Historische Theater - Schlosstheater Gripsholm – und sein ... · PDF fileDetail vom...

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    07-Feb-2018
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  • Weihnachtsausgabe 2016

    Historische Theater - Schlosstheater Gripsholm und sein Bauherr Knig Gustav III.

    Betrachtet man die Theatergrndungen und die Bauten von Schlssern oder Herrenhfen in Schweden des spten 18. Jahrhunderts, so kommt man um einen Mann nicht herum: Knig Gustav III. von Schweden. Geboren wurde er nach dem julianischen Kalender am 13. Januar 1746 (nach dem gregorianischen Kalender am 24. Januar 1746) in Stock-holm. Zu beachten ist, dass Schweden im Jahr 1752 den gregorianischen Kalender offiziell eingefhrt hat. Gestorben ist er am 29. Mrz 1792 nach

    einem Pistolenattentat vom 16. Mrz des gleichen Jahres in Stockholm. Die Regierungszeit Knig Gustav III. geht vom 29. Mai 1772 bis zu seinem gewaltsamen Tod.Seine Eltern waren der schwedische Knig Adolf Friedrich (1710 - 1771) und die preuische Prinzessin Luise Ulrike.Zu seinen Ausbildern gehrte u.a. der Graf Carl Gustav Tessin (1695 1770). Dieser war einer der einflussreichsten Politiker seiner Zeit. So war er z.B.

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    Die Themen unserer Ausgabe: - Historische Theater - Gripsholm- Weihnachtstraditionen- Schwedische Weine - DSV-Weinprobe

  • Prinz Gustav, 10 J. Detail vom Portrait, gemalt von Ulrika Pasch (1735 - 1796)

    Reichsrat und Prsident der Staats-kanzlei, Landmarschall des Stnde-reichstags, Botschafter in Wien und Paris, im Vorstand der sog. Hutpartei, Grnder der Kniglichen Akademie der freien Knste und Frderer von Carl von Linn.Knig Gustav III. war das lteste von insgesamt vier ehelichen Kindern seines Vaters: Karl XIII. (1748 1818), Fredrik Adolf, Herzog von stergtland (1750 1803) und Sofia Albertina, Prinzessin von Schweden (1753 - 1829) und letzte protestantische btissin des Stifts Quedlinburg (1753 1803) vor der Skularisierung. Nach dem Tode seines Vaters wurde Gustav III. im Mai 1772 offiziell zum Knig gekrnt. Zu Beginn seiner Politik stand der Putsch gegen den Adel, d.h. er entmachtete die Adelspartei, degradierte in seiner neuen Verfassung den Reichsrat zu einem be-ratenden Organ und verankerte gleich-falls seine absolute Herrschaft. Die damit erhaltene Machtflle nutzte er anfangs sehr geschickt zum Wohle des Landes: Er verbesserte die Sozialein-richtungen wie Spitler, Waisenhuser, er frderte den Bergbau und die Infra-struktur, er ordnete das Finanzwesen, er kaufte von Frankreich zwei kleine

    Gustav III. Detail vom Portrait, gemalt von Lorens Pasch d. J. (1733 - 1805)

    Inseln auf den Antillen fr Freihfen, fhrte die Pressefreiheit ein und schaffte die Folter und die Todesstrafe ab (nur er durfte sie noch verhngen!). Auf der anderen Seite plante er aber in West-Indien den Sklavenhandel zu organi-sieren und ordnete Sklavenexpeditionen in Afrika an, um Gefangene zu den Antillen auf den Sklavenmarkt zu bringen.Im kulturellen Bereich frderte er viele Knstler, wie z.B. Carl Michael Bell-man, den Bildhauer Johan Tobias Sergel oder die Literaten J H Kellgren und C G af Leopold, er trennte die Oper und das Schauspiel in Schweden und gab ihnen zwei verschiedene Spielsttten, er lie den Hagapark anlegen und erkannte als erster Herrscher den neuen Staat Amerika an.Im selben Jahr 1781 als der Knig ein Gesetz ber die Religionsfreiheit fr fremde Bekenntnisse einfhrte, wurde das Schlosstheater in Gripsholm fertig-gestellt. Eingerichtet war es in einem der runden Trme des Schlosses. Architekt war Erik Palmstedt (1741 1803).

    /Forts. auf S. 4

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  • Aktuelles aus dem Vereinsleben

    Liebe Mitglieder und Freunde der DSV!

    nach einem abwechslungsreichen Ver-einsprogramm 2016 mit einem Vereins-ausflug auf den Spuren des bekannten schwedischen Malers John Bauer nach Ebenhausen (bei Bad Kissingen), einer Fhrung durch die WIKINGER! - Aus-stellung im Lokschuppen in Rosenheim, einem Literaturabend mit Walter Mir-beth sowie den traditionellen schwe-dischen Festen wie Fettisdag, Mitt-sommer, Martinsgansessen geht es nun schon wieder in schnellen Schritten auf Weihnachten zu. Hier bieten wir dieses Jahr am 10.12. erstmals eine adventliche Weinprobe mit Weinen schwedischer Winzer an. Mehr dazu auf Seite 16.

    Am zweiten Adventswochenende (3./4.12.) empfehlen wir den Besuch eines Weihnachtskonzerts (mit Lucia-zug) des Schwedischen Chors unter Leitung unseres Mitglieds Marianne Wenns (siehe Seite 15). Weitere Veran-staltungstipps finden Sie in der Mitte

    des Hefts und natrlich ganz aktuell auf unserer Homepage und Facebookseite!

    Zahlreiche Veranstaltungshinweise sind fr DSV-Mitglieder bares Geld wert, denn fr insgesamt drei Konzerte mit hochkartigen schwedischen Knstlern (dem Dirigenten Ola Rudner, dem Vokalensemble The Real Group und der Mezzosopranistin Ann Hallenberg) konnten wir dieses Jahr Karten mit DSV-Rabatt vermitteln.

    Im kommenden Jahr wird nach zwei-jhriger Amtszeit unser Vereinsvorstand neu gewhlt. Neue Vorstandsmitglieder mit neuen Ideen sind herzlich willkom-men! Sprechen Sie mich gerne diesbe-zglich an! Ein frohes Weihnachtsfest und ein gutesneues Jahr - God Jul och Gott Nytt r -wnscht Euch/Ihnen

    ! Frank Senftleben

    Impressum Adressen TelefonVorsitzender: Frank Senftleben, Rotbuchenstrae 32, 85614 Kirchseeon Tel: 08091 / 561347Stv. Vorsitzende: Suzanne Jung, 80687 Mnchen (Laim) Tel: 0160 9192 6033Schriftfhrerin: Gertraud Geyer, Heimgarten 2, 86911 Diessen Tel: 08807 / 7890Schatzmeister: Gerd-Dieter Schwark, Knappertsbuschstr. 17, 81927 Mnchen Tel: 089 / 935690Beisitzer: Gnter Staack, Herzogstandstrae 2, 82402 Seeshaupt Tel: 08801 / 860Bankverbindung: VR Bank M Ld. - IBAN: DE51 7016 6486 0000 8553 75 BIC: GENODEF1OHCInternet: E-mail: [email protected] Website: www.d-s-v-m.de

    Anzeigenpreise: Privatanzeigen fr Mitglieder kostenlos. Gewerbliche Anzeigen; bitte beim Vorstand anfragen.Steuernummer: 143/212/90370 (Vom Finanzamt als gemeinntzig anerkannt.)

    Anschrift: Deutsch-Schwedische Vereinigung e. V. Postfach 31 01 62, 80101 Mnchen

    BV-Redakteurin: Maria Senftleben; E-Mail: [email protected]

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    mailto:[email protected]:[email protected]://www.d-s-v-m.dehttp://www.d-s-v-m.demailto:[email protected]:[email protected]

  • /Forts. v. S. 2

    Seine Ausbildung erhielt Palmstedt an der Schule des Stadtarchitekten J. E. Carlberg und wurde mit 32 Jahren zum stellvertretenden Stadtarchitekten ernannt. Studienreisen (1778 1780) fhrten ihn nach Rom und Paris, wo er die Architektur der Antike und die des beginnenden Barocks studierte. Zurck in Schweden bekam er verschiedene staatliche Auftrge, wie z.B. Umbau der alten Brse (heute Sitz des Alfred-Nobel-Museum), Gestaltung des Brunnens auf dem Stortorget, Neubau des Schlosses Heby bei Gnesta, den Palast des Erbfrsten in Stockholm (heute Sitz des schwedischen Auen-ministeriums) und den Um- und Ausbau des Schlosses Gripsholm. Vorbild fr dieses im Turm eingebaute Amphi-theater war das Teatro Olimpico (1580 - 1584) in Vicenza, errichtet von dem Architekten Andrea Palladio. Gedacht war es als Privattheater der kniglichen Familie und bot Platz fr 60 Zuschauer.

    Teatro Olimpico interior, Vicenza, Italia. Foto: Frode Inge Helland, 1968

    Doch konnten Personen des niedrigen Adels oder reiche Familien ber Lorgnettes, runde Fenster, die im Dach eingelassen waren, das Bhnen-geschehen verfolgen.

    1785 fand die nachweislich letzte Vorfhrung statt. Gespielt wurde das Stck Drottning Christina, dessen Kulissen sich noch heute auf der Bhne befinden. Ebenso kann man bei einer Schlossbesichtigung die noch intakte originale Kulissenverwandlungs-maschinerie aus dem 18. Jahrhundert unter der Bhne besichtigen.

    Wenn wir uns die Historischen Theater in Stockholm anschauen, werden wir wieder auf Knig Gustav III. stoen. Dass er sich stark fr die Theater- und Musikszene seiner Zeit in Schweden engagiert hatte, steht auer Zweifel. Und dass geniale Architekten unter ihm freie Hand fr ihre Plne und Ausfhrungen hatten, muss man dem Knig ebenfalls hoch anrechnen. Es bleibt die Frage nach den geschickten und kunstfertigen Handwerkern, die all diese Plne in die Realitt umgesetzt haben. Wie haben sie gelebt? Wie ihre Familien? Wie war ihre Entlohnung? Gab es viele Unflle auf den Bauten usw.? Antworten darauf knnte man vielleicht im Stockholmer Stadtmuseum finden. Ein Besuch dort ist nicht nur an Regentagen zu empfehlen.

    Walter Mirbeth, Sept. 16

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  • Orgeltramparens julotta

    En orgeltrampares grav vid Husaby kyrka

    Vid ett litet lgt ljus, som brann dr lk-tarens trappgolv brjade snka sig fram mot lngskeppet, stod orgeltramparen bjd strax vid ett utsprng av orgberget. Han var flintskallig och putsade nervst, liksom fr att dlja flintskalligheten under en stndig blommighet, huvudet med en blommig snusfana. Hans hals var mager. gonen stora och glnsande. Nsan lng. Orgelpiporna reste sig framfr honom, som ryggsidan av en basaltgrotta. Orgeltramparen, som egentligen var en omystiskt sinnad och skomakardagig natur, flaxade nere vid golvet som en vingbruten och trogen vderkrka vid foten av ett sjungande berg.Var gng han trampade till, sjnk han ned i golvet en halvmeter. Martin kunde inte taga gonen ifrn honom. Han tyckte att han liknade en mjlnare. Hr i orgelryggen liknade kyrkan lika mycket kvarn som kyrka. Det var bara mjlet som fattades. Men Guds kvarnar mala lngsamt.

    Ur Nsslorna blomma av Harry Martin-son. Romanen finns ven i en lttlst utgva, samt p tyska (Die Nesseln blhen) frn Suhrkamps frlag.

    Im ElfenbeinturmAls Anne Ramberg, die sich einen an-stndigeren Ton in