Zug Kultur Magazin – Mai 2014 (#9)

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  • MAI 2014

    Zug Kultur Magazin: Herausgeberin IG Kultur Zug, www.zugkultur.ch, Preis: CHF 7., 2. Jahrgang, # 009, Mai 2014

    UmbauEin Bauer krempelt seinen Hof um Aufbau Der neue Kulturchef will mehr Dialog

  • XXXII. Internationale Zuger Orgeltage Mai/Juni 2014

    ___________________________________________________________________ Sonntag, 4. Mai 2014 Marie-Ccile Lahor, Orgel 19.30 Uhr Frankreich kath. Pfarrkirche Thierry Micalet, Trompete Rotkreuz Frankreich ___________________________________________________________________ Sonntag, 11. Mai 2014 Rubin Abdullin, Orgel 16.00 Uhr Russische Fderation (Tatarstan) Klosterkirche Frauenthal Hagendorn ___________________________________________________________________ Sonntag, 18. Mai 2014 Olivier Eisenmann, Orgel 20.00 Uhr Schweiz kath. Pfarrkirche Verena Steffen, Flte Walchwil Schweiz ___________________________________________________________________ Mittwoch, 21. Mai 2014 Gedymin Grubba, Orgel 19.30 Uhr Polen kath. Pfarrkirche St. Martin Jonas Herzog, Orgel Baar Schweiz ___________________________________________________________________ Sonntag, 25. Mai 2014 Helmuth Luksch, Orgel 19.00 Uhr sterreich kath. Pfarrkirche Bruder Klaus Oberwil ___________________________________________________________________ Mittwoch, 4. Juni 2014 Holger Gehring, Orgel 20.00 Uhr Deutschland kath. Pfarrkirche St.Jakob Cham ___________________________________________________________________ Sonntag, 15. Juni 2014 Esteban Elizondo Iriarte, Orgel 11.00 Uhr Spanien Reformierte Kirche Zug ___________________________________________________________________

    Knstlerischer Leiter: Dr. Olivier Eisenmann

  • 3InhaltZug Kultur Mai 2014

    fokus

    szene

    BlIckpunkt kultur

    ausstellungen

    kInder

    veranstaltungen

    tatort kultur

    szene Choller-Fest Der Vollblutmusiker Marc Sway ist Teil eines bunten Wochenendes im Choller.

    szeneMultiinstrumentalist Der Freiburger Musiker Gustav ist gleichzeitig auch Multilinguist.

    ausstellungenLustiger Vogel Drei Knstler erzhlen Geschichten aus dem Leben eines Kauzes.

    fokus

    kInderRubergeschichtenAbenteuer, Liebe, spannende Geschichte was will ein Kinderherz mehr.

    In eIgener sacheDV der IG Kultur ZugAm 27. Mai treffen sich die Delegierten der IG Kultur Zug in Untergeri.

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    Rckkehr in die HeimatAldo Caviezel hat in Thalwil Pionierarbeit fr die Kultur geleistet. Und erklrt, was er jetzt im Kanton Zug vor hat.

    Mehr im Internet:www.zugkultur.ch

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    Die Kultur-macherIn dieser Ausgabe stellen wir

    zwei Herren vor, die beide Kultur machen. Der eine, ein gelernter Landwirt, krempelt seinen Bauernhof zum Kulturtempel um. Der andere, ein gelernter Lehrer, ist seit kurzem Kulturchef des Kantons Zug. Die Positionen knnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine bildet mit Eigeninitiative die brodelnde Basis, aus der immer wieder Neues hervorkommt. Der andere sorgt dafr, dass dieser Output sich entfalten, ein breites Publikum erreichen und in wei teren Leuten das Feuer ent fachen kann. Zusammen bilden diese beiden Pole des Kulturschaffens mehr als die Summe der einzelnen Teile.

    Andreas OppligerRedaktionsleiter

  • 4 Fokus

    Als neuer Kulturchef des Kantons will Aldo Caviezel den Dialog frdern. Und dass die Zuger Kulturszene wieder etwas lauter wird. INTERVIEW ANdREAs opplIgER

    Es ist ein HeimkommenAldo Caviezel, nach acht Jahren als Kulturbeauf-tragter der Gemeinde Thalwil bernehmen Sie nun das Amt fr Kultur des Kantons Zug. Was hat Sie zu diesem Wechsel bewogen?Aldo Caviezel: Fr mich ist es ein Heimkommen. Dieses Zurckkehren in meinen Heimatkanton war fr mich der Hauptgrund. Mit der Kultur im Kanton Zug bin ich seit meiner Jugend verbun-den.

    Das wird aber kaum der einzige Grund gewesen sein ...Caviezel: Nein, aber wie gesagt der Wichtigste. Ich konnte in den acht Jahren als Thalwiler Kul-turbeauftragter die Fachstelle Kultur der Ge-meinde aufbauen und leiten. Nach all den Jah-ren Pionierarbeit hat sich die dortige kommunale Kulturarbeit konsolidiert und steht nun auf festen Beinen. Mich hat die nchsth-here Stufe, das Wirken auf kantonaler Ebene, immer mehr zu interessieren begonnen.

    Worin unterscheidet sich fr Sie die Kulturarbeit auf kommunaler Ebene von der kantonalen?Caviezel: Rein kulturpolitisch bernimmt der Kanton andere Aufgaben als die einzelnen Ge-

    meinden. Man bewegt sich strker im Hinter-grund, zieht dort die Fden, schafft optimale Rah-menbedingungen fr die aktive Kulturfrderung der Gemeinden und vertritt das heimische Kultur-schaffen nach aussen, indem man als Player in der

    Region auftritt. Der strategische Teil der Arbeit ist wesentlich grsser, die Anzahl der Dossiers auch.

    Sie haben die aktive Kulturfrderung angespro-chen, was meinen Sie damit?Caviezel: Die Gemeinde Thalwil hat sich vor Jah-ren zur aktiven Kulturfrderung bekannt, sich nicht mehr nur auf das Organisieren von Veran-staltungen beschrnkt, sondern begonnen, dem Kulturschaffen mit Frdergeldern und -preisen aktiv unter die Arme zu greifen. Das kann aber beispielsweise auch die Initiierung von Plattfor-men oder die Schaffung von Kulturrumen sein.

    Und das soll auch im Kanton Zug geschehen?Caviezel: Aus unserer Sicht, also jener des Kan-tons, ist es das Beste, wenn sich eine Gemeinde zur aktiven Kulturfrderung bekennt. Das strkt den Zusammenhalt in der Gemeinde und ist der Sauerteig fr die gesellschaftliche Basis. Und es ist die beste Art der Nachwuchsfrderung. c

    Zug ist ein Dorf, das sich gerne als Stadt kleidet.Aldo Caviezel, Kulturbeauftragter des Kantons

  • 5FokusZug Kultur Mai 2014 Sieht sich als bersetzter zwischen Kulturschaffenden und der Politik: Aldo Caviezel. (Bild Silvio Ketterer)

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    Weshalb?Caviezel: Weil die Gemeinden am nchsten an den Kulturschaffenden und der Bevlkerung ge-nerell sind. So wird die ganze Breite der Kultur gefrdert und nicht nur die Spitzenkultur. Unter Kultur verstehe ich das Gesamtverhalten der Be-vlkerung, nicht von Einzelnen.

    Aber dank kulturellen Aushngeschildern erscheint der Kanton Zug auch auf der Kulturlandkarte der Schweiz. Ist das nicht erstrebenswert?Caviezel: Das ist natrlich schn, doch bin ich berzeugt, dass sich das mit einer lebendigen und aktiven Basis viel eher ergibt.

    Gibt es diese Basis im Kanton Zug?Caviezel: Ja, absolut. Die Initiative ist in unse-rem Kanton sehr hoch. Beispielsweise die Mu-sikszene, die im Kanton Zug sehr aktiv und viel-fltig ist. Von Klassik ber Pop und Hip-Hop bis Metal ist die Zuger Musiklandschaft extrem reichhaltig und qualitativ hochstehend. Da brauchen wir uns berhaupt nicht vor anderen zu verstecken.

    Und doch nimmt man die Zuger Musikszene nicht so richtig wahr ...Caviezel: Das Problem ist, dass die Bands der einzelnen Musikgenres untereinander gut ver-

    netzt sind, darber hinaus aber kaum. Erst eine spartenbergreifende Vernetzung macht die Musikszene nach aussen hin richtig wahrnehm-bar und gibt ihr auch Durchsetzungsvermgen. Da besteht definitiv noch Nachholbedarf. Auch drften die Zuger Bands strker zu ihrer Her-kunft stehen.

    Wie meinen Sie das?Caviezel: Wenn bei einer Band eines der Mit-glieder aus Zrich kommt, dann wird gerne mal von der Zrcher Band gesprochen, auch wenn der Rest aus Zug stammt. Es wre schn, wenn die Zuger Bands sich selber verstrkt auch als Zuger Bands sehen wrden. Denn unser Kanton hat immer wieder grossartige

    Musikgruppen hervorgebracht, beispielsweise im Metal-Bereich. Messiah aus Rotkreuz ha-ben in den 80er-Jahren das noch heute wichti-ge Subgenre Death Metal mitbegrndet. Und in der neueren Zeit haben sich Cataract mit ihrem Metalcore an die internationale Spitze gespielt.

    Erhoffen sich viele nicht einfach mehr Aufmerksam-keit, wenn sie sich als Zrcher Band bezeichnen?Caviezel: Vielleicht. Aber wir sollten nicht im Sog zwischen den beiden Kulturstdten Luzern und Zrich verstummen. Wir knnen hier auch viel bieten und mssen nicht immer zu den an-deren rberschauen. Ich kenne Leute, die kom-men von Luzern oder Zrich nach Zug, um hier Kultur geniessen zu knnen.

    Braucht die Zuger Kultur ein anderes Selbstbild?Caviezel: Wir drfen ruhig zu unserer eigenen Identitt stehen und brauchen nicht Zrich oder Luzern zu kopieren. Zug ist ein Dorf, das sich gerne als Stadt kleidet. Im Vergleich zu Zrich sind wir nicht urban. Studenten, die mit einem Laptop auf der Rssliwiese am See sitzen, ma-chen noch keine Urbanitt. Dafr ist es bei uns einfacher, sich kulturell zu engagieren. Zu einem Verein, in dem bereits Bekannte aktiv sind, fin-det man viel eher Zugang.

    Mit der Kultur im Kanton Zug bin ich seit meiner Jugend verbunden.Aldo Caviezel, Leiter Amt fr Kultur

    Aldo Caviezel mit der Band Humanoids bei ihrem Auftritt am letztjhrigen Rock The Docks in Zug. (Bild Andreas Oppliger)

  • 7FokusZug Kultur Mai 2014

    Man kann aber nicht den Leuten vorschreiben, wo sie sich engagieren sollen oder wohin sie in den Ausgang sollen ...Caviezel: Nein, das muss man auch nicht. Aber man kann die Rahmenbedingungen vereinfa-chen. Ein Beispiel: Fr Zuger Jugendliche ist es heute einfacher, mit dem V nach Zrich in den Ausgang zu gehen als in die Galvanik oder in die Chollerhalle. Von Zrich haben sie die ganze Nacht schnelle Verbindungen nach Zug, von der Chollerhalle her mssen sie irgendwann zu Fuss oder mit dem Taxi nach Hause gehen. Das kann es doch nicht sein. Und genau bei so was ms-sen wir ansetzen, das gehrt auch zur Kulturfr-derung.

    Zu Ihnen selber: Sie haben 15 Jahre lang Geige und Bratsche gespielt, haben den Rockabilly entdeckt und sind auf Kontrabass umgestiegen, spt