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    16-Mar-2021
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Transcript of · Web view Die Anzahl der Verletzten reduzierte sich im Vergleich mit 2010 um 3,7 %, bei den...

Verkehrslagebild 2019

für das Polizeipräsidium Oberpfalz

Im dritten Jahr in Folge neuer historischer Tiefstand bei den Verkehrstoten im

Regierungsbezirk Oberpfalz bei weiterhin steigenden Gesamtunfallzahlen

Wichtige Eckdaten in aller Kürze

1. Bei steigenden Unfallzahlen im Langzeitvergleich sind die daraus resultierenden Unfallfolgen (Anzahl der Verletzten und Getöteten) rückläufig.

1. Die Zahl der Wildunfälle steigt erneut an und hat nun einen Anteil in Höhe von 30,2 % an allen Verkehrsunfällen erreicht.

1. Im Bereich der Motorradunfälle waren Rückgänge sowohl bei den Unfallzahlen als auch den Unfallfolgen zu verzeichnen. Hier hatte das Polizeipräsidium Oberpfalz im vergangenen Jahr u. a. im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne „Back on Bike“ einen Schwerpunkt bei der Verkehrssicherheitsarbeit gesetzt.

1. Die Unfallursachen Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen haben nach wie vor besonders schwere Folgen für die Betroffenen. Deshalb misst das Polizeipräsidium Oberpfalz deren Bekämpfung auch künftig einen hohen Stellenwert zu.

Aktuelle Verkehrsunfallzahlen und Langzeitentwicklung

Auch im Jahr 2019 setzte sich der sowohl in Bayern als auch im Regierungsbezirk Oberpfalz festzustellende langfristige Trend steigender Verkehrsunfallzahlen fort. Mit insgesamt 37.616 registrierten Verkehrsunfällen wurde erneut ein neuer Höchststand im 10-Jahres-Vergleich erreicht (2018: 36.385; +3,4 %). Hauptursächlich für die gestiegenen Gesamtunfallzahlen war die Entwicklung im Bereich der Verkehrsunfälle im Kurzaufnahmeverfahren (sogenannte „Kleinunfälle“) und hier speziell bei den Wildunfällen.

Entgegen der Gesamtzahl von Verkehrsunfällen verringerte sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden gegenüber dem Vorjahr um 3,8 % auf nunmehr 4.366 (2018: 4.537).

Mit 52 Getöteten war 2019 bei den Verkehrstoten zum dritten Mal in Folge ein neuer historischer Tiefstand seit Einführung der Statistik festzustellen (2018: 54).

Auch die Anzahl der Verletzten ging deutlich um 268 Personen bzw. 4,4 % auf 5.890 zurück. Von diesen wurden 1.017 Personen schwer verletzt, ein Rückgang um 6,0 % (2018: 1.082). Hinsichtlich der Verletzten stellen beide Werte die jeweils geringste Anzahl im 10-Jahres-Vergleich dar.

Während die Verkehrsunfälle mit Sachschaden und Anzeige nur leicht um 1,5 % auf 7.898 anstiegen (2018: 7.778), kam es bei den „Kleinunfällen“ zu einem deutlichen Anstieg um 5,3 % auf 25.352 (2018: 24.070).

Wie bereits erwähnt, war der größte Anstieg in Bezug auf das Verkehrsunfallaufkommen abermals im Bereich der Wildunfälle gegeben. 11.350 Unfälle stellen hierbei einen Anstieg um 1.084 Fälle bzw. 10,6 % gegenüber dem Vorjahr dar. Auch die Verkehrsunfälle auf Autobahnen stiegen um 6,2 % auf nunmehr 3.242 an. Hierbei muss jedoch konstatiert werden, dass die Unfallzahlen in diesem Bereich 2018 stark rückläufig waren und nun wieder dem Unfallaufkommen der Jahre 2016 und 2017 entsprechen.

Wird die aktuelle Verkehrsunfallstatistik mit der aus dem Jahr 2010 in Relation gesetzt, so kann ein Anstieg bei allen registrierten Verkehrsunfällen um 17,7 % festgestellt werden. Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden gingen um 1,3 % zurück, während bei Verkehrsunfällen mit Sachschaden und Anzeige ein Anstieg um 3,5 % zu verzeichnen ist.

Die Anzahl der Verletzten reduzierte sich im Vergleich mit 2010 um 3,7 %, bei den Getöteten beträgt der Rückgang 30,7 %. Wird der Vergleich zum Jahr 2011 - dem Bezugsjahr des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 - herangezogen, beträgt der Rückgang bei den Verkehrstoten 42,9 %.

Bei diesem Vergleich muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass sich die Anzahl der im Regierungsbezirk Oberpfalz zugelassenen Fahrzeuge seit 2010 ebenfalls um 17,9 % erhöht hat.

Zu einigen besonders exponierten Unfallbereichen sowie zu Unfallursachen und Risikogruppen ist Folgendes anzumerken:

1. Alkoholunfälle

Die Gesamtunfallzahl im Bereich der Alkoholunfälle entsprach 2019 mit einer geringfügigen Steigerung um 9 Fälle nahezu der des Vorjahres. Die Anzahl der hierbei Verletzten ging mit 273 Personen (2018: 279) leicht zurück. Während 2018 mit 3 Getöteten der geringste Wert im Langzeitvergleich (10 Jahre) festzustellen war, kamen 2019 mit insgesamt 8 Personen mehr Verkehrsteilnehmer bei Alkoholunfällen ums Leben.

Analog zum Anstieg der Alkoholunfälle erhöhte sich auf die Anzahl der durch Beamte des Polizeipräsidiums Oberpfalz festgestellten folgenlosen Trunkenheitsfahrten aufgrund Alkohol um insgesamt  1,7 % auf 1.807.

1. Drogenunfälle

Unter dem Einfluss von sonstigen berauschenden Mitteln stehende Fahrzeugführer waren 2019 an 60 Verkehrsunfällen beteiligt. Dies stellt einen neuen Höchstwert im 10-Jahres-Vergleich und abermals einen deutlichen Anstieg um 13 Unfälle gegenüber 2018 dar. Insgesamt wurden bei diesen Unfällen 39 Personen verletzt (2018: 25), ferner hatte ein Verkehrsunfall tödliche Folgen.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz unternimmt in diesem Bereich weiterhin hohe Anstrengungen, was mitursächlich für die gesteigerten Feststellungszahlen ist. Diesbezüglich darf auch angemerkt werden, dass die Anzahl der festgestellten folgenlosen Trunkenheitsfahrten mit sonstigen berauschenden Mitteln im Vergleich zum Vorjahr um 25,6 % auf nunmehr 1.295 angestiegen ist.

1. Geschwindigkeitsunfälle

Nachdem 2018 für diesen Unfallbereich der niedrigste Wert im Langzeitvergleich (10 Jahre) zu verzeichnen war, stiegen die Unfallzahlen im vergangenen Jahr um 12,5 % auf 981 an (2018: 872). Dies entspricht in etwa dem Unfallniveau der Jahre 2015 bis 2017. Trotz dieses Anstiegs reduzierte sich die Anzahl der Verletzten um 1,1 % auf 555 (2018: 561), jedoch erlitten mit 16 Getöteten 5 Personen mehr tödliche Verletzungen (2018: 11).

1. Autobahnunfälle

Wie bereits eingangs erwähnt, mussten im Bereich der Verkehrsunfälle auf Bundesautobahnen, teils auch bedingt durch den sechsstreifigen Ausbau der A3 im Großraum Regensburg, gegenüber 2018 Anstiege bei der Gesamtanzahl festgestellt werden. Die 3.242 Unfälle stellen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,2 % dar. Trotz dieses Anstiegs blieb die Anzahl der Getöteten mit 12 Personen unverändert, während mit 611 Verletzten acht Verkehrsteilnehmer mehr körperlich zu Schaden kamen (2018: 603).

1. Wildunfälle

Die Anzahl der Wildunfälle stieg im Regierungsbezirk Oberpfalz 2019 deutlich um 10,6 % auf insgesamt 11.350 Verkehrsunfälle an (2018: 10.266) und erreichte damit einen neuen Höchststand im 10-Jahres-Vergleich. Mit 64 Verletzten erlitten zudem 12 Personen mehr einen körperlichen Schaden. Wie bereits 2018 hatte auch im letzten Jahr kein Wildunfall tödliche Folgen für einen Menschen.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung und / oder Schädigung von Kindern / Schulwegunfälle

Die Verkehrsunfälle mit Beteiligung und / oder Schädigung von Kindern stiegen 2019 leicht um 4 Fälle bzw. 1,5 % auf 273 an, während die Anzahl der hierbei verletzten Kindern um 21 bzw. 7,0 %  auf 280 zurückging. Anders als 2018 kam jedoch ein Kind bei einem Verkehrsunfall zu Tode.

Auch bei den Schulwegunfällen war 2019 ein Anstieg zu verzeichnen. Deren Anzahl erhöhte sich um 6 auf insgesamt 59 Verkehrsunfälle, bei denen mit 60 Schülern einer weniger verletzt wurde als im Vorjahr. Der letzte tödliche Schulwegunfall im Regierungsbezirk Oberpfalz datiert aus dem Jahr 2005.

1. Verkehrsunfälle mit Beteiligung von „Jungen Erwachsenen“ (18 bis 24 Jahre)

Der Langzeittrend von sinkenden Fallzahlen bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von „Jungen Erwachsenen“ setzte sich weiter fort. Diese Bevölkerungsgruppe war im vergangenen Jahr an 2.752 Unfällen beteiligt (2018: 2.828), was einen Rückgang um 2,7 % und erneut den niedrigsten Wert im Langzeitvergleich darstellt. Die Anzahl der dabei verletzten „Jungen Erwachsenen“ verringerte sich um 68 Personen bzw. 7,0 % auf 900, ebenfalls der geringste Wert im 10-Jahres-Vergleich. Allerdings kamen im vergangenen Jahr mit 8 Getöteten zwei „Junge Erwachsene“ mehr ums Leben als im Jahr 2018.

1. Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren (65 Jahre und älter)

Entgegen der Langzeitentwicklung war bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren 2019 ein leichter Rückgang um 0,9 % auf nunmehr 2.448 Unfälle zu verzeichnen (2018: 2.471). Hierbei wurden mit 594 Senioren 29 bzw. 4,7 % weniger verletzt, jedoch verloren mit insgesamt 17 Getöteten 4 Senioren mehr ihr Leben als im Vorjahr.

1. Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern

Nach einem deutlichen Anstieg in 2018 war im vergangenen Jahr ein leichter Rückgang für diesen Unfallbereich zu verzeichnen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle ging um 1,1 % auf 1.132 (2018: 1.145) und die der hierbei verletzten Fahrrad-Benutzer um 1,6 % auf 1.031 (2018: 1.048) zurück. Tödliche Folgen hatten diese Verkehrsunfälle für 3 Fahrrad-Benutzer, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 3 Verkehrstote.

Die Nutzer von Pedelecs waren an insgesamt 138 dieser Verkehrsunfälle beteiligt, was einen Anteil an allen Fahrradunfällen in Höhe von 12,2 % (2018: 102 bzw. 8,9 %) darstellt. Dabei wurden insgesamt 129 Pedelec-Benutzer verletzt, im Gegensatz zu 2018 jedoch niemand tödlich (2018: 96 Verletzte und 1 Getöteter).

1. Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern

Nachdem 2018 bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Motorradfahrern teils Höchststände im Langzeitvergleich (10 Jahre) festzustellen waren, ging das Verkehrsunfallaufkommen 2019 wieder zurück. So reduzierte sich die Gesamtunfallzahl um 9,5 % auf 531 (20