Heizen mit Holz – So geht's richtig

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  • heizen.fnr.de

    Heizen mit Holz So geHt'S ricHtig

    EinzElraum-fEuErstttEn

    http://heizen.fnr.de

  • imPreSSUm

    HerausgeberFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)OT Glzow, Hofplatz 118276 Glzow-PrzenTel.: 03843/6930-0Fax: 03843/[email protected]

    Gefrdert durch das Bundesministerium fr Ernhrung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

    TextRolf Esser, Rolf Heinen, Dsire Kalkowski,HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Kchentechnik e. V. Die Verantwortung fr den Inhalt liegt alleine bei den Autoren.

    RedaktionFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), Abteilung ffentlichkeitsarbeit

    BilderTitel/Illustrationen: Dipl.-Des. Erik Pfeiffer, www.leg-aus.de

    Gestaltung/Realisierungwww.tangram.de, Rostock

    Druckwww.druckerei-weidner.de, Rostock

    Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier mit Farben auf Pflanzenlbasis

    Bestell-Nr. 686FNR 2014

    www.fnr.dewww.tangram.dehttp://www.druckerei-weidner.dehttp://www.leg-aus.de

  • Heizen mit Holz So geHt'S ricHtig

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    Vorwort

    Sehr geehrte Damen und Herren,bei der Nutzung von Bioenergie kommt dem Heizen mit Holz eine ganz besonde-re Bedeutung zu. Auf Basis von Biomasse werden etwa 90 Prozent der erneuerba-ren Wrme erzeugt; davon stammen ber 70 Prozent aus Holz. Die Anzahl von Holz-heizungen und insbesondere der Einzel-raumfeuersttten in deutschen Haushalten hat in den zurckliegenden Jahren erheb-lich zugenommen. Gleichzeitig wchst die Menge an Brennholz, die z. B. in Kaminfen zum Heizen genutzt wird.

    Heizen mit Holz ist weitgehend klimaneu-tral. Whrend auf der einen Seite erhebliche Mengen an Treibhausgasen 2012 immer-hin ber 22 Millionen Tonnen CO2-qui-valente eingespart werden, liegen die Partikelemissionen trotz Minderungsma-nahmen durch technischen Fortschritt und gleichzeitig strengeren Emissionsgrenz-werten auf vergleichsweise hohem Niveau. Da effizientere und emissionsarme neue Feuersttten nur auf lngere Sicht zur Minde-rung der Partikelemissionen beitragen kn-nen, kommt der Nutzung und Bedienung von vorhandenen Feuersttten im Hinblick auf die Feinstaubminderung eine besondere Be-deutung zu. Untersuchungen an Forschungs-einrichtungen und auch durch Stiftung Warentest zeigen, dass eine sachgerechte Bedienung den Feinstaubaussto und an-dere Emissionen deutlich mindert und damit Umweltbelastungen und Nachbarschaftsbe-lstigungen so zu vermeiden hilft.

    Das Bundesministerium fr Ernhrung und Landwirtschaft frdert daher ein Vor-haben zur Aufklrung zum richtigen Hei-zen mit Holz des HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Kchentechnik e. V., in dessen Rahmen die vorliegende Brosch-re erarbeitet wurde. Sie finden in dieser Broschre die wichtigsten Informationen zum richtigen Heizen mit Holz. Zudem wird ein berblick ber gngige Typen von Feuersttten gegeben. Damit bietet die Broschre auch denen, die eine moderne Holzfeuerung anschaffen oder einen alten Ofen austauschen mchten, wichtige In-formationen und Entscheidungshilfe.

    Dr.-Ing. Andreas SchtteGeschftsfhrer FachagenturNachwachsende Rohstoffe e. V.

    FNR

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    inHalt

    1 Der Brennstoff Holz 41.1 In Deutschland zulssige Brennstoffe nach der 1. BImSchV (Kleinfeuerungsanlagenverordnung) 41.2 Beschaffung und Angebotsvariationen von Holz 51.2.1 Maeinheiten beim Kauf von Scheitholz 61.2.2 Feuchtegehalt von Holz 71.2.3 Scheitholztrocknung und -lagerung 81.2.4 Lagerung anderer Holzbrennstoffe 9

    2 Einzelraumfeuersttten fr feste Brennstoffe 102.1 Der Kaminofen 102.2 Der Kachelofen 112.3 Der Heizkamin 122.4 Der Herd 122.5 Der Pelletofen 132.6 Einzelraumfeuersttten mit wasserfhrenden Bauteilen 13

    3 Der Schornstein 14

    4 Das richtige Heizen mit Holz vom Anznden zum Heizen 154.1 Das Anznden 154.1.1 Anznden von oben 154.1.2 Anznden von unten 164.2 Der Heizbetrieb 174.3 Das Ende des Heizbetriebs 17

    5 Der Kauf einer neuen Feuersttte 185.1 Neuanschaffung die Kaufentscheidung 195.2 Verbrennungsverbote 19

    6 Weitere Informationen 20

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    Es gibt viele Grnde, die fr die Verwendung von Holz als Brennstoff in Einzelraumfeuer-sttten sprechen. Hierbei handelt es sich neben den kologischen auch um kono-mische Aspekte. Klare kologische Vorteile des Heizens mit Holz in der Zusatzheizung liegen darin, dass Holz im Gegensatz zu fossilen Energietrgern als CO2-neutral be-zeichnet werden kann. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung von Holz die Menge an Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, die der Baum zuvor beim Wachsen auf-

    genommen hat. Die nachhaltige Forstwirt-schaft stellt auerdem sicher, dass jederzeit ausreichend Bume nachwachsen. Zu den konomischen Vorteilen zhlt daher, dass Holz ein regional verfgbarer, stndig nach-wachsender Brennstoff ist. Die Nutzung und Produktion von heimischem Holz schafft zahlreiche Arbeitspltze in Industrie, Ge-werbe, Dienstleistung sowie der Land- und Forstwirtschaft und trgt damit zur Wert-schpfung innerhalb einer Region bei.

    1.1 in Deutschland zulssige Brennstoffe nach der 1. BimschV (Kleinfeue-rungsanlagenverordnung)

    Gem der 1. BImSchV drfen im Bereich der biogenen Brennstoffe in Einzelraumfeue-rungen eine Vielzahl von Brennstoffen einge-setzt werden. Fr die praktische Umsetzung ist dringend darauf zu achten, dass der ein-zusetzende Brennstoff in der Bedienungsan-leitung des Herstellers des Ofens explizit als geeignet aufgefhrt ist.

    In der Praxis resultiert daraus der Einsatz von folgenden biogenen Brennstoffen: Naturbelassenes, stckiges Holz ein-

    schlielich anhaftender Rinde, insbeson-dere in Form von Scheitholz

    Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts oder in Form von Holzpellets jeweils mit entsprechendem Qualittsnachweis

    1 Der BrennStoff Holz

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    Nicht zugelassen sind zum Beispiel: Behandelte Hlzer/Altholz

    Holz, das mit Holzschutzmitteln be-handelt ist

    gestrichenes, lackiertes oder bestri-chenes Holz

    Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder sonst verleimtes Holz

    Rindenbriketts Kunststoffe aller Art Jede Form von Abfllen!

    Der Einsatz nicht zulssiger Brennstoffe fhrt wegen des sehr hohen Emissionsausstoes zu negativen Folgen fr die Umwelt und zu Nachbarschaftsbeschwerden. Die entstehen-den Schadstoffe knnen zudem Ihrer Feuer-sttte und Ihrem Schornstein schaden und hohe Sanierungskosten nach sich ziehen.

    1.2 Beschaffung und ange-botsvariationen von Holz

    Holz als Brennstoff fr den Ofen ist in ver-schiedenen Varianten erhltlich. Diese sind Scheitholz, Holzbriketts und Pellets.

    Gebruchliche Brennholzarten sind in Deutschland die Laubhlzer Birke, Buche und Eiche sowie die Nadelhlzer Fichte, Kiefer und Tanne. Je nach Baumart hat das Holz unterschiedliche Heizwerte.

    Eine hufig angewendete Art der Brenn-holzbeschaffung ist die Selbstversorgung im Wald. Hierfr ist fr den Nicht-Waldbesitzer ein sogenannter Leseschein (Holzsammel-schein) notwendig, den Sie beim Forstamt erhalten. Achten Sie auch auf die notwendi-gen Sicherheitsbestimmungen fr die selbst durchgefhrte Holzernte, wie Motorsgen-fhrerschein und geeignete Sicherheitsklei-dung. Praktischer aber auch teurer ist der Kauf von ofenfertigem Scheitholz im Handel. Sie haben hier die Mglichkeit, das Brenn-holz sackweise im Baumarkt, bei Genossen-schaften oder im Brennstoffhandel zu erwer-ben. Sie knnen es sich aber auch bequem nach Hause liefern lassen. Der Brennholzlie-ferant liefert das Holz als Ster, Raum- oder Schttraummeter ofenfertig frei Haus.

    Denken Sie daran: Ihr Ofen ist keine Mllverbren-nungsanlage!

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    1.2.1 maeinheiten beim Kauf von Scheitholz

    Beim Kauf von Scheitholz werden verschie-dene Maeinheiten verwendet. Hier die we-sentlichsten:

    Festmeter (Fm)Bei einem Festmeter handelt es sich um einen Kubikmeter Holz ohne Hohlrume. Das entspricht der Gre eines Wrfels mit den Kantenlngen 1 Meter breit, 1 Meter lang und 1 Meter hoch.

    Raummeter (Rm)Ein Raummeter ist ein Kubikmeter lose gestapeltes Holz einschlielich der Hohl-rume. In Sddeutschland verwendet man anstelle des Begriffs Raummeter hufig den Begriff Ster.

    Schttraummeter (Srm) Ein Schttraummeter ist ein Kubikmeter lose geschttetes Holz mit Hohlrumen.

    Mithilfe von Umrechnungsfaktoren lassen sich die verschiedenen Maeinheiten ver-gleichen. Hierbei ist auf die Holzart (Weich-/Hartholz) und auf die Lnge der Scheite zu achten. Whrend Holzbriketts und Pellets als industriell gefertigte Brennstoffe in gleichblei-bender Qualitt erhltlich sind, liegt Scheit-holz in unterschiedlichen Abmessungen und Wassergehalten vor. Die zu verwendenden Abmessungen des Scheitholzes werden vom Gertehersteller vorgegeben und knnen der Bedienungsanleitung entnommen wer-den. In der Regel sollte der Scheitumfang 20 Zentimeter bis 30 Zentimeter betragen. Rundhlzer sollten gespalten werden. Gn-gige Scheitholzlngen sind 25 Zentimeter, 33 Zentimeter oder 50 Zentimeter.

    FNR/

    Dr. H

    . Han

    sen

    Vergleich raummeter Schttraummeter*

    Schttraummeter (Srm)Scheitlnge 33 cm

    Raummeter (Rm)Scheitlnge 33 cm

    Festmeter (Fm)Holzblock

    Buche 1,00 0,68 0,42

    Fichte 1,00 0,62 0,40

    Buche 1,48 1,00 0,62

    Fichte 1,62 1,00 0,64

    Buche 2,38 1,61 1,00

    Fichte 2,52 1,55 1,00

    Quelle: Auszug aus; Technologie- und Frderzentrum, Straubing, Umrechnungsfaktoren verschiedener Raummae fr Scheitholz

    * Lesebeispiel: Ein Schttraummeter Buchenholz entspricht 0,68 Raummeter/Ster oder 0,42 Festmeter. Ein Raummeter Buchenholz entspricht 1,48 Schttraummeter oder 0,62 Festmeter.

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    Vergleich raummeter Schttraummeter*

    Schttraummeter (Srm)Scheitlnge 33 cm

    Raummeter (Rm)Scheitlnge 33 cm

    Festmeter (Fm)Holzblock

    Buche 1,00 0,68 0,42

    Fichte 1,00 0,62 0,40

    Buche 1,48 1,00 0,62

    Ficht