Grundlagen des Wirtschaftens · Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren ... Es gibt nur zwei...

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  • GRUNDLAGEN DES WIRTSCHAFTENS

    Modul K01

  • Seite 1 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Inhalt Leitfaden .................................................................................................................................................. 4

    Was sind Bedrfnisse, was ist Bedarf? ................................................................................................ 4

    Wie kann eine Unterteilung der Bedrfnisarten erfolgen? ................................................................ 4

    Bedrfnisse kann ich wie folgt unterscheiden: ............................................................................... 4

    Bedarf und Nachfrage ..................................................................................................................... 4

    Nach der Art der Bedrfnisse unterscheidet man .......................................................................... 5

    Gter und Dienstleistungen .................................................................................................................... 5

    Definieren Sie das konomische Prinzip ................................................................................................. 6

    Maximalprinzip (auch Ergiebigkeitsprinzip) .................................................................................... 6

    Minimalprinzip (auch Sparsamkeitsprinzip, Haushaltsprinzip - in der ffentlichen Verwaltung) ... 6

    Kernwissen ...................................................................................................................................... 7

    Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren ............................................................................................ 10

    Produktionsfaktor Boden .................................................................................................................. 10

    Produktionsfaktor Arbeit .................................................................................................................. 10

    Produktionsfaktor Kapital.................................................................................................................. 11

    Entstehung von Kapital .................................................................................................................. 11

    Kombination und Substitution der Produktionsfaktoren .................................................................. 11

    Die Arbeitsteilung .................................................................................................................................. 11

    Ursprngliche Arbeitsteilung............................................................................................................. 11

    Berufliche Arbeitsteilung in der Form der Berufsbildung ................................................................. 11

    Berufliche Arbeitsteilung in der Form der Berufsspaltung................................................................ 11

    Volkswirtschaftliche Arbeitsteilung ................................................................................................... 12

    Betriebliche Arbeitsteilung in der Form der Abteilungsbildung........................................................ 12

    Betriebliche Arbeitsteilung in der Form der Arbeitszerlegung ......................................................... 12

    Globalisierung Internationale Arbeitsteilung ................................................................................. 13

    Kernwissen .................................................................................................................................... 13

    Wirtschaftskreislauf............................................................................................................................... 14

    Vereinfachtes Kreislaufmodell einer Volkswirtschaft ....................................................................... 14

    Kernwissen .................................................................................................................................... 17

    Markt und Preisbildung ......................................................................................................................... 17

    Funktionen des Marktes .................................................................................................................... 17

    Marktarten ........................................................................................................................................ 18

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    Faktormrkte ................................................................................................................................. 18

    Gtermrkte .................................................................................................................................. 18

    Die Bildung des Marktes im Modell des vollkommenen Marktes .................................................... 18

    Modellannahme der Preisbildung im vollkommenen Markt ........................................................ 18

    Das Verhalten der Nachfrager ....................................................................................................... 19

    Das Verhalten der Anbieter ........................................................................................................... 19

    Der Gleichgewichtspreis ................................................................................................................ 20

    Der Marktmechanismus ................................................................................................................ 20

    Marktformen ..................................................................................................................................... 21

    Der Betrieb in der Gesamtwirtschaft .................................................................................................... 23

    Betriebliche Zielsetzungen ................................................................................................................ 23

    Erwerbswirtschaftliche Ziele ......................................................................................................... 23

    Gemeinwirtschaftliche Ziele .......................................................................................................... 23

    Genossenschaftliche Ziele ............................................................................................................. 23

    Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren ....................................................................................... 23

    Werkstoffe ..................................................................................................................................... 24

    Betriebsmittel ................................................................................................................................ 24

    Arbeitskrfte .................................................................................................................................. 24

    Arten der Betriebe ............................................................................................................................. 24

    Sachleistungsbetriebe ................................................................................................................... 24

    Dienstleistungsbetriebe ................................................................................................................ 25

    Grundfunktionen eines Betriebes ..................................................................................................... 26

    Beschaffung und Lagerung ............................................................................................................ 26

    Produktion (Leistungserstellung) .................................................................................................. 26

    Absatz (Leistungsverwertung) ....................................................................................................... 26

    Finanzierung .................................................................................................................................. 26

    Koordinierung und Organisation der Grundfunktionen durch Leistung und Verwaltung ............ 27

    Wertkreislauf eines Betriebes ....................................................................................................... 27

    Betriebliche Kennzahlen .................................................................................................................... 27

    Produktivitt .................................................................................................................................. 27

    Wirtschaftlichkeit .......................................................................................................................... 27

    Kriterien der Standortwahl eines Betriebes ...................................................................................... 27

    Gesellschaftsordnung und Modell einer Wirtschaftsordnung .............................................................. 28

    Aufgaben der Wirtschaftsordnung ................................................................................................ 28

    Individualismus und Kollektivismus............................................................................................... 28

  • Seite 3 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Idealtypische Modelle der Wirtschafsordnungen ......................................................................... 28

    Freie Marktwirtschaft .................................................................................................................... 28

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    Leitfaden

    Was sind Bedrfnisse, was ist Bedarf? Bedrfnisse knnte man als Mangelgefhl beschreiben.

    Wie kann eine Unterteilung der Bedrfnisarten erfolgen?

    Bedrfnisse kann ich wie folgt unterscheiden:

    Existenz Bedrfnisse und Lebensnotwendige Bedrfnisse

    Grundnahrungsmittel, Kleidung, Wohnung

    Kulturbedrfnisse

    Wunsch auf Kino, Theater, Konzerte usw.

    Luxusbedrfnisse

    Das Bedrfnis auf eine Weltreise

    Bedarf und Nachfrage

    Es gibt eine schier unendliche Flle an Bedrfnissen. Dem gegenber steht oft das Einkommen das

    die Anzahl der Bedrfnisse aus dem Bedarf beschrnkt.

    Der Bedarf ist der Teil der Bedrfnisse, der auf wirtschaftliche Leistung zieht und durch die vorhan-

    denen Geldmittel befriedigt werden kann. Er wird auch als Kaufkraft bezeichnet.

    Beispiel:

    Ein Azubi mit einem Monatseinkommen von 450,- hat einen Bedarf (=Kaufkraft) in dieser Hhe.

    Als Nachfrage bezeichnet man die konkrete Kaufentscheidung, die am Markt wirksam wird. Wenn

    also fr den Kauf eines Gutes Geld ausgegeben wird, wird der Bedarf zur Nachfrage.

    Beispiel:

    Gibt der Azubi von seinem Einkommen 350,- fr Essen, Kleidung, Fahrtkosten usw. aus und spart

    noch 100,-, so werden nur 350,- am Markt tatschlich nachgefragt, also wirksam.

  • Seite 5 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Nach der Art der Bedrfnisse unterscheidet man

    Individualbedrfnisse

    Der Kauf einer CD befriedigt z.B. mein Bedrfnis nach Musik.

    Kollektivbedrfnisse

    (=individuell empfundene Bedrfnisse), aber nur im Kollektiv zu erfllen.

    Sicherheit und Frieden kann nur durch gemeinschaftliches Handeln erreicht werden.

    Materielle Bedrfnisse

    Wunsch auf ein Auto oder Uhr

    Immaterielle Bedrfnisse (nicht fassbare Ereignisse)

    Geborgenheit, Liebe, Freundschaft

    Latente Bedrfnisse

    Unterschwellige Bedrfnisse die immer wieder in der Werbung angesprochen werden.

    Gter und Dienstleistungen Die Mittel die man bentigt um seine Bedrfnisse z befriedigen nennt man auch Gter.

    Unterscheidungen

    Freie Gter

    Unter Freie Gter zhlen z.B. Luft, Wasser oder auch Sonnenstrahlen.

    Knappe oder wirtschaftliche Gter

    Materielle Gter

    -werden auch Sachgter genannt

    Immaterielle Gter

    Dienstleistungen oder Recht. Gter die man nicht anfassen kann.

    Konsumgter

    Bedrfnisbefriedigung des Endverbrauchers

    Produktionsgter

    -fr die Herstellung wirtschaftlicher Gter bentigt

    Gebrauchsgter

    -kann mehrfach verwendet werden, nutzt sich nur langsam ab. (z.B. eine Axt)

    Verbrauchsgter

    Wird bei einmaliger Benutzung verbraucht.

    Komplementrgter

    Diese Gter ergnzen sich gegenseitig. (Pkw und Benzin)

    Substitutionsgter

    Diese Gter knnen sich gegenseitig ersetzen. (Lkw und Bahn)

  • Seite 6 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Definieren Sie das konomische Prinzip Das Grundprinzip wirtschaftlichen Verhaltens bezeichnet man als konomisches Prinzip oder auch

    Rationalprinzip (Vernunftprinzip). Wenn man vom konomischem Prinzip spricht, unterscheidet

    man Prinzipiell zwischen zwei Formen. Bei der ersten Form spricht man vom Maximalprinzip und bei

    der zweiten Form geht es um das Minimalprinzip.

    Maximalprinzip (auch Ergiebigkeitsprinzip) Mit gegebenen festen Mitteln (Input) mglichst groen Nutzen (Output) erzielen.

    Beispiel:

    Mit vorgegebenem Budget eine Bahnstrecke so ausbauen, dass der Nutzen mglichst gro (z. B. die

    mittlere Reisezeit mglichst kurz oder die Anzahl der transportierten Menschen oder Gter-Mengen

    maximal) ist.

    Beispiel:

    Mit 50 l Benzin so weit fahren wie mglich und dabei so viele Bedrfnisse von so vielen Menschen wie

    mglich befriedigen.

    Minimalprinzip (auch Sparsamkeitsprinzip, Haushaltsprinzip - in der ffentlichen Verwaltung) Mit mglichst wenigen Mitteln (Input) eingegebenes festes Ziel (Output) erreichen.

    Beispiel:

    Mit mglichst geringen Kosten eine Bahnstrecke ausbauen, um sie mit 350 km/h befahrbar zu ma-

    chen.

    Beispiel:

    Mit mglichst wenig Benzin nach Berlin fahren.

    Die zwei Formen des konomischen Prinzips knnen nicht miteinander vermischt

    werden. Es ist also nicht mglich: Minimaler Mitteleinsatz bei Maximalem Erfolg! Eine Zielvorgabe

    muss vorgegeben werden, damit die Gren messbar werden.

  • Seite 7 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Kernwissen

    nach der Dringlichkeit

    nach der Art der Befriedigung

    nach der Konkretheit

    nach der Bewusstheit

    Bedrfnis

    =Mangelgefhl, mit dem Wunsch, dieses zu beseitigen

    Existenz Bedrfnisse Kulturbedrfnisse Luxusbedrfnisse

    Individualbedrfnisse Kollektivbedrfnisse

    Materielle Bedrfnisse Immaterielle Bedrfnisse

    Latente Bedrfnisse Offene Bedrfnisse

    Bedarf

    =Teil der Bedrfnisse, der mit Geldmitteln befriedigt wer-

    den kann (=Kaufkraft)

    Nachfrage

    =Kaufentscheidung, die am Markt wirksam wird

  • Seite 8 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Gter

    = Mittel zur Bedrfnisbefriedigung

    Knappe Gter

    (wirtschaftliche Gter) Freie Gter

    Materielle Gter Immaterielle Gter

    = Sachgter = Rechte = Dienstleistungen

    Produktionsgter Konsumgter

    Gebrauchsgter Verbrauchsgter Gebrauchsgter Verbrauchsgter

    Komplementrgter Substitutionsgter

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    Wirtschaftliche Entscheidungen

    Bedrfnisse (Ziele) Gter (Mittel)

    Das konomische Prinzip

    Maximalprinzip Minimalprinzip

  • Seite 10 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren Die Gterproduktion basiert zunchst auf zwei grundlegenden, naturgegebenen Produktionsfakto-

    ren.

    Boden (Natur)

    Arbeit

    Diese beiden Faktoren nennt man deshalb auch ursprnglich (originre) Produktionsfaktoren.

    Merke

    Alle Arbeitskrfte und Mittel, die fr die Produktion wirtschaftlicher Gter in einer

    Volkswirtschaft eingesetzt werden, bezeichnet man als volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren.

    Produktionsfaktor Boden Der Boden umfasst die gesamte zu wirtschaftlichen Zwecken genutzte Natur.

    Abbauboden Bodenschtze, z.B. Erz oder Kohle

    Anbauboden Land-, Forst-, Weidewirtschaft

    Standortboden Industriebetriebe, Lagerhallen usw.

    Produktionsfaktor Arbeit nach dem Einsatz der Fhigkeiten: geistige Arbeit, krperliche Arbeit

    nach der Art der Ttigkeit: leitende (dispositive) Arbeit, ausfhrende (exekutive) Arbeit

    nach der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Einordnung: selbststndige- und

    nicht selbstndige Arbeit

    nach dem Grad der Ausbildung: ungelernte-, angelernte- und gelernte Arbeit

    Arbeitsproduktivitt als Messgre fr die Arbeitsleistung: Zur Berechnung der Leistungs-

    fhigkeit des Produktionsfaktors, werde betriebliche und volkswirtschaftliche Ebenen in die

    Berechnung hinzu gezogen.

    Bruttoinlandsprodukt

    Arbeitsproduktivitt = ---------------------------------------

    Erwerbsttigenstunden

  • Seite 11 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Produktionsfaktor Kapital Kapital im volkswirtschaftlichen Sinn beinhalten alle Produktionsmittel, die fr die Gterherstellung

    eingesetzt werden. Weil dieser Produktionsfaktor nicht von Anfang an vorhanden ist, sondern erst

    durch den Einsatz und das Zusammenwirken der beiden ursprnglichen Produktionsfaktoren ent-

    steht, nennt man ihn auch abgeleiteter (derivativer) Produktionsfaktor.

    Entstehung von Kapital

    Kurz gesagt, Kapital entsteht durch Konsumverzicht (=sparen)

    Kombination und Substitution der Produktionsfaktoren Fr die Herstellung von Wirtschaftsgtern mssen die drei Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und

    Kapital unter Beachtung des konomischen Prinzips miteinander verbunden (=kombiniert) werden.

    Um das Maximal- oder Minimalprinzip zu erreichen.

    Die Arbeitsteilung

    Ursprngliche Arbeitsteilung Die Entstehung der Arbeitsteilung liegt in der Frhzeit des Menschen, als er noch in geschlossenen

    Hauswirtschaften lebte und der Tausch von Gtern noch nicht blich war. Traditionell kmmert sich

    die Frau um den Haushalt und die Kinder, whrend der Mann fr Jagt, Fischfang und Kriegsfhrung

    zustndig war.

    Beispiel

    Die ersten Grundberufe wie Fischer, Jger, Bauer und Schmied entstanden.

    Berufliche Arbeitsteilung in der Form der Berufsbildung Schon in der ursprnglichen Form entwickelten einige Menschen besondere Fhigkeiten. Dies fhrte

    zur Spezialisierung bei bestimmten Ttigkeiten. Die Qualitt der Gter stieg und aus der Selbstver-

    sorgungswirtschaft wurde allmhlich eine Tauschwirtschaft.

    Beispiel

    Der Hndler spezialisierte sich auf den Grohandel, Einzelhandel oder Auenhandel, es entstand der

    Brokaufmann, spezialisiert auf die Verwaltung, der Einzelhandelskaufmann mit dem Schwerpunkt in

    der Verkaufsttigkeit und die Fachkraft fr Lagerlogistik spezialisierte sich auf die Verwaltung des

    Lagers.

    Berufliche Arbeitsteilung in der Form der Berufsspaltung Eine immer strkere Spezialisierung fhrte zu einer Aufspaltung der Grundberufe, die sich bis in die

    Gegenwart hinein fortsetzt.

  • Seite 12 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Volkswirtschaftliche Arbeitsteilung

    Horizontale Arbeitsteilung

    Urerzeugung (primrer Sektor) = Sektor in dem Rohstoffe und Natur-produkte gewonnen werden

    Land- und Forstwirt-schaft

    Bergbau (Kohle, Erze) l- und Gasgewinnung

    Jagd, Fischerei

    Weiterverarbeitung (sekundrer Sektor) = Sektor, in dem die Roh-stoffe be- und verarbei-tet werden

    Handwerk Bcker Metzger

    Industrie Grundstoffindustrie (Chemie) Investitionsgterindustrie (Maschinen-

    bau) Konsumgterindustrie (Freizeitartikel)

    Handel und Dienstleis-tung (tertirer Sektor) = Sektor, in dem die Wa-ren verteilt und weitere Dienstleistungen ange-boten werden

    Handel Grohandel Einzelhandel Auenhandel

    Dienstleistungen

    Banken und Versicherungen

    Verkehrsbetriebe

    Freie Berufe (Rechtsanwlte)

    Betriebliche Arbeitsteilung in der Form der Abteilungsbildung Auch innerhalb eines Betriebes ist es Sinnvoll, dass sich die Mittarbeiter weiter spezialisieren.

    Beispiel

    Eine Abteilungsbildung ist beispielsweise mglich im Einkauf, Lager, Verkauf und Verwaltung

    Betriebliche Arbeitsteilung in der Form der Arbeitszerlegung Gleichzeitig knnen Ablufe zerlegt werden. Wie beispielsweise in der Automobilindustrie bei der

    Fertigung eines Kraftfahrzeuges.

    Beispiel

    Abteilung Lager:

    Wareneingang und Prfung Kommissionierung Einlagerung Warenverpackung Lagerverwaltung, Warenpflege,

    Warenkontrolle Warenabgabe

    Ver

    tika

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  • Seite 13 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Globalisierung Internationale Arbeitsteilung Zunehmende Globalisierung ist ein in der Politik und Wirtschaft hufig verwendetes Schlagwort,

    unter das eine weitere Form der Arbeitsteilung fllt.

    Internationale Arbeitsteilung, also eine Arbeitsteilung, die ber eine Volkswirtschaft hinausgeht,

    kann aus verschiedenen Grnden entstehen:

    Notwendige Rohstoffe sind nicht in jedem Land verfgbar. (Erdl, Kautschuk, Gewrze)

    Herstellungskosten. Dazu weichen groe Firmen mit der Produktion in Lnder wie zum Bei-

    spiel Asien oder Bangladesch aus. (Bekleidungsindustrie)

    Hohes Wissen und Technologievorsprung. Maschinenbau in Deutschland, Computertechno-

    logie in den USA.

    Einige Produkte setzen bestimmte Klimatische Verhltnisse voraus. Zitrusfrchte und der

    Reisanbau.

    Kernwissen

    Berufsbildung Primrer Sektor Abteilungsbildung Berufsspaltung Sekundre Sektoren Arbeitszerlegung Tertirer Sektor

    Arbeitsteilung

    Ursprngliche Arbeitsteilung

    Berufliche

    Arbeitsteilung

    Betriebliche

    Arbeitsteilung

    Volkswirtschaftliche

    Arbeitsteilung

    Internationale Arbeitsteilung

  • Seite 14 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Wirtschaftskreislauf

    Vereinfachtes Kreislaufmodell einer Volkswirtschaft Es gibt nur zwei Arten von Wirtschaftssubjekten: private Haushalte und Unternehmen.

    Smtliche privaten Haushalte und Unternehmen werden jeweils zu einer Gruppe zusammen-

    gefasst. Diese Gruppen werden auch als Sektoren bezeichnet.

    Die Haushalte geben ihr gesamtes Einkommen fr Konsum aus, sie sparen also nicht.

    Alle Gter, die in den Unternehmen produziert werden, knnen an die Haushalte abgesetzt

    werden.

    Gleichartige Transaktionen (=Bewegungen) zwischen den Sektoren werden zu Strmen zu-

    sammengefasst.

    1.200,00

    (350,00)

    (150,00)

    (250,00)

    (200,00)

    (250,00) -50%

    -40%

    -30%

    -20%

    -10%

    0%

    10%

    20%

    30%

    40%

    50%

    Freizeit

    Reparaturen

    Lebensmittel

    Kleidung

    Miete

    Gehalt

  • Seite 15 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Dieses vereinfachte Modell kann grafisch dargestellt werden:

    Erluterung des Models:

    1. Die Haushalte werden als reine Orte des Verbrauchs aufgefasst. Sie produzieren nicht, stellen

    aber den Unternehmen die Produktionsfaktoren.

    2. Die Unternehmen sind lediglich Produktionssttten um Waren und Dienstleistungen herzu-

    stellen. Als Gegenleistung fr die Nutzung dieser Leistungen bezahlen die Unternehmen den

    Haushalten Einkommen in Form von Lohn, Miete oder Zins.

    3. Das Einkommen geben die Haushalte wieder fr Konsumzwecke aus. Diese sogenannten

    Konsumausgaben flieen an die Unternehmen als Erlse zurck.

    4. Fr die Konsumausgaben erhalten die Haushalte Gter und Dienstleistungen, die von den

    Unternehmen bereitgestellt werden.

    5. Mit den Erlsen aus dem Verkauf der Gter und Dienstleistungen knnen nun wieder die

    Einkommen der Haushalte finanziert werden. Der Kreislauf ist geschlossen.

    Wertstrme im Wirtschaftskreislauf:

    Im geschlossenen Kreislauf knnen grundstzlich zwei Arten von Wertstrmen unterschieden wer-

    den:

    Roter Pfeil -> Gterstrme in Form von Gtern und Dienstleistungen oder Produktionsfaktoren

    Blauer Pfeil -> Geldstrme in Form von Einkommen oder Konsumausgaben

    Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital)

    Einkommen (Lohn, Miete, Dividenden)

    Konsumausgaben

    Gter und Dienstleistungen

  • Seite 16 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Natrlich handelt es sich bei diesem Kreislaufmodell nur um ein unvollstndiges Abbild der kono-

    mischen Wirklichkeit. Weitere Sektoren wurden vernachlssigt, die in der Volkswirtschaft wichtige

    Aufgaben bernehmen.

    Banken Sammeln von Erspartem, Vergabe von Krediten

    Der Staat - Steuern

    Das Ausland Import und Export

    Fr die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung gilt (Inlandsprodukt) folgende Rechnung.

    In der Entstehungsrechnung werden alle durch Produktion neu geschaffene Werte unter-

    gliedert nach Wirtschaftsbereichen zusammengefasst (=Wertschpfung)

    In der Verteilungsrechnung findet man die Gegenleistung fr die Produktionsfaktoren das

    Volkseinkommen aufgeteilt in Einkommen aus unselbststndiger- (Lohn) und selbststndiger

    Ttigkeit (Gewinn).

    In der Verwendungsrechnung wird untersucht, fr welchen Zweck bzw. von welchen Wirt-

    schaftssubjekten die produzierten Gter verwendet wurden (z.B. Konsum des Staates).

    Das Inlandsprodukt

    Landwirtschaft

    Arbeitnehmer Entgelt

    Individualkonsum

    Produzierendes Gewerbe (ohne Bau)

    Baugewerbe

    Volkseinkommen

    Handel, Gastge-werbe und Verkehr

    Unternehmens und Vermgenseinkommen

    Kollektivkonsum

    Finanzierung, Vermietung und Unternehmens Dienstleistungen

    Produktions- und Importabgaben

    Investitionen

    ffentliche und private Dienstleis-tungen

    Saldo der Einkommen von / ans Ausland

    Auenbeitrag

  • Seite 17 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Kernwissen

    = vereinfachtes Abbild der Beziehung in einer Volkswirtschaft

    Einkommen, Konsumaustausch Produktionsfaktoren, Gter

    Anwendung in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

    Inlandsprodukt

    = Wert aller Gter und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres

    Markt und Preisbildung Der Logistik- Auszubildende Thomas wundert sich ber die aktuell niedrigen Preise der Produkte in

    seiner Abteilung und fragt seinen Abteilungsleiter, der nur kurz entgegnet: Der Markt gibt nicht

    mehr her!

    Funktionen des Marktes Unter einem Markt versteht man jedes Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage.

    Die Aufgabe des Marktes ist es, den Gteraustausch zwischen Angebot und Nachfrage erst zu ermg-

    lichen und die Interessen von Kufer und Verkufer auszugleichen.

    Beispiel

    Der Verkufer eines PKW ist daran interessiert, fr sein Fahrzeug einen mglichst hohen Preis

    zu erzielen, whrend der Kufer so wenig wie mglich dafr aufwenden will.

    Ein Arbeitgeber mchte die Ausgaben fr Lhne und Gehlter so niedrig wie mglich halten,

    wogegen der Arbeitnehmer in der Regel nach einem hohen Einkommen strebt.

    Dieser Interessensausgleich beider Marktteilnehmer geschieht ber den Preis. Der Markt ist somit

    Ort der Preisbildung. Das Marktgeschehen wird bestimmt von Angebot und Nachfrage.

    Ist der Markt durch eine sehr starke Machtposition des Anbieters geprgt, weil z.B. nur wenige Pro-

    dukte fr viele Kufer angeboten werden knnen, so spricht man von einem Verkufermarkt. Ver-

    fgt der Nachfrager (Kufer) ber eine sehr starke Verhandlungsposition, weil mehr Produkte ange-

    boten werden als nachgefragt werden, so spricht man von einem Kufermarkt.

    Der Wirtschaftskreislauf

    Geldstrme Gterstrme

  • Seite 18 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Marktarten

    Je nachdem, welches Gut Gegenstand von Angebot und Nachfrage ist, unterscheidet man verschie-

    dene Arten von Mrkten. Stellen wir uns den Wirtschaftskreislauf noch einmal vor, werden fr die

    Gterstrme und Mrkte fr die Produktionsfaktoren notwendig. In dieser Systematik knnen auch

    die Mrkte eingeteilt werden.

    Faktormrkte

    Marktart Inhalt Anbieter Nachfrager

    Arbeitsmarkt Arbeitsleistung gegen Entgelt

    Arbeitswillige Unternehmen, Staat

    Immobilienmarkt Handel mit Grundstcken und Gebuden

    Grundstckseigentmer Grundstckskufer, Mieter

    Geld- und Kapital-markt

    Kurzfristige und langfris-tige Kredite

    Banken, Staat Haushalte, Unterneh-men, Staat

    Gtermrkte

    Marktart Inhalt Anbieter Nachfrager

    Konsumgtermarkt Konsumgter und Dienstleistungen

    Unternehmen Haushalte

    Investitionsgter und Rohstoffmarkt

    Produktionsgter und Dienstleistungen, Roh-stoffe

    Unternehmen Unternehmen

    Die Bildung des Marktes im Modell des vollkommenen Marktes Betrachtet man eine typische Kaufentscheidung, so spielt in der Realitt nicht nur der Preis eine Rol-

    le. Viele subjektive Faktoren, wie persnliche Vorlieben, rtliche Gegebenheiten, ffnungszeiten und

    auch Zeitdruck knnen den Kauf beeinflussen. Damit aber das Zusammenwirken von Angebot, Nach-

    frage und Preis der sogenannte Preismechanismus ohne weitere Einflsse untersucht werden

    kann, mssen alle anderen Faktoren durch ein Modell ausgeschlossen werden, das Modell des voll-

    kommenden Marktes. Wie im Modell des Wirtschaftskreislaufes werden dazu Annahmen getroffen.

    Modellannahme der Preisbildung im vollkommenen Markt

    1. Auf dem Markt stehen sich viele Anbieter und Nachfrager gegenber = vollstndige Konkur-

    renz. Die Teilnehmer knnen den Preis nicht beeinflussen, sondern lediglich die angebotene

    oder nachgefragte Menge verndern. (=Mengenanpassen)

    Mrkte

    Faktormrkte Gtermrkte

  • Seite 19 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    2. Es handelt sich um homogene (gleichartige) Gter in Art, Ausfhrung und Qualitt.

    3. Die Kufer haben vollkommende Markttransparenz (Marktbersicht). Der Kufer muss also

    ber alle Konkurrenzprodukte und deren Preis bei den verschiedenen Anbietern unterrichtet

    sein.

    4. Die Kufer haben keine Prferenzen (Vorlieben):

    a. persnliche Prferenzen (- besonders sympathischer Verkufer)

    b. zeitliche Prferenzen (- ffnungszeiten bis 20:00 Uhr)

    c. rumliche Prferenzen (- Ein Anbieter liegt in verkehrsgnstiger Lage)

    d. sachliche Prferenzen (- Zusatzleistungen wie Service, Kundendienst)

    Unter diesen Bedingungen kann das Anbieter- und Nachfrageverhalten der Marktteilnehmer unter-

    sucht werden.

    Das Verhalten der Nachfrager

    Beispiel

    Vor der Einfhrung eines neuen Pkw der unteren Mittelklasse mit vorgegebener Ausfhrung werden

    1000 potenzielle Kunden befragt, bis zu welchem Preis sie dieses Fahrzeug kaufen wrden und ab

    wann sie auf das Produkt verzichten. Das Ergebnis der Befragung liegt in Tabellenform vor.

    Preis je Einheit in Euro 20000 17500 15000 12500 10000 7500

    Nachfrage in Stck 0 200 400 600 800 1000

    Diese Nachfrage weist typische Merkmale auf. Nachfrager streben danach, fr ein Gut einen mg-

    lichst niedrigen Preis zu bezahlen. Sie sind Nutzenmaximierer.

    Ergebnis:

    Je hher der Marktpreis, umso niedriger ist die Nachfrage.

    Je niedriger der Marktpreis, umso hher ist die Nachfrage.

    Das Verhalten der Anbieter

    Wie auch die Nachfrager knnen auch die Hersteller befragt werden, bis zu welchem Preis sie einen

    Pkw der unteren Mittelklasse auf dem Markt anbieten wrden.

    Preis je Einheit in Euro 7500 10000 12500 15000 17500 20000

    Angebot in Stck 0 200 400 600 800 1000

    Auch dieses Verhalten weist typische Merkmale auf.

  • Seite 20 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Kann ein hoher Kaufpreis erzielt werden, sind mehr Anbieter bereit, ihre Produkte auf dem Markt

    anzubieten, damit sie einen entsprechend hohen bzw. Maximalen Gewinn erwirtschaften. Die Unter-

    nehmen sind Gewinnmaximierer.

    Ergebnis:

    Je hher der Marktpreis, umso hher ist das Angebot

    Je niedriger der Marktpreis, umso niedriger ist das Angebot.

    Der Gleichgewichtspreis

    Werden angebotene und nachgefragte Mengen zu den unterschiedlichen Marktpreisen in Tabellen-

    form gegenbergestellt, zeigt sich, dass beide Mengen nur bei einem Preis von 13750,00 berein-

    stimmen. In den anderen Fllen werden entweder weniger Stckzahlen angeboten oder nachgefragt,

    es knnen somit auch weniger Stckzahlen verkauft oder gekauft werden.

    Bei einem Preis von 10000,00 werden nur 200 Stck angeboten, also knnen auch nur hchstens

    200 abgesetzt (verkauft) werden.

    Preis je Einheit Angebotsmenge Nachfragemenge Absatz Umsatz

    (in Euro) (in Stck) (in Stck) (in Stck) (in Euro)

    7500 0 1000 0 ---

    10000 200 800 200 2000000

    12500 400 600 400 5000000

    15000 600 400 400 6000000

    17500 800 200 200 3500000

    20000 10000 0 0 ---

    Der Marktmechanismus

    Nehmen wir in unserem Beispiel an, dass die Pkw-

    Hersteller mit einem Marktpreis von 17500,00

    rechnen, so werden sie 800 Einheiten auf dem

    Markt anbieten. Tatschlich sind aber zu diesem

    Preis nur 200 Nachfrager bereit, einen Pkw zu

    kaufen.

    Liegt der P1 ber dem Gleichgewichtspreis P0, ent-

    steht ein Angebotsberhang. Die Marktsituation,

    in der das Angebot grer als die Nachfrage ist,

    bezeichnet man als Kufermarkt. Die Anbieter sind

    gezwungen, den Preis nach unten anzupassen.

  • Seite 21 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Liegt der Marktpreis P2 unter dem Gleichgewichtspreis

    P0, entsteht ein Nachfrageberhang. Die Nachfrage ist

    grer als das Angebot. In diesem Fall handelt es sich

    um einen Verkufermarkt. Die Anbieter korrigieren die

    Preise nach oben, um ihren Gewinn zu erhhen. Der

    hhere Preis lockt weitere Anbieter auf den Markt,

    gleichzeitig geht bei steigendem Preis die Nachfrage

    zurck. Der Anpassungsprozess fhrt ebenfalls in Rich-

    tung Gleichgewichtspreis.

    Marktformen Bei der Ableitung des Gleichgewichtspreises wurden die Annahmen des vollkommenen Marktes zu-

    grunde gelegt. Ist nur eine der Voraussetzungen des vollkommenen Marktes nicht erfllt, liegt ein

    unvollstndiger Markt vor. In der Wirklichkeit entsprechen nur wenige Mrkte den Modellvorstel-

    lungen des Vollkommenen Marktes, weil nicht nur Prferenzen hufig eine Kaufentscheidung beein-

    flussen, sondern auch auf vielen Mrkten nur wenige oder sogar nur ein einziger Marktteilnehmer

    vorhanden sind.

    Beispiel:

    Wenige Minerallunternehmen verfgen ber ein flchendeckendes Tankstellennetz zur Ver-

    sorgung der Autofahrer.

    Wenige Stromunternehmen teilen den Markt unter sich auf.

    Je nachdem, wie viele Marktteilnehmer beteiligt sind, knnen verschiedene Markformen unterschie-

    den werden:

    (Griech.: pollos = Viele) (Griech.: oligos = wenige) (Griech.: monos = allein)

    Viele Marktteilnehmer auf der Angebots- uns Nachfrageseite

    Wenige Marktteilnehmer auf er Angebots- und/ oder Nachfrageseite

    Ein Marktteilnehmer auf der Angebots- und/oder Nach-frageseite

    Marktformen

    Oligopol Polypol Monopol

  • Seite 22 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Unterscheidet man auf der Angebots- und Nachfrageseite die drei Gruppen von Marktteilnehmern Einer

    Wenige Viele, so knnen neue Marktformen dargestellt werden:

    Nachfrager Anbieter

    Viele Wenige Einer

    Viele Polypol (vollstndige Konkurrenz)

    Nachfrageoligopol Nachfragemonopol

    Beispiele: Wochenmarkt Fruchtsafterzeuger und Obstbauern einer Region

    Straenbau durch die ffentliche Hand

    Wenige Angebotsoligopol Zweiseitiges Oligopol Beschrnktes Nachfra-gemonopol

    Beispiele: Flugzeughersteller und Airlines

    Hersteller von Lkw- Rei-fen und Lkw- Hersteller

    Bundeswehr als Kufer von Militrbekleidung

    Einer Angebotsmonopol Beschrnktes Angebots-monopol

    Zweiseitiges Monopol

    Beispiele: Regionaler oder kommu-naler Wasserversorger

    Herstellen eines medizi-nischen Spezial- Laser-grts und Fachkliniken

    Bundeswehr als Kufer eines europischen Kampfflugzeuges

    Die Marktform hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbssituation, die auf einem Markt herrscht.

    Tipp

    Die zahlenmig geringeren Marktteilnehmer (=marktmchtigere Teilnehmer) geben der Marktform jeweils

    ihren Namen.

  • Seite 23 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Der Betrieb in der Gesamtwirtschaft

    Betriebliche Zielsetzungen Am Beginn jedes wirtschaftlichen Handelns muss immer die Zielsetzung stehen. Diese Zielsetzung

    richtet sich nach den Aufgaben, die ein Unternehmen jeweils zu erfllen hat.

    Erwerbswirtschaftliche Ziele

    Oberstes Ziel von Betrieben ist die Gewinnmaximierung.

    Um das Oberziel der Gewinnmaximierung zu erreichen, knnen vom Unternehmen Unterziele

    formuliert werden wie beispielsweise:

    Kostensenkung

    Umsatzmaximierung

    Erhhung des Marktanteils

    Sicherung der Zahlungsfhigkeit

    Verbesserung des Ansehens (Image)

    kologische und soziale Ziele

    Gemeinwirtschaftliche Ziele

    Gemeinwirtschaftliche Betriebe haben das oberste Ziel, die soziale Sicherheit der Bevlkerung zu

    sichern und zu gewhrleisten.

    Wird die Kostendeckung mit den Preisen nicht erreicht, sind Staatliche Subventionen notwendig, um

    den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein Beispiel ist die Deutsche Bahn AG.

    Genossenschaftliche Ziele

    Die Aufgabe von Genossenschaften ist primr nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Ziel der Ge-

    nossenschaft ist es, durch den Zusammenschluss die wirtschaftliche Ttigkeit der einzelnen Genossen

    zu frdern.

    Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren

  • Seite 24 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Ebenso wie in einer Volkswirtschaft besteht der Zweck der Betriebsttigkeit in der Herstellung von

    Gtern und Dienstleistungen zur Bedrfnisbefriedigung. Dazu mssen die betriebswirtschaftlichen

    Produktionsfaktoren kombiniert werden:

    Werkstoffe

    Hierbei handelt es sich um alle Produktionsmaterialien.

    Rohstoffe

    Hilfsstoffe

    Betriebsstoffe

    Reparaturmaterialien

    Fertige Einbauteile

    Handelsware

    Betriebsmittel

    Beinhaltet alle Einrichtungen und Anlagen.

    Maschinen, Werkzeuge

    Transport- und Lagereinrichtung

    Grundstcke

    Geschftsausstattung

    Arbeitskrfte

    Knnen nach der Art ihrer Ttigkeit unterschieden werden.

    Ausfhrende Arbeitskrfte sind die Mitarbeiter, die mithilfe der Werkstoffe und Betriebsmit-

    tel die eigentliche Bertiebsleistungen erstellen.

    Leitende Arbeit wird hufig sogar als eigener betriebswirtschaftlicher Produktionsfaktor aus-

    gewiesen, weil er fr den betrieblichen Produktionsprozess von entscheidender Bedeutung

    ist. Aufgabe dieses sogenannten dispositiven Faktors ist die Leitung, Planung, Organisation

    und berwachung des Betriebsablaufs.

    Arten der Betriebe Je nachdem, welche Leistungen in einem Betrieb erstellt werden, lassen sich zwei groe Gruppen

    unterscheiden:

    Sachleistungsbetriebe

    Zielsetzung dieser Betriebe ist die Herstellung von Sachgtern. Die Sachleistungsbetriebe knnen

    auch eingeteilt werden in:

    Gewinnungsbetriebe zum Abbau der Naturschtze. Dies knnte sein:

    o Betriebe zum Abbau von Bodenschtzen wie Kohle, Edelmetallen, Kies, Erdgas

    o Betriebe zur Erzeugung von Naturprodukten wie Obstplantagen, Fischzuchten

    Sachleistungsbetrieb Dienstleistungsbetrieb Betrieb

  • Seite 25 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Verarbeitungsbetriebe zur stufenweisen Umwandlung der gewonnenen Rohstoffe in:

    o Grundstoffe

    o halbfertige oder fertige Werkstoffe zur Weiterverarbeitung in einer nachfolgenden

    Produktionsstufe

    o gen- oder verbrauchsfertige Waren fr den Endverbraucher

    Verarbeitungsbetriebe knnen in der Organisationsform eines

    Handelsbetriebes oder

    Industriebetriebes gefhrt werden.

    Entsprechend der Gterart, die verarbeitet wird, teilt man Industriebetriebe auch ein in:

    Grundstoffindustrie (z.B. Energie, Stahlerzeugung)

    Investitions- oder Produktionsindustrie (z.B. Lkw, Computer)

    Konsumgterindustrie (z.B. Nahrungsmittel, Bekleidung)

    Dienstleistungsbetriebe

    Im Unterschied zu Sachleistungsbetrieben besitzen Dienstleistungsbetriebe keine Fertigungsberei-

    che im engeren Sinne. Die Leistungserstellung dieser Betriebe liegt in der Bereitstellung von Diensten

    unterschiedlicher Art.

    Handelsbetriebe fr den Gteraustausch zwischen den am Wirtschaftsgeschehen Beteilig-

    ten. Sie lassen sich in drei grundlegende Arten einteilen.

    o Einzelhandelbetriebe (Hersteller -> Endverbraucher)

    o Grohandelsbetriebe (Hersteller > Einzelhandel)

    o Auenhandelsbetriebe (Gteraustausch zwischen Staaten

    Transport und Verkehrsbetriebe bernehmen den Transport von Gtern bzw. Personen oder

    vermitteln derartige Dienstleistungen gegen Entgelt.

    Kreditinstitute

    o Abwicklung des Zahlungsverkehrs z.B. Kontofhrung

    o Beratung und Abwicklung von Kapitalanlagegeschften

    o Beratung und Abwicklung von Kreditgeschften

    o Abwicklung von Auslandsgeschften

    Versicherungsbetriebe

    Betriebe des Nachrichten- und Telekommunikationsbereiches

    Sonstige Dienstleistungsbetriebe umfassen eine Vielzahl verschiedener Leistungen. (Steuer-

    berater, Werbeagenturen, Unternehmensberater.)

    ffentliche Verwaltung als eigener Dienstleistungsbereich bernimmt Behrdliche und ffentlich-

    rechtliche Institutionen, die von Privat nicht bernommen werden oder aus Rechtlicher Sicht nicht

    bernommen werden drfen.

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    Grundfunktionen eines Betriebes

    Beschaffung und Lagerung

    Fr die Herstellung von Erzeugnissen oder Dienstleistungen mssen Betriebliche Produktionsfakto-

    ren eingesetzt werden.

    Arbeitskrfte

    Betriebsmittel

    Werkstoffe

    Einige Materialien knnen nicht immer sofort weiter verarbeitet werden. Wodurch sich eine Lager-

    haltung ergibt.

    Lagerhaltung und Verwaltung der betrieblichen Mittel bis zur Leistungsverwertung.

    Produktion (Leistungserstellung)

    Der Leistungsprozess zur Erstellung der Gter und Dienstleistungen geschieht durch die Kombination

    der Betrieblichen Produktionsfaktoren.

    Absatz (Leistungsverwertung)

    Aufgabe dieses Bereichs ist der Verkauf der erstellten Erzeugnisse auf den Absatzmrkten.

    Gefrdert wird die Vermarktung der Erzeugnisse durch das sogenannte absatzpolitische Instrumenta-

    rium des Betriebes:

    Marktforschung

    Kommunikation (Werbung usw.)

    Preispolitik

    Produkt- und Sortiment Politik

    Distributionspolitik (Verteilung)

    Finanzierung

    Die Geldzuflsse durch die Absatzleistungen und die Geldabflsse bei der Beschaffung der Betriebs-

    mittel, Werkstoffe und Arbeitskrfte klaffen zeitlich auseinander. Fr die berbrckung dieser Zeit-

    spanne zwischen Zahlungsausgngen und Zahlungseingngen besteht Kapitalbedarf. Aufgabe des

    Funktionsbereiches Finanzierung ist somit

    die Sicherstellung des Kapitalbedarfs eines Betriebes,

    die Sicherung des finanziellen Gleichgewichtes eines Betriebes.

    Beschaffung und Lagerung Absatz (Leistungsverwaltung) Produktion

    Finanzierung

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    Koordinierung und Organisation der Grundfunktionen durch Leistung und Verwaltung

    Die Hauptaufgabe der Geschftsleitung besteht darin, das gesamte Unternehmen zu fhren. Zur Un-

    tersttzung des optimalen Betriebsablaufes ist auch eine gut funktionierende Verwaltung erforder-

    lich.

    Wertkreislauf eines Betriebes

    hnlich wie im Wirtschaftskreislauf einer Volkswirtschaft kann auch der Betriebliche Leistungspro-

    zess als ein Kreislauf von Gtern- und Goldstrmen gesehen werden.

    Betriebliche Kennzahlen Damit sich ein Unternehmen behaupten kann, muss es regelmig kontrollieren, ob die betriebliche

    Ttigkeit erfolgreich verluft. Mit betrieblichen Kennzahlen kann die Leistung des Unternehmens mit

    andern Unternehmen gemessen werden. Oder eine Zeitvergleichs Messung (z.B. Jhrlich oder mo-

    natlich) erstellt werden.

    Produktivitt

    Sie erfasst die mengenmige Ergiebigkeit einer wirtschaftlichen Ttigkeit.

    Hergestellt Menge Ausbringungsmenge Produktivitt= ----------------------------- oder Produktivitt= ------------------------------- eingesetzte Mittel Einsatzmenge

    Als Einsatz Menge kann neben den Arbeitsstunden auch die Maschinenlaufzeit in Stunden oder die

    Kosten der insgesamt dafr eingesetzten Betriebsmittel in Euro zugrunde gelegt werden. (= Kapital-

    produktivitt)

    Wirtschaftlichkeit

    Sie ist das Verhltnis von Ertrag zu Aufwand.

    Ertrag Leistung Wirtschaftlichkeit= ----------------------------- oder Wirtschaftlichkeit = ----------------------------- Aufwand Kosten

    Kriterien der Standortwahl eines Betriebes Mit der Grndung oder Verlegung eines Unternehmens, stellt sich auch immer die Frage nach dem

    richtigen Standort.

    Arbeitskrfte

    Rohstoffe

    Absatzmglichkeiten

    Verkehrsanbindung

    Energieversorgung

    Belastung mit Steuern und Abgaben

    Staatliche Frderung

    Umweltschutz und behrdliche Auflagen

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    Gesellschaftsordnung und Modell einer Wirtschaftsordnung

    Aufgaben der Wirtschaftsordnung

    Aufgabe einer Wirtschaftsordnung ist es, unter Einbeziehung der anderen Bereiche der Gesell-

    schaftsordnung, die Regeln vorzugeben, nach denen das Wirtschaftsgeschehen einer Volkswirt-

    schaft ablaufen soll.

    Eine Wirtschaftsordnung ist die Gesamtheit der Regeln, die fr das Zusammenwirken der Wirt-

    schaftssubjekte gelten.

    Individualismus und Kollektivismus

    Entscheidend fr die Wirtschaftsordnung eines Landes ist das Menschenbild einer Gesellschaft.

    Individualismus: Grundidee des Individualismus ist die absolute Freiheit des Einzelnen. Der

    Staat und die Gesellschaft sind nur Hilfsmittel zum Erreichen der Ziele.

    Kollektivismus: Hier stehen die Interessen der Gesellschaft vor den Interessen des einzel-

    nen Menschen.

    Idealtypische Modelle der Wirtschafsordnungen

    Auf der Wirtschaftlichen Ebene finden die beiden gegenstzlichen Gesellschaftsauffassungen Ihren

    Niederschlag in zwei grundverschiedenen Wirtschaftsordnungen:

    Freie Marktwirtschaft

    In diesem Modell planen und entscheiden die Wirtschaftssubjekte vllig selbststndig. Die Wirtschaft

    bleibt sich selbst berlassen es herrscht Wirtschaftsliberalismus.

    Die wesentlichen Kennzeichen dieses Modells sind:

    das erwerbswirtschaftliche Prinzip

    die freie Marktpreisbildung und

    der frei Wettbewerb

    Gesellschaftsordnung

    Rechtsordnung

    Politische Ordnung

    Sozialordnung

    Wirtschaftsordnung

    Individualismus

    Kollektivismus

    Freie Marktwirtschaft

    Zentralverwaltungswirtschaft

  • Seite 29 von 30 2014 by Ulf Fischer und www.firano.de

    Der Staat greift in keiner Weise in das Wirtschaftsgeschehen ein.

    Mngel der freien Markwirtschaft

    Das Modell der freien Marktwirtschaft entwickelt sich in seiner ausgeprgten Form im Frhkapitalis-

    mus des 19. Jahrhunderts. Trotz der groen Erfolge, die der Wirtschaftsliberalismus im Zeitalter der

    Industrialisierung mit sich brachte, zeigt sich whrend dieser Zeit auch die Mngel dieses Systems:

    Gter werden in diesem System nur produziert, wenn die Aussicht auf Gewinn besteht.

    Mit der industriellen Fertigung entstanden wenige Grounternehmen mit einer starken

    Marktstellung.

    Ein berangebot an Arbeitskrften fhrte zu einem Absinken des Lohnniveaus auf das Exis-

    tenzminimum und zu unzumutbaren Arbeitsbedingungen. bermige lange Arbeitszeiten,

    Kinderarbeit, unzureichender Arbeitsschutz, Massenentlassungen waren die Folge.

    Zentralverwaltungswirtschaft

    In diesem Modell bernimmt der Staat die Ausgleichsfunktion des Marktes. Eine Staatliche Pla-

    nungsbehrde legt zentral fest, welche Gter wo und in welcher Menge produziert werden. Ebenso

    unterliegt die Verteilung der Staatlichen Kontrolle.

    Weil eine Preisbildung wegen fehlenden Wettbewerbs nicht mglich ist, werden auch die Preise

    staatlich festgelegt.

    Die gravierenden Mngel der Zentralverwaltungswirtschaft wie beispielsweise unrealistische Plan-

    vorgaben, Brokratisierung, fehlende Koordinierung der Plne usw. fhrten in vielen sozialistisch

    geprgten Staaten zu einer schlechten Versorgungslage.

    Begriff der sozialen Marktwirtschaft

    Sinn der sozialen Marktwirtschaft ist es, das Prinzip der Freiheit auf dem Markt mit dem des sozialen

    Ausgleichs zu verbinden. (Mller- Armack)

    Grundlegende Zielsetzung der sozialen Markwirtschaft ist somit, die Elemente der freien Markwirt-

    schaft und Teilen deiner Zentralverwaltungswirtschaft zu verbinden und damit mglichst viele po-

    sitive Merkmale beider Wirtschaftsordnungen umzusetzen und ihre Nachteile so gering wie mglich

    zu halten.

    Sicherung eines strungsfreien Wirtschaftsgeschehens in einer marktwirtschaftlichen Ord-

    nung

    Gewhrleistung sozialer Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit

    Die Elemente der individuellen Freiheit einerseits und sozialen Gebundenheit andererseits finden

    sich auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

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    Merkmale der sozialen Marktwirtschaft

    Kernelement der sozialen Marktwirtschaft

    Rolle des Staates aktive Wirtschafts- und Sozialpolitik

    So viel Staat wie ntig, so viel Freiheit wie mglich. So lautet der Grundgedanke der sozialen

    Marktwirtschaft.

    Erwerbswirtschaftliches Prinzip mit gemeinschaftlichen Elementen

    Der Unternehmer versucht, wie in der freien Marktwirtschaft, hchstmgliche Gewinne zu erwirt-

    schaften er ist Gewinnmaximierer.

    Im Gegensatz zur freien Marktwirtschaft bernehmen allerdings staatliche Unternehmen und f-

    fentliche Einrichtungen die Versorgung mit Gtern und Dienstleistunden, die fr die Volkswirt-

    schaft von lebenswichtigem Interesse sind und von privatwirtschaftlich gefhrten Unternehmen aus

    Kostengrnden nicht bernommen werden.

    Beispiel

    Schulen, Krankenhuser, Altenpflegeheime, kommunale Stromversorgung.