JAHRESBERICHT 2014 - Cap Anamur · PDF fileon, die Pädiatrie, die Abteilung für...

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  • JAHRESBERICHT 2014

    www.cap-anamur.org

    35 Ja

    hre Ca

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    mur

  • InhaltEinfhrungEditorialVorsitzender Dr. Werner Strahl 03

    Projekte im DetailAfghanistanAusbildungsprogramm 06

    BangladeschVersorgung von Mittellosen 08

    MadagaskarZwei Hospitler fr die Insel 10

    NordkoreaLieferung von Hilfsgtern 12

    PhilippinenWie ein neues Dorf entsteht 14

    Sierra LeoneDie Ebola-Epidemie erreicht Freetown 16

    SudanAusweitung des Versorgungsnetzes 20

    SyrienDas Leid der Flchtlinge 22

    UgandaFr eine unabhngige Zukunft 24

    Zentralafrikanische RepublikMedizinische Hilfe in unruhigen Zeiten 26

    AusblickPlanung & Prognose 28

    6Basis unserer ArbeitProjektbeobachtungen 32

    Risiken & Risikomanagement 34

    Erfolgs- & Wirkungskontrolle 36

    Grundstze 38

    Organigramm 39

    Vereinsstruktur 40

    FinanzenFinanzen auf einen Blick Einnahmen und Ausgaben 42

    Bericht der Wirtschaftsprfung Bericht ber die Prfung des Jaresab-schlusses zum 31. Dezember 2014 51

    14 16

  • Editorial

    Als gut in die lokalen Strukturen eingebettete Orga-nisation entschieden wir uns schnell dazu, unsere Mitarbeiter nicht abzuziehen und die Krise aus der Ferne zu beobachten, sondern den Menschen in Si-erra Leones Hauptstadt Freetown beizustehen und aktiv mit ihnen gegen das Virus zu kmpfen. So ist es unserem Fachpersonal in krzester Zeit gelungen, eine funktionierende Diagnostik- und Isolationssta-tion fr Ebola-verdchtige Kinder zu errichten, in der die Patienten unter hohen Sicherheitsvorkeh-rungen versorgt und auf eine Infektion getestet werden knnen. Unsere Station funktioniert so gut, dass sie fr andere Organisationen als Modellpro-jekt fr die eigene Arbeit dient. Unsere sorgfltigen Schutzmanahmen greifen: Im gefhrlichen Einsatz hat sich keiner unserer Mitarbeiter infiziert.

    Whrend die Ebola-Epidemie die Medien be-herrschte, spitzte sich auch in anderen Lndern die Situation zu. Die Menschen in den sudane-sischen Nuba-Bergen wurden mehr denn je Opfer von Bombardements der Regierungsarmee und die Zentralafrikanische Republik entwickelte sich nach einem Machtwechsel in der politischen Fhrung zum Kriegsschauplatz rivalisierender Milizen. Der undurchsichtige Brgerkrieg in Syrien forderte auch 2014 wieder unzhlige Todesopfer und erzeugte bis-her insgesamt ber sieben Millionen Binnenflcht-linge; weitere vier Millionen Menschen flohen ins benachbarte Ausland. Hier wird unsere Hilfe wei-terhin dringend bentigt.

    Positiv stimmte uns hingegen die Entwicklung auf den Philippinen: Nachdem der Taifun Haiyan Ende 2013 weite Teile des Landes verwstete, konnten wir auf der Insel Doong effektive Aufbauhilfe lei-sten. So wurden die teilweise oder ganz zerstrten Wohnhuser der ber 5.000 Inselbewohner wieder instand gesetzt oder von Grund auf neu errichtet.

    Das Jahr 2014 wurde von der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika berschattet. Der grte Ausbruch in der Geschichte der Viruserkrankung kostete bisher insgesamt ber 11.000 Menschen das Leben. Unser Enga-gement in Sierra Leone dem von der Epidemie am strksten betroffenen Land beschrnkte sich bis zum Ausbruch der Epidemie auf die Betreuung eines Krankenhauses und eines Straenkinderprojekts. Doch als Ebola auch unser Hospital erreichte, mussten wir handeln.

    Vielen Familien konnten wir somit die Existenz-grundlage zurckgeben, die ihnen der Taifun zuvor genommen hatte. Details zu diesem Projekt und un-seren anderen Einstzen 2014 entnehmen Sie bitte den Projektbeschreibungen, die den ersten Teil un-seres Jahresberichts ausmachen.

    Als spendenfinanzierte Organisation sind wir dem angemessenen und verantwortungsvollen Umgang mit den uns anvertrauten Finanzmitteln verpflich-tet. Entsprechend haben wir eine Reihe von Grund-stzen, Leitgedanken, Kontrollmechanismen und Qualittskriterien fr den Einsatz Ihrer Spenden entwickelt, die Sie im zweiten Teil vorliegenden Be-richts nachlesen knnen.

    Kosten fr Medikamente, Nahrungsmittel, Bauma-terial, medizinisches Equipment, Mitarbeiter, Lo-gistik und Transport machen den Groteil unserer Ausgaben aus. Eine exakte Aufschlsselung dieser Positionen finden Sie im Finanzteil unseres Jahres-berichts. Hier lassen sich unsere Einnahmen und Ausgaben detailliert nachvollziehen.

    Mit unseren Projekten helfen wir schuldlos in Not geratenen Menschen weltweit. 2014 konnten wir an zehn Standorten dazu beitragen, die medizinische Versorgung zu verbessern, rtliche Bildungssysteme auszubauen und persnliche Existenzgrundlagen langfristig zu sichern. Ohne Ihre Spende wre dieses Engagement nicht realisierbar. Daher danken wir Ih-nen auch im Namen der Menschen, denen Ihre Un-tersttzung zugutekommt.

    Es grt Sie herzlichst,

    Ihr Werner Strahl

    03

  • Unsere Projekte im Detail

  • Ausbildung fr eine bessere versorgung

    Ausgangssituation

    Auch 2014 wies Afghanistan eine enorm hohe Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate auf. Besonders die lndlichen Regionen sind davon betroffen. Hier findet die berwiegende Anzahl der Entbin-dungen nach wie vor zu Hause statt und nicht in einem Krankenhaus mit ausreichend geschultem Personal.

    Problematik

    Ein funktionierendes Hospital mit etablierter Geburtenstation steigert die berlebenschan-ce fr werdende Mtter und ihre Kinder bei der Entbindung enorm. Vielen Frauen, die nicht in der Umgebung eines solchen Kranken-hauses leben und die beschwerliche Reise aus einem entlegenen Dorf aus finanziellen, infra-strukturellen oder gesundheitlichen Grnden

    Afghanistan

    nicht auf sich nehmen knnen, bleibt jedoch nur die Entbindung im huslichen Umfeld. Hierbei steht in der Regel kein geschultes Personal zur Verfgung. Die Geburt wird in den meisten Fllen von medizinisch ungebildeten Familienmitglie-dern begleitet. Aufgrund der fehlenden professi-onellen Hilfestellung kann unzureichende Hygie-ne oder das Auftreten kleinster Komplikationen bereits zum Tode sowohl der Mutter als auch des Kindes fhren.

    Ziel

    Um der Situation nicht nur impulsartig zu begeg-nen, sondern ein nachhaltig wirksames Hilfskon-zept zu etablieren, ist das Ziel dieses Projekts lang-fristig ausgerichtet. So sollen auch 2014 wieder Mitglieder der lndlichen Bevlkerung selbst in die Lage versetzt werden, Geburten professionell zu begleiten. Auf diese Weise sollen Arbeitspltze

    Zuknftige Hebammen beim Theorieunterricht im Klassen-verband. (c) Cap Anamur

    06

  • Die Schlerinnen ben gelernte Techniken zunchst an der Puppe. (c) Cap Anamur

    geschaffen, das Bildungsniveau erhht und die Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate gesenkt werden.

    Handlungsstrategie

    Unsere Einrichtung nimmt auch in diesem Jahr wieder einen neuen Jahrgang in die Ausbildung zur hochqualifizierten Hebamme auf. Einheimi-sches Lehrpersonal, das von unseren Mitarbei-tern fachlich qualifiziert wurde, leitet den Unter-richt selbstndig und fhrt jeden Jahrgang durch ein Lernkonzept, das sich aus theoretischen und praktischen Anteilen zusammensetzt. Nach der zweijhrigen Ausbildung kehren die Schlerinnen nun als examinierte Hebammen in ihr Heimatdorf zurck und arbeiten fortan in ihrem neuen Beruf.Smtliche Kosten der Ausbildung werden von Cap Anamur getragen. Dazu zhlen neben den Gehl-tern fr die Lehrenden auch das Arbeitsmaterial, die Strom- und Heizkosten sowie die Unterbrin-gung der Auszubildenden und die Betreuung ihrer Kinder.

    Kontrolle

    Der Ausbildungsplan ist mit dem lokalen Gesund-heitsministerium abgestimmt. Das Examen ist somit offiziell anerkannt und staatlich zertifiziert. Das Lehrpersonal wird regelmig didaktisch und fachlich fortgebildet, um das Wissen stets auf

    aktuellem Stand zu halten. Modulprfungen si-chern den Wissenszuwachs der Schlerinnen fort-laufend ab.

    Wirkung und Ausblick

    Auch im fnften Jahr seines Bestehens erfreute sich unser Ausbildungsangebot groer Beliebt-heit. Mittlerweile sind ber 100 examinierte Heb-ammen unserer Schule in ihren Heimatdrfern im Einsatz, wo sie Geburten professionell leiten und ihr Wissen an andere Frauen weitergeben. Auch wenn das Projekt fr uns und die betroffenen Frauen ein groer Erfolg ist, reicht die Anzahl der von uns ausgebildeten Hebammen noch nicht aus, um sich merklich auf die landesweite Sterb-lichkeitsrate auszuwirken.

    Parallel zu den Hebammen bildet Cap Anamur seit 2011 zudem circa 40 Frauen pro Jahrgang zur exa-minierten Gesundheits- und Krankenpflegerin aus. Auch sie kehren nach dem staatlich anerkannten Abschluss in Ihre Heimatdrfer zurck, um die medizinische Versorgung der Randgebiete Af-ghanistans zu verbessern. Die sogenannten Com-munity Health Nurses leisten neben der medizi-nischen Basisversorgung auch Aufklrungsarbeit in der Gesundheitsprophylaxe: Die Bedeutung von Impfungen, Hygiene und Ernhrung stehen hier im Fokus.

  • Kostenfreie Behandlung von Mittellosen

    Ausgangssituation

    Unzhlige Menschen in Bangladesch leben weit unterhalb der Armutsgrenze. Sofern sie ber ein Einkommen verfgen, reicht es kaum aus, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Das Fehlen finanzieller Mittel ist fr die sogenannten ultra poors zudem gleichbedeutend mit einer Exklusi-on aus dem Gesundheitssystem. Zwar verfgt das Land ber ausreichend medizinisch ausgebildetes Fachpersonal, doch krankt es am Mangel an medi-zinischem Equipment, Medikamenten und ande-ren Versorgungsgtern. Die vorhandenen Mittel sowie die Behandlung an sich werden zu Preisen angeboten, die sich viele Menschen nicht leisten knnen. Bei Krankheiten oder Verletzungen sind sie auf sich gestellt. Besonders dramatisch wirkt sich der fehlende Zugang zur medizinischen Ver-sorgung bei Geburten aus. Angesichts der hohen Krankenhauskosten entbinden viele Frauen nicht

    Bangladesch

    mit professioneller Hilfestellung, sondern im huslichen Umfeld. Die Ster