Abbey Road Murder Song - .Abbey Road Murder Song Roman Bearbeitet von William Shaw, Conny L¶sch

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Transcript of Abbey Road Murder Song - .Abbey Road Murder Song Roman Bearbeitet von William Shaw, Conny L¶sch

  • suhrkamp taschenbuch 4602

    Abbey Road Murder Song

    Roman

    Bearbeitet vonWilliam Shaw, Conny Lsch

    1. Auflage 2015. Taschenbuch. 474 S. PaperbackISBN 978 3 518 46602 5

    Format (B x L): 12 x 19 cmGewicht: 433 g

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  • Leseprobe

    Shaw, WilliamAbbey Road Murder Song

    Kriminalroman Aus dem Englischen von Conny Lsch

    Suhrkamp Verlagsuhrkamp taschenbuch 4602

    978-3-518-46602-5

    Suhrkamp Verlag

  • suhrkamp taschenbuch 4602

  • London, Oktober 1968: Die Jungen, Wilden und Schnen haben die Macht ergriffen. Sie haben ihre eigenen Fern-sehprogramme und Radiosender, ihre Boutiquen und eine eigene Sprache. Die Rcke werden krzer, die Hosen enger. Im Abbey Road Studio entstehen die wahrscheinlich wich-tigsten Alben aller Zeiten. Und vor dem Studio warten Hunderte junge Frauen darauf, dass SIE erscheinen: die Beatles. Doch nur eine Straenecke weiter zeigt sich ein anderes London. Die anonyme Leiche einer jungen Frau wird ent-deckt. Der einzige Anhaltspunkt, den Detective Cathal Breen und seine Kollegin Helen Tozer haben: Sie muss ein Beatles-Fan gewesen sein. Ihre Ermittlungen fhren die beiden vom Fanclub der Fab Four zu einer Gerichtsver-handlung gegen John Lennon und zu George Harrisons Haus. Aber der wahre Grund, wieso das Mdchen sterben musste, ist viel tragischer, als sie es sich htten trumen lassen.

    William Shaw begann seine Karriere als Redakteur des Punk-Magazins ZigZag. Heute schreibt er fr Zeitungen wie The Observer und The New York Times ber Themen zwi schen Pop- und Subkultur. Er verffentlichte eine Samm lung kurioser Kleinanzeigen und ein Buch ber jun-ge Musiker in Los Angeles. Abbey Road Murder Song ist sein erster Roman und der Auftakt einer Reihe um die Er-mittler Breen und Tozer. Er lebt in Brighton.

    Conny Lsch lebt als bersetzerin in Berlin. Sie hat u. a. Bcher von William McIlvanney, Elmore Leonard und Ian Rankin ins Deutsche bertragen.

    Zuletzt ist im Suhrkamp Verlag erschienen: Kings Of London (2015)

  • William Shaw

    AbbeyRoad

    MurderSong

    RomanAus dem Englischen von

    Conny Lsch

    Suhrkamp

  • Die englische Originalausgabe erschien 2013unter dem Titel A Song From Dead Lipsbei Quercus, London.

    Erste Auflage 2015suhrkamp taschenbuch 4602 der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag Berlin 2013 2013 William ShawSuhrkamp Taschenbuch VerlagAlle Rechte vorbehalten, insbesondere dasdes ffentlichen Vortrags sowie der bertragungdurch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form(durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren)ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziertoder unter Verwendung elektronischer Systemeverarbeitet, vervielfltigt oder verbreitet werden.Druck: CPI Ebner & Spiegel, UlmUmschlagfoto: akg-imagesUmschlag: himann, heilmann, hamburgPrinted in GermanyISBN 978-3-518-46602-5

  • AbbeyRoad

    MurderSong

  • Fr denleider verstorbenen,groartigenTom Hibbert

  • 1968

  • 9

    einsWarum bist du nicht gegangen, als ichs dir gesagt habe? Bevor wir aus dem Haus sind?

    Die Frage gilt einem kleinen Jungen in kurzer Hose, der wtend ber den Brgersteig stapft. Seine Nanny, die Haare vom Oktoberwind zerzaust, schiebt den riesi-gen Silver-Cross-Kinderwagen mit der rechten Hand und zerrt den kleinen Jungen an der linken hinter sich her. Das Baby hat Nee-Noo, den Filzelefanten, verloren und schimpft unter seiner gelben Decke. Sie sind im Park ge-wesen, wo sie keine einzige andere Nanny getroffen ha-ben. War ja auch viel zu kalt, aber die Mutter der Kinder bestand auf einem morgendlichen Spa zier gang vor dem Elf-Uhr-Tee. Sie glaubte an frische Luft und Bewegung, obwohl sie selbst lieber zu Hause blieb, Bonbons lutschte, Patiencen legte und stundenlang telefonierte, als wrde es nichts kosten.

    Ich hab dir doch gesagt, dass du noch mal gehen sollst. Die Nanny schleppt sich weiter wie ein Krebs, bei-de Arme ausgestreckt, der eine schiebt, der andere zieht. Oder etwa nicht?

    Aber als dus gesagt hast, wollte ich nicht.Die Nanny trgt das hssliche marineblaue Cape, das

    sie nicht ausstehen kann, dazu die schwarzen Halbschu-he mit Quasten, eigentlich was fr Omas. Schminke ist nicht erlaubt. Rcke mindestens knielang. Und der liebe Dad dy? Kann die Finger nicht bei sich behalten.

    Der kleine Junge, dessen Hand sie in ihrer hlt, strahlt bereits die Selbstsicherheit einer Person aus, die wei, dass eine Nanny nur eine lohnabhngige Angestellte ist sie bekommt drei Pfund zehn die Woche plus Unterkunft und Verpflegung und darf entsprechend behandelt werden.

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    Ich muss aber jetzt. Der Junge spricht die Kon so-nan ten deutlich und abgehackt aus, er stammt von Vor-fahren ab, die glaubten, Befehle mssten mglichst ein-fach formuliert werden.

    Kannst dus nicht einhalten? Das erste Herbstlaub weht an den dreien vorbei. Nur noch fnf kurze Minu-ten?

    Der Junge berlegt eine Sekunde lang, dann antwor-tet er schlicht: Nein.

    Zeig mir, was fr ein starker Junge du bist.Ich bin ein starker Junge, aber ich muss Pipi, sagt er

    mit einer fr sein Alter zu tiefen Stimme.Die Nanny wnscht sich, sie wre ihren Aufgaben

    bes ser gewachsen. Sie ist jung und unerfahren. Die Stel le hat sie nur angenommen, um der englischen Provinz zu entfliehen. Sie hatte sich in der Carnaby Street gesehen, statt dessen war sie in St Johns Wood gelandet bei einem verwhnten kleinen Jungen in kurzer Wollhose, mit Strumpf bndern und Blazer, dessen Vater ihr an den Hin-tern grapscht, sobald die Mutter nicht hinguckt. Einsam und von Heimweh geplagt bleibt der 17-Jhrigen abends nur Radio Luxembourg, ihr einziges Vergngen. Das Radio verrt ihr, dass es irgendwo in England Men schen gibt wie sie, und das hlt sie davon ab, verrckt zu wer-den. Gestern Abend hatte der Discjockey Fire von The Crazy World of Arthur Brown aufgelegt und sie wnschte, ihre Welt wre auch so crazy, dass sie in Flam men auf-geht.

    Sonntags hatte sie frei, aber wozu eigentlich? Sonn-tags war nichts los. An ihrem letzten freien Tag war sie nach Kensington gefahren, um sich die Klamotten in den Schaufenstern der geschlossenen Geschfte anzusehen. Sie htte sich sowieso nichts davon leisten knnen. Oft trumt sie mit offenen Augen, David Bailey wrde sie entdecken, er wrde sie in wunderschne Kleider ste-

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    cken, sie fotografieren und berhmt machen, aber wenn sie wie eine alte Hexe rumluft, wird sie niemandem auf-fallen.

    In London zu sein bedeutet nur, dass jetzt all das, was sich auerhalb ihrer Reichweite ereignet, noch str ker in ihr Bewusstsein rckt.

    Youve been living like a little girl, in the middle of your little world, and your mind, you know youve really been so blind, and nows your time to burn.

    Was singst du da? Das klingt schrecklich. Hr auf.Hatte sie gesungen? Sie beschliet, den Jungen nicht

    zu beachten, schiebt den Kinderwagen weiter. Das Baby weint immer noch unter der gelben Baumwolldecke. Es ist fast Essenszeit.

    Du hast deine Popmusik gesungen. Popmusik ist schrecklicher Krach. Er ahmt seine Mutter nach.

    In der Sowjetunion ist Popmusik angeblich verboten. Chruschtschow schickt alle, die sie hren, nach Sibirien. In Spanien und Griechenland genauso. Nur dass man da eingesperrt wird. Und die Fingerngel rausgerissen be-kommt. Und Minircke darf man auch keine tragen. Hier hmmert nur die Mutter an die Tr und verlangt, dass das entartete Geleier ausgemacht wird. Wrden sich alle Teenager in England zusammentun, knnten sie alle ber Dreiig tten. Alle Alten sollen sterben. Sogar ihr eigener Dad. Ihr wrs egal. Waren die schwarzen Beeren an der Hecke giftig, an der sie den Jungen gerade vorbei-gezerrt hat?

    Ich muss. Meldet sich der Junge erneut. Wie das nervt. In diesem Teil Londons kann man nicht einfach irgendwo hinpinkeln. Die junge Nanny sieht sich um, fragt sich, ob sie an die Tr eines der wei gestrichenen Huser mit den schicken Wagen davor klopfen und bitten sollte, die Toilette benutzen zu drfen. Aber sie ist schch-tern und unsicher.

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    Ich mach in die Hose, verkndet der Junge. Wirk-lich.

    Mummy, Baby und Alasdair nehmen gemeinsam den Elf-Uhr-Tee, bevor sich Mummy verabschiedet und mit ihren Freundinnen Mah Jong spielt und Sherry trinkt. Sie kann ihn nicht nass nach Hause bringen.

    Sie packt den Jungen fester an der Hand. Hier ent-lang, sagt sie und zerrt Little Alasdair entschlossen ber die Hall Road.

    Au! Du tust mir weh.Nein, tu ich nicht. Beeil dich.Sie ist mde und wtend. Sie hat sich eine ungnstige

    Stelle ausgesucht, um die Strae zu berqueren. Die Hauptstrae macht hier eine leichte Kurve. Den aus nrdlicher Richtung entgegenkommenden Verkehr kann sie nicht sehen. Schnell, sagt die Nanny, ist schon halb drber und erkennt erst jetzt die Gefahr. Aber der kleine Junge in der grauen kurzen Hose und der Jacke ist ent-schlossen und stark, er stemmt sich dagegen, als sie ver-sucht, ihre beiden Schtzlinge ber die asphaltierte Fahrbahn zu bugsieren.

    Die Nanny gewinnt das absurde Tauziehen, doch als sie sich dem Bordstein auf der anderen Seite nhert, muss sie die Rder des schweren Kinderwagens leicht an-heben und ist dadurch kurz abgelenkt, Alasdair