Jahresbericht 2011

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Jahresbericht 2011 der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

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  • Jahresbericht2011

  • Inhaltsverzeichnis

    1. Kuratorium und Vorstand 4

    2. Bewahrung des Deutschen Kulturerbes des Ostens und Verstndigung mit den Nachbarn 5

    2.1 Vortragsreihe: Die Deportation der Russlanddeutschen: 5 Voraussetzungen und Folgen 52.2 Vortrge zu Einzelthemen 72.3 Lesungen/Literarische Veranstaltungen 122.4 Theaterauffhrungen und Konzerte 132.5 Ausstellungen 152.6 Kinemathek 162.7 Aussiedleraktivitten 162.7.1 Kultur- und Begegnungsabend 162.7.2 Information und Beratung 162.8 Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen in Nordrhein-Westfalen 17

    3. Schul- und Hochschulzusammenarbeit 17

    3.1 Projekte fr den Unterricht an Schulen 173.2 Schlerinnen und Schler der Kthe-Kollwitz-Realschule bei ihren Recherchen in der Bibliothek der Stiftung 183.3 Projekt Wunderjahre in der Stiftung 183.4 Bildungsreisen fr Schler und Lehrer 183.5 Wanderausstellungen fr die Bildungsarbeit 193.6 Projekttag fr Schler in Stauchitz mit Eduard von Simson 193.7 Heinrich-Heine-Universitt Dsseldorf 19

    4. Bibliothek & Artothek 20

    4.1 Laufender Betrieb der Bibliothek 204.2 Bibliothek in Zahlen 22

    5. Hausverwaltung 23

    6. Presse- und ffentlichkeitsarbeit 26

    6.1 Vernderte Auendarstellung 266.2 Pressearbeit 266.3 Internet und Social Media Marketing 26

  • Jahresbericht der StiftungGerhart-Hauptmann-Haus 2011

    Bismarckstr. 9040210 Dsseldorf

    Tel. 0211 - 16 99 1 - 0Fax 0211 - 35 31 18Mail: info@g-h-h.deWeb: www.g-h-h.de

  • 4Gremien

    1. Kuratorium und Vorstand

    Vorstand:

    Helmut Harbich

    Andreas Bialas MdL

    Anne Kalender-Sander

    Vorsitzender des Kuratoriums:

    Reinhard Grtz

    Stellvertreter des Vorsitzenden:

    Rdiger Goldmann

    Mitglieder: Stellvertretende Mitglieder:

    Johannes Lierenfeld Beate Mllers

    Bernhard von Grnberg MdL Josef Neumann MdL

    Bodo Lttgen MdL Klaus Voussem MdL

    Oliver Keymis MdL Monika Dker MdL

    Dr. Stefan Romberg MdL Angela Freimuth MdL

    Brbel Beuermann MdL Hamide Akbayir MdL

    Zlfiye Kaykin Marina Grfin zu Dohna

    Hans-Gnther Parplies Roswitha Mller

    Dr. Alexander Morasch Franz Heinz

    Kirchenrat Rafael Nikodemus Pfarrer Edgar Ludwig Born

    Grodechant Prlat Franz Jung Herbert Grger

    Reinhard Grtz Barbara Schoch

    Dr. Joachim Sobotta z. Zt. unbesetzt

    Rdiger Goldmann Dr. Ute Reichert-Flgel

    Dr. Petra Winkelmann Marianne Schirge

    Kuratorium

    Das Kuratorium der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus trat unter Vorsitz von Herrn Reinhard Grtz zu den in der Satzung vorgegebenen Sitzungen im Frhjahr und im Herbst 2011 zusammen. Personelle nderun-gen hinsichtlich der Zusammensetzung des Kuratoriums erfolgten im Berichtsjahr nicht.

  • 5Vortrg

    e

    2. Bewahrung des Deutschen Kulturerbes des Ostens und Verstndigung mit den Nachbarn

    Auch im Programmjahr 2011 lag ein Schwerpunkt der Stiftungsttigkeit auf ffentlichen Vortrgen renom-mierter Expertinnen und Experten zu einschlgigen Themen. Besonderen Stellenwert hatte dabei die sich ber das ganze Jahr erstreckende Vortragsreihe, deren Anlass der 70. Jahrestag des Beginns der Deporta-tion der Deutschen in der damaligen Sowjetunion 1941 war. Diese fand in Zusammenarbeit mit der Lands-mannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, und der Vereinigung zur In-tegration der russlanddeutschen Aussiedler (Vira e. V., Dsseldorf) statt.

    2.1 Vortragsreihe: Die Deportation der Russlanddeutschen: Voraussetzungen und Folgen

    Die brutale Vernichtung der ber mehrere Jahrhunderte hinweg gewachsenen Siedlungsgebiete der Deut-schen in Russland durch das stalinistische Regime in der Sowjetunion seit dem Sommer 1941 ist das schlechthin zentrale, bis heute nachwirkende Ereignis in der Geschichte dieser Bevlkerungsgruppe im 20. Jahrhundert. Ohne die rigorose, ungezhlte Opfer fordernde Deportation des grten Teils der deutschspra-chigen Bevlkerung in der Sowjetunion aus ihren Heimatgebieten nach Sibirien und Kasachstan, welche von Diktator Josef Stalin und seinen Helfern infolge des deutschen Angriffs auf die UdSSR im Juni 1941 ver-anlasst wurde, sind Eigenart und tiefsit-zende Prgung der heute in groer Zahl auch in Nordrhein-Westfalen lebenden Deutschen aus Russland schwerlich verstndlich. Sie, beziehungsweise ihre Vorfahren, waren Opfer von Vertreibung und Heimatverlust lngst bevor der Un-tergang der historischen Ostgebiete des Deutschen Reiches am Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzte. Im Unterschied zu den Flchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen, die zumindest in der jungen Bundesrepu-blik Deutschland rechtliche Gleichstellung und (begrenzte) materielle Frderung erfuhren, unterlagen die verbliebenen Deutschen in der Sowjetunion noch lange nach 1945 einer schwerwiegenden Diskriminierung und Benachteiligung in fast allen Belangen des Lebens. Weitreichender Verlust deutscher Sprachkennt-nisse durch das Verbot, die eigene Muttersprache zu pflegen, und der Ausschluss von hherer Bildung sei-tens der sowjetischen Behrden haben die Voraussetzungen bestimmt, mit denen sehr viele russlanddeut-sche (Spt-)Aussiedler nach Deutschland gekommen sind.

    Das Konzept der Vortragsreihe war darauf ausgelegt, die Deportation von 1941 in einen weitgespannten historischen Kontext zu stellen. Dementsprechend sollte ihre Vorgeschichte ebenso behandelt werden wie die wichtigsten Nachwirkungen.

    Im Einzelnen fanden folgende Vortrge statt:

    Von Katharina der Groen bis zum Ersten Weltkrieg: Die Deutschen in Russland von 1763 bis 1914 (26. Januar 2011)

    Von Nikolaus II. zu Stalin: Die Deutschen in Russland zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg 1914-1941 (05. April 2011)

    Mit dem berhmten Einladungsmanifest der (aus Deutschland stammenden) Zarin Katharina II. (der Gro-en) von 1763 begann die Bildung zunchst mit weitgehenden Autonomierechten ausgestatteter deutsch-sprachiger Siedlungsgebiete im damaligen Zarenreich. Deren Entwicklung bis zum Vorabend des Ersten Weltkrieges zeichnete der Erffnungsvortrag von Prof. Dr. Hans Hecker (Heinrich-Heine-Universitt Dsseldorf) nach. Prof. Hecker, langjhriger Lehrstuhlinhaber fr osteuropische Geschichte in Dssel-dorf und ausgewiesener Experte, konnte insbesondere die unterschiedlichen Konjunkturen aufzeigen, die es in der Behandlung der Russlanddeutschen seitens der staatlichen Instanzen in den etwa 150 Jahren seit Ergehen des Einladungsmanifestes gegeben hat. Schon in dieser Phase wirkten, so die Quintessenz des Vortrages, die politischen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland auf den Umgang mit dieser Bevlkerungsgruppe direkt oder indirekt zurck.

  • 6Vortrge

    Noch deutlicher wurde dies in der Epoche der beiden Weltkriege, welche im Mittelpunkt des zweiten Vor-trags von Prof. Hecker stand. Schon nach Beginn des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 gingen die Ver-antwortlichen des Zarenreiches mit Zwangsumsiedlungen gegen Teile der russlanddeutschen Bevlkerung vor. Nach dem Untergang der Zarenherrschaft und der Installierung der Herrschaft der Bolschewiki unter Wladimir I. Lenin (1917/18) kam es zwar zunchst zur Bildung der autonomen deutschsprachigen Wolga-republik. Gleichwohl blieben die Deutschen, die jetzt zu Sowjetbrgern wurden, wie andere Bevlkerungs-gruppen auch, stndig dem Agieren des Repressionsapparates der Diktatur ausgesetzt. Insbesondere nach dem Aufstieg Stalins zum Alleinherrscher seit Ende der 1920er Jahre gab es Verfolgungswellen, die auch die Deutschen in der UdSSR und ihre Siedlungsgebiete nicht aussparten.

    Vernichtungskrieg ist nicht gleich Vernichtungskrieg: Die deutsche Kriegfhrung gegen Polen und gegen die Sowjetunion 1939/1941 (02. Mrz 2011)

    Der unmittelbare Anlass zur Deportation der Deutschen in der Sowjetunion bestand in dem von Hitler be-fohlenen Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Art und Weise von de-ren Durchfhrung, insbesondere aber auch der weitere Umgang mit dieser Bevlkerungsgruppe sind je-doch nicht zu trennen von der deutschen Kriegfhrung auf sowjetischem Territorium seit dem Beginn des Unternehmens Barbarossa. Nicht zuletzt das in vieler Beziehung vlkerrechtswidrige Verhalten deutscher Krfte gegenber der sowjetischen Zivilbevlkerung in den besetzten Gebieten wirkte langfristig prgend. Mit Prof. Dr. Jrgen Frster (Albert-Ludwigs-Universitt Freiburg i. Br.) konnte ein herausragend ausgewiesener Fachmann fr dieses schwierige Thema gewonnen werden. Prof. Frster, der sich in lang-jhriger einschlgiger Forschungsarbeit nicht zuletzt als Militrhistoriker einen Namen gemacht hat, hielt nicht nur einen hochkonzentrierten Vortrag, sondern war auch in der anschlieenden, teils sehr kontrovers gefhrten Diskussion mit dem Publikum ein souverner Referent.

    Die Deutschen in der Sowjetunion zwischen Zweitem Weltkrieg und dem Ende der Stalin-ra 1941-1956 (25. Mai 2011)

    Von der Entstalinisierung zum Massenexodus: Die Geschichte der Deutschen in der Sowjetunion/in Russland seit 1956 (06. Juli 2011)

    hnlich wie im Falle von Prof. Hecker konnte mit Dr. Alfred Eisfeld (Institut fr Geschichte und Kul-tur der Deutschen in Nordosteuropa an der Universitt Hamburg Nord-Ost-Institut, Sitz L-neburg) ein herausragender Kenner der Materie fr zwei Vortrge gewonnen werden, um die Geschichte der Deutschen in Russland bis hin zur Gegenwart abzurunden. Dr. Eisfeld widmete sich zunchst dem ei-gentlichen Deportationsvorgang seit 1941, dessen Verlauf und den Folgen im nheren zeitlichen Umfeld.