Smart City

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    26-Mar-2016
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Die rasante Urbanisierung unseres Planeten stellt Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und auch die Bewohner vor enorme Herausforderungen. Nachhaltige Stadtentwicklung ist das Zauberwort, das mit Inhalten gefüllt werden muss. Wir brauchen neue Verkehrskonzepte, intelligente Energieversorgungsnetze und energieeffiziente Gebäude, um einen Kollaps zu vermeiden und Lebensqualität zu erhalten. Fast die Hälfte der Menschen lebt schon in Städten, Tendenz steigend. Die Infrastrukturen von Städten müssen leistungsfähiger gemacht werden, um Klimawandel, veränderten Lebensgewohnheiten und demographischem Wandel gerecht zu werden.

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  • Smart City

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    Trend: City-LogistikEffizienz durch intelligente Infrastrukturen

    Urbanisierung

    VerkehrskonzepteKollaps vermeiden

    InformationstechnologieBrgerfreundliche Stdte

    RecyclingUnschtzbare Ressourcen

    Ausgabe Juni 2012

  • editorial Smart City | 2

    InhaltHerausgeber und Verlag:Lombard Media Swiss AG www.lombardmedia.ch

    Konzept, Realisierung und redaktio-nelle Bearbeitung:newpublic communication Verwaltungs-ges. UG (haftungsbeschrnkt) & Co. KG Marie-Curie-Str. 111353332 BornheimTel: +49 (0) 2227 92120Net: www.newpublic.org

    newpublic-Redaktions leitung (V. i. S. d. P.):Wolfgang Haselbauer,w.haselbauer@newpublic.org

    newpublic-Projektleitung:Pierre Knappertp.knappert@newpublic.org

    Layout:newpublic communication Verwaltungs-ges. UG (haftungsbeschrnkt) & Co. KG

    Autoren:Bernward Janzing, Armin Hille, Prof. Ina Schieferdecker/Dr. Matthias FlggeReinhard Huschke

    Verbreitete Aufl age: 103.000 Exemplare als Fremdbeilage im Handelsblatt

    Impressum

    Die rasante Urbanisierung unseres Planeten stellt Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und auch die Bewohner vor enorme Herausforderungen. Nachhaltige Stadtentwick-lung ist das Zauberwort, das mit Inhalten gefllt werden muss. Wir brauchen neue Verkehrskonzepte, intelligente Energieversorgungsnetze und energieeffi ziente Gebude, um einen Kollaps zu vermeiden und Lebensqualitt zu er-halten. Fast die Hlfte der Menschen lebt schon in Std-ten, Tendenz steigend. Die Infrastrukturen von Stdten mssen leistungsfhiger gemacht werden, um Klimawan-del, vernderten Lebensgewohnheiten und demographi-schem Wandel gerecht zu werden.

    Mit neuer Verkehrs- und Warenlogistik beschftigt sich daher die Titelstory unseres Autors Armin Hille ab Seite 6. Eine neue City-Logistik, also eine intelligente und umweltfreundliche Stadtlogistik, verlangt die sinnvolle Kombination verschiedener Verkehrstrger wie Strae, Schiene und Wasser. E-City-Logistik, der Einsatz von Elek-tromobilitt, wird dabei eine besondere Rolle spielen. Sei es, dass die Brger auf E-Bikes oder Elektroautos umstei-gen oder sich der innerstdtische Lieferverkehr elektrisch angetriebener Fahrzeuge bedient, die Mglichkeiten sind zahlreich.

    Urban Mining, auch das ist ein neues Schlagwort und meint simpel Wertstoffe im Mll. Was wir bisher berwiegend von der Gelben Tonne und der Sammlung von Elektronikschrott kennen, ist lngst nicht alles, was im Abfall schlummert. Lesen Sie ab Seite 3, welche verborge-nen Schtze es auch aus alten Deponien zu bergen gilt und wie kluges Abfallmanagement und Recycling Deutschland zu einem Rohstoffl and machen knnen. Was in der intel-ligenten Stadt aber auch nicht fehlen darf, ist die Vernet-zung und Digitalisierung unserer Systeme. Mithilfe tech-

    nologischer Fortschritte sind wir imstande, unsere beste-henden Infrastrukturen und vor allem auch die Verwal-tung intelligenter umzugestalten. Ab Seite 12 erlutern uns Professor Ina Schieferdecker und Dr. Matthias Flgge, wel-che neuen Informations- und Kommunikationstechnologi-en eingesetzt werden, um Stdte brgernher, intelligen-ter und umweltfreundlicher zu machen. Ein wichtiges Ziel, denn eine Smart City versteht sich nach den Autoren mehr und mehr als Dienstleister fr Brger und Unternehmen. Diesem Ansatz folgt auch die Einrichtung eines City WLAN. Die mobile Kommunikation hilft nicht nur den Bewohnern und Besuchern, sondern auch den Kommunen. Sie kn-nen zum Beispiel Verkehrsleit- und Beleuchtungssysteme konomisch und kologisch sinnvoll steuern, wie der Bei-trag auf Seite 13 erlutert.

    Die Klimaziele Deutschlands brauchen mehr Enga-gement, das ist die klare Forderung unseres Autors Bern-ward Janzing. In seiner Reportage auf den Seiten 14 und 15 fhrt er eindrucksvoll aus, dass Schadstoffemissionen drastisch reduziert werden, der Ausbau der erneuerbaren Energien gefrdert und die Effi zienz im Gebudesektor ge-steigert werden mssen nicht nur, um das Klimaschutz-ziel 2020 erreichen, sondern auch zur Erhaltung der Le-bensqualitt. Was wie eine Zukunftsvision klingt, ist schon heute Realitt: der Null-Emissions-Stadtteil, zu lesen auf Seite 14. Nachhaltige Wohnkonzepte sind extrem attraktiv und erfreuen sich schon heute groer Nachfrage.

    Wir stehen vor groen Aufgaben, Stadtkonzepte ms-sen verndert werden, aber viele gute Lsungen werden dazu beitragen, unsere Stdte neu zu beleben, sie intelli-genter, effi zienter, umweltfreundlicher und damit lebens-werter zu machen.

    Ihre Redaktion

    Intelligent und lebenswert EDITORIAL

    Recycling ............................................................................ Seite 3Im Abfall und in alten Deponien schlummern unschtzbare Wertstoff e. Wenn sie aussortiert und hochwertig recycelt werden, kann Deutsch-land auch ohne eigene Vorkommen zum Rohstoffl and werden.

    Titelreportage .................................................................... Seite 6Unsere Stdte brauchen neue Mobilittskonzepte, um Verkehr und Schadstoff belastung zu reduzieren. Elektromobilitt, die Kombination der Verkehrstrger, Telematik all dies ist wichtig fr nachhaltige Stdte.

    Expertenpanel.................................................................... Seite 8Die perfekte Stadt der Zukunft beschftigt Wissenschaft und Wirtschaft. Unsere Experten erlutern die Besonderheiten einer Smart City, welche Rolle die Architektur spielen wird und sie zeigen Trends auf.

    Vernetzte Stadt ................................................................Seite 12In der smarten Stadt sind Verwaltung, Wirtschaft und Brger miteinan-der vernetzt. Die Verwaltung versteht sich als Plattform fr eine neue Form der Interaktion, um Prozesse transparent zu machen.

    Energie ..............................................................................Seite 14Deutschland braucht Engagement, um die Klimaziele 2020 zu erreichen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, Gebudesanierung, eine umwelt-freundliche Verkehrspolitik ohne das wird die Klimabilanz nicht besser.

    www.issuu.com/newpublic

  • | smart city recycling 3

    Die strategische Bedeutung fossiler Energietrger wie Erdl und Erdgas ist heute jedermann gelufi g. Weni-ger bekannt ist, dass die wirtschaftli-che Zukunft eines Industrielandes wie Deutschland auch von der Ver-

    fgbarkeit weiterer wichtiger Roh-stoffe abhngt. So stuft der vom Ins-titut der deutschen Wirtschaft aufge-stellte Rohstoff-Risiko-Index allein 14 mineralische Rohstoffe als beson-ders kritisch ein. Dazu gehren Lithi-um, Kobalt, Indium oder Seltenerd-

    metalle wie Yttrium und Neodym Stoffe, die fr die Herstellung techni-scher Produkte wie Handys, Dis-plays, Akkus oder Energiesparlam-pen bentigt werden. Fr die meisten dieser Mineralien gibt es hierzulande zwar keine Frdersttten, aber dennoch

    ist Deutschland nicht arm an Reserven. Denn die wertvollen Rohstoffe schlum-mern in Millionen von Althandys, Com-putern und anderen Elektrogerten, im unsortierten Restmll oder sind in Mll-deponien vergraben. Experten schtzen, dass sich mit einer konsequenten Sammlungs- und Verwertungsstrate-gie rund die Hlfte des deutschen Rohstoffbedarfs decken liee. Die neuen Rohstoffminen liegen also nicht in irgendwelchen abgelegenen Bergregionen unserer Erde, sondern dort, wo die meisten Menschen le-ben: in den Stdten. Rohstoffexper-ten sprechen deshalb auch von Ur-ban Mining. Die Tragweite dieses Konzeptes lsst sich ermessen, wenn man sich die wachsende Bedeutung der Stdte vergegenwrtigt. Im Jahr 2007 lebten erstmals mehr als die Hlfte der Erdbewohner in Stdten, bis 2030 knnten schon zwei Drittel der dann voraussichtlich neun Milli-arden Menschen in stdtischen Bal-lungsrumen ansssig sein. Entspre-chend wachsen die Rohstoffschtze in den Siedlungsabfllen.

    Massenrohstoffe wie Stahl, Kup-fer und Aluminium werden bereits heute fast vollstndig wiederverwer-tet. Beim Bauschutt, der einen gro-en Anteil am Abfallvolumen hat, sind es immer noch 70, in sterreich sogar 80 Prozent. Auch bei Glas und Papier werden in Deutschland inzwi-schen Recyclingquoten von ber 80 Prozent erreicht. Die dadurch ge-wonnenen Sekundrrohstoffe ma-chen die Wirtschaft nicht nur unab-hngiger von Rohstoffi mporten, son-dern sparen auch Energie und tragen so zum Klimaschutz bei beim Alumi-nium-Recycling muss beispielsweise nur etwa fnf Prozent der ursprngli-chen Herstellungsenergie aufgewen-det werden. Auch Glas lsst sich ohne Qualittsverluste beliebig oft ein-schmelzen, Papier bis zu fnf Mal wiederverwerten. Warum sollten sol-che Erfolge nicht auch bei weiteren wertvollen Rohstoffen mglich sein?

    Inwieweit sich das Konzept des Urban Mining durchsetzen wird, hngt weniger von der prinzipiellen Mglichkeit und den vielfach be-reits vorhandenen Recyclingtech-nologen ab. Es ist vor allem eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Diese knnte nach Meinung von Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft Kln (IW) schon bald gegeben sein: Setzen sich die Preistrends, die im Zeitraum 2001 bis 2010 zu beobach-ten waren, in den nchsten Jahren fort, dann werden die Importkosten fr Industriemetalle im Jahr 2015

    Verborgene Werte

    In der Stadt der Zukunft gibt es keinen Abfall mehr zumindest nicht offen-sichtlich. Denn das gesamte Mllauf-kommen wird unterirdisch gesammelt und abtransportiert. Abfallcontainer wer-den aus dem Blickfeld der Stdte ver-schwinden, in einem unterirdischen Netz von Versorgungsgngen und Tunneln. Was noch wie Zukunftsmusik klingt, ist in Berlin bereits Realitt geworden. In ei-nem einzigartigen Logistikzentrum 15 Meter tief in den Katakomben des Pots-damer Platzes existiert eine Welt fernab von Glamour und Lifestyle. Seit 1998 be-treibt der Recyclingspezialist ALBA Group hier e