Struktur- und Gehaltsbefragung 2015 der Architektenkammer ... · Durch die Architektenkammer...

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HommerichForschung 1

Struktur- und Gehaltsbefragung 2015 der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen

1. Stichprobe und Rcklauf

Im Mai und Juni 2015 wurden die abhngig beschftigten Kammermitglieder der Architektenkammern

aller Lnder1 online zu den Rahmenbedingungen ihrer beruflichen Ttigkeit und ihren Gehltern be-

fragt.

Bundesweit wurden 53.072 Kammermitglieder zu der Befragung eingeladen. 10.740 Kammermitglie-

der beteiligten sich an der Befragung. Dies entspricht einer Rcklaufquote von 20%.

Durch die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen wurden 14.310 Kammermitglieder zu der Befra-

gung eingeladen. 2.354 Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen fllten den Fragebogen

aus. Dies entspricht einer Rcklaufquote von 16,5%.

Im Folgenden werden die zentralen Ergebnisse der Befragung dargestellt. Bei der Auswertung der

Daten wurde durchgehend zwischen Angestellten in Architektur- und Planungsbros, Angestellten, die

in der gewerblichen Wirtschaft ttig sind und Angestellten, die im ffentlichen Dienst beschftigt sind,

unterschieden.

2. Zusammenfassung zentraler Ergebnisse der Struktur- und Gehaltsbefragung

2.1. Berufsttigkeit im Referenzjahr 2014

99% der Befragten waren im Referenzjahr 2014 als Angestellte ttig: 94% whrend des gesamten

Jahres, 5% whrend eines Teils des Jahres. 0,8% waren in 2014 freiwillig nicht beschftigt, z. B. we-

gen Elternzeit, 0,1% der Befragungsteilnehmer waren arbeits- / erwerbslos (vgl. Abb. 2.1).

Abb. 2.1

1 Die Architekten- und Stadtplanerkammer Schleswig-Holstein beteiligte sich 2015 nicht an der Befragung.

94%

5%

0,8%

0,1%

0% 25% 50% 75% 100%

Ja, whrend des gesamten Jahres.

Ja, whrend eines Teils des Jahres.

Nein, ich war freiwillig nicht beschftigt.

Nein, ich war arbeits- / erwerbslos.

HommerichForschung 2

Bei den Befragten, die 2014 nur whrend eines Teils des Jahres beschftigt waren, handelt es sich

berdurchschnittlich hufig um Frauen: Whrend der Anteil der Frauen an allen Befragten bei 41%

liegt, sind die weiblichen Kammermitglieder in der Teilgruppe derer, die 2014 nicht whrend des ge-

samten Jahres berufsttig waren, mit 66% in der Mehrheit (vgl. Abb. 2.2).

Abb. 2.2

Es ist zu vermuten, dass es sich hierbei vor allem um Frauen handelt, die sich whrend eines Teils

des Jahres im Mutterschutz oder in Elternzeit befanden. Gesttzt wird diese Erklrung durch das Er-

gebnis, dass in dieser Teilgruppe Frauen im Alter bis 40 Jahre deutlich berreprsentiert sind (vgl.

Abb. 2.3).

Abb. 2.3

39%

66%

41%

61%

34%

(N

HommerichForschung 3

2.2. Soziodemographische Zusammensetzung der Befragtengruppe

Unter den angestellten Mitgliedern der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen berwiegen die Mn-

ner: 59% der Befragten sind mnnlich, 41% weiblich (vgl. Abb. 3.1).

Abb. 3.1

Der Frauenanteil nimmt mit zunehmendem Alter der Befragten ab: In der jngsten Befragtengruppe

(unter 35 Jahre) sind die Frauen mit 63% in der Mehrheit, bei den 35- bis 40-Jhrigen betrgt ihr An-

teil 50%. In den lteren Befragtengruppen verringert sich ihr Anteil auf 41% bzw. 28% (in der Alters-

gruppe von 41 bis 50 Jahren bzw. ber 50 Jahre; vgl. Abb. 3.3).

Abb. 3.3

weiblich 41%

mnnlich 59%

63%

50%

41%

28%

41%

37%

50%

59%

72%

59%

0% 25% 50% 75% 100%

unter 35 Jahre

35 - 40 Jahre

41 - 50 Jahre

lter als 50 Jahre

Alte

r der

Befr

ag

ten

Gesam

t

weiblich mnnlich

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 4

2.3. Fachrichtungszugehrigkeit, Ausbildung und Dauer der Berufsttigkeit

77% der Befragten sind Architekten. Um Innenarchitekten handelt es sich bei 7% der Befragten. 8%

der befragten Angestellten sind Landschaftsarchitekten, 11% Stadtplaner (vgl. Abb. 4.1).

Abb. 4.1

34% der Befragten haben an einer Universitt oder Technischen Hochschule studiert. 63% sind Ab-

solventen eines Fachhochschulstudiums. Ein Masterstudiengang wurde von 6% der Befragten abge-

schlossen. 3% der Befragungsteilnehmer verfgen ber einen Bachelorabschluss: 2% geben an, Ab-

solventen eines 6-semestrigen Bachelor-Studiums zu sein, 1% hat ein 8-semestriges Bachelor-

Studium absolviert (vgl. Abb. 4.4).

Abb. 4.4

77%

7%

8%

11%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur

Innenarchitektur

Landschaftsarchitektur

Stadtplanung

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Werte nicht zu 100%.

2%

1%

6%

34%

63%

2%

0% 25% 50% 75% 100%

Bachelor 6 Semester

Bachelor 8 Semester

Master

Diplom Uni/TH

Diplom FH

Sonstiges

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Werte nicht zu 100%.

HommerichForschung 5

Durchschnittlich sind die Befragten seit 17 Jahren berufsttig. Insgesamt betrachtet sind 8% der An-

gestellten bis zu 5 Jahre, 20% 6 bis 10 Jahre, 36% 11 bis 20 Jahre und 35% lnger als 20 Jahre be-

schftigt (vgl. Abb. 4.7).

Abb. 4.7

Nach Arbeitgebern aufgeschlsselt zeigt sich, dass sowohl im ffentlichen Dienst als auch in der ge-

werblichen Wirtschaft der Anteil Angestellter, die mehr als 20 Jahre beschftigt sind, deutlich hher ist

als in Architektur- und Planungsbros (51% bzw. 39% im Vergleich zu 22%; vgl. Abb. 5.4)

Abb. 5.4

8%

20%

36%

35%

0% 25% 50% 75% 100%

bis 5 Jahre

6 bis 10 Jahre

11 bis 20 Jahre

mehr als 20 Jahre

14%

6%

3%

8%

28%

14%

14%

20%

36%

41%

32%

36%

22%

39%

51%

35%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre 11 bis 20 Jahre mehr als 20 Jahre

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 6

2.4. Arbeitgeber

44% der befragten Angestellten haben in 2014 in einem Architektur- oder Planungsbro gearbeitet. In

der gewerblichen Wirtschaft waren 24% der Befragten beschftigt. 31% befanden sich in einem Ange-

stelltenverhltnis im ffentlichen Dienst (vgl. Abb. 5.1).

Abb. 5.1

In Architektur- und Planungsbros liegt der Frauenanteil berdurchschnittlich hoch (47% im Gegen-

satz zu 41% bei allen Befragungsteilnehmern). Demgegenber sind Frauen in der gewerblichen Wirt-

schaft (32%) und im ffentlichen Dienst (38%) unterreprsentiert. (vgl. Abb. 5.2)

Abb. 5.2

44%

24%

31%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

47%

32%

38%

41%

53%

68%

62%

59%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

weiblich mnnlich

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 7

2.5. Ttigkeitsgruppe

33% der Befragten beschreiben ihre berufliche Ttigkeit als selbststndiges Ausfhren von Ttigkei-

ten nach Anleitung. 67% geben an, Ttigkeiten vollstndig selbststndig auszufhren bzw. eine lei-

tende Funktion innezuhaben (vgl. Abb. 6.1).

Abb. 6.1

Frauen geben hufiger als Mnner an, Ttigkeiten nach Anleitung auszufhren (vgl. Abb. 6.3).

Abb. 6.3

33% 67%

selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten nach Anleitung

selbststndiges Ausfhren von

Ttigkeiten / leitende Funktion

57%

33%

41%

43%

67%

59%

0% 25% 50% 75% 100%

selbststndiges Ausfhrenvon Ttigkeiten nach Anleitung

selbststndiges Ausfhrenvon Ttigkeiten / leitende FunktionT

tigkeitsgru

pp

eG

esam

t

weiblich mnnlich

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 8

Insgesamt liegt der Frauenanteil unter den befragten Kammermitgliedern in Nordrhein-Westfalen bei

41%. In der Teilgruppe der weisungsgebunden Ttigen stellen die weiblichen Befragten mit 57% die

Mehrheit, whrend sie in der Gruppe der Befragten mit Leitungsfunktion mit 33% unterreprsentiert

sind. Dieser Zusammenhang ist lnderbergreifend festzustellen.

2.6. Ttigkeitsschwerpunkte

Angestellte in Architektur- und Planungsbros sind berwiegend und hufiger als andere im Bereich

der Ausfhrungs- / Werkplanung, der Entwurfsplanung, der Ausschreibung / Vergabe und der Baulei-

tung ttig. Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft arbeiten demgegenber hufiger als ihre Kolle-

gen in den Bereichen Projektleitung, Projektsteuerung, Bauberatung / Baubetreuung und Projektent-

wicklung. Bei Angestellten im ffentlichen Dienst liegt hufiger als bei den brigen Kammermitgliedern

ein Ttigkeitsschwerpunkt im Bereich Gebudeunterhalt, Bauleitplanung, Bautechnische Verwaltung

und Stadt- und Raumplanung (vgl. Abb. 7.2, Seite 9).

HommerichForschung 9

Abb. 7.2

73%

44%

57%

45%

40%

18%

17%

12%

3%

9%

3%

14%

8%

5%

7%

2%

9%

13%

5%

3%

4%

4%

1%

31%

50%

35%

31%

37%

41%

28%

29%

18%

7%

13%

18%

16%

3%

7%

17%

8%

2%

7%

1%

5%

2%

2%

19%

37%

23%

32%

27%

36%

25%

22%

24%

22%

25%

5%

13%

24%

17%

16%

10%

6%

7%

11%

5%

7%

3%

0% 25% 50% 75% 100%

Ausfhrungsplanung / Werkplanung*

Projektleitung*

Entwurfsplanung*

Ausschreibung / Vergabe*

Bauleitung*

Projektsteuerung*

Bauberatung / Baubetreuung*

Projektentwicklung*

Gebudeunterhalt*

Bauleitplanung*

Bautechnische Verwaltung*

Innenrume*

Leitungsfunktionen (z.B: Personalplanung)*

Stadt- und Raumplanung*

Bauaufsicht (Bauaufsichtsbehrde)*

Facility Management*

Freianlagen

Wettbewerbe*

Gutachten / Sachverstndigenttigkeit

Denkmalpflege / Kulturverwaltung*

Energieeffizienzplanung

Landschaftsplanung*

Lehre und Forschung*

Architektur- / Planungsbro gewerbliche Wirtschaft ffentlicher Dienst (angestellt)

* statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05 ** Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Anteile nicht zu 100%.

HommerichForschung 10

2.7. Betreuung von Projekten im Ausland

11% der Befragten haben bereits Projekte auerhalb Deutschlands betreut, 89% haben dies bislang

nicht getan (vgl. Abb. 8.1).

Abb. 8.1

Dieses Ergebnis gilt unabhngig von der Art des Arbeitgebers (Abb. 8.2)2.

Abb. 8.2

2 Diese Frage wurde nur den in Architektur- / Planungsbros oder in der gewerblichen Wirtschaft ttigen Angestellten gestellt.

Ja 11% Nein

89%

10%

13%

11%

90%

87%

89%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Ja Nein

kein statistisch signifikanter Zusammenhang

HommerichForschung 11

Bei den Auslandsprojekten handelte es sich in erster Linie um Projekte in der Schweiz, in sterreich

und in den Niederlanden (Abb. 8.3).

Abb. 8.3

88,77%

1,87%

1,61%

1,29%

1,03%

0,97%

0,90%

0,77%

0,77%

0,71%

0,65%

0,65%

0,65%

0,58%

0,45%

0,32%

0,32%

0,26%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,19%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,13%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0,06%

0% 25% 50% 75% 100%

keine Auslandsttigkeit

Schweiz

sterreich

Niederlande

Russland

Luxemburg

Frankreich

Grobritannien

Europa

China

Belgien

Italien

Vereinte Arabische Emirate

Spanien

Polen

Schweden

USA

Trkei

Portugal

Rumnien

Kroatien

Serbien

Litauen

Dnemark

Kanada

Saudi Arabien

Weltweit

Ungarn

Australien

Slowakei

Mexiko

Aserbaidschan

Brasilien

Katar

Singapur

Mongolei

Asien

Amerika

Finnland

Norwegen

Irland

Griechenland

Japan

Bulgarien

Venezuela

Indien

Myanmar

Thailand

Tadschikisthan

Bahrain

Sierra Leone

Nigeria

Afrika

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Anteile nicht zu 100%.

HommerichForschung 12

2.8. Vergtung (nur Vollzeitttige)

Die Vollzeit ttigen Angestellten in Nordrhein-Westfalen haben im Referenzjahr 2014 im Mittel 54.000

Euro3 verdient. Differenziert nach Art des Arbeitgebers zeigt sich, dass Angestellte in Architektur- und

Planungsbros mit 44.000 Euro signifikant weniger verdienen als die Angestellten im ffentlichen

Dienst (60.000 Euro) bzw. in der gewerblichen Wirtschaft (65.474 Euro; vgl. Abb. 9.1).

Abb. 9.1

Diese Abstufung (Angestellte in Architektur- und Planungsbros verdienen weniger als Angestellte im

ffentlichen Dienst, deren Gehlter wiederum unter denen der Angestellten in der gewerblichen Wirt-

schaft liegen) gilt fr alle Bundeslnder, fr die aufgrund ausreichender Fallzahlen ein Vergleich aller

drei Teilgruppen mglich ist.

Im Lndervergleich zeigt sich ein deutliches Gehaltsgeflle: Die hchsten Gehlter in Architektur- und

Planungsbros erhalten Angestellte in Hessen (46.100 Euro), gefolgt von Rheinland-Pfalz (44.351

Euro) und Nordrhein-Westfalen (44.000 Euro). Die niedrigsten Gehlter werden diesen Angestellten in

Sachsen-Anhalt (36.120 Euro), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen (jeweils 36.000 Euro) ge-

zahlt. Im Mittel erhlt ein Angestellter in einem Architektur- und Planungsbro in Hessen somit das

1,3-fache eines Angestellten in einem Architektur- und Planungsbro in Mecklenburg-Vorpommern

oder Sachsen.

3 Erfragt wurde das Bruttojahresgehalt inklusive aller zustzlichen Geldleistungen und berstundenvergtungen. Ausgewiesen

wird im Folgenden immer der Median.

47.159

70.751

60.019

57.138

44.000

65.474

60.000

54.000

0 25.000 50.000 75.000 100.000

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Mittelwert Median

HommerichForschung 13

In der gewerblichen Wirtschaft ist das Gehaltsgeflle genauso steil: Es reicht im Lndervergleich von

72.000 Euro in Hessen bis 54.000 Euro im Saarland.4 Damit verdienen in Hessen in der gewerblichen

Wirtschaft angestellte Kammermitglieder im Mittel das 1,3-fache ihrer in der gewerblichen Wirtschaft

ttigen Kollegen im Saarland. Nordrhein-Westfalen belegt in diesem Lndervergleich den 4. Platz.

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Bruttojahresgehalt: Im Mittel verdienen Angestellte, die

mehr als 20 Jahre im Beruf sind, das 1,8-fache ihrer Kollegen mit maximal fnf Jahren Berufserfah-

rung (vgl. Tab. 9.4).

Art des Arbeitgebers

Architektur- / gewerbliche ffentl. Dienst

Gesamt Planungsbro Wirtschaft (angestellt)

arith. Mittel

bis zu 5 Jahre

37.596 35.063 46.247 (N 20 Jahre zu 5 Jahre 1,8 1,7 1,7 -

Median

bis zu 5 Jahre

36.000 34.000 43.000 (N 20 Jahre zu 5 Jahre 1,8 1,6 1,7 -

Tab. 9.4

Angestellte mit hoher beruflicher Eigenverantwortung (selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten /

leitende Funktion) verdienen im Mittel 1,3 mal so viel wie weisungsgebundene Angestellte (vgl. Tab.

9.5, Seite 14).

4 In den Lndervergleich der Gehlter in der gewerblichen Wirtschaft flieen aufgrund zu geringer Fallzahlen keine Angaben fr

Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt ein.

HommerichForschung 14

Art des Arbeitgebers

Architektur- / gewerbliche ffentl. Dienst

Gesamt Planungsbro Wirtschaft (angestellt)

arith. Mittel

selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten nach Anleitung

47.438 38.888 53.590 55.118

selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten / leitende Funktion

60.892 50.491 75.131 62.477

-Gehalt 2 zu -Gehalt 1 1,3 1,3 1,4 1,1

Median

selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten nach Anleitung

45.743 37.200 52.149 55.000

selbststndiges Ausfhren von Ttigkeiten / leitende Funktion

57.475 47.250 70.000 62.500

Median 2 zu Median 1 1,3 1,3 1,3 1,1

Tab. 9.5

Frauen verdienen signifikant weniger als Mnner: Im Mittel erhalten weibliche Angestellte 78% des

Gehalts ihrer mnnlichen Kollegen. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt der befragten Frauen

liegt bei 45.765 Euro (Median). Die mnnlichen Angestellten verdienen im Schnitt 58.463 Euro (vgl.

Abb. 9.5).

Abb. 9.5

Dieser Zusammenhang gilt in allen erfassten Bundeslndern.

39.600

55.750

56.000

45.765

47.500

68.800

61.530

58.463

0 25.000 50.000 75.000 100.000

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

weiblich mnnlich

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 15

Mit der unterschiedlichen Altersstruktur der mnnlichen und der weiblichen Befragten und der daraus

resultierenden unterschiedlich langen Berufserfahrung ist dieser Zusammenhang nicht allein zu erkl-

ren (vgl. Tab. 9.7).

Art des Arbeitgebers

Architektur- / gewerbliche ffentl. Dienst

Gesamt Planungsbro Wirtschaft (angestellt)

bis zu 5 Jahre Berufserfahrung

weiblich 34.800 33.204 (N

HommerichForschung 16

2.9. Zustzliche Geldleistungen (nur Vollzeitttige)

24% der Vollzeit ttigen Angestellten beziehen ein 13. Monatsgehalt (vgl. Abb. 9.6).

Abb. 9.6

Weihnachtsgeld wird 44% der Vollzeit ttigen Befragten ausgezahlt (vgl. Abb. 9.7).

Abb. 9.7

17%

28%

30%

24%

83%

72%

70%

76%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

13. Monatsgehalt kein 13. Monatsgehalt

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

28%

41%

70%

44%

72%

59%

30%

56%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Weihnachtsgeld kein Weihnachtsgeld

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 17

Ein Viertel bekommt zustzlich zum Gehalt Urlaubsgeld (vgl. Abb. 9.8).

Abb. 9.8

Vermgenswirksame Leistungen erhalten 33% der Vollzeit ttigen Angestellten (vgl. Abb. 9.9).

Abb. 9.9

14%

45%

23%

25%

86%

55%

77%

75%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Urlaubsgeld kein Urlaubsgeld

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

15%

37%

55%

33%

85%

63%

45%

67%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Vermgenswirksame Leistungen keine Vermgenswirksame Leistungen

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 18

Geldwerte Vorteile, Erfolgsprmien und andere Leistungen geben 44% der Vollzeit ttigen Befragten

an (vgl. Abb. 9.10).

Abb. 9.10

Angestellte in Architektur- und Planungsbros erhalten signifikant weniger zustzliche Geldleistungen

als Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft und im ffentlichen Dienst (arith. Mittel 1,0 zu 2,1 und

2,3; vgl. Abb. 9.11).

Abb. 9.11

25%

61%

57%

44%

75%

39%

43%

56%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Leistungsentgelt / Geldwerter Vorteil / Erfolgsprmien / Sonstiges

kein Leistungsentgelt / Geldwerter Vorteil / Erfolgsprmien / Sonstiges

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

1,0

2,1

2,3

1,7

0 1 2 3 4 5

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 19

2.10. Gehaltsanpassung

35% der befragten Angestellten geben an, ihr Gehalt werde in regelmigen Abstnden angepasst. In

unregelmigen Abstnden wird das Gehalt von 45% der Angestellten angepasst. 20% geben an, bei

ihnen finde keine Anpassung des Gehalts statt (vgl. Abb. 10.1).

Abb. 10.1

Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass zwei Drittel der Angestellten im ffentlichen Dienst

(67%) regelmig eine Gehaltserhhung erhalten. In der gewerblichen Wirtschaft liegt dieser Anteil

bei 38%, bei den Architektur- und Planungsbros bei 10%. Ein Drittel der Angestellten in Architektur-

und Planungsbros geben an, gar keine Gehaltsanpassung zu bekommen. Dieser Anteil ist bei Ange-

stellten in der gewerblichen Wirtschaft (16%) und im ffentlichen Dienst signifikant niedriger (7%; vgl.

Abb. 10.2).

Abb. 10.2

Nein, gar nicht 20%

Ja, unregelmig 45%

Ja, regelmig 35%

32%

16%

7%

20%

58%

46%

27%

45%

10%

38%

67%

35%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Nein, gar nicht Ja, unregelmig Ja, regelmig

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 20

In 75% der Flle erfolgt die Gehaltsanpassung nach Tarifvertrag, in 3% der Flle auf Basis des Le-

benshaltungsindex. Die brigen 22% geben an, das Gehalt werde unabhngig von einem Tarifvertrag

oder dem Lebenshaltungsindex angepasst (z. B. individuell verhandelt; vgl. Abb. 10.4).

Abb. 10.4

2.11. Gehaltsentwicklung

71% der befragten Angestellten erwarten fr 2015 einen Anstieg ihres Gehalts im Vergleich zu 2014.

26% gehen davon aus, dass sich ihr diesjhriges Gehalt im Vergleich zum Vorjahr nicht verndern

wird. Mit einem Rckgang des eigenen Gehalts rechnet nur ein kleiner Teil der Befragten (2%; vgl.

Abb. 11.4).

Abb. 11.4

nach Tarifvertrag 75%

nach dem Lebenshaltungs-

index 3%

Sonstiges 22%

Anstieg 71%

keine Vernderung

26%

Rckgang 2%

HommerichForschung 21

Angestellte in Architektur- und Planungsbros rechnen signifikant hufiger als Angestellte in der ge-

werblichen Wirtschaft und im ffentlichen Dienst damit, dass sich ihr Gehalt nicht verndern wird (42%

im Vergleich zu 26% bzw. 11%). In den beiden letztgenannten Gruppen erwartet die deutliche Mehr-

heit der Befragten einen Anstieg des eigenen Gehalts im Vergleich zum Vorjahr (72% der Angestellten

in der gewerblichen Wirtschaft und 88% der Angestellten im ffentlichen Dienst; vgl. Abb. 11.5).

Abb. 11.5

2.12. Arbeitsvertrag

95% der Angestellten haben einen schriftlichen Arbeitsvertrag (vgl. Abb. 12.1).

Abb. 12.1

56%

72%

88%

71%

42%

26%

11%

26%

3%

2%

2%

2%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Anstieg keine Vernderung Rckgang

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

Ja 95%

Nein 5%

HommerichForschung 22

Angestellte in Architektur- und Planungsbros sind signifikant seltener im Besitz eines schriftlichen

Arbeitsvertrags (91%) als Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft (98%) oder im ffentlichen Dienst

(100%; vgl. Abb. 12.2).

Abb. 12.2

Einen befristeten Arbeitsvertrag haben 5% der befragten Angestellten (vgl. Abb. 12.4).

Abb. 12.4

Differenziert nach Arbeitgeber wird deutlich, dass Angestellte im ffentlichen Dienst signifikant hufi-

ger einen befristeten Arbeitsvertrag besitzen (7%) als Angestellte in Architektur- und Planungsbros

(3%) oder in der gewerblichen Wirtschaft (4%; vgl. Abb. 12.5, Seite 23).

91%

98%

100%

95%

9%

2%

5%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Ja Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

Ja 5%

Nein 95%

HommerichForschung 23

Abb. 12.5

2.13. Arbeitszeit

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der angestellten Kammermitglieder in Vollzeit liegt bei 40

Wochenstunden, die der Teilzeitttigen bei 26 Wochenstunden. Differenziert nach Bundesland zeigt

sich kein Unterschied hinsichtlich der Arbeitszeiten bei den Vollzeitttigen.

Vollzeitttige Angestellte im ffentlichen Dienst arbeiten signifikant weniger Stunden pro Woche als

Angestellte in Architektur- und Planungsbros oder in der gewerblichen Wirtschaft (88% der Angestell-

ten im ffentlichen Dienst arbeiten 30 bis unter 40 Stunden wchentlich gegenber 38% der Angestell-

ten in der gewerblichen Wirtschaft und 11% der Angestellten in Architektur- und Planungsbros; vgl.

Abb. 13.5, Seite 24).

3%

4%

7%

5%

97%

96%

93%

95%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

tJa Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 24

Abb. 13.5

Insgesamt sind 17% der Befragten in Teilzeit ttig. Der Anteil Teilzeit ttiger Frauen liegt signifikant

hher als der Anteil Teilzeit ttiger Mnner. So sind 36% der befragten Frauen teilzeitttig, aber nur

3% der mnnlichen Befragten (vgl. Abb. 13.3).

Abb. 13.3

11%

38%

88%

41%

81%

53%

11%

53%

8%

9%

2%

6%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t30 bis unter 40 Stunden 40 Stunden mehr als 40 Stunden

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

64%

97%

83%

36%

3%

17%

0% 25% 50% 75% 100%

weiblich

mnnlich

Geschle

ch

tG

esam

t

vollzeitttig teilzeitttig

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 25

15% der Teilzeit beschftigten Kammermitglieder arbeiten weniger als 20 Stunden wchentlich. 45%

der Teilzeitttigen arbeitet 20 bis unter 30 Stunden pro Woche und 40% arbeiten 30 bis unter 38

Stunden pro Woche (vgl. Abb. 13.6).

Abb. 13.6

2.14. berstunden

Die weit berwiegende Mehrheit der Befragten (78%) hat in 2014 berstunden geleistet (vgl. Abb.

14.1).

Abb. 14.1

weniger als 20 Stunden

15%

20 bis unter 30 Stunden

45%

30 bis unter 38 Stunden

40%

Ja 78%

Nein 22%

HommerichForschung 26

Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft (83%) und in Architektur- und Planungsbros (84%) berich-

ten dies signifikant hufiger als ihre Kollegen im ffentlichen Dienst (68%; vgl. Abb. 14.2).

Abb. 14.2

Vollzeit ttige Angestellte, die berstunden leisten, arbeiten pro Woche durchschnittlich 6 Stunden

mehr als vertraglich festgelegt. Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft leisten signifikant mehr

berstunden ( 7 Stunden) als ihre angestellten Kollegen in Architektur- und Planungsbros ( 5

Stunden) und im ffentlichen Dienst ( 4 Stunden; vgl. Tab. 14.2).

Art des Arbeitgebers

Architektur- und gewerbliche ffentl. Dienst

Gesamt Planungsbro Wirtschaft (angestellt)

Zahl der wchentlichen berstunden

weniger als 2 Stunden

4% 5% 1% 6%

2 bis unter 5 Stunden

39% 38% 28% 53%

5 bis unter 10 Stunden

39% 41% 39% 34%

10 Stunden und mehr 17% 15% 31% 7%

arith. Mittel (Stunden) 5,7 5,4 7,4 4,4

Tab. 14.2

Voll bezahlt wurden berstunden im Referenzjahr 2014 nur bei einem kleinen Anteil der Befragten

(4%). In 14% der Flle wurden sie teils bezahlt, teils per Freizeitausgleich abgegolten. Ausschlielich

per Freizeitausgleich wurden die berstunden von 43% der Befragten abgegolten. 40% bekamen sie

gar nicht vergtet (vgl. Abb. 14.11, Seite 27).

84%

83%

68%

78%

16%

17%

32%

22%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Ja Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 27

Abb. 14.11

Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass die berstunden im ffentlichen Dienst berwiegend

per Freizeitausgleich abgegolten werden (75% gegenber 34% in Architektur- und Planungsbros und

26% in der gewerblichen Wirtschaft), wohingegen in Architektur- und Planungsbros sowie in der ge-

werblichen Wirtschaft deutlich hufiger als im ffentlichen Dienst kein berstundenausgleich erfolgt

(42% bzw. 61% im Vergleich zu 17%; vgl. Abb. 14.12).

Abb. 14.12

4%

43%

14%

40%

0% 25% 50% 75% 100%

Sie werden bezahlt.

Sie werden per Freizeitausgleich abgegolten.

Sie werden teils bezahlt, teils per Freizeitausgleich abgegolten.

berstunden werden grundstzlich nicht abgegolten.

6%

2%

1%

4%

34%

26%

75%

43%

18%

11%

7%

14%

42%

61%

17%

40%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Sie werden bezahlt.

Sie werden per Freizeitausgleich abgegolten.

Sie werden teils vergtet, teils per Freizeitausgleich abgegolten.

berstunden werden grundstzlich nicht abgegolten.

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 28

Dieser Zusammenhang gilt bundesweit.

2.15. Jahresurlaub (nur Vollzeitttige)

Im Schnitt hatten die Befragten im Referenzjahr 2014 29 Tage Urlaub. Angestellte in Architektur- und

Planungsbros hatten signifikant weniger Urlaubstage (27 Tage) als Angestellte in der gewerblichen

Wirtschaft oder im ffentlichen Dienst (jeweils 30 Tage; vgl. Tab. 15.2).

Art des Arbeitgebers

Architektur- / gewerbliche ffentl. Dienst

Gesamt Planungsbro Wirtschaft (angestellt)

Zahl der Urlaubstage

bis zu 20 Tage

0% 1% 0% 0%

21 bis 25 Tage

12% 25% 4% 0%

26 bis 30 Tage

83% 73% 85% 95%

mehr als 30 Tage

5% 1% 10% 5%

arith. Mittel (Tage) 28,8 27,2 29,8 30,1

Tab. 15.2

2.16. Berufstypische Nebenttigkeit

Jeder zehnte Angestellten kann ohne Genehmigung einer berufstypischen Nebenttigkeit nachgehen.

70% bentigen hierzu erst die Genehmigung durch ihren Arbeitgeber / Dienstherrn. Bei einem Fnftel

der Befragten (20%) ist eine berufstypische Nebenttigkeit grundstzlich ausgeschlossen (vgl. Abb.

16.1).

Abb. 16.1

Ja 10%

Ja, nach Genehmigung

70%

Nein 20%

HommerichForschung 29

Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass Angestellte im ffentlichen Dienst hufiger als andere

eine berufstypische Nebenttigkeit nach vorheriger Billigung durch den Dienstherrn ausben drfen

(81% im Vergleich zu 64% in Architektur- / Planungsbros bzw. 68% in der gewerblichen Wirtschaft).

Angestellten in Architektur- und Planungsbros sowie in der gewerblichen Wirtschaft wird eine berufs-

typische Nebenttigkeit hufiger grundstzlich untersagt (26% bzw. 21% im Vergleich zu 11% bei

Angestellten im ffentlichen Dienst; vgl. Abb. 16.2).

Abb. 16.2

Besteht die Mglichkeit zur Ausbung einer berufstypischen Nebenttigkeit, zeigt sich, dass einer

solchen Nebenttigkeit signifikant hufiger nachgegangen wird, wenn dies ohne vorherige Genehmi-

gung durch den Arbeitgeber / Dienstherrn mglich ist (vgl. Abb. 16.5, Seite 30).

10%

11%

8%

10%

64%

68%

81%

70%

26%

21%

11%

20%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Ja Ja, nach Genehmigung Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 30

Abb. 16.5

2.17. Berufliche Fort- und Weiterbildung

97% der Befragten geben an, in den der Befragung vorausgegangenen zwei Jahren an Fortbildungs-

veranstaltungen teilgenommen zu haben. Bei Angestellten aus dem ffentlichen Dienst liegt dieser

Anteil mit 99% signifikant ber dem der Angestellten in der gewerblichen Wirtschaft (96%) oder in

Architektur- und Planungsbros (95%; vgl. Abb. 17.2).

Abb. 17.2

44%

18%

22%

56%

82%

78%

0% 25% 50% 75% 100%

Ja

Ja, nach Genehmigung

M

glic

hkeit de

r A

us

bun

gein

er

beru

fsty

pis

che

nN

eben

ttigkeit

Gesam

t

Ja Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

95%

96%

99%

97%

5%

4%

1%

3%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

Ja Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 31

Differenziert nach Bundeslndern wird deutlich, dass Angestellte in Lndern mit Fortbildungspflicht

deutlich hufiger an entsprechenden Veranstaltungen teilnehmen als Angestellte aus Lndern, in de-

nen eine solche Verpflichtung nicht besteht.

Die Mehrheit der Angestellten wird fr Fortbildungsveranstaltungen unter (anteiliger) Fortzahlung des

Gehalts beurlaubt (85%). Angestellte in Architektur- und Planungsbros werden zum Zweck der Fort-

bildung signifikant seltener unter (anteiliger) Fortzahlung des Gehalts beurlaubt (78%) als Angestellte

in der gewerblichen Wirtschaft (86%) oder im ffentlichen Dienst (94%, vgl. Abb. 17.4).

Abb. 17.4

Der gleiche Zusammenhang ist fr die bernahme der Kosten durch den Arbeitgeber zu verzeichnen:

Insgesamt bernehmen 71% der Arbeitgeber (anteilig) die Kosten fr Fortbildungsveranstaltungen. In

Architektur- und Planungsbros fllt dieser Anteil mit 54% signifikant geringer aus als in der gewerbli-

chen Wirtschaft (78%) oder im ffentlichen Dienst (90%, vgl. Abb. 17.6, Seite 32).

65%

80%

88%

76%

13%

7%

6%

9%

22%

14%

6%

15%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

de

s A

rbe

itg

eb

ers

Gesam

t

Ja Ja, anteilig Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 32

Abb. 17.6

2.18. Berufsstndisches Engagement

Mit 78% ist der weit berwiegenden Mehrheit der Angestellten nicht bekannt, ob ihr Arbeitgeber sie

zum Zweck berufsstndischen Engagements in der Architektenkammer oder einem Berufsverband

unter Fortzahlung des Gehalts sowie ohne Anrechnung von Urlaubstagen freistellen wrde (vgl. Abb.

18.1).

Abb. 18.1

39%

64%

79%

58%

15%

13%

11%

13%

46%

22%

10%

29%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

tJa Ja, anteilig Nein

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

Ja 8%

Nein 14%

Ist mir nicht bekannt

78%

HommerichForschung 33

Bei 8% der Befragten besteht diese Mglichkeit, bei 14% der Angestellten nicht.

2.19. Altersvorsorge

Die am hufigsten genutzte Form der Altersvorsorge ist das Berufsstndische Versorgungswerk

(98%). Mit deutlichem Abstand folgen die Zusatzversorgung des ffentlichen Dienstes (25%), die Be-

triebliche Zusatzversorgung (Rente; 22%) sowie die gesetzliche Rentenversicherung (12%; vgl. Abb.

19.1).

Abb. 19.1

Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft ihre Alters-

vorsorge aus dem Berufsstndischen Versorgungswerk hufiger mit einer betrieblichen Zusatzversi-

cherung ergnzen (39% im Vergleich zu 19% bei Angestellten in Architektur- und Planungsbros und

15% bei Angestellten im ffentlichen Dienst). Angestellte im ffentlichen Dienst nutzen fr die Alters-

vorsorge mehrheitlich auch die Zusatzversorgung des ffentlichen Dienstes (vgl. Abb. 19.2, Seite 34).

98%

25%

22%

12%

19%

0% 25% 50% 75% 100%

Berufsstndisches Versorgungswerk

Zusatzversicherung des ffentlichen Dienstes

Betriebliche Zusatzversicherung (Rente)

Gesetzliche Rentenversicherung

Sonstiges

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Anteile nicht zu 100%.

HommerichForschung 34

Abb. 19.2

2.20. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist fr 45% der Befragten ein Thema mit persnlicher Rele-

vanz (vgl. Abb. 20.1),

Abb. 20.1

99%

0%

19%

8%

21%

98%

2%

39%

14%

20%

98%

78%

15%

18%

16%

0% 25% 50% 75% 100%

Berufsstndisches Versorgungswerk

Zusatzversicherung des ffentlichen Dienstes*

Betriebliche Zusatzversicherung (Rente)*

Gesetzliche Rentenversicherung*

Sonstiges

Architektur- / Planungsbro gewerbliche Wirtschaft ffentlicher Dienst (angestellt)

* statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

55%

42%

3%

0% 25% 50% 75% 100%

keine Kinder / keine Betreuungeiner pflegebedrftigen Person

Kind(er) unter 18 Jahren

Betreuung einer pflegebedrftigen Person(und ggf. von Kind(er) unter 18 Jahren)

HommerichForschung 35

da sie neben der beruflichen auch einer familiren Verpflichtung5 nachkommen mssen. 26% der

Kammermitglieder haben in der Vergangenheit ihre berufliche Laufbahn einmal oder mehrmals unter-

brochen, um ihren familiren Verpflichtungen nachkommen zu knnen. Dies ist bei den weiblichen

Befragten signifikant hufiger der Fall als bei ihren mnnlichen Kollegen (41% im Vergleich zu 15%).

Zustzlich fllt die Unterbrechung bei den weiblichen Kammermitgliedern mit durchschnittlich 23 Mo-

naten (Median) signifikant lnger aus als bei den Mnnern mit 3 Monaten (Median; vgl. Tab. 20.1,

Seite 34).

Geschlecht

Gesamt weiblich mnnlich

Nein

74% 59% 85%

Ja, bis zu 12 Monate 13% 12% 14%

Ja, lnger als 12 Monate 13% 29% 1%

arith. Mittel (Monate) 22,0 30,0 7,5

Median (Monate) 12,0 23,0 3,0

Tab. 20.1

Auf die Frage, welche Modelle zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung von der jeweiligen Arbeitsstelle an-

geboten werden, gibt ein Drittel der befragten Kammermitglieder (70%) an, ihr Arbeitgeber biete eine

Gleitzeit-Regelung6 an. 50% der Befragten arbeiten in einem Bro, einem Unternehmen oder einer

Behrde, die die Mglichkeit zur Teilzeitttigkeit bieten. 29% der angestellten Kammermitglieder ist es

mglich, aus dem Home-Office zu arbeiten. 13% htten an ihrer Arbeitsstelle grundstzlich die Mg-

lichkeit, ein (Jahres-)Arbeitszeitkonto7 zu fhren und 8% der Befragten sind bei Arbeitgebern ttig, die

ein gehaltsfreies Sabbatjahr8 anbieten (vgl. Abb. 20.3, Seite 36).

5 Unter familiren Verpflichtungen wird im Folgenden die Betreuung von Kindern unter 18 Jahren und / oder die Betreuung

einer pflegebedrftigen Person verstanden.

6 Gleitzeit ist eine Form der Arbeitszeitregelung, bei der Anfang und Ende der Arbeitszeit innerhalb bestimmter Grenzen frei

gewhlt werden knnen.

7 Ein Arbeitszeitkonto bzw. Jahresarbeitszeit eignen sich insbesondere fr Projektarbeit mit unregelmigem Arbeitsaufkom-

men. Der Arbeitnehmer arbeitet je nach Bedarf mehr oder weniger mit dem Ziel, sein Arbeitszeitkonto ber einen gewissen

Zeitraum (i. d. R. monats- oder jahresweise) auf der vereinbarten Arbeitsstundenzahl zu halten.

8 Ein Sabbatjahr umfasst eine 3- bis 12-monatige (oder auch lngere) Auszeit von der Arbeit.

HommerichForschung 36

Abb. 20.3

Differenziert nach Art des Arbeitgebers zeigt sich, dass Angestellte im ffentlichen Dienst deutlich

mehr Mglichkeiten zu einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung haben als die brigen Befragten. Alle ge-

nannten Modelle zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung werden im ffentlichen Dienst hufiger angeboten

als in der gewerblichen Wirtschaft oder in Architektur- und Planungsbros (vgl. Abb. 20.3).

Insgesamt 72% der Befragten, denen Modelle zur flexibleren Arbeitszeitgestaltung durch ihren Arbeit-

geber angeboten werden, nehmen diese auch in Anspruch. Angestellte im ffentlichen Dienst nutzen

dieses Angebot mit 90% besonders hufig, gefolgt von Angestellten in der gewerblichen Wirtschaft

(68%). Im Vergleich am seltensten werden bestehende Angebote zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung

von Angestellten in Architektur- und Planungsbros genutzt (62%).

Unabhngig vom Arbeitgeber werden Gleitzeit, das (Jahres-)Arbeitszeitkonto und das Home-Office

sofern angeboten am hufigsten genutzt. In der gewerblichen Wirtschaft wird berdurchschnittlich

hufig das Home-Office in Anspruch genommen (66% gegenber 56% in Architektur- und Planungs-

bros und 24% im ffentlichen Dienst). Angestellte in Architektur- und Planungsbros machen ber-

durchschnittlich hufig von einem Arbeitszeitkonto bzw. von Jahresarbeitszeit, von einer Teilzeitttig-

keit und von einer Eltern- / Pflegezeit Gebrauch (vgl. Abb. 20.5, Seite 37).

56%

47%

7%

21%

2%

1%

65%

33%

13%

30%

6%

2%

94%

67%

20%

39%

17%

1%

70%

50%

13%

29%

8%

1%

0% 25% 50% 75% 100%

Gleitzeit

Teilzeitttigkeit

Arbeitszeitkonto /Jahresarbeitszeit

Home-Office

Sabbatjahr(gehaltsfrei)

Sonstiges

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentl. Dienst (angestellt)

Gesamt

HommerichForschung 37

Abb. 20.5

Neben Angeboten zur flexibleren Arbeitszeitgestaltung knnen Arbeitgeber noch verschiedene andere

Manahmen anbieten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu frdern. Im Rahmen der dies-

jhrigen Befragung wurde gefragt nach der Rcksichtnahme auf Beschftigte mit familiren Verpflich-

tungen bei der Terminplanung (auswrtige Termine, berufliche Reisen), der Rcksichtnahme auf Be-

schftigte mit Kindern bei der Urlaubsplanung, der Mglichkeit zur Freistellung bei kranken Kindern,

einer Notfallbetreuung von Kindern bei Ausfall der regulren Betreuung (Tagesmutter / Kindergarten /

Schule) sowie dem Angebot einer eigenen Kinderbetreuung (Betriebskindergarten o. .). 85% der

befragten Kammermitglieder geben an, ihr Arbeitgeber habe eine oder mehrere der vorgenannten

Manahmen umgesetzt. Auch in diesem Zusammenhang bietet der ffentliche Dienst seinen Arbeit-

nehmern am hufigsten Manahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie an (91% gegenber

81% in Architektur- / Planungsbros und 83% in der gewerblichen Wirtschaft; vgl. Abb. 20.7, Seite

38).

38%

79%

42%

62%

56%

(N

HommerichForschung 38

Abb. 20.7

Mehrheitlich praktiziert wird insgesamt die Rcksichtnahme auf Beschftigte mit familiren Verpflich-

tungen bei Urlaubsplanung (75%) und Terminplanung (62%) sowie die Mglichkeit zur Freistellung bei

kranken Kindern (59%). Angestellten im ffentlichen Dienst werden die genannten Manahmen fr

eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchweg hufiger angeboten als ihren Kollegen in

Architektur- und Planungsbros oder in der gewerblichen Wirtschaft (vgl. Abb. 20.7).

Im Anschluss an die Fragen zu konkreten Arbeitszeitmodellen / Manahmen zur besseren Vereinbar-

keit von Beruf und Familie wurden die Befragten um eine Einschtzung der Familienfreundlichkeit des

Arbeitgebers anhand der folgenden Statements gebeten:

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird bewusst gefrdert (z.B. durch entsprechende

Manahmen).

Beschftigten mit familiren Verpflichtungen (Kinder, pflegebedrftige Angehrige) werden

weniger verantwortungsvolle Aufgaben bertragen.

Fr Mnner ist es schwieriger als fr Frauen, die vorhandenen Manahmen fr eine bessere

Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu nutzen.

Eine Babypause bringt keine beruflichen Nachteile mit sich.

19%

60%

71%

53%

13%

1%

0%

17%

57%

73%

53%

19%

10%

2%

9%

71%

81%

73%

21%

10%

3%

15%

62%

75%

59%

17%

6%

2%

0% 25% 50% 75% 100%

keine

Sonstiges

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Gesamt

Rcksichtnahme auf Beschftigte mit familiren Verpflichtungen

bei der Terminplanung

Rcksichtnahme auf Beschftigte mit Kindern bei der Urlaubsplanung

Mglichkeit zur Freistellung bei kranken Kindern

Notfallbetreuung von Kindern bei Ausfall der regulren Betreuung

eigene Kinderbetreuung (Betriebskindergarten)

HommerichForschung 39

41% aller Befragten stimmen der Aussage Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird bewusst

gefrdert (eher) zu, 29% stimmen dieser Aussage teils, teils zu und 30% geben an, diese Aussage

treffe (eher) nicht zu. Angestellte im ffentlichen Dienst antworten deutlich hufiger (eher) zustimmend

(58%) als Angestellte in Architektur- und Planungsbros (32%) und Angestellte in der gewerblichen

Wirtschaft (36%). Angestellte in Architektur- und Planungsbros und in der gewerblichen Wirtschaft

bezeichnen diese Aussage demgegenber besonders hufig als (eher) unzutreffend (40% bzw. 33%

im Vergleich zu 14% der Angestellten im ffentlichen Dienst; vgl. Abb. 20.9).

Abb. 20.9

Bei gesonderter Betrachtung der Angestellten in Architektur- und Planungsbros zeigt sich, dass sich

das Vorhandensein familirer Verpflichtungen offensichtlich positiv auf die Beurteilung der Frderung

der Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den Arbeitgeber auswirkt. Nach Meinung von 37% der

Beschftigen mit familiren Verpflichtungen trifft die Aussage, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

werde durch den Arbeitgeber bewusst gefrdert, (eher) zu. In der Gruppe der Befragten ohne familire

Verpflichtungen fllt der Vergleichsanteil mit 28% signifikant geringer aus (vgl. Abb. 20.10, Seite 40).

32%

36%

58%

41%

27%

31%

28%

29%

40%

33%

14%

30%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

trifft (eher) zu teils / teils trifft (eher) nicht zu

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 40

Abb. 20.10

Der berwiegende Anteil der Befragten bezeichnet die Aussage Beschftigten mit familiren Ver-

pflichtungen (Kinder, pflegebedrftige Angehrige) werden weniger verantwortungsvolle Aufgaben

bertragen als (eher) unzutreffend (67%). Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft (73%) und im

ffentlichen Dienst (70%) lehnen diese Aussage hufiger (eher) ab als Angestellte in Planungs- und

Architekturbros (63%;vgl. Abb. 20.12).

Abb. 20.12

28%

37%

32%

29%

26%

27%

43%

38%

40%

0% 25% 50% 75% 100%

keine Kinder unter 18 Jahren /keine Pflege von Angehrigen

Kind(er) unter 18 Jahren und /oder Pflege von Angehrigen

Betr

eu

ung

sverp

flic

htu

ng

Gesam

ttrifft (eher) zu teils / teils trifft (eher) nicht zu

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

18%

14%

12%

15%

19%

13%

18%

18%

63%

73%

70%

67%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

trifft (eher) zu teils / teils trifft (eher) nicht zu

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 41

Das Statement Fr Mnner ist es schwieriger als fr Frauen, die vorhandenen Manahmen fr eine

bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu nutzen trifft nach Meinung von 27% aller Befragten

(eher) zu, 17% geben an, dass diese Aussage teils, teils zutreffe und 56% der Befragten sind der

Meinung, sie treffe (eher) nicht zu. Besonders hoch ist der Anteil derer, die diese Aussage ablehnen,

bei Angestellten im ffentlichen Dienst: 65% sind der Meinung, diese Aussage trifft (eher) nicht zu.

(55% der Angestellten in Architektur- und Planungsbros, 47% der Angestellten in der gewerblichen

Wirtschaft; vgl. Abb. 20.15).

Abb. 20.15

Abschlieend wurden alle Befragten gebeten, ihrer Arbeitsstelle eine Gesamtnote bezogen auf die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu geben. Insgesamt betrachtet bewerten 57% der Befragten ihre

eigene Arbeitsstelle in diesem Punkt als sehr gut oder gut. 25% bewerten die eigene Arbeitsstelle als

befriedigend und 18% als ausreichend oder mangelhaft. Die zufriedensten Angestellten hinsichtlich

der Vereinbarkeit von Familie und Beruf arbeiten im ffentlichen Dienst. Sie bewerten ihre eigene

Arbeitsstelle signifikant hufiger mit sehr gut oder gut (71%) als Angestellte in Architektur- und Pla-

nungsbros (49%) und in der gewerblichen Wirtschaft (51%). Die Noten ausreichend und mangelhaft

vergeben 24% der Angestellten in den Architektur- und Planungsbros, 19% der Angestellten in der

gewerblichen Wirtschaft, aber nur 9% der Angestellten im ffentlichen Dienst (vgl. Abb. 20.20, Seite

42).

28%

34%

20%

27%

17%

18%

15%

17%

55%

47%

65%

56%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

t

trifft (eher) zu teils / teils trifft (eher) nicht zu

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 42

Abb. 20.20

Bei gesonderter Betrachtung der Angestellten in Architektur- und Planungsbros zeigt sich, dass Be-

fragte mit familiren Verpflichtungen ihre Arbeitsstelle hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und

Beruf signifikant besser bewerten als Kollegen ohne familire Verpflichtungen. 56% der Angestellten

mit familiren Verpflichtungen vergeben die Noten sehr gut oder gut gegenber 43% Kollegen ohne

familire Verpflichtungen. Ausreichend und mangelhaft vergeben 29% der Angestellten ohne familire

Verpflichtung, aber jeder fnfte Kollege mit familiren Verpflichtungen (20%; vgl. Abb. 20.22).

Abb. 20.22

49%

51%

71%

57%

26%

31%

20%

25%

24%

19%

9%

18%

0% 25% 50% 75% 100%

Architektur- / Planungsbro

gewerbliche Wirtschaft

ffentlicher Dienst (angestellt)

Art

des A

rbeitge

bers

Gesam

tsehr gut / gut befriedigend ausreichend / mangelhaft

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

43%

56%

50%

28%

25%

26%

29%

20%

24%

0% 25% 50% 75% 100%

keine Kinder unter 18 Jahren /keine Pflege von Angehrigen

Kind(er) unter 18 Jahren und /oder Pflege von Angehrigen

Betr

eu

ung

sverp

flic

htu

ng

Gesam

t

sehr gut / gut befriedigend ausreichend / mangelhaft

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 43

2.21. Einstellung zu Brogrndung / -bernahme

2015 wurden die abhngig Beschftigten erstmals danach gefragt, ob sie schon einmal in Erwgung

gezogen haben, sich selbststndig zu machen. 3% der Befragten bejahen diese Frage und geben an,

eine selbststndige Ttigkeit gezielt anzustreben. 23% ziehen eine selbststndige Ttigkeit in Erw-

gung, haben aber keine konkreten Plne. Fr 45% der Befragten kommt eine selbststndige Ttigkeit

derzeit nicht in Frage (vgl. Abb. 21.1).

Abb. 21.1

Die brigen Befragten haben entweder eine selbststndige Ttigkeit in Erwgung gezogen, den Ge-

danken daran dann aber wieder verworfen, oder waren bereits selbststndig ttig, haben diese Ttig-

keit aber wieder aufgegeben. Vor allem Befragte, die noch am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn ste-

hen, streben gezielt eine selbststndige Ttigkeit an oder ziehen sie zumindest in Erwgung (vgl. Abb.

21.2, Seite 44).

45%

14%

15%

23%

3%

0% 25% 50% 75% 100%

selbststndige Ttigkeit wird nicht in Erwgung gezogen

war selbststndig ttig und hat diese Ttigkeit wieder aufgegeben

selbststndige Ttigkeit wurde in Erwgung gezogen, dann aber verworfen

selbststndige Ttigkeit wird in Erwgung gezogen, aber ohne konkrete Plne

selbststndige Ttigkeit wird gezielt angestrebt

HommerichForschung 44

Abb. 21.2

Mnnliche Befragte ziehen eine selbststndige Ttigkeit hufiger theoretisch in Erwgung als weibli-

che Befragte (24% der Mnner im Vergleich zu 20% der weiblichen Befragten) oder streben sie gezielt

an (4% gegenber 3%). Frauen geben demgegenber deutlich hufiger als ihre mnnlichen Kollegen

an, eine selbststndige Ttigkeit nicht anzustreben (54% gegenber 39%; vgl. Abb. 21.3).

Abb. 21.3

40%

3%

5%

45%

7%

42%

10%

9%

33%

7%

44%

15%

16%

23%

2%

48%

18%

20%

11%

2%

0% 25% 50% 75% 100%

bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre 11 bis 20 Jahre mehr als 20 Jahre

selbststndige Ttigkeit wird nicht in Erwgung gezogen

war selbststndig ttig und hat diese Ttigkeit wieder aufgegeben

selbststndige Ttigkeit wurde in Erwgung gezogen, dann aber verworfen

selbststndige Ttigkeit wird in Erwgung gezogen, aber ohne konkrete Plne

selbststndige Ttigkeit wird gezielt angestrebt

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

54%

12%

11%

20%

3%

39%

15%

18%

24%

4%

0% 25% 50% 75% 100%

weiblich mnnlich

selbststndige Ttigkeit wird nicht in Erwgung gezogen

war selbststndig ttig und hat diese Ttigkeit wieder aufgegeben

selbststndige Ttigkeit wurde in Erwgung gezogen, dann aber verworfen

selbststndige Ttigkeit wird in Erwgung gezogen, aber ohne konkrete Plne

selbststndige Ttigkeit wird gezielt angestrebt

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 45

Die Befragten, die eine selbststndige Ttigkeit nicht erwgen, wurden nach den Grnden fr diese

Entscheidung gefragt. Die am hufigsten genannten Grnde sind ein zu hohes finanzielles Risiko

(62%), die Sorge vor einer unsicheren Auftragslage (17%), eine vermutete Unvereinbarkeit von

Selbststndigkeit und Familie und die Sorge vor einer zu hohen Arbeitsbelastung (jeweils 15%; vgl.

Abb. 21.4).

Abb. 21.4

21% der Befragten, die eine selbststndige Ttigkeit gezielt anstreben oder zumindest in Erwgung

ziehen, mchten ein eigenes Bro grnden. 14% mchten ein bestehendes Bro bernehmen und

65% haben in dieser Frage keine eindeutige Prferenz (vgl. Abb. 21.5, Seite 46).

61,6%

16,9%

15,4%

15,2%

7,8%

5,6%

5,6%

4,9%

4,4%

4,2%

2,9%

2,7%

2,4%

2,2%

1,2%

1,2%

1,0%

0,7%

0,3%

0,3%

0,2%

0% 25% 50% 75% 100%

zu hohes finanzielles Risiko

unsichere Auftragslage

Unvereinbarkeit mit Familie

zu hohe Arbeitsbelastung

zu wenig Eigenkapital

persnliche Grnde

derzeitige Ttigkeit gefllt

zu viel Brokratie

zu viel Verantwortung

kein geeigeneter Partner

zu hoher Druck / Stress

zu groe Konkurrenz

fehlende Kontakte / Beziehungen

mangelnde soziale Absicherung

zu wenig Berufserfahrung

keine Chance bei Wettbewerben

als Einzelkmper chancenlos

mangelnde Anerkennung

Benachteiligung als Frau

schlechte Erfahrungen

zu wenig Kammeruntersttzung

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Anteile nicht zu 100%.

HommerichForschung 46

Abb. 21.5

Hierbei fllt auf, dass Befragte, die eine selbststndige Ttigkeit in Erwgung ziehen, aber noch keine

konkreten Plne haben, deutlich hufiger unentschlossen sind, ob sie ein eigenes Bro grnden oder

ein bestehendes Bro bernehmen wollen (72% gegenber 23% in der Teilgruppe derer, die gezielt

auf eine Selbststndigkeit hinarbeiten; vgl. Abb. 21.6).

Abb. 21.6

21%

14%

65%

0% 25% 50% 75% 100%

Ich mchte ein eigenes Bro grnden.

Ich mchte ein bestehendes Bro bernehmen.

Ich habe in dieser Frage keine eindeutige Prferenz.

19%

10%

72%

35%

42%

23%

0% 25% 50% 75% 100%

selbststndige Ttigkeit wird in Erwgung gezogen, aber ohne konkrete Plne

selbststndige Ttigkeit wird gezielt angestrebt

Ich mchte ein eigenes Bro grnden.

Ich mchte ein bestehendes Bro bernehmen.

Ich habe in dieser Frage keine eindeutige Prferenz.

statistisch signifikanter Zusammenhang / p < 0.05

HommerichForschung 47

Befragte, die eine Brobernahme kategorisch ausschlieen, wurden um eine Begrndung dieser

Entscheidung gebeten. 33% geben an, dass sie etwas Eigenes schaffen und nicht durch bereits be-

stehende Strukturen festgelegt sein wollen. Weitere Grnde sind ein zu hoher Preis (28%) und das

Fehlen konkreter Angebote (13%; vgl. Abb. 21.7).

Abb. 21.7

33%

28%

13%

9%

8%

8%

6%

6%

5%

1%

1%

1%

0% 25% 50% 75% 100%

zu festgelegt / mchte etwas Eigenes schaffen

zu teuer

ich kenne keine Angebote

zu viel Verantwortung / zu wenig Erfahrung

zu kompliziert / nicht attraktiv

ich mchte klein anfangen

ich habe eine ganz neue Geschftsidee

zu hohes Riskio: Haftung fr Altlasten

ich bin ortsgebunden

ich habe bereits ein eigenes Bro

passt nicht in meine Lebenssituation

* Aufgrund der Mglichkeit zu Mehrfachnennungen addieren sich die Anteile nicht zu 100%.

Imagetransfer funktioniert nicht: der Inhaber ist der Wert des Bros