Alexej Winter - Buch.de - Bücher versandkostenfrei · Inhaltsverzeichnis Sekundensache Impressum...

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  • Alexej Winter

    Gay Romance

  • ImpressumAlexej Winter, Sekundensache

    © HOMO Littera Romy Leyendecker e. U.,Am Rinnergrund 14, A – 8101 Gratkorn,

    www.HOMOLittera.comEmail: [email protected]

    Coverfoto:Handsome guy torso © Studio-54 – Fotolia.com

    Rahmen, floral, ornamental, filigran, Schnörkel © christine krahl –Fotolia.com

    Foto im Buch:soccer 2014 © THesIMPLIFY – Fotolia.com

    Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung,auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages

    gestattet.

    Handlung, Charaktere und Orte sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeitmit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

    Das Model auf dem Coverfoto steht in keinem Zusammenhang mitdem Inhalt des E-Books. Der Inhalt des E-Books sagt nichts über die

    sexuelle Orientierung des Models aus.

    Die geschilderten Handlungen dieses E-Books sind fiktiv! Im realenLeben gilt verantwortungsbewusster Umgang miteinander und Safer

    Sex!

    Originalausgabe: Juli 2014

    ISBN Print: 978-3-902885-38-8ISBN PDF: 978-3-902885-39-5

    ISBN EPUB: 978-3-902885-40-1ISBN PRC: 978-3-902885-41-8

    http://www.HOMOLittera.com/http://de.fotolia.com/id/14560645mailto:[email protected]

  • Für Alex Seinfriend

  • „Love isn’t finding a perfect person.It’s seeing an imperfect person

    perfectly.”Sam Keen

  • Inhaltsverzeichnis

    SekundensacheImpressumInhaltsverzeichnis

    SekundensachePrologKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16

    Aus unserem SortimentSündhafte Begierde der Verdammnis ISündhafte Begierde der Verdammnis IISehnsuchtsvolles WiedersehenBetrügerischer Katzenjammer

  • Sekundensache

  • PrologSpanien, August 2008

    Zeit zur Abreise. Die Zeiger seiner Armbanduhr standen auf kurznach sieben am Abend. Sein Blick wanderte zum Meer. Ob er esvermissen würde? Ein Seufzer entglitt seinen Lippen und er setzte seinBasecap auf. Es war nur ein Urlaub. Das bedeutete nun mal, für einebegrenzte Zeit den Aufenthalt an einem unbestimmten Ort zugenießen. Manchmal kam man an diesen Ort zurück, manchmal auchnicht. Für ihn stand fest, dass er niemals zurückkehren würde.

    Vor dem Hotel, in dem er die letzten acht Tage verbracht hatte, parkteder doppelstöckige Reisebus der Mannschaft. Die vielen Sporttaschenwaren im Gepäckraum verstaut worden, ein paar der jungen Männerhatten bereits in dem Fahrzeug Platz genommen. Die Abreise rücktevon Minute zu Minute näher. Ein letztes Mal sog er die salzigeMeeresluft tief in seine Lungen, dann wandte er sich ab und warteteam Bordstein darauf, die Straße überqueren zu können. An diesemAbend herrschte wenig Verkehr, weshalb er nur drei Wagenvorbeilassen musste, um zum Bus zu gelangen. Gerade als er denFußgängerweg betreten hatte, startete der Motor. Er stellte sich alsLetzter in die Warteschlange, die vorn einsteigen musste, um auf einerNamensliste abgehakt zu werden. Man wollte schließlich niemandenzurücklassen.

    Ob man auch Erinnerungen zurücklassen konnte?„¡Hola!“, hörte er eine bekannte Stimme hinter sich rufen. Seine

    Augen weiteten sich und der Schlag seines Herzens nahmaugenblicklich zu. Jeder seiner Mannschaftskameraden drehte sich umund sah wie er zu den drei spanischen Männern, die herangeeiltkamen.

    „¡Buenos días!1“, grüßten die Spanier und blieben vor dem Busstehen. Einer von ihnen trat vor. „Wolltest du nach Hause fahren, ohnedich zu verabschieden, Chico?“

    Ja, tatsächlich hatte er darauf gehofft, sich ohne ein peinlichesAbschiedsszenario davonstehlen zu können. Nun senkte er voller

  • Scham den Kopf und versuchte, seine Atmung zu kontrollieren. SeineHandinnenflächen wurden klamm und sein Magen zog sichschmerzhaft zusammen.

    „Ich muss dir noch etwas gestehen, bevor du fährst“, sagte derSpanier.

    Ein unkontrollierbares Zittern durchfuhr den Körper des jungenMannes, als er den Blick hob und seinem Gegenüber in die Augen sah.Dieses Schokoladenbraun. Er war ihm vom ersten Moment anhoffnungslos verfallen gewesen.

    „Te echaré de menos, chico2“, flüsterte der Spanier, während sichdessen warme Finger um die seinen schlangen.

    Ein Raunen ging durch die Warteschlange. Das Einsteigen schien inVergessenheit geraten zu sein. Es wurde getuschelt, und diejenigen, diebereits im Bus saßen, drückten sich die Nasen an den Scheiben platt.

    „Ich könnte dir schreiben“, meinte er leise und versuchte, demSpanier sanft seine Finger zu entziehen.

    „Schreiben? Das reicht mir nicht. Ich muss dich wiedersehen!“Das Tuscheln nahm an Lautstärke zu. Ihm fehlten jedoch die Worte.

    Wie stellte er sich das vor? Sie wohnten mehr als eintausend Kilometervoneinander entfernt. Wann sollten sie sich denn wiedersehen?

    „Ich muss jetzt los. Wir haben einen langen Weg“, entgegnete er undtrat einen Schritt zurück. Keinen großen, aber er wollte mit dieserGeste seinen Worten mehr Gewicht verleihen. Er tat einen zweitenSchritt, doch der Spanier hielt ihn immer noch fest.

    „Gib mir deine Telefonnummer. Ich rufe dich morgen an.“„Ich weiß nicht, wann wir ankommen. Ich muss jetzt wirklich los“,

    erfand er eine Ausrede. Seine Hand kam frei und er wandte sich sofortab, um zum Buseinstieg zu gelangen.

    „Chico! Warte doch!“Noch einmal drehte er sich zu dem spanischen Mann um. Was wollte

    er denn noch? Schon wieder nahm er ihn an die Hand. Die andere legteer ihm an die Wange.

    „Te quiero3“, hörte er ihn noch sagen, bevor sich ihre Lippen zumKuss berührten. Das Tuscheln verstummte und es herrschte Totenstilleum die beiden Männer herum. Eine Hitzewelle durchströmte seinenKörper und rief Erinnerungen an die vergangene Nacht herbei, welche

  • sich wie Schatten unter einem Schleier von zu viel Alkohol in seinenGedanken eingenistet hatten. Sein Mund öffnete sich einen Spalt. DieHand an seiner Wange löste sich und wanderte zum Nacken, wo siemehr Druck ausübte und ihn nach vorn zog. Er fühlte die warmeZunge zwischen seinen Lippen, dann in seinem Mund. Die Kniewurden ihm weich, er kippte nach vorn und seine Finger krallten sichin das weiße Poloshirt des Spaniers. In seinem Kopf begann sich alles zudrehen. Viel zu schnell lösten sich die zarten Lippen von seinem Mund,und er öffnete die Augen, nur um wieder in diesem traumhaft schönenSchokoladenbraun zu versinken. Diese großen Augen, die ihn vollerTemperament anstrahlten und auf eine Reaktion warteten.

    „Ich …“, begann er und suchte nach Worten, die in der Lage waren,seine Gedanken auszudrücken. Hinter ihm wurde es laut. Stimmenerklangen. Rufe waren zu hören, ein Lachen, einzelne Worte. NurFetzen drangen an sein Ohr. Abartig … unnormal … schwul.

    Der Dunstschleier vor seinen Augen verzog sich. Er war nicht abartig.Und unnormal schon gar nicht. Wieder spürte er die Lippen aufseinem Mund, doch dieses Mal stieß er den Spanier von sich und wichzurück.

    „Ich bin nicht schwul!“, rief er und hob die Arme in eineAbwehrhaltung.

    Der Spanier sah ihn verdutzt an. „Was soll das denn jetzt?“„Lass mich zufrieden! Ich bin nicht so abartig wie du!“ Er drehte sich

    um und lief in Richtung Einstieg.„Chico! Willst du mich verarschen? Bleib stehen und rede mit mir!“

    Die Finger des spanischen Mannes schlossen sich um sein Handgelenkund hielten ihn fest. Er wurde herumgezogen und gegen den Busgedrückt. „¡Qué coño haces! ¿Porqué?4“

    Er riss sich los, dann drängte er sich an seinen Kameraden vorbei undhastete in den Bus. Sein Körper bebte, und seine Augen brannten.Schnell lief er durch den schmalen Mittelgang. In der hintersten Eckekauerte er sich auf einen Sitz, zog die Beine an den Körper und schlangdie Arme um seine Knie. Sein Gesicht vergrub er in der entstandenenKuhle. Er schämte sich so sehr.

    Von draußen hörte er immer noch, wie der Spanier seinen Namenrief. Bittend, beinahe flehend. Dann verstummten die Rufe. Es war

  • vorbei, dachte er und blies Luft zwischen seinen Lippen hindurch.Wasser sammelte sich in seinen Augen und in der Nase. Seine Muskelnzitterten, die Adern in seinen Schläfen pochten. Er wollte einfach nurnoch nach Hause.

    Neben ihm klatschte eine Handfläche gegen die Scheibe. Er fuhrzusammen, drehte den Kopf dennoch in Richtung der Scheibe. Da standder Spanier. Den Blick voller Abscheu auf ihn gerichtet. Voller Wut undHass.

    „¡Eres patético! ¡Cobarde gilipollas! ¡A la mierda!5 ”

  • 1

    Deutschland, August 2012

    Die Sonne verabschiedete sich mit einem Farbenspiel ausverschiedenen Rottönen am Horizont und blendete Luca mit ihrenletzten, wärmenden Strahlen. Ein Luftzug zupfte an den ohrlangen,hellbraunen Haaren, umspielte seinen Nacken und verschwand um dieHausecke, wo er den dort wachsenden wilden Wein rascheln ließ. DieSommerferien hatten vor knapp zwei Wochen begonnen. Seine letztengroßen Ferien vor dem Abitur. Ein Seufzer entwich Lucas Lippen, als ersich gegen das Geländer lehnte und in den Himmel hinaufsah. Noch einJahr. Dann würde sich das Tor zur Freiheit endlich für ihn öffnen.Dann würde er seine Sachen packen können und verschwinden.

    Auf dem steinernen Belag der Terrasse waren Schritte zu hören, dieLuca für einen Moment aus seinen Gedanken rissen. Er neigte den Kopfzur Seite und schaute zu Lilly, die sich neben ihm an das Geländerlehnte. Zwei Wochen würde er nun mit ihr verbringen müssen. Zweiendlos lange Wochen, 450 Kilometer entfernt von seinem Zuhause undden Großeltern, bei denen er seit neun Jahren lebte.

    „Danke, dass du hergekommen bist!“, sagte Lilly.„Hatte ich denn eine Wahl?“ Luca sah sie nicht an. Allem Anschein

    nach suchte sie krampfhaft nach einer spontanen Antwort. Es dauerteetwas, bis sie ihm kameradschaftlich gegen den Oberarm boxte underneut das Wort ergriff.

    „Sieh es doch positiv. Du kommst mal raus. Außerdem bin ich auchnoch da. Das ist Grund genug, hier zu sein.“

    Wie hätte er das vergessen können? Während Luca der Meinung war,dass zwischen Lilly und ihm ein stilles Abkommen bezüglich ihrerFreundschaft und den daraus resultierenden tieferen Gefühlenherrschte, welches besagte, dass sie bloß Freunde oder so etwas wieGeschwister waren, schien sie sich anderweitig orientiert zu haben.Anders konnte er sich ihr Verhalten nicht erklären. Ihr ständigesDauergrinsen, der immer wiederkehrende Drang, Körperkontakt zu

  • ihm herzustellen oder diese Bemerkungen, die sie von sich gab, dasalles waren Warnsignale. Imaginär begleitet durch rotes Warnlicht undGefahrensirenen.

    Wäre es nach ihm gegangen, hätte er die Ferien mit ein paar Kumpelsverbracht – und nicht allein mit Lilly im Haus ihres Onkels, der sichgerade mit seiner Gattin auf einem Luxusdampfer irgendwo auf demMeer entspannte. Aber ihn fragte man ja nicht. Kreisligamannschaftenzu trainieren lag Lillys Familie im Blut. Nicht nur ihr Onkel tat es,sondern auch ihr Vater. Nun war es allerdings so, dass die luxuriöseKreuzfahrt genau auf den Termin für das Sommerfest des SVDunkelbach fiel. Statt einen befreundeten Trainer damit zubeauftragen, die Mannschaft auf das Spiel vorzubereiten, hatte StephanSeimans diese Aufgabe seiner Nichte übertragen. Aus diesem Grundwar Lilly bereits vor einer Woche hierhergekommen. Selbstverständlichin freudiger Erwartung auf eine Mannschaft mit herausragendensportlichen Fähigkeiten.

    Es lebe die Vorstellungskraft!„Hast du Hunger?“, fragte sie. Luca nickte. Sein Magen knurrte schon

    seit Stunden und seinen Proviant hatte er bereits während der erstenHälfte der sechsstündigen Zugfahrt verdrückt.

    „Gut. Wir bekommen noch Gäste. Zwei aus der Mannschaft. Diebringen auch den Hund mit.“

    „Den Hund?“, wiederholte Luca verwirrt. Jahrelang hatte er sicheinen Hund gewünscht, doch dieser Wunsch war ihm nie erfülltworden. Seine Oma wollte die Hundehaare nicht in ihrem Haus haben.Für Katzen- oder Kaninchenhaare galt übrigens das Gleiche.

    Lilly sah ihn an. „Ja, ich wollte ihn nicht alleine lassen, während ichdich vom Bahnhof abgeholt habe.“

    „Was ist es für ein Hund?“„Keine Ahnung. Irgendetwas Haariges auf jeden Fall.“Lilly mochte Hunde nicht besonders. Ihre einzigen Haustiere waren

    zwei Bartagamen, die sie Bonnie und Clyde getauft hatte. Manchmaltrug sie Bonnie auf dem Arm durch ihr Zimmer. Luca hatte noch keineder beiden Echsen berührt. Lilly bot es ihm zwar immer wieder an,aber er traute sich nicht. Sie waren ihm nicht geheuer. Zartes,plüschiges Fell dagegen wirkte auf ihn wie ein Magnet. Egal, was das

  • für ein Hund war, der gleich zur Tür hereinspazieren sollte, Lucawürde ihn lieben. Und das war bis jetzt der einzige Grund, weshalb erdie kommenden zwei Wochen genießen würde.

    Aus dem Inneren des Hauses konnte man die Türklingel hören. Lillyentschuldigte sich und ging hinein. Jetzt haderte Luca ein wenig mitsich selbst. Sollte er ihr nach drinnen folgen oder hier warten? DerHund würde ihn sicher sofort bemerken und zu ihm kommen. Es gabdemnach keinen Grund, ihm entgegenzulaufen. Das hätte denVierbeiner bloß verunsichert. Luca entschied sich also dafür, auf derTerrasse zu warten. Die nächste Böe kam und wirbelte seine Haare auf,die er sich sofort aus der Stirn strich. Aus dem angrenzendenWohnbereich des Hauses waren Stimmen zu hören – und dasGetrappel von Krallen auf Laminat. Gebannt blickte Luca zur gläsernenTerrassentür.

    Da stand er – mit einer Schulterhöhe von bestimmt fünfundsechzigZentimetern und glänzend weißem Fell. Nur sein Kopf warcollietypisch braun und schwarz maskiert, und an der rechten Flankehatte er einen braunen Fleck. Luca strahlte über das ganze Gesicht. Erging in die Hocke und hielt dem Collie seine rechte Hand entgegen.Dieser kam wedelnd auf ihn zu, beschnupperte die Finger, setzte sichund streckte ihm die linke Pfote entgegen. Ganz vorsichtig nahm Lucasie in seine Hand und streichelte über das seidige Fell. Die großefeuchte Nase des Collies kam näher und schon im nächsten Augenblickleckte er Luca am Kinn.

    „Was sind denn das für schwule Spielereien?“Erschrocken sah Luca zur Terrassentür. Auf Krücken gestützt stand

    dort ein junger Mann – gekleidet in eine Sporthose, deren rechtesHosenbein hochgekrempelt war und freie Sicht auf den eingegipstenKnöchel bot. Das Shirt, welches er trug, zeigte das verwaschene Logodes Hard Rock Cafés in Paris. Auf dem Kopf trug er ein Basecap undauf der Nase eine dunkle Sonnenbrille. Dank der Informationen, dieLuca bereits von Lilly erhalten hatte, musste dieser junge Mann Manuelsein – der Typ, der ja so toll Fußball spielte und so schnell sprintenkonnte und jetzt so verletzt war. Und der vor allem ziemlich blödeSprüche abließ, noch bevor er sich vorgestellt hatte. Nicht, dass Luca

  • Fremden gegenüber skeptisch oder abweisend eingestellt gewesen wäre,aber es gab einfach Dinge, die er nicht ausstehen konnte.

    „Du wolltest ein Bier?“ Hinter Manuel tauchte ein weiterer jungerMann auf. Groß – mindestens einen Meter und neunzig. Sein Körperleicht muskulös, mit einer schmalen Taille und einer breiten Brust, überder das weiße T-Shirt spannte. Als er auf die Terrasse trat, spielte derWind mit seinen dunklen Haaren, die ihm über den Nacken reichtenund in feinen Strähnen in die Stirn gegelt waren. Sonnenlicht brachsich in den langen Wimpern und betonte seine saphirblauen Augen.Dazu die schmale, lange Nase und die geschwungenen Lippen, die inden Mundwinkeln feucht glänzten. Einfach zum Küssen. Links unterder Unterlippe besaß er ein kleines Muttermal. Luca schätzte ihn aufMitte zwanzig – wie den Sprüche klopfenden Sonnenbrillenträgerneben ihm.

    „Hi“, grüßte Luca heiser. Schnell räusperte er sich und hielt demDunkelhaarigen die Hand entgegen. „Ich bin Luca.“

    „Bela. Freut mich“, antwortete dieser und ergriff Lucas Hand. SeineHaut fühlte sich zart an. Sein Händedruck dagegen war fest.

    „Bela? Ernsthaft?“, fragte Luca und zog die Brauen hoch.„Ja. Meine Eltern waren ziemlich große Ärzte-Fans.“„Und dann benennen sie dich nach dem Gitarristen?“„Drummer!“, berichtigte Bela und erntete von Luca nur ein keckes

    Grinsen.„Punkrock also?“„Ist nicht totzukriegen.“ Bela ließ seinen Blick zu dem Collie

    wandern, der sich neben Lucas Beine gesetzt hatte und den neuen Gastohne Unterbrechung ansah. „Sieht so aus, als ob Heaven dich mag.“

    „Ich sagte ja, der Hund ist schwul“, warf Manuel ein und nahmeinen kräftigen Schluck aus der Bierflasche, die Bela ihm mitgebrachthatte.

    „Wie kommst du darauf?“, erkundigte sich Bela.„Vorhin hat er ihn geleckt. Ist wohl eindeutig.“Bela gab darauf keine Antwort. Er schaute stumm zu Luca und

    zwinkerte ihm zu. Dann wandte er sich ab und begab sich zurück insHaus. Luca folgte ihm. Er ging durch das Wohnzimmer in den Flur undvon dort in die Küche, wo Lilly gerade einen Kochtopf aus einem der