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  • Mitteilungen der Landesapothekerkammer Hessen

    konkret H 53602 Heft 5 September / Oktober · 2012

    Aktuell

    Delegiertenversammlung 25 Cent – ein Affront PhArmAzie

    Notfalldepots Änderung der Bestückung PhArmAzie

    Aufbewahrungsfristen amtlicher Unterlagen „gelesen“

    Dokumentationssystem für die Apotheke

  • 2 LAK KonKret 5/12

    Inhalt | LAK-Notizen

    ✓ Aktuell

    Delegiertenversammlung – 25 Cent als Affront gewertet 4

    securPharm – DataMatrix-Code gegen Fälschungen 6

    ✓ PhArmAzie

    Rezepturen (III) – Wirkstoff – Dosierung – Einwaage 7

    Notfalldepots – Änderung der Bestückung 10

    Aufbewahrungsfristen amtlicher Unterlagen in Apotheken 12

    ✓ intern

    Termine – Begleitender Unterricht für Pharmazeuten im Praktikum 15

    Überarbeiteter Flyer zum Apothekerberuf 15

    Frankfurt/M. – Neuer Senckenbergischer Arzneipflanzengarten 15

    Workshop Pharmazeutische Betreuung – Programm 16

    NRF – Hilfe bei galenischen Fragestellungen 17

    Neue ApBetrO – BMG stellt auf Anfrage einige Punkte klar 17

    ✓ rubriken

    „gelesen“ 18

    Dokumentationssystem für die Apotheke

    Beratungspraxis: Diabetes

    Impressum 18

    Veranstaltungskalender 19/20

    TiTelbild: Draxler

    Seite 4

    Seite 6

    Seite 7

    Seite 18

    Delegiertenversammlung Die nächste Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Hessen findet am 28. November 2012 statt. Die Versammlung be- ginnt um 10 Uhr. Veranstaltungsort ist das Mercure-Hotel Frankfurt-Eschborn Ost, Helfmann-Park 6, 65760 Eschborn.

    Stellenmarkt der LAK Hessen Stellenangebote und -gesuche finden Sie im Onlinestellenmarkt der LAK Hessen unter www.apothekerkammer.de. Über die Rubrik „Stellenmarkt“ können Anzeigen (ohne Passwort) eingesehen und kostenfrei aufgegeben werden. Ansprechpartnerin: Paula Alves-Mateus, Tel.: 0 69/97 95 09 - 45, Fax: 0 69/97 95 09 - 22, E-Mail: p.alves-mateus@apothekerkammer.de

  • 5/12 LAK KonKret 3

    Editorial

    d er Ärger in der Apothekerschaft ist im Moment sehr groß. Die geringe Erhöhung der Honorierung zusammen mit der größeren Arbeitsbelastung durch die neue Apothekenbe-triebsordnung sorgt wirklich nicht für gute Stimmung. Das ist verständlich. Nicht gutzuheißen sind aus meiner Sicht einige üble verbale Ausfälle gegen Politiker und Standesvertreter, die daran zweifeln lassen, dass die Verfasser an einem dauerhaften, zielführenden Dialog interessiert sind.

    Da wir unser Honorar mit Politik und Krankenkassen auch in Zukunft verhandeln müssen, kann es nicht klug sein, unsere Verhandlungspartner erst mal richtig zu beleidigen und dann in die Verhand- lungen zu gehen, oder?

    Andererseits gibt es gute Aktionen einzelner Kolleginnen und Kollegen, die auch in den öffentlichen Medien für viel Aufmerksamkeit gesorgt haben und ankamen, wie sie gemeint waren, nämlich als echte Hilferufe und Hinweise auf die verzweifelte Lage vieler Apotheken.

    Die Politiker merken mittlerweile schon, dass das Vorurteil, dass es allen Apotheken finanziell sehr gut ginge – sonst würden sie ja nicht so mit Rabatten und Sonderangeboten um sich werfen –, für viele Apotheken gar nicht stimmt. Ganz besonders die Sozialminister der Bundesländer haben sich dafür starkgemacht, einzelne Apotheken besser zu bezahlen, nämlich die, die Nacht- und Notdienste versehen und daran nichts verdienen.

    Alles in allem können wir in der uns jetzt zugebilligten Honorarerhöhung nur den Anfang eines auf Dauer angelegten Dialogs sehen, der eine auskömmliche Entlohnung der Apotheker zum Ziel hat. Da ist die Standesführung gefordert, aber auch jede einzelne Apotheke, die ihre Leistungen, beson- ders die Gemeinwohlpflichten, so überzeugend erbringen muss, dass sie nicht mit einem beliebigen Einzelhändler verwechselt wird.

    Ihre

    Foto: Draxler

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Erika Fink, Präsidentin der LAK Hessen

  • 4 LAK KonKret 5/12

    Die ABDA-Beiträge bleiben 2012 stabil, weil das Geld für die Mehrausgaben (einmalig) aus den Rücklagen genommen wird. Das war, wenn man so will, auch schon die einzige positive Nach- richt aus Berlin. Den Vorschlag der Bundesregierung, das – im- merhin seit 2004 fixe – Apothe- kenhonorar um 25 Cent (von 8,10 auf 8,35 Euro) anzuheben, wertete die Delegiertenversamm- lung als Affront.

    Die Absicht der Bundesregierung, die Apotheker mit 25 Cent abzuspeisen, hatte bundesweit in der Apothekerschaft zu zum Teil heftigen Reaktionen geführt. Dazu stellte die Präsidentin der Landes- apothekerkammer (LAK) Hessen, Erika Fink, klar: „Die Kritik aus dem Kollegen- kreis an der Politik ist verständlich, be- rechtigt und zulässig, Beleidigungen je- doch nicht.“

    Fink verwies zudem darauf, dass die Apothekerschaft mit ihrem Anliegen weitgehend alleinstünde. Stimmen gegen die Honoraranhebung seien – naturge- mäß – aus der GKV gekommen, aber auch aus den Arbeitgeberverbänden, die sogar eine „Liberalisierung“ des Apo- thekenmarktes statt einer Honoraranhe- bung gefordert hätten. Und was das Echo in den Publikumsmedien angehe, habe es allenfalls „verhaltene“ Stimmen pro Apotheker gegeben.

    Da andererseits die Bereitschaft der Kollegen, sich an Protestmaßnahmen zu beteiligen, nur „mäßig“ ausgeprägt sei,

    stellte Fink fest, sei die Situation (zumin- dest momentan) „verfahren“.

    Auch auf Vorwürfe der GKV, die Apo- theker hätten keine belastbaren betriebs- wirtschaftlichen Zahlen geliefert, ging die LAK-Präsidentin ein. Die Rechnung, die die Bundesvereinigung Deutscher Apo- thekerverbände (ABDA) ins Feld geführt habe, basiere auf den Daten der Treuhand. Sie beinhalte den Inflationsausgleich, steigende Löhne, Gebühren, Abgaben und Mieten sowie zunehmende Personalkosten (Stichwort: höherer Beratungsaufwand).

    Die öffentliche Kritik am Zahlen- und Datenmaterial der ABDA wies Dr. Hans- Rudolf Diefenbach als diffamierend zu- rück: „Die Politik sagt, Eure Zahlen sind zwar richtig, aber sie riechen nach Lobby- ismus – so viel zur Seriosität der Politik und zum Stellenwert, den man uns zumisst.“

    Die ebenfalls kritisierte geringe Be- teiligung an Demonstrationen zeige le- diglich, wie Diefenbach weiter ausführ- te, „die Verunsicherung der Kollegen, die

    Aktuell

    keine Strategie der Standesführung er- kennen können“.

    Als überlegenswert wurde der Vor- schlag von Dr. Peter Homann aufgenom- men, warnstreikähnliche Aktionen durchzuführen. Danach soll nur der Leiter in der Apotheke bleiben, um Kun- den und Patienten zu bedienen, während die Mitarbeiter einen Tag in den Streik treten. Damit würde man der Öffentlich- keit vor Augen führen, welch ein gut- funktionierendes Apothekensystem von der Politik aufs Spiel gesetzt werde.

    Homann wie Fink erinnerten daran, dass bereits vor Jahren aus ähnlichem Anlass unter Hessens Apothekenleitern abgefragt wurde, ob sie ihre Apotheke für Kampfmaßnahmen schließen wür- den. Nur 25 Prozent hätten geantwortet. Und davon sei lediglich die Hälfte bereit gewesen mitzumachen – aber nur, „wenn auch mein Kollege mitmacht“.

    Hinter dieser Haltung stecke die Hoff- nung, wie Homann sagte, „dass Ver-

    Foto: Draxler

    Delegiertenversammlung

    25 Cent mehr Honorar für neun Jahre – Delegierte verärgert

    Führten durch die Sitzung: LAK-Präsidentin Erika Fink und LAK-Geschäftsführer Ulrich Laut

  • 5/12 LAK KonKret 5

    nehme, um zu einer weiteren Qualitäts- steigerung auch und gerade bei den Rezepturen beizutragen. Die Bitte der LAK an die Apotheken, an den Ringver- suchen teilzunehmen, und der Hinweis, „dass wir die Kosten dafür übernehmen, hat zu einem fulminanten Zuwachs an Anmeldungen geführt“.

    Thematisiert wurde außerdem die Dienstbereitschaft. Die Delegiertenver- sammlung erwog – nach dem Vorbild der Apothekerkammer Westfalen-Lippe – eine Mitgliederbefragung zu diesem Punkt. Ziel: Sollten viele Kundenkontak- te sich nicht als Notfälle erweisen, müsse über eine Neuorientierung der Dienst- bereitschaft nachgedacht werden.

    Laut, der neben dem rechtlichen auch den menschlichen Aspekt der Notdienst- belastung würdigte, verwies darauf, dass eine Regelung dieser Frage „keine An- gelegenheit der Selbstverwaltung ist, sondern des Hessischen Sozialministe- riums“. Dennoch werde man das Ge- spräch mit dem Ministerium suchen.

    Vor dem Thema „Apothekenbetriebs- ordnung“ war es um den Deutschen Apothekertag gegangen. Die Delegierten nahmen einstimmig folgenden Antrags- vorschlag von Ursula Funke an: „Die Hauptversammlung der deutschen Apo- thekerinnen und Apotheker fordert die für die Apothekenüberwachung zustän- digen Länderbehörden auf, gemeinsame Standards und Kriterien für die Über- wachung der Apotheken zu erarbeiten, festzulegen und umzusetzen.“

    Jürgen r. Draxler

    handlungen zum Ziel führen, ohne dass man selbst etwas machen muss“.

    Auch Ursula Funke bestätigte, dass es gewaltig an der Basis „rumort“. In die- sem Zusammenhang müsse man aber ebenfalls sehen, dass Aktionen wie „20 Prozent auf alles“ oder „Apothekentaler“ völlig kontraproduktiv seien „und uns schaden“. Statt sinnlos Großprojekte zu sponsern, für die weder ein Kunde in die Apotheke komme, noch ein Apotheker in eine Talkshow eingeladen werde, forderte Funke, das Geld „besser in Kampagnen und Ähnliches“ zu investie- ren, „um zum Beispiel darüber aufzu- klären,