Modernes Lernen

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    29-Oct-2014
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Lernen im 21. Jahrhundert - wie kann moderner Unterricht künftig aussehen. Der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband hat dazu ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt.Als BLLV glauben wir, dass ein „Weiter so!“ in der Schule nicht mehr möglich ist. Wir müssen Lernen neu definieren auf der Grundlage der modernen Hirnforschung und den Erkenntnissen der Lernpsychologie. In der Folge werden wir unsere Unterrichtsmethoden und Lerninhalte verändern müssen. Im Mittelpunkt effizienter Lernprozesse stehen Motivation und Anerkennung. Neurobiologen fordern ganz in diesem Sinne, dass Lernen in der Schule dringend neu gedacht werden muss mit dem Ziel, Motivation und individuelle Förderung zum Unterrichtsprinzip zu machen.

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  • 1. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V1 21.05.2012 11:00 Uhr Seite 1aufbrechen Lernen im 21. Jahrhundertwww.bllv.de

2. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V1 21.05.2012 11:01 Uhr Seite 2Das gesamte Konzept Aufbrechen Lernen im 21. Jahrhundertfinden Sie auch unter www.????????.bllv.de bekomme ich von Robert noch!Sie knnen diese Broschre kostenlos beim BLLV anfordern.Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.Bavariaring 37, 80336 MnchenTel. 089 72100-0, Fax 089 [email protected], www.bllv.de04 Aufbrechen Lernen im 21. Jahrhundert06 Wie Bildungspolitik modernes Lernen behindert07 Was sich in der Gesellschaft gendert hat08 Welche Fragen beschftigen uns in der Schule?09 Die Suche nach Antworten12 Wie sieht ein neuer Lernbegriff aus?14 Lernen ist Kompetenzerwerb16 Lernen ist ein konstruktiver Prozess18 Lernen ist ein individueller Prozess20 Lernen ist ein kommunikativer Prozess22 Lernen basiert auf Motivation24 Lernen beruht auf Beziehung26 Der neue Lernbegriff: so wird er Realitt!28 Lernen im 21. Jahrhundert sieht anders aus29 Was heit ein neuer Lernbegriff fr den Lehrer?31 Welche Chancen hat ein neuer Lernbegriff ?31 Welche Rolle spielt die Politik fr eine neue Lernkultur?34 Welche Rolle spielt die Schulverwaltung fr eine neue Lernkultur?Text: SIMONE FLEISCHMANN auf der Grundlage des LDV-Beschlusses vom Juni 2011Visuelles Konzept und Grafik: SONIA HAUPTMANN, [email protected]: JAN RDER, [email protected]: OrtmanTeam, [email protected] 3 3. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V1 21.05.2012 11:01 Uhr Seite 4 aufbrechenLernen im 21. Jahrhundert45 4. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V121.05.2012 11:01 Uhr Seite 6Wie Bildungspolitik modernes Lernen behindert Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband hat auf seiner Landesdelegiertenversammlung im Juni 2011 Unser Schulsystem ist unterfinanziert und die Bildungspolitik nimmt die Resignation vieler Kolleginnen und einen Leitantrag zum Thema Aufbrechen: Lernen im 21. Jahrhundert verabschiedet. Dieser Antrag versucht eineKollegen billigend in Kauf. Die Ressourcen fr kompetenzorientiertes Lernen, fr methodische Vielfalt, fr indi- Brcke zu schlagen zwischen den Erfahrungen der Praxis, den Erkenntnissen der Wissenschaft und der Not-viduelle Frderung, fr Ganztagsschulen und Inklusion, fr Zusammenarbeit mit den Kindergrten bei den wendigkeit politischen Handelns. Kleinen und Unternehmen bei den Schulabgngern sind in Bayern schlichtweg unzureichend. Darber knnenauch die relativ guten Leistungsergebnisse der bayerischen Schulen im Bundeslndervergleich nicht we- Unsere Schule stt strukturell, pdagogisch und inhaltlich immer deutlicher an Grenzen. Wir erleben dies alsgtuschen. Bayern hat trotz hoher Wirtschaftskraft und eines soliden Haushaltes immer noch nicht erreicht, Lehrerinnen und Lehrer nicht nur in der Grundschule an dem enorm gestiegenen bertrittsdruck auf die dass 10 % des Bruttoinlandsproduktes in die Bildung flieen. Kinder, der in viel zu vielen Fllen zu Stresssymptomen, Versagensngsten und psychischen Strungen fhrt. Wir erleben dies auch in den Gymnasien, in dem wir angesichts des enormen Stoff- und Zeitdrucks kaum Mg-Als BLLV fordern wir deshalb hartnckig und nachhaltig von den Bildungs- und Finanzpolitikern, das Ziel der lichkeiten persnlicher Zuwendung und Frderung finden. Wir erleben dies in der Haupt- und Mittelschule, deren 10 % umzusetzen, die Ressourcen fr die Schule massiv zu erhhen, die Eigenverantwortung der Schule ernst Schler sich trotz intensiver Zuwendung der Kolleginnen und Kollegen als gesellschaftlich ausgegrenzt undzu nehmen, die Lehrerinnen und Lehrer zu motivieren und zu Innovationen zu ermutigen und die Schulleiterin- stigmatisiert erleben und mit erheblichen Problemen der Anerkennung kmpfen. Und wir erleben dies in der nen und Schulleiter endlich in ihrer zentralen Rolle fr die Schulentwicklung zu sttzen. Realschule, in der die Kolleginnen und Kollegen eine sehr heterogene Schlerschaft unter uerst ungnstigen Arbeitsbedingungen zu unterrichten hat und dabei aus bildungspolitischer Rson viele Probleme weitgehend Schule wird sich ndern mssen. Wir als Lehrerinnen und Lehrer sind es, die zusammen mit den Eltern die totgeschwiegen werden. Notwendigkeiten hierfr einfordern die Politik wird dies nicht freiwillig machen. Diese Broschre soll einBeitrag dazu sein, gemeinsam zu berlegen, wohin sich Schule verndern kann und muss. Nur wenn uns ein Ziel Lernen wurde in den letzten zwanzig Jahren zum Gegenstand intensiver neurobiologischer Forschung. Sieleitet, werden wir erfolgreich sein. besttigt im vollen Umfang die Erkenntnisse der pdagogisch-psychologischen Wissenschaft aus den 70er Jah- ren des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt effizienter Lernprozesse stehen Motivation und Anerkennung. Die Neurobiologen fordern ganz in diesem Sinne, dass Lernen in der Schule dringend neu arrangiert werden muss mit dem Ziel, Motivation und individuelle Frderung zum Unterrichtsprinzip zu machen. Lernen muss Freude machen, damit aus schulischem Lernen effektives, erfolgsorientiertes lebenslanges Lernen werden kann. Die innere Reform der Schule muss sich im 21. Jahrhundert endlich dieser einfachen Erkenntnis stellen und dieSimone Fleischmann Bildungspolitik muss die Freiheit und den finanziellen Rahmen schaffen, Unterricht neu denken zu drfen undLeiterin der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV vor allem Realitt werden zu lassen. Wir freuen uns ber die sog. Leuchttrme, ber die vorbildhaften Preistrger des Deutschen Schulpreises und ber die vielen aufopferungsvollen Einzelinitiativen pdagogischer berzeugungstter. Dennoch wissen wir, dass diese Leuchttrme im Alltag leider nur unter schwersten Bedingungen und mit vielen Kmpfen umsetzbar sind, weil schlichtweg Ressourcen und innovative Strukturen fehlen - und weil viel zu viele Lehrerinnen und Lehrer ber Jahre hinweg demotiviert werden.67 5. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V1 21.05.2012 11:01 Uhr Seite 8 Was sich in der Gesellschaft gendert hat Unsere Gesellschaft ist im radikalen Umbruch. Die Welt, in der sich unsere Kinder bewegen, ist nicht mehr annhernd vergleichbar mit der Welt, die die heutigen Erwachsenen, politischen Entscheidungstrger, Eltern und Lehrer vorgefunden haben. Neben die reale Welt ist eine virtuelle Welt getreten, die die zwischenmensch- liche Kommunikation, den Umgang mit Wissen, die Mglichkeiten der Freizeitgestaltung und die Formen der Selbstinszenierung revolutioniert haben. Diese virtuellen Welten haben alle Lebensbereiche erfasst: Die Freizeit, die Arbeitswelt und die zwischenmenschliche Kommunikation. Kinder und Jugendliche lernen am PC, infor-Der Mensch kann nichtmieren sich am PC, schlieen Freundschaften am PC, spielen am PC, entwickeln eigene Identitten am PC, inszenieren sich am PC, suchen und finden Freundinnen und Freunde ber den PC, haben erste Kontakte mit Sexualitt und Pornographie am PC, mobben den anderen am PC. Ein immer grer werdender Teil des Lebenszu neuen Ufern aufbrechen, findet heute vor dem Bildschirm des PC statt. Diese Vernderungen sind in ihren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben mit der industriel-wenn er nicht den Mutlen Revolution vergleichbar allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Die Vernderungen greifen nicht ber Jahre und Jahrzehnte Platz, sie vollziehen sich gleichsam im Zeitraffer. Folge ist, die Erfahrungswelten der Generationen entfernen sich innerhalb von immer krzerer Zeit immer strker und weiter voneinander. Dies fhrt zu erheblichen Herausforderungen fr das Verhltnis der Generationen und aller Lebensformen undaufbringt, die alten zuEinrichtungen, in denen jung und alt miteinander leben und arbeiten. Besonders betroffen sind davon die Einrichtungen der Erziehung und Bildung, also Familien, Kindergrten, Schulen, Ausbildungsbetriebe bis hin zu den Universitten.verlassen.Andr Gide Die frher selbstverstndliche gemeinsame Erfahrungswelt von jung und alt, von Eltern und Kindern, von Lehrern und Schlern ist weitgehend zerbrochen. Die virtuelle Welt, die in Facebook, Google und iPhone mit der realen Welt verschmolzen ist und die schier endlosen Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmg- lichkeiten der neuen Medien, die in immer krzeren Abstnden auf den Markt kommen, fhren auch zu einer Differenzierung und Zerfaserung der Gesellschaft, wie wir sie bislang nicht kennen. Gemeinsame Erfahrungen, Lebens- und Wissenshorizonte werden immer weniger.89 6. Lernen_rs_1:Lernbegriff_Broschuere_V121.05.2012 11:01 UhrSeite 10Welche Fragen beschftigen uns in der Schule?Die Suche nach Antworten Die Vernderungen der Gesellschaft, unserer Lebensweise und unserer Erfahrungshorizonte werfen Frage ber Die Antworten sind schwierig geworden. Die Zusammenhnge sind komplex. Dennoch mssen wir Antworten Fragen auf: Was bedeuten diese Vernderungen fr unsere Schulen, fr uns Lehrerinnen und Lehrer aber auch finden. Aus Sicht des BLLV ist eine zentrale Antwort, Lernen neu zu definieren auf der Grundlage der moder- fr die Familien und Eltern? Was erwartet der Arbeitsmarkt von den jungen Menschen? nen Hirnforschung und den Erkenntnissen der Lernpsychologie. In der Folge werden wir unsere Unterrichts- methoden und die Lerninhalte analysieren und verndern mssen. Diese Vernderungen sind nicht einfach, Ist das was wir in der Schule tun, noch zeitgem? Entspricht unser Unterrichten den Prinzipien modernenaber notwendig. Sie erfordern vier grundstzliche Bereitschaften: Lernens, wie sie die neuen Forschungsergebnisse der Psychologie und der Hirnforschung definieren? Wie Die Bereitschaft, Lernen auf der Grundlage aktueller psychologischer, pdagogischer und neurologischer sichern wir, dass der Bedeutung einer stabilen sozialen Gruppe fr effizientes Lernen in der Schule Rechnung Erkenntnisse neu zu bestimmen. getragen wird? Welche Rolle spielen Gefhle wie Freude, Lust und Motivation fr erfolgreiches, nachhaltiges Die Bereitschaft, diesen neuen Lernbegriff durch eine Vernderung der Lerninhalte und der Lern- und Lernen? Und wie kn