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    Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und -

    politik

    Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Wintersemester 2014/2015

    Teil I: Einführung in die Neu-Keynesianische Makroökonomik

  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Überblick

    Vorlesungsteil:

    • Einführung in die Neu-Keynesianische Makroökonomik (20.10.)

    • Das monetäre Konsens-Modell (I) (27.10.)

    • Das monetäre Konsens-Modell (II) (3.11.)

    • Seminarteil:

    2

  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Überblick Seminarteil

    1. Islamic Banking/Finance (10.11.14)

    • Betreuer: JM Bearbeiter: Christian Scherf

    2. Kreditzyklen: die Rolle von Liquidität und Leverage (17.11.14)

    • Betreuer: JM Bearbeiterin: Desirée Schröder

    3. Der Risk-Taking Channel der Geldpolitik (24.11.14)

    • Betreuer: JM Bearbeiter: Dennis Herle

    4. Geldpolitik an der Nullzins-Untergrenze (01.12.14)

    • Betreuer: PK Bearbeiter: Till Nyenhuis

    5. Sollte die Geldpolitik die Zielinflation erhöhen? (08.12.14)

    • Betreuer: PK Bearbeiter: Ngoc Thuy Nguyen

    3

  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Überblick Seminarteil

    8. Finanzmarktstabilität als geldpolitisches Ziel (15.12.14)

    • Betreuer: Benjamin Käfer Bearbeiter:

    7. Commitment: Glaubwürdigkeit und Reputation in der Geldpolitik (12.01.15)

    • Betreuer: JM Bearbeiter: Adrian Meisner

    8. Zentralbankkommunikation und –transparenz (19.01.15)

    • Betreuer: JM Bearbeiter: Lukas Löber

    9. Committees: Geldpolitik als Gruppen-Entscheidung (26.01.15)

    • Betreuer: JM Bearbeiter: Nils Matthiesen

    10. TARGET 2 –Salden (02.02.15)

    • Betreuer: Benny Schwanebeck Bearbeiter: Andreas Rehs

    4

  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    Einführung in die Neu-Keynesianische Makroökonomik

    Literatur:

    • Clarida, Richard, Jordi Gali und Mark Gertler (1999): The Science of Monetary Policy: A

    New Keynesian Perspective, Journal of Economic Literature 37(4): 1661-1707.

    • Gali, Jordi (2008): Monetary Policy, Inflation, and the Business Cycle – An Introduction to

    the New Keynesian Framework, Princeton University Press.

    • Michaelis, Jochen (2014): Anmerkungen zur Methodik der DSGE-Modelle,

    Wirtschaftswissenschaftliches Studium 43(7): 371-376.

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    Makro: ein Schnelldurchlauf

    Geschichte der Makro in zwei Abschnitte zu unterteilen:

    - vor Lucas (1976)

    - nach Lucas (1976)

    bis 1976:

    - kleine, schöne Makromodelle wie ISLM oder Mundell-Fleming

    - große, unschöne Modelle zur Konjunkturprognose

    Lucas-Kritik

    - Strukturparameter der Makromodelle politikabhängig, endogen

    - Evaluation von Politikmaßnahmen mit demselben Modell unmöglich

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    Konsequenz:

    Suche nach „tieferen“, politikunabhängigen Parametern

    Wie geht die Makroökonomik mit der Lucas-Kritik um?

    Hörsaal: Forschung:

    ignorieren! Mikrofundierung der Makro

    (gut so!!)

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    Real Business Cycle (RBC)-Modelle:

     Schwankungen von Produktion und Beschäftigung können effizient sein

     Erwartungen über zukünftige Größen bedeutsam

    Probleme der RBC:

     Jede Schwankung ist effizient

     Widerspruch zu Daten eklatant

    Heutige Makro übernimmt Methodik der RBC

    RBC + Friktionen = DSGE

    DSGE = Dynamic Stochastic General Equilibrium

    Seit ca. 10 Jahren sind DSGE-Modelle state of the art in der Makro

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    Bausteine eines DSGE-Modells:

    Haushalte als Nutzenmaximierer

    Unternehmen als Gewinnmaximierer

    Zentralbank: Taylor-Regel für den Zins

    - rationale Erwartungen

    - unendlicher Planungshorizont

    - perfekte Informationen

    - Märkte im Gleichgewicht

    Stochastische Schocks (meist AR(1))

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Grundlagen

    nochmals einen Schritt zurück:

    Fünf Grundprinzipien für die Konstruktion eines monetären Makromodells

    (Williamson und Wright 2010):

    Prinzip #1: Microfoundations matter (Lucas-Kritik, logische Konsistenz)

    Prinzip #2: Money matters (Friktionen und Imperfektionen abbilden)

    Prinzip #3: Financial intermediation matters (Kapitalmärkte imperfekt)

    Prinzip #4: appropriate abstraction (Modelle ebenso „unrealistisch“ wie Landkarten)

    Prinzip #5: no single model (aber Konsens über Grundbausteine)

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Klassisches monetäres Grundmodell

    Das klassische monetäre Grundmodell als Benchmark

    Gali, Jordi (2008): Monetary Policy, Inflation, and the Business Cycle, Chap. 2

    Ausgangspunkt:

    • keine Marktunvollkommenheiten

    • perfekt flexible Preise auf allen Märkten

    • vollständige Informationen

    • zwei Akteure (Haushalte und Unternehmen)

    • einzige Funktion von Geld: Geld als Recheneinheit

    Ziel: Entwicklung eines Maßstabs analog vollständiger Konkurrenz

    spätere Abschnitte: Einführung von Imperfektionen

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Klassisches monetäres Grundmodell

    Haushalte:

    repräsentativer Haushalt maximiert die Zielfunktion

    Welfare = F(Konsum C, Arbeitszeit N)

    𝒲 = 𝑈 𝐶0, 𝑁0 + 𝛽𝐸0𝑈 𝐶1, 𝑁1 + 𝛽 2𝐸0𝑈 𝐶2, 𝑁2 +⋯

    𝒲 = 𝐸0 𝛽 𝑡𝑈(𝐶𝑡, 𝑁𝑡)

    ∞ 𝑡=0

    mit 𝛽 < 1 als Diskontfaktor und 𝐸0 als Erwartungsoperator (Erw-bildung in 𝑡 = 0)

    positiver und abnehmender Grenznutzen des Konsums: 𝑈𝑐 > 0 und 𝑈𝑐𝑐 < 0

    zunehmendes Grenzleid der Arbeit: 𝑈𝑁 < 0 und 𝑈𝑁𝑁 < 0

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Klassisches monetäres Grundmodell

    Typische Annahme über funktionale Form der Perioden-Nutzenfunktion:

    (1.1) 𝒲 = 𝐸0 𝛽 𝑡 𝐶𝑡

    1−𝜎

    1−𝜎 − 𝑁𝑡 1+𝜑

    1+𝜑 ∞ 𝑡=0

    𝜎 = intertemporale Substitutionselastizität

    Maß für die angestrebte Konsumglättung

    Approximation für 𝜎 = 1: ln 𝐶𝑠

    Empirie: 𝜎 ≈ 2

    𝜑 = (inverse) Frisch-Elastizität des Arbeitsangebots

    - Empirie: 𝜑 ≈ 3

    Annahmen:

    unendlicher Planungshorizont

    Nutzenfunktion additiv separabel in beiden Argumenten (𝑈𝐶𝑁 = 𝑈𝑁𝐶 = 0)

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Klassisches monetäres Grundmodell

    Budgetrestriktion (Periode t):

    (1.2) 𝑊𝑡𝑁𝑡 + 𝑇𝑡 + 1 + 𝐼𝑡−1 𝐵𝑡−1 = 𝑃𝑡𝐶𝑡 + 𝐵𝑡

    𝑊𝑡 = Lohnsatz

    𝐵𝑡 = Bestand an risikolosen Wertpapieren

    𝐼𝑡 = Nominalzins für ein einperiodiges WP gekauft in Periode t und gehalten bis t+1

    𝑇𝑡= lump sum Zahlungen (Steuern, Transfers, Dividenden etc.)

    Optimierungsproblem des Haushalts:

    Maximiere Zielfunktion (1.1) unter den Nebenbedingungen (1.2)

    Lösung mittels Lagrange-Verfahren

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  • Ausgewählte Fragen der Geldtheorie und –politik - WS 2014/2015 Prof. Dr. Jochen Michaelis

    Klassisches monetäres Grundmodell

    (1.3) L = 𝐶𝑡 1−𝜎

    1−𝜎 − 𝑁𝑡 1+𝜑

    1+𝜑 + 𝜆𝑡 𝑊𝑡𝑁𝑡 + 𝑇𝑡 + 1 + 𝐼𝑡−1 𝐵𝑡−1 − 𝑃𝑡𝐶𝑡 − 𝐵𝑡

    +𝐸𝑡𝛽 𝐶𝑡+1

    1−𝜎

    1−𝜎 − 𝑁𝑡+1

    1+𝜑

    1+𝜑 + 𝜆𝑡+1 𝑊𝑡+1𝑁𝑡+1 + 𝑇𝑡+1 + 1 + 𝐼𝑡 𝐵𝑡 − 𝑃𝑡+1𝐶𝑡+1 − 𝐵𝑡+1

    +𝐸𝑡𝛽 2 … +⋯

    First-order conditions:

    (1.4) 𝜕𝐿

    𝜕𝐶𝑡 = 𝐶𝑡

    −𝜎 − 𝜆𝑡𝑃𝑡 = 0

    (1.5) 𝜕𝐿

    𝜕𝐵𝑡 = −𝜆𝑡 + 𝛽𝐸𝑡𝜆𝑡+1(1 + 𝐼𝑡) = 0

    (1.6)