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Journalistische Darstellungsformen Glossar Projektteam PROMEDIA MAASSEN Kerstin Kaufmann 02404 9407-24 [email protected] Julia Schäfer 02404 9407-16 [email protected]

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Journalistische Darstellungsformen

Glossar

Projektteam

PROMEDIA MAASSEN Kerstin Kaufmann

02404 9407-24 [email protected]

Julia Schäfer 02404 9407-16

[email protected]

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Glossar: Journalistische Darstellungsformen

SCHÜLER LESEN ZEITUNG ist ein Projekt der Rhein Main Presse und ihrer Partner : Seite 2

Inhaltsübersicht

Information und Meinung

1. Trennung von Information und Meinung Seite 3

Informationsbetonte Textsorten

2. Die Nachricht – Meldung, Bericht und Feature Seite 4

3. Die Reportage Seite 8

4. Das Interview Seite 10

Meinungsbetonte Textsorten

5. Der Kommentar Seite 12

6. Die Kritik/Rezension Seite 14

Bildgestaltungsmöglichkeiten und Lesermeinung

7. Zeitungsfoto, Infografik, Karikatur Seite 16

8. Leserbrief und Online-Kommentar Seite 17

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Glossar: Journalistische Darstellungsformen

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1. Trennung von Information und Meinung Ein Journalist kann ein Thema oder Ereignis mithilfe verschiedener Textsorten auf sehr unter-schiedliche Weise darstellen. Jede Textsorte entspricht einer anderen „Erzählweise“, vermit-telt andere Inhalte und legt andere Schwerpunkte.

Diese verschiedenen journalistischen Textsorten lassen sich in zwei Kategorien einteilen: In-formationsbetonte Texte auf der einen Seite und meinungsbetonte Texte auf der anderen Seite.

Zu den informations- bzw. tatsachenbetonten Texten gehören unter anderem die Nach-richt (mit Meldung als Kurz- und Bericht als Langform), das Feature, das Interview, die Re-portage und die Infografik als Mischform aus Text und Bild. Zu den meinungsbetonten Textsorten zählen der Kommentar beziehungsweise sein „großer Bruder“ der Leitartikel, die Kritik (auch Rezension genannt), die Glosse und die Karikatur.

Journalistische Darstellungsformen

informationsbetont objektiv

meinungsbetont subjektiv

Nachricht – Meldung und Bericht

Kommentar, Leitartikel

Feature

Kritik/Rezension

Interview

Glosse

Reportage

Kolumne

Infografik

Karikatur

Schwerpunkt der Berichterstattung geeignete Darstellungsform

Fakten, Daten, Neuigkeiten Nachricht, Bericht

komplizierte Daten/Fakten Feature

Personen, Expertenwissen Interview

Handlung Reportage

Meinung und Argumentation Kommentar, Glosse

Bewertung Kritik/Rezension und Karikatur

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Wer? Wann? Was? Wo? Wie? Warum?

Woher?

2. Die Nachricht – Meldung, Bericht und Feature 1/4

Nachrichten gehören zu den informationsbetonten Textsorten. Das bedeutet: Nachrichten dürfen keine Wertungen enthalten, die Meinung des Journalisten hat hier nichts verloren. Die Sprache in Nachrichten ist klar und sachlich.

Die W-Fragen Nachrichtliche Texte sollen in erster Linie die W-Fragen beantworten:

WER macht WAS, WANN, WO, WIE und WARUM?

Und natürlich auch: WOHER kommt diese Information?

In der Tageszeitung nehmen aktuelle Nachrichten einen großen Raum ein. Sie berichten über etwas, das bereits geschehen ist, oder kündigen etwas an, das noch geschehen wird. Dabei gibt es verschiedene Varianten der Nachricht. Meist wird unterschieden zwischen der Mel-dung als kürzeste Form einer Nachricht und dem Bericht als längere und vertiefende Form.

Der klassische Aufbau einer Nachricht, egal ob Meldung oder Bericht, folgt dabei einem be-stimmten Prinzip: Das Wichtigste steht am Anfang, das Unwichtigste zum Schluss. Ein Re-dakteur könnte die Sätze Stück für Stück von hinten wegstreichen und die Nachricht würde trotzdem noch verständlich bleiben.

Das Prinzip lässt sich gut als auf den Kopf gestellte Pyramide veranschaulichen:

W-Fragen Einzelheiten

Vorge- schichte

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Was? Wann? Wer? Wo?

Woher?

Wie? Warum?

Tipps für euren Bericht!

Meldung 2/4

Eine Meldung ist eine besonders kurze Nachricht. Sie beantwortet die wichtigsten W-Fragen in oft nur zwei bis drei Sätzen.

Was ist geschehen? Wer war beteiligt? Wann ist es passiert? Wo ist es passiert?

Danach ist die Frage wichtig: Woher habe ich die Information? Welche Quelle gibt es?

In eurer Tageszeitung findet ihr Meldungen zum Beispiel unter der Rubrik „Kurz notiert“ am linken oder rechten Rand vieler Seiten. Typisch dafür sind zum Beispiel Polizeimeldungen über Unfälle und Einbrüche oder die Ankündigung von Veranstaltungen.

Bericht Der Bericht ist der längere Bruder der Nachricht. Er geht weiter in die Tiefe, indem er folgende Fragen zusätzlich beantwortet: Wie ist etwas passiert? Warum ist es passiert?

Er erklärt Zusammenhänge, Vorgeschichten, Hintergründe. Dazu sind oft Aussagen (Zitate) von Experten und Betroffenen hilfreich. Da der Bericht eine tatsachenbetonte Darstel-lungsform ist, muss der Journalist darauf achten, dass er bei gegensätzlichen Bewertungen eines Sachverhaltes jede Seite zu Wort kommen lässt, um keine Meinung zu bevorzugen. Der Leser erhält somit die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Wenn ihr selbst einen Bericht schreibt, habt ihr im Aufbau mehr Freiheiten als bei der Meldung und müsst euch nicht so streng an die Pyramiden-Form halten. Ihr müsst zum Beispiel nicht alle W-Fragen direkt in den ersten Sätzen beantworten und dürft auch einen „attraktiven Aufhänger“ zum Einstieg in den Text wählen. Oft ist der Bericht dabei dem Feature sehr ähnlich.

Feature Das Feature ist eine lebendige Form des Berichts und lässt sich häufig nicht klar von ihm unterscheiden. Im Feature werden genau wie im Bericht alle W-Fragen beantwortet. Sprache und Aufbau folgen dabei aber nicht so strengen Regeln. Harte Fakten werden häufig mit Be-schreibungen von Handlung und Situation gemischt. Das ist vor allem beim Einstieg in den Text der Fall. Dafür greift der Autor einen besonderen Aspekt eines Themas heraus und verdeutlicht dieses am Beispiel von betroffenen Personen.

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Meldung aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER 3/4

vom 02.09.2015, Kreis Alzey-Worms

Bericht aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER vom 01.09.2015, Rheinland-Pfalz

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Feature aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER 4/4

vom 02.09.2015, Politik

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3. Die Reportage 1/2

Eine Reportage kann man vereinfacht als Erlebnisbericht beschreiben. Sie wird auch häufig als der Dokumentarfilm unter den Textsorten bezeichnet. Im Gegensatz zur Nachricht, die sachlich sein muss, werden in der Reportage Erlebnisse und Fakten erzählerisch miteinander verwoben.

Trotzdem gehört auch die Reportage zu den tatsachenbetonten Darstellungsformen. Die Meinung des Autors hat auch hier nichts verloren. Im Mittelpunkt steht das Erlebte, die Hand-lung der Geschichte. Dabei stellt die Reportage ähnlich wie das Feature oft einzelne Men-schen in den Mittelpunkt. Sowohl die Menschen als auch die Situationen, in denen sie sich be-finden, sind dabei meist ungewöhnlich oder extrem, zum Beispiel bei einer Reportage über die Erfahrungen von Flüchtlingen.

Das Gefühl, „live“ dabei zu sein

Der Autor lässt den Leser an den Erlebnissen teilhaben. Er schildert, was zu sehen ist, wie sich etwas anfühlt, wie etwas riecht usw. Durch diese genauen szenischen Beschreibungen einer Handlung hat der Leser im besten Fall das Gefühl, „live“ dabei zu sein. Bei einer Reportage über die Erfahrungen von Flüchtlingen soll sich der Leser direkt in deren Situation versetzt fühlen, Gewirr aus mehreren Sprachen hören, das landestypische Essen der Flüchtlinge rie-chen und ihre Unterkunft vor Augen haben.

Diese „Szenen“ werden verknüpft mit hintergründigen Tatsachen und erklärenden Fakten. Im Beispiel der Flüchtlinge: Wie viele Flüchtlinge leben aktuell in Deutschland? Welche Gründe führen dazu, dass Flüchtlinge ihr Land verlassen müssen? Welche Hilfsangebote gibt es?

In der Regel wechseln sich die Fakten und die szenischen Beschreibungen, also das Erlebte, innerhalb des Textes ab. Im besten Fall erklären die Fakten jeweils die zuvor geschilderte Szene. Das folgende Schaubild verdeutlicht ein solches Grundraster der Reportage:

Ihr merkt: Wer eine gute Reportage schreiben möchte, muss genau beschreiben, was passiert. Und wer genau beschreiben und gut erzählen will, der muss seine Umwelt und seine Mitmen-schen genau beobachten.

Dafür solltet ihr bei der Recherche ganz nah dran am Geschehen sein, am besten mittendrin. Im Fall der Flüchtlinge empfiehlt es sich, sie einen Tag lang zu begleiten. Nehmt wie mit einer Kamera alles auf, was um euch herum passiert. So habt ihr eine gute Grundlage und genügend Stoff für spannende Szenen eures „Dokumentarfilms“. Die Hintergründe und Zahlen für die „Fakten“-Bausteine müsst ihr dann eventuell noch vom Schreibtisch aus recherchieren.

erklären

Tipps für eure Reportage!

erklären erklären erklären erklären

Reportage

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Reportage aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER 2/2

vom 29.08.2015, Reisejournal

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Personen-Interview

Sach-Interview

Tipp für euer Interview!

4. Das Interview 1/2

Das A und O von Interviews sind Fragen und Antworten. Es gibt zwei Formen von Interviews: Interviews zur Person und Interviews zur Sache.

Bei Personen-Interviews geht es darum, den Menschen selbst vorzustellen, ihn somit zu porträtieren. Bei Sach-Interviews wird dagegen das Expertenwissen des Interviewpartners genutzt, um ein Ereignis bzw. einen Sachverhalt zu erklären oder zu bewerten.

Neben der klassischen Form, der Abfolge von Fragen und Antworten, besteht auch die Möglichkeit, in einem Fließtext direkte und indirekte Rede abzuwechseln beziehungsweise viele Zitate in einen Bericht oder ein Feature einzubauen.

Die klassische Form, also die klar gegliederte Abfolge von Fragen und Antworten, wird als Wortlaut-Interview bezeichnet. Wortlaut bedeutet aber nicht, dass die Fragen und Antworten ungekürzt und genau in der Reihenfolge veröffentlicht werden, wie sie im Interview gegeben worden sind. Der Journalist möchte auch beim Interview Spannung aufbauen. Nach dem Gespräch oder dem Telefonat – im Übrigen sind natürlich auch Interviews per E-Mail möglich – kürzt der Autor an bestimmten Stellen und bringt Fragen und Antworten nachträglich in eine sinnvolle und spannende Reihenfolge.

Wortlaut-Interviews werden vor der Veröffentlichung dem Gesprächspartner häufig zur so-genannten Freigabe vorgelegt. Das bedeutet, dass der Autor dem Interviewpartner die Mög-lichkeit gibt, Änderungen an der schriftlichen Form seiner Antworten vorzunehmen, zum Bei-spiel wenn ein Sachverhalt nicht richtig wiedergegeben wurde. Macht der Interviewpartner nachträglich aber eine ganz andere Aussage oder streicht entscheidende Stellen, muss der Autor überlegen, ob er das Interview so überhaupt noch veröffentlichen möchte.

Gute Vorbereitung ist wichtig!

Wenn ihr selbst ein Interview führen möchtet, solltet ihr euch in jedem Fall gut vorbereiten. Überlegt euch, ob ihr ein Interview zur Person oder zur Sache führen möchtet. Informiert euch vorab schon einmal über den Interviewpartner und/oder das Thema, über das ihr mit ihm sprechen möchtet. Notiert euch auch schon ein paar Fragen, die in jedem Fall beantwortet werden sollen. Beim Interview selbst könnt ihr euch daran orientieren. Klammert euch aber nicht allzu fest an den vorbereiteten Fragenkatalog, sonst kann das Gespräch etwas steif werden. Während des Interviews solltet ihr euch in jedem Fall Notizen machen und bei einem längeren Gespräch das Interview auch aufnehmen. So geht nichts von dem verloren, was euer Interviewpartner gesagt hat.

Für das Aufzeichnen müsst ihr den Befragten aber vorher um Erlaubnis bitten!

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Interview aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER 2/2

vom 03.09.2015, Hintergrund

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Tipps für euren Kommentar!

1. Stand- punkt

3. Begrün-

dung

2. Zusammen-

fassung

4. Schluss-

folgerung

5. Der Kommentar 1/2

Der Kommentar ist die klassische meinungsbetonte Textsorte. Hier bezieht der Autor Stellung. Während in allen tatsachenbetonten Textsorten die Meinung des Journalisten nichts zu suchen hat, wird sie im Kommentar ausdrücklich gefordert. Hier darf der Autor bewerten, loben und kritisieren.

Deutliche Trennung von Information und Meinung

Meistens beziehen sich Kommentare auf einen anderen Artikel zum selben Thema. Dieser liefert dann die Informationen, die der Kommentar bewertet. Auf diese Weise wird der journalistische Grundsatz eingehalten: Klare Trennung von Information und Meinung!

Der Autor gibt im Kommentar aber nicht nur seine Meinung wieder. Er stützt seine Beurtei-lung auf Fakten und begründet seine Position. Dafür muss der Autor einen guten Überblick über das Thema haben und dazugehörige Pro- und Kontraargumente genau kennen.

In eurer Tageszeitung findet ihr Kommentare zu politischen Themen in der Regel auf Seite 2 „Politik“. Aber auch in anderen Ressorts wie beispielsweise „Wirtschaft“ oder im Lokalteil kommentieren die Redakteure der Tageszeitung aktuelle Ereignisse.

Manchmal wird ein Thema auch von zwei unterschiedlichen Standpunkten aus bewertet. Dann vertritt ein Redakteur die Pro- und ein anderer die Kontra-Position.

Eine besondere Form des Kommentars ist der Leitartikel. Er ist meist deutlich länger und wird oft schon auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt. Leitartikel spiegeln die Haltung und Ausrichtung eines Blattes wider, also die Meinung der Chefredaktion bzw. Verlagsführung. Kommentare hingegen sind „nur“ die Meinungen einzelner Journalisten.

Der klassische Aufbau

Wenn ihr euch darin üben wollt, selbst einen Kommentar zu schreiben, hilft es, wenn ihr euch an folgendem Aufbau orientiert:

1. Standpunkt/These: Formuliere direkt zu Beginn des Textes in ein, zwei Sätzen deine Meinung. Das macht den Text für den Leser interessant.

2. Zusammenfassung der Nachricht: Worum geht es? Erkläre kurz den Sachverhalt, zu dem du Stellung nimmst. Beantworte die wichtigsten W-Fragen!

3. Begründung/Argumentation: Das ist der längste Teil des Kommentars (mehrere Absätze). Hier führst du alle wichtigen Argumente und Fakten an, die für deine Meinung sprechen. Gibt es wichtige Gegenargumente, solltest du diese auch nennen und entkräften.

4. Schlussfolgerung: Hier kannst du deinen Standpunkt, den du gerade begründet hast, in einen Ausblick oder einen Lösungsvorschlag münden lassen.

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Kommentar und Bericht aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER 2/2

KURIER, 02.09.2015

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Tipps für eure Rezension!

6. Die Kritik/Rezension 1/2

Ähnlich wie der Kommentar enthält die Kritik – auch Rezension genannt – eine Bewertung durch den Autor. Die Themen sind aber nicht aus dem politisch-gesellschaftlichen Bereich, sondern aus dem kulturellen Bereich. Es gibt Kritiken über Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Fernsehprogramme, Kinofilme, Bücher, CDs usw. Die Kritik beschreibt den Inhalt und gibt eine Bewertung dazu. Deutliche Meinungsäußerungen wie im Kommentar sind aber kein Muss.

Als Service für den Leser sollten Rezensionen auch Informationen bieten, wie zum Beispiel Aufführungsorte bei Theaterstücken, Verlage bei Büchern, Spielorte und Laufzeiten bei Kinofilmen.

Wenn ihr selbst eine Kritik verfasst, achtet darauf, dass folgende Punkte enthalten sind:

o eine kurze Erläuterung des Bewerteten (Worum geht es eigentlich?) o Informationen zu Autor und ggf. Darstellern o eine Beschreibung der Darstellung/Handlung o eine Bewertung

Versucht das Konzert, den Kinofilm, das Buch, die CD usw. so anschaulich wie möglich zu beschreiben. Der Leser muss sich gut vorstellen können, was ihr beschreibt, damit er eure Kritik nachvollziehen kann.

Im eurer Tageszeitung findet ihr Kritiken zum Beispiel auf der Seite „Kultur“.

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Rezension aus der ALLGEMEINEN ZEITUNG/dem WIESBADENER KURIER, 2/2 10.09.2015

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7. Zeitungsfoto, Infografik, Karikatur

Das Zeitungsfoto

Zeitungsfotos ergänzen in der Regel Artikel. Das Zei-tungsfoto sollte das Interesse der Leser wecken, zusätzlich informieren und die Aussage des dazugehörigen Textes unterstützen. Zum Zeitungsfoto gehören meist eine Bild-unterschrift, Quellenangabe sowie ein Zeitungsartikel mit entsprechender Artikelüberschrift. Da in der Printausga-be nur einzelne Fotos zu Artikeln erscheinen, nutzt eure Tageszeitung Bildergalerien auf ihrer Website. Hier fin-det ihr auch Videos zu allen möglichen Themen.

Die Infografik

Das Wort Infografik setzt sich zusammen aus den Wörtern „Information“ und „Grafik“. Eine Infografik ist eine Kombi-nation aus Bild und Text. Sie veranschaulicht komplizierte Sachverhalte oder unübersichtliche Daten, um Informa-tionen schnell zu vermitteln. Sie kann Texte ergänzen oder auch als eigenständiger Informationsträger dienen.

Außerdem ziehen Infografiken die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und bewegen ihn im besten Fall dazu, einen zugehörigen Text zu lesen. Als gestalterisches Element können Infografiken die Seite auflockern. In deiner Tageszeitung findest du als Infografiken z. B. die Wetter-karte täglich auf der Seite „Fernsehen/Wetter“ oder die Aktienkurse auf der Seite „Börse“.

Die Karikatur

Bei einer Karikatur handelt es sich um eine überspitzte, häufig ko-mische Darstellung eines Menschen oder Themas. Hier wird im wahrs-ten Sinne des Wortes überzeichnet. Die Zeichner möchten mit Spott und Schärfe Missstände anprangern und versehen die Karikaturen oft mit einem Augenzwinkern. Meist ergänzt die Karikatur – ähnlich wie ein Kommentar – einen gesonder-ten Artikel zum Thema.

aus: ALLGEMEINE ZEITUNG/WIESBADENER KURIER, 29.08.2015, Mainz

aus: ALLGEMEINE ZEITUNG/WIESBADENER KURIER, 01.09.2015, Sport

aus: ALLGEMEINE ZEITUNG/WIESBADENER KURIER, 02.09.2015, Hintergrund

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8. Leserbrief und Online-Kommentar Der Leserbrief gehört nicht zu den journalistischen Textsorten, da er von einem Leser geschrieben wird. Der Leser nutzt die Möglichkeit, seine persönliche Meinung zu einer aktuellen Berichterstattung in der Zeitung auszudrücken.

Leserbriefe werden regelmäßig in der Zeitung abgedruckt. Dabei behält sich die Redaktion vor, diese zu kürzen.

In eurer Tageszeitung findet ihr Leserbriefe in der Regel im Lokalteil in der Rubrik „Leser-briefe“ oder „Leser-Forum“.

Auf der Website eurer Tageszeitung gibt es noch eine – sagen wir „erweiterte“ – Form des Leserbriefs. Hier könnt ihr über die Kommentarfunktion direkt auf Beiträge reagieren und euch mit der Redaktion und anderen Lesern austauschen. Damit aber auch hier niemand anonym seine Meinung veröffentlicht, muss man sich dafür offiziell anmelden. Auch auf ihrer Facebookseite verlinkt eure Tageszeitung Artikel von ihrer Website, die im sozialen Netzwerk von den Nutzern kommentiert werden können.

aus: ALLGEMEINE ZEITUNG/WIESBADENER KURIER, 29.08.2015, Leserbriefe

Quelle: https://de-de.facebook.com/allgemeinezeitung, 03.09.2015

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Impressum

Inhaltliche Konzeption und pädagogische Ausarbeitung

PROMEDIA MAASSEN Werner-Heisenberg-Straße 5 52477 Alsdorf Tel.: 02404 9407-0 Fax: 02404 9407-20 [email protected] www.promedia-maassen.de

Grafische Gestaltung / Illustrationen

tinypixels. Jedes Pixel zählt. Kernerplatz 5 70182 Stuttgart [email protected] www.tinypixels.de

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