aktuellen Planungen soll

    sich knftig in nur etwa 400 Metern Entfernung davon eines der Windrder drehen.

    Foto: EnBW

    In Haupersweiler (Kreis St. Wendel) hat der baden-wrttembergische Energiekonzern EnBW, der den Bau von

    acht Windrdern rund um den Litermont plant, im Jahr 2010 diesen Windpark in Betrieb genommen. Foto:

    EnBW

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  • Die Brger im Ort wrden auch durch den Transportverkehr zu den Baustellen unzumutbar belastet,

    kritisiert die BI. Sie hat errechnet, dass pro Windrad fr alle anstehenden Arbeiten rund 900 Lkw-

    Transporte pro Anlage notwendig sind. Ein deutlicher Widerspruch zu den Angaben des Windpark-

    Betreibers EnBW, der auf der Brgerversammlung im April von 120 Transporten je Anlage

    gesprochen hatte. Da Dppenweiler seitens der Betreiber als Haupttransportroute fr den Windpark

    angesehen wird, mss der Ort auch die Hauptlast des Baustellenverkehrs tragen. Die BI-Vertreter

    fordern, dass hier Alternativen gesucht werden, zum Beispiel ber die B 269, die entlang der Prims

    verluft. ber diese Strae lasse sich zwischen Piesbach und Krprich eine Zufahrt zu den

    Baufeldern errichten, die nicht durch eine Ortschaft fhre, argumentiert die BI.

    Sie fordern von den Ortsrat und Gemeinderat, bei ihren weiteren Beschlssen zum Windpark

    Primsbogen die Interessen und Belange der Brger ber die Interessen einzelner Unternehmen oder

    jener, die von dem Bau der Windrder profitieren wrden, zu stellen. Die Windpark-Kritiker

    betonen, dass sie nicht grundstzlich gegen den Bau von Windrdern auch vor ihrer eigenen Haustr

    seien aber nicht in dieser Dimension und nicht mit Vernichtung immenser Waldflchen! Die

    CDU-Fraktion im Beckinger Gemeinderat hat sich geschlossen gegen die Planungen fr den

    Windpark Primsbogen ausgesprochen und wird nach eigenem Bekunden diese Projekt nicht

    mittragen. In einer Erklrung heit es: Einstimmig wurde in der Fraktion beschlossen, dass die

    Dimensionen der Windrder zu gro und dadurch die zu erwartenden Belastungen fr unsere Brger

    nicht zumutbar sind. Der CDU-Kandidat fr die Brgermeisterwahl im September, Daniel Minas,

    erklrte auf Anfrage der SZ, die konkret geplanten Ausmae des Windparks sowie die exakten

    Standorte der Windrder htten er und seine Fraktionskollegen erst Anfang Mrz bei einer

    Informationsveranstaltung des Windpark-Betreibers EnBW in Nalbach erfahren. Weder ich noch

    meine Fraktion sind gegen erneuerbare Energien, aber wir sehen die Hhe der Rder und Ausmae

    des Windparks kritisch, betonte Minas. Die Einschnitte in die Natur und die Lebensqualitt durch

    das Vorhaben seien so massiv, das ist mit Geld nicht aufzuwiegen, bekannte Minas. Die SPD-

    Fraktion im Gemeinderat hlt den Windpark Primsbogen zum jetzigen Zeitpunkt fr nicht

    zustimmungswrdig. Es gebe hinsichtlich der Informationen durch EnBW noch erheblichen

    Nachholbedarf. So liegt dem Gemeinderat bis heute kein entscheidungsreifer Entwurf fr einen

    Nutzungsvertrag zwischen den betroffenen Gemeinden und der EnBW vor, heit es in einer

    Erklrung. Die SPD kritisiert auch das Vorgehen von CDU-Brgermeister Erhard Seger.

    Wesentliche Details des Vorhabens seien nur zwischen Rathausspitze und Projekttrgern verhandelt

    worden, die Rte wurden zgerlich und versptet informiert, die Brger nahezu auen vor

    gelassen. Die SPD betont, dass das Projekt noch nicht abgesegnet sei, da der Gemeinderat noch

    nicht ber den Abschluss der Vertrge entschieden habe. Bei der nderung des

    Flchennutzungsplanes sei man von einer maximalen Nabenhhe von 150 Metern ausgegangen.

    Dass EnBW nun Anlagen mit einer Nabenhhe von 164 Metern plane, sehe die SPD uerst

    kritisch".

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